Natur im eigenen Garten - Tipps und Tricks

Anlage einer Wildblumenwiese

Tauben-Skabiosen | Foto: R. Michalski
Tauben-Skabiosen | Foto: R. Michalski

In einem naturnahen Garten darf sie nicht fehlen: eine bunte Blumenwiese! Sie ist nicht nur ein Ort an dem Insekten summen und brummen, sondern auch eine Augenweide - und wesentlich weniger Arbeit als ein herkömmlicher Rasen! Eine Blumenwiese anzulegen, ist nicht schwer. Trotzdem gibt es ein paar Dinge zu beachten, damit sich die Wiese zum wertvollen Biotop entwickelt.

 

Nachdem der Platz der zukünftigen Wiese festgelegt ist, wird die Grasnarbe entfernt und der Boden gelockert. Wer sehr reichhaltigen Boden in seinem Garten hat, kann ihn mit Sand abmagern. Die meisten Wildblumen lieben mageren Boden! Dazu wird der Sand in den Boden eingearbeitet.


Wie viel Saatgut benötigt wird, hängt von der Größe der entstehenden Wiese ab. Bei einem Quadratmeter braucht man fünf bis zehn Gramm. Damit sich das Saatgut besser verteilen lässt, kann man es mit etwas Sand mischen. Dann streut man das Saatgut locker auf die Fläche und recht es etwas ein. Danach festigt man es mit einer Walze oder einem Brett und drückt die Samen damit an den Boden an. Nun heißt es geduldig sein und die eingesäte Fläche über einen Zeitraum von vier bis sechs Wochen feucht zu halten. Die Aussaat sollte spätestens im Juni erfolgen!


 

Die Pflege der Wildblumenwiese ist nicht aufwändig. Ein bis maximal zwei Mal im Jahr sollte gemäht werden. Und wer sich schon immer mal im Mähen mit der Sense versuchen wollte, hat jetzt seine Chance: Die besten Zeiten zum Mähen sind ab Juli bis August/September, wenn nur ein Mal gemäht wird, Ende Juni und Ende August, wenn zwei Mal gestutzt wird. Am besten, man mäht nicht alles auf einmal, sondern mit einer Woche Pause, denn so können die Tiere in der Wiese noch schnell umziehen.

Diese Arten eignen sich besonders für eine Blumenwiese im Garten:

  • Rotklee (Trifolium pratense)
  • Klatschmohn (Papaver rhoeas)
  • Kornblume (Centaurea cyanus)
  • Leimkraut (Silene noctiflora)
  • Taubenkropf-Leimkraut (Silene vulgaris)
  • Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea)
  • Gewöhnliches Ferkelkraut (Hypochoeris radicata) mehrjährig
  • Gänseblümchen (Bellis perennis) mehrjährig
  • Wiesensalbei (Salvia pratensis)
  • Margerite (Leucanthemum ircutianum und vulgare) mehrjährig
  • Weiße Lichtnelke (Silene latifolia ssp. alba) ein- mehrjährig
  • Wiesenglockenblume (Centaurea jacea) mehrjährig
  • Kriechender Günsel (Ajuga reptans) mehrjährig
  • Hornklee (Lotus corniculatus) mehrjährig
  • Rote Lichtnelke (Silene dioica)
  • Wiesen-Witwenblume (Knautia arvensis) mehrjährig
  • Gemeine Schafgarbe (Achillea millefolium) mehrjährig
  • Wilde Möhre (Daucus carota)
  • Natternkopf (Echium vulgare) mehrjährig
  • Wilde Karde (Dipsacus fullonum)
  • Seifenkraut (Saponaria officinalis)
  • Gewöhnliche Wegwarte (Cichorium intybus)
  • Moschus-Malve (Malva moschata)
  • Pastinak (Pastinaca sativa)
  • Kammgras (Cynosurus cristatus)
  • Gewöhnliches Ruchgras (Anthoxanthum odoratum)

Linksammlung für Bezugsadressen von Samen und Pflanzengut

Wem das alles zu theoretisch klingt, der kann sich hier eine praktische Umsetzung als Video anschauen:

Presse rund um Natur im eigenen Garten

Viel mehr als Abfall: Herbstlaub im Garten

Bild: Eric Neuling, NABU
Bild: Eric Neuling, NABU

Es ist wieder soweit: Die ersten Herbststürme lassen die farbenprächtigen Blätter der Bäume und Sträucher zu Boden segeln. Doch für viele Gartenbesitzer bedeutet das Laub nur ärgerliche Arbeit - dabei sind die fallenden Blätter eine Bereicherung für Tier- und Pflanzenwelt!

 

„Herbstlaub trägt zu mehr Naturnähe im Garten bei“, meint Elisabeth Schröder von der NABU Regionalstelle Rheinhessen-Nahe. So sei Laub, zusammengerecht zu einem Haufen und mit Ästen versetzt, nicht nur ein Winterquartier für den Igel, unter Sträuchern und im Staudenbeet verteilt schütze es auch die dort lebenden Tiere vor Frost. „Die Kleintiere im Laub sind eine wertvolle Nahrungsquelle für Vögel, Regenwürmer zersetzen die Blätter zu wertvollem Humus. Während Laub Rasenflächen schadet und von Gehwegen entfernt werden sollte, kann man es unter Sträuchern einfach liegen lassen“, so Schröder. Es verbessert auch im Gemüsebeet das Nährstoffangebot im Boden und unterdrückt Unkraut. Das restliche Laub kann dann im Frühjahr kompostiert werden. Jedoch sind Blätter von Eichen und Walnussbäumen durch ihren hohen Gerbsäuregehalt für diese Zwecke nicht geeignet. Wer sein Laub entfernen will, sollte unbedingt auf Laubsauger verzichten, da sie die Blätter zerkleinern - und damit auch alle daran sitzenden Tiere.

 

Ein Faulbaum für den Frühling

Bild: Norman Schiwora/NABU
Bild: Norman Schiwora/NABU

Der jetzt beginnende Herbst ist für alle Gartenbesitzer die beste Zeit, um neue Gehölze zu pflanzen. Bis zum Frühling haben diese dann genügend Zeit, um anzuwurzeln. Der NABU ruft dazu auf, bei den anstehenden Pflanzaktionen im eigenen Garten vorrangig heimische Gehölze und Sträucher zu verwenden.

„Heimische Gehölze wie der Faulbaum, die Kornelkirsche oder der Weißdorn sind Futterplatz und Kinderstube für viele Insekten wie z.B. Schmetterlinge und deren Raupen“, so Christian Henkes von der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe. Zudem bieten die Früchte willkommene Nahrung für die Gartenvögel. In Zeiten des Arten- und Insektensterbens kann so auch der eigene Garten einen Beitrag für das Überleben vieler Arten leisten.

Ebenso ist nun die Zeit, um Blumenzwiebeln in den Boden zu bekommen. Gerade die früh im Frühling blühenden Arten wie Winterling, Krokus oder Blaustern sind wichtige erste Nektartankstellen für Wildbienen und Hummeln nach dem Winter.

 

Wer Ideen für heimische Gehölze und eine naturnahe Gartengestaltung haben möchte, der findet reichlich Inspiration in der NABU-Broschüre "Gartenlust". Sie kann für 4 x 0,80 € in Briefmarken bei der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91, 55234 Albig bestellt werden.

Lust auf Garten - NABU Tipps im August

Natternkopf mit Dunkler Erdhummel | Bild: Stefan Knipf/naturgucker.de
Natternkopf mit Dunkler Erdhummel | Bild: Stefan Knipf/naturgucker.de
Beispiel für eine Insektentränke |  Bild: Lara Munsch
Beispiel für eine Insektentränke | Bild: Lara Munsch

Bunte Blüten, herrliche Düfte und schattenspendendes Grün - so mancher Gartenbesitzer wird die vergangenen Sommertage zum Entspannen oder Werkeln im eigenen Garten genutzt haben. Wem die Natur dabei am Herzen liegt, der kann auch mit wenig Aufwand seinen Garten ökologisch aufwerten.

 

In den warmen Augusttagen können sich Vögel in einer flachen Schale mit Wasser abkühlen. Bienen, Schmetterlinge und Käfer freuen sich über eine Insektentränke: Dafür Murmeln oder kleine Steine als trockene Inseln in ein Schälchen legen und täglich mit frischem Wasser auffüllen. Auch Wasser in der Vogeltränke sollte im Idealfall täglich aufgefrischt werden. Eine bunte Blumenwiese spendet Wildbienen und Hummeln Nektar als Nahrung und muss maximal zweimal im Jahr gemäht werden - schon ein kleiner Bereich im Garten, in dem so ein "Wildwuchs" zugelassen wird, bietet vielen Kleinstlebewesen ein Zuhause. Wer Schädlinge in diesen Tagen im Schach halten will, sollte nicht zur Giftspritze greifen, denn diese gefährdet Wildbienen und andere Nützlinge im Garten. Schädlinge lassen sich durch Mischkulturen und das Fördern von Nützlingen wie Marienkäfern und Ohrwürmern eindämmen, während Pflanzen mit Jauchen und Brühen gestärkt werden können. Auch Laubsauger, Mähtraktoren und Häcksler bringen vielen nützlichen Kleintieren wie Käfern, Würmern und Spinnen den Tod - von Lärm, Abgasen und Energieverbrauch ganz zu schweigen. Handmäher, Rechen und Sense sind gute Alternativen zum PS-Garten.

Diese und weitere Tipps zur Gestaltung eines Naturgartens gibt es in der 44-seitigen Broschüre „Gartenlust – Für mehr Natur im Garten“. Sie ist erhältlich beim NABU Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91 in 55234 Albig und kann gegen 4 Briefmarken zu 80 Cent bestellt werden.

Wildbienen mit wenig Aufwand helfen

Rotpelzige Sandbiene (Andrena fulva) | Foto: Helge May
Rotpelzige Sandbiene (Andrena fulva) | Foto: Helge May
Rostrote Mauerbiene (Osmia bicornis) | Foto: Helge May
Rostrote Mauerbiene (Osmia bicornis) | Foto: Helge May

Noch ist vom Frühling keine Spur, doch schon bald wird die Welt der Insekten wieder aktiv: Ab den ersten warmen Tagen tummeln sich auch verschiedene Wildbienenarten im Garten. Jedes Weibchen versorgt sein eigenes Nest, Honig wird nicht produziert. Als Bestäuber sorgen Wildbienen für reichen Fruchtertrag und erhalten die Vielfalt der Wildblumen. Die Rostrote Mauerbiene beispielsweise ist eine echte Frühlingsbotin und wurde zum "Insekt des Jahres 2019" gekührt. Doch viele der 560 heimischen Arten sind vom Aussterben bedroht. Deswegen soll die Wahl der Rostroten Mauerbiene auch auf das Artensterben der Wildbienen aufmerksam machen.

Einigen kann man schon mit wenig Aufwand helfen:

Ein Insektenhotel kann bis zu 40 verschiedenen Wildbienenarten ein Zuhause geben. Ob aus gebündelten Schilfhalmen oder angebohrten Hartholzklötzen: stehen die Nistplätze sonnig und trocken, bleiben die Bewohner meist nicht aus - sofern das Blütenangebot stimmt.  Egal ob groß oder klein, selbst gebaut oder gekauft, ein Insektenhotel ist ein Beitrag zum Naturschutz.

 

Wer sich für Wildbienen und ihren Schutz interessiert, erhält gegen Einsendung von 4 Briefmarken à 80 Cent umfangreiche Informationen rund um Bienen, Wespen und Insektenhotels inklusive einer umfangreichen Pflanzenliste bei der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91, 55234 Albig.

Herbst-Tipps für insektenfreundliche Gärten

Blühende Winterlinge setzen einen leuchtend gelben Akzent gegen tristes Wintergrau. (Bild: Roswitha Pitsch, NABU)
Blühende Winterlinge setzen einen leuchtend gelben Akzent gegen tristes Wintergrau. (Bild: Roswitha Pitsch, NABU)

Auch wenn der Sommer noch nicht gehen will - der Herbst kommt, und damit die beste Zeit, um Blumenzwiebeln zu stecken. Denn Frühblüher dienen im zeitigen Frühjahr Wild- und Honigbienen, Hummeln und Schmetterlingen als erste wichtige Nahrungsquelle. Neben den als Bienenmagnet bekannten Kätzchen tragenden Weidenarten bietet sich eine Vielzahl insektenfreundlicher Zwiebelgewächse an, besonders geeignet sind verwildernde Arten. Botanische Krokusse sind zwar kleiner als hochgezüchtete Sorten, blühen aber reichlich, samen aus und können über die Jahre herrlich bunte Teppiche bilden. 

Zwischen Steinkraut, Gänsekresse, Blaukissen oder Schleifenblume passen in sonnenbeschienene Gartenbereiche wunderbar weitere Vorfrühlingsboten wie Winterling, Märzenbecher, Schneeglöckchen und Blaustern. So können Honigbienen bereits an sonnigen Tagen im Februar Nektar und Pollen finden. Überwinternde Hummelköniginnen fliegen im Frühjahr bereits bei Temperaturen ab 2 Grad aus, um auf Nahrungssuche zu gehen. Ab Anfang März sind dann auch die ersten Sandbienen unterwegs.

Und noch ein Tipp: Schneiden Sie im Herbst nicht generell alle Pflanzen im Garten zurück. Lassen Sie alte Blütenstände und Pflanzenstängel über den Winter hinweg stehen. Viele Insekten nutzen trockene Stängel als Überwinterungsmöglichkeit. So legen etwa einige Wildbienearten ihre Eier in hohlen Stängeln ab. Die Larven überwintern dort und schlüpfen im kommenden Jahr. 

Zahlreiche Informationen rund um den insektenfreundlichen Garten bietet die NABU-Broschüre „Gartenlust“. Gegen Einsendung von 4 Briefmarken zu 70 Cent kann sie bestellt werden bei der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91, 55234 Albig.

 

Badespaß an der Vogeltränke: Achten Sie auf Sauberkeit!

Das tut gut! Eine Kohlmeise erfrischt sich an einer Vogeltränke. (Bild: Rita Priemer, NABU)
Das tut gut! Eine Kohlmeise erfrischt sich an einer Vogeltränke. (Bild: Rita Priemer, NABU)

Die heißen Temperaturen verlocken nicht nur uns Menschen zum Baden, auch für Vögel ist so eine Abkühlung ein Genuss. Eine flache Schale voll Wasser wird zum heiß begehrten Planschbecken für Piepmätze aller Art. Doch Vorsicht ist geboten:  Besonders an kleinen Trink- und Badestellen besteht für Vögel im Sommer die Gefahr einer tödlichen Infektion, etwa mit Trichomonaden. Vor allem Grünfinken  sind davon betroffen. Hygiene und täglicher Wasserwechsel sind daher erste Pflicht.

Viele Vögel baden gerne im Wasser, aber Spatzen lieben auch Sandbäder. Wer diese Leidenschaft unterstützen möchte, legt ein künstliches Sandbad an. Der Riesenspaß im Dreck hat eine wichtige Funktion: Die feinen Sandkörner dringen in das dichte Gefieder und entfernen so unliebsame Parasiten. Zum Errichten einer Sandbadestelle hebt man eine Mulde aus, die mit Sand verfüllt wird. Als Alternative eignet sich auch ein großer, mit Sand gefüllter Blumenuntersetzer. Damit auch hier keine Krankheiten übertragen werden, sollte der Sand regelmäßig ausgetauscht werden.

Im Umkreis von etwa drei Metern sollte - wie auch bei Wasserstellen - der Platz frei von Büschen sein. Das gibt den Vögeln Sicherheit vor anschleichenden Katzen und anderen Räubern.. Für alle, die mehr für die Vogelwelt im Garten tun wollen, bietet der NABU die Broschüre "Vögel im Garten" an. Sie kann gegen Einsendung von 4 Briefmarken zu 80 Cent bestellt werden bei der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91, 55234 Albig.

Scheinbar einsam, aber nicht verlassen -  Jungvögel bitte sitzen lassen!

Noch passen die jungen Amseln so eben ins Nest.  Doch in Kürze reicht der Platz nicht mehr und sie werden Sie sich in der Umgebung verteilen, wo sie von den Eltern weiter gefüttert werden. Bild: Sabine Teufl, NABU
Noch passen die jungen Amseln so eben ins Nest. Doch in Kürze reicht der Platz nicht mehr und sie werden Sie sich in der Umgebung verteilen, wo sie von den Eltern weiter gefüttert werden. Bild: Sabine Teufl, NABU

 

Wie in jedem Frühjahr erhalten wir zurzeit täglich Anrufe wegen vermeintlich verlassener Jungvögel. Oft handelt es sich um junge Amseln mit arttypisch braun getupftem Gefieder. Doch besteht in den allermeisten Fällen kein Grund zur Sorge: Nur ein kleiner Teil der scheinbar einsamen Vögelchen ist in Gefahr, denn die Jungen vieler Vogelarten verlassen das Nest bereits bevor sie fliegen können und verteilen sich in der Umgebung. Dieser Schritt gehört zum natürlichen Programm und senkt das Risiko, dass alle Jungen von einem Räuber gefressen werden. 


Wer diese "Waisen" über längere Zeit aufmerksam  und aus sicherer Entfernung beobachtet, wird feststellen, dass die unbeholfen herumflatternden Federknäuel mit ihrem noch viel zu kurzen Schwänzchen durchaus nicht allein sind. Sie werden in der Regel weiterhin von ihren Eltern gefüttert. Mit piepsenden Standortlauten halten die Kleinen den Kontakt, rufen aber manchmal auch gutwillige Vogelretter auf den Plan. Doch die Handaufzucht von Jungvögeln sollte immer die allerletzte Option bleiben, denn die Fürsorge und die abwechslungsreiche Fütterung der Vogeleltern sind in menschlicher Obhut kaum zu ersetzen. Die Devise heißt "Sitzen lassen!". Eingreifen sollte man nur, wenn Gefahr im Verzug ist, etwa durch Katzen oder an verkehrsreichen Straßen. Dabei kann man die Tiere problemlos mit der Hand in ein nahes Gebüsch oder auf einen Baum setzen, denn Vögel orientieren sich im Gegensatz zu Säugetieren kaum über den Geruchssinn. 


Für die wenigen wirklichen Notfälle finden Vogelfreunde wertvolle Tipps im Internet auf www.wildvogelhilfe.org. Die hoch professionelle Seite bietet Hinweise sowohl zum Umgang  mit Jungvögeln aller Art als auch zur Versorgung von kranken oder verletzten Tieren. Für alle, die lieber etwas in der Hand haben, sind viele Informationen in der 60 Seiten starken NABU-Broschüre „Vögel im Garten“ kompakt gebündelt. Diese kann gegen Einsendung von 4 Briefmarken zu 70 Cent bestellt werden bei der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91, 55234 Albig.

 

 

Harmloses Gewimmel - Sandbienen auf Partnersuche

In Deutschland leben mehr als 100 Arten von Sandbienen. Sie alle nisten in selbst gegrabenen Nestern im Erdboden und leben solitär. Von links nach rechts: Weiden-Sandbiene, Rotpelzige Sandbiene, Zaunrüben-Sandbiene, Gemeine Sandbiene.
In Deutschland leben mehr als 100 Arten von Sandbienen. Sie alle nisten in selbst gegrabenen Nestern im Erdboden und leben solitär. Von links nach rechts: Weiden-Sandbiene, Rotpelzige Sandbiene, Zaunrüben-Sandbiene, Gemeine Sandbiene.

Der Frühling ist endlich da und in vielen Gärten summen von einem Tag auf den anderen zahlreiche Bienen knapp über dem Boden herum. Es sieht aus, als sei ein Bienenschwarm entwichen! Viele Menschen wenden sich daher Rat suchend an den NABU. Doch auch wenn es vielleicht gefährlich aussieht - das Schauspiel ist harmlos.

 

Es handelt sich um Männchen von Sandbienen aus verschiedenen Arten, die auf eine Chance zur Paarung warten und nicht stechen können. Von der Wärme hervorgelockt schlüpfen sie oft alle an einem Tag aus den im Vorjahr von den Müttern gebauten Erdnestern und bleiben in deren Nähe. Die Weibchen folgen wenig später. Haben sich die Bienenmännchen verpaart, sterben sie und das Gewimmel nimmt schlagartig ab. Die Weibchen dagegen beginnen jedes für sich mit dem Bau eines Nestes. Von ihren Aktivitäten künden kleine Erdhaufen mit einem Loch in der Mitte. Nach spätestens vier Wochen ist alles vorbei – bis zum nächsten Frühling. 

 

Doch Bienen sind Bienen - auch wenn es sich bei den geschützten Tieren um wichtige Bestäuber von Wild- und Kulturpflanzen handelt. Da denkt man doch direkt an schmerzhafte Stiche! Aber Sandbienen sind nicht aggressiv und verteidigen ihre Nester nicht. Auch wenn die Weibchen über einen Stachel verfügen, mit dem sie sich in höchster Not verteidigen, kann dieser menschliche Haut in der Regel nicht durchdringen. Der Garten kann also weiter genutzt werden. 

 

Wer mehr wissen will, kann sich in der Broschüre „Bienen, Wespen und Hornissen“ informieren. Gegen Einsendung von 4 Briefmarken zu 80 Cent kann sie bestellt werden beim NABU Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91, 55234 Albig.

 

Jetzt aktiv werden für die Vogelwelt!

Prächtig sieht er aus, der Hausrotschwanz! Seit einigen Tagen ist die Art zurück aus dem Winterquartier. I Bild: Tom Dove
Prächtig sieht er aus, der Hausrotschwanz! Seit einigen Tagen ist die Art zurück aus dem Winterquartier. I Bild: Tom Dove

Nach einem langen, trüben Winter ist der Frühling nun endlich in Sicht und die Vögel singen von den Dächern. Hausrotschwanz und Bachstelze sind endlich aus ihren Winterquartieren zurückgekehrt und weitere Arten werden in den nächsten Wochen folgen. Doch viele Menschen sehen mit Sorge den Rückgang bei etlichen Vogelarten und fragen sich, wie sie in ihrem privaten Umfeld helfen können. „Beinahe jeder kann etwas tun! Mit Vogelfütterung und Nistkästen sind die Möglichkeiten noch lange nicht ausgeschöpft“, berichtet Rainer Michalski von der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe. So könne man etwa über die richtige Bepflanzung des Gartens mit heimischen Gehölzen oder die Anlage einer Blumenwiese viel Gutes für die Natur tun und unterstütze damit auch Bienen, Schmetterlinge, Igel und zahlreiche andere Tierarten. Die genannten sowie etliche weitere Beispiele, Baupläne und nützliche Tipps - nicht nur für Vogelfreunde - finden sich auf www.NABU.de.
Für alle, die lieber etwas in der Hand haben, sind diese Informationen in der 60 Seiten starken NABU-Broschüre „Vögel im Garten“ kompakt gebündelt. Auch werden darin die häufigsten Vogelarten und ihre Ansprüche an Haus und Garten vorgestellt. Die Broschüre kann gegen Einsendung von 4 Briefmarken zu 80 Cent bestellt werden bei der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91, 55234 Albig.

Wildsträucher pflanzen für mehr Natur im Garten!

Pinselkäfer auf Wildrosenblüte | Bild: Rainer Michalski
Pinselkäfer auf Wildrosenblüte | Bild: Rainer Michalski
Weißdorn mit Früchten | Bild: Mathis Koose/naturgucker.de
Weißdorn mit Früchten | Bild: Mathis Koose/naturgucker.de

Heimische Sträucher im Garten helfen der Tierwelt, vor allem Insekten und Vögel profitieren davon. Hinzu kommt, dass Wildrosen, Weißdorn, Schneeball und einige mehr nicht nur wertvoll für die Natur sind, sondern dank ihrer Blüten, Früchte und wegen der bunten Laubfärbung im Herbst auch dekorativ.

 

Bienen und andere Insekten finden in ihren Blüten reichlich Nektar und Pollen, zahlreiche Schmetterlingsarten legen an den Blättern ihre Eier ab. Mönchsgrasmücke, Heckenbraunelle, Rotkehlchen und andere Heckenbrütern finden darin Schutz für ihr Nest, und die Früchte lockten nicht nur Vögel zum Festschmaus.

Man kann heimische Wildsträucher also kaum genug loben und sollte sie nicht als unnützes Gestrüpp abtun! Schon ein einzelner Strauch ist eine Bereicherung für den Garten, doch gilt in diesem Fall auch, dass mehr Sträucher – am besten von verschiedenen Arten - auch mehr bewirken. Im Frühjahr ist Pflanzzeit, doch planen Sie jetzt schon!. Zahlreiche Tipps - nicht nur zu heimischen Sträuchern, sondern auch zu Stauden und zur Anlage einer Blumenwiese - enthält die NABU-Broschüre „Gartenlust“, die gegen Einsendung von 4 Briefmarken zu 80 Cent bestellt werden kann. Adresse: NABU Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91, 55234 Albig

Tipps zur Vogelfütterung im Winter

Blaumeise | Bild: Claus König
Blaumeise | Bild: Claus König

 Mit der Zeit wird es auch in Rheinhessen immer kälter. In der kalten Jahreszeit gehört für viele das Füttern der Vögel im eigenen Garten oder auf dem Balkon zum aktiven Natur- und Vogelschutz dazu. Zwar kann sie den Vögeln die Futtersuche im Winter erleichtern und lädt ein zu hautnahen Naturerlebnissen, tatsächlich trägt das Füttern jedoch keinen entscheidenden Beitrag zur Arterhaltung bei und erreicht nur wenige Vogelarten mit stabilen Populationen. Jedoch vermittelt sie Artenkenntnis und begeistert zudem Kinder- und Jugendliche für unsere Natur.

Futtersilo mit Spatzen | Bild: Christian Henkes
Futtersilo mit Spatzen | Bild: Christian Henkes

 Am besten geeignet sind Futtersilos, da die Vögel hier das Futter nicht verschmutzen können. Werden Futterhäuschen verwendet, so müssen diese regelmäßig gereinigt und sparsam mit Futter befüllt werden. Es eignen sich vor allem Sonnenblumenkerne, da diese von den meisten Arten gefressen werden. Rotkehlchen oder Zaunkönig freuen sich als Weichfutterfresser über Rosinen, Haferflocken und Kleie. Gänzlich ungeeignet sind Brot und gesalzene Speisen. Die Winterfütterung, gewöhnlich von November bis März, ist jedoch keine dauerhafte Lösung für die Ursachen der Nahrungsknappheit im Winter. Wer sich nachhaltig für den Vogelschutz einsetzen will, sollte seinen Garten vogelfreundlich gestalten: Dazu gehört heimische Sträucher zu pflanzen, Nistkasten aufzuhängen und auf Pestizide zu verzichten.

 

Weitere Informationen über Vogelfütterung finden sich in der kleinen Broschüre „Naturerlebnis Vogelfütterung“, die gegen Einsendung von 4 Briefmarken à 80 Cent bei der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91, 55234 Albig bestellt werden kann.

 

Vogelfreunde können sich außerdem jetzt schon auf die "Stunde der Wintervögel" freuen.  Bei Deutschlands größter Vogelzählung beobachten sie ihre gefiederten Freunde ganz bequem in ihrem Garten oder vom Balkon aus und melden dem NABU, was sie im Laufe einer Stunde entdecken konnten.

Mehr Infos unter www.stunde-der-wintervoegel.de

Garten- und Siebenschläfer auf Quartierssuche

Der Herbst hält Einzug und viele Menschen machen ihre Gärten winterfertig. Oft werden dabei auch die Vogelnistkästen gereinigt. Nicht selten schauen einem dann runde Knopfaugen entgegen oder es liegen kugelig zusammengerollte kleine Pelzknäuel in einem Bett aus Heu und Blätter im Kasten. Garten- oder Siebenschläfer sind eingezogen, um geschützt die kalte Jahreszeit zu verschlafen. Diese Tiere sind eine der wenigen Arten in Deutschland, die richtigen Winterschlaf halten. Dieser Winterschlaf kann bis in den Mai dauern und wird nur ein oder zweimal von kurzen Aufwärm- und Aufwachphasen unterbrochen. Ansonsten senken die Tiere ihre Körpertemperatur auf bis zu fünf Grad ab und die Herzfrequenz sinkt von 300 auf fünf Schläge pro Minute.

 

Wird so eine kleine Pelzkugel im Nistkasten oder auf dem Dachboden gefunden, dann gilt: Unbedingt schlafen lassen. Einen Garten- oder Siebenschläfer während des Winterschlafs zu wecken, kann für das Tier den Tod bedeuten. Denn die Tiere legen für das 'Anfahren' ihres Körpers ein besonderes Fett an. Wird dieses aufgrund von Störungen im Winter zu früh verbraucht, dann fehlt es für das eigentliche Erwachen im Frühjahr.

 

Wer beim vorsichtigen Öffnen der Kästen einen Schläfer vorfindet, sollte unbedingt auf die Reinigung verzichten. Diese lässt sich im Frühjahr problemlos nachholen. Neben Nistkästen suchen die Tiere auch gerne frostfreie, kühle und trockene Plätze auf Dachböden, Kellern oder Schuppen auf. Wenn man dann den Weihnachtsschmuck vom Dachboden holt und so einen kleinen Kerl entdeckt, dann sollte man ihn einfach nicht stören. Im Frühjahr wird der Schlafgast ganz von alleine wieder gehen.

 

Steinzeit in den Vorgärten - Natur auf dem Rückzug

Bild: NABU
Bild: NABU

Auf den ersten Blick wirkt es halb so wild, doch in der Summe ist der Verlust enorm: Massenhaft verschwinden zurzeit Hecken und Grünflächen in den Vorgärten und werden durch ökologisch wertlose Kiesflächen mit einzelnen immergrünen Pflanzen ersetzt. Sie nennen sich Kies "Tirol" und "Carrara" oder Splitt "Savanne", "Ardennen" oder "Lachs". Wo gestern noch die Vögel sangen, ist es heute still geworden, so der NABU in einer Pressemitteilung.

„Da fehlt doch was“, denkt so mancher und versucht mit gut gemeinten Aktionen Abhilfe zu schaffen. Nistkästen und Futterhäuschen sollen die gefiederten Sänger wieder ins eigene Wohnumfeld locken. Doch meist vergebens: „Mit Nistkästen hilft man nur Höhlenbrütern wie Meisen und Spatzen. Vogelfutter hilft vielleicht den erwachsenen Vögeln, ist aber für die Aufzucht von Jungvögeln völlig ungeeignet. Diese benötigen Insekten. Doch wo sollen die Vogeleltern die noch finden, wenn es statt blühenden Pflanzen nur noch Steine gibt?“, fragt Rainer Michalski von der NABU Regionalstelle Rheinhessen-Nahe.

Die wegen ihres melodischen Gesangs beliebten Amseln haben im Kiesgarten ebenso schlechte Karten, denn ihre Lieblingsspeise sind Regenwürmer und Insektenlarven, die im Boden oder unter abgefallenem Laub leben. „So eine undurchdringliche Steinfläche ist wie für alle Vögel insbesondere für Amseln eine nahrungsarme Wüste und wird gemieden“, erklärt der Naturschützer. „Wer Vögel liebt, der braucht auch Grün!“

Doch nicht nur Vögel haben das Nachsehen, auch Schmetterlinge, Marienkäfer, Bienen und Hummeln -  die Sympathieträger unter den Insekten - sucht man in den modernen Gärten vergebens. Die in Kiesgärten üblichen Koniferen und Gräser sind in manchen Augen schick, doch für Blüten besuchende Insekten bieten sie keinerlei Nahrung und werden gemieden.

Nicht zuletzt ist auch der Mensch betroffen: Kiesflächen heizen sich in der Sonne wesentlich stärker auf als von Pflanzen beschatteter Erdboden. Ein wesentlicher Faktor in Zeiten des Klimawandels mit zunehmend heißen Sommern!

Für viele Menschen steht der scheinbar geringe Pflegeaufwand im Vordergrund, so der NABU, doch das räche sich nach ein paar Jahren: Durch Laub- und Nährstoffverwehungen reichern sich Stoffe zwischen den Steinen an, es bildet sich Humus und Wildpflanzen können keimen. "Entweder zupfen dann manche mit den Händen Pflanzen heraus oder es kommt Chemie zum Einsatz", erklärt Herr Michalski und berichtet von dem Beispiel eines Mannes, der bereits vor 10 Jahren solch einen Kiesgarten anlegte. "Vorher war es mit der Gartenpflege einfacher, ich hätte es besser gelassen", laute sein Resümee heute.

Letztlich sind die Nachteile von Kiesgärten für die Natur und den Menschen gravierend. Es ist Zeit zum Umdenken, denn pflegeleichte, aber steinfreie Alternativen gibt es durchaus, so Herr Michalski abschließend.

 

Vitamine aus der Hecke: Wildsträucher wichtig für die Vogelwelt

Wachholderdrossel (Bild: Andreas Schäfer)
Wachholderdrossel (Bild: Andreas Schäfer)

Wer in den letzten Tagen mit offenen Augen ins Land geschaut hat, der hat sie sicher entdeckt: Wachholderdrosseln und Amseln ernten die letzten Früchte aus den Hecken. Kleine Finkentrupps machen sich mit Appetit über die verbliebenen Samenstände in den Baumkronen her.

 

„Hier zeigt sich deutlich der Wert heimischer Gehölze. Hagebutten oder die Früchte von Efeu, Liguster, Hartriegel und anderen mehr sind durch den strengen Frost genau nach dem Geschmack sehr vieler Vogelarten, denn sie enthalten nun viel energiereichen Zucker und Alkohol“, erklärt Rainer Michalski vom Naturschutzbund (NABU) Rheinhessen-Nahe. Trotz leuchtender Farben deutlich weniger interessant seien die Früchte von beliebten Gartensträuchern wie Feuerdorn oder Felsenmispel. Wer als Gartenbesitzer der Vogelwelt im Winter etwas Gutes tun will, ist also gut beraten, zusätzlich zu der beliebten Vogelfütterung auch heimische Wildsträucher zu pflanzen. "Ihre Früchte sind ein vitaminreicher Snack, der den Tieren einen guten Start in die Brutsaison ermöglicht - besonders wichtig nach der für viele Arten ungünstigen Saison 2016“, betont Michalski.


Gegen Einsendung von 5 Briefmarken zu 70 Cent bietet der NABU die umfangreiche Broschüre „Vögel im Garten“ an. Sie enthält neben ausführlichen Empfehlungen zu heimischen Wildsträuchern auch Portraits der häufigsten Vogelarten und Hinweise zur Winterfütterung. Adresse: NABU Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91, 55234 Albig.

 

 

10 goldene Tipps zur Vogelfütterung im Winter

Rotkehlchen | Bild: Gabor Metzger
Rotkehlchen | Bild: Gabor Metzger

Der NABU wird derzeit geradezu überrollt von Anrufen und Mails, in denen die Menschen nach gezielten Tipps für eine artgerechte Winterfütterung der Vögel fragen. Das Füttern ist weit verbreitet, bietet es doch eine schöne Gelegenheit für Jung und Alt, die tierischen Besucher hautnah zu beobachten. Die Vögel haben zudem im Winter einen höheren Energiebedarf, den sie in  unserer ausgeräumten Landschaft kaum mehr decken können. Es fehlt an naturnahen Hecken, und damit auch an Sträuchern, Beeren und Stauden - eine Folge der Ausräumung der Landschaft.

Um den Menschen die Winterfütterung zu erleichtern, hat der NABU 10 goldene Tipps zur Winterfütterung zusammengestellt:

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Keine Speisereste vom menschlichen Speiserest verfüttern – am gefährlichsten sind gesalzene Speisen!

Artgerechtes Futter für die Vögel verwenden: Energiereiche Samen und Nüsse sind am besten geeignet. Dazu zählen u.a. Hafer, Maisflocken, Sonnenblumenkerne (geschält und ungeschält), andere Saaten, Erdnüsse (ungesalzen!), Haselnüsse, andere Nüsse, auch Haferflocken als Streu- und Futtersäulenmischungen. Ganz wichtig: Die Mischung macht‘s! Damit z.B. Feinfresser wie Rotkehlchen, Heckenbraunelle und Erlenzeisig nicht ausgeschlossen werden, sollten keine ausschließlichen Fütterungen mit nur einer Futtersorte erfolgen. Das Futter sollte frei sein von Samen der gefährlichen Ambrosiapflanze.

Keine Massenfutterplätze einrichten – sie begünstigen die Verbreitung von Krankheiten! Besser sind Futtersäulen und Futtertrichter und auch Kleinfutterhäuser, in denen das Futter trocken nachrutschen kann und gegen Verschmutzung geschützt ist. Mehrere Futtersäulen und –trichter in Abstand zueinander anbringen, damit viele Vögel die Chance haben, sie zu nutzen. Amseln, Wacholderdrosseln und andere Arten nutzen das herunterfallende Futter. Diese Plätze täglich säubern. Für Fasane, Rebhühner etc. können so genannte „Bodenschütten“ aufgestellt werden, in denen das Futter ebenfalls nachrutscht, und die auch an Feldhecken und Waldrändern aufgestellt werden können. An ihnen sammeln sich oft auch Mäuse – eine willkommene Nahrung für die hungernden Greifvögel und Eulen!

Fettblöcke und -kolben sind hervorragende „Energiebomben“ für Meisen, Schwanzmeisen und andere Vögel. Es gibt sie in verschiedenen Varianten, auch mit Insekten- und Waldfruchtanteil, ebenso mit speziellen, leicht zu säubernden Halterungen. Auch Futterringe sind sehr gut geeignet – sie verfügen neben dem Fett über einen hohen Saatenanteil.

Eine gute Vitamingabe, die besonders gern von Amseln genutzt wird, sind getrocknete (ungeschwefelte!) Rosinen und Apfelhälften, die auf den Boden gelegt werden.

Niemals abgelaufenen Futtermischungen oder Fettblöcke kaufen! Auf das Haltbarkeitsdatum achten, keine ranzige Ware einsetzen!

Den Futterplatz/die Futterplätze katzensicher anlegen.

Futterhäuser/-trichter etc. abends befüllen, da die Vögel bereits in der sehr zeitigen Morgendämmerung einen großen Energiebedarf haben.

Futterstellen niemals mit Seife oder Chemikalien reinigen. Nur warmes Wasser und ggf. eine Bürste einsetzen.

Die beste „vorausschauende Winterfütterung“ ist ein naturnaher Garten –unter altem Laub finden die Vögel ebenso Insekten und Spinnen wie in Stängeln, zudem bieten Beeren und Früchte einen willkommenen, lange gedeckten Tisch. Den Garten im Frühjahr zur Pflanzzeit aufwerten!