Jungvögel bitte sitzen lassen!

Nicht immer sitzen junge Amseln so brav in einer Reihe. Meistens verstecken sie sich einzeln im Gebüsch und warten auf die Fütterung durch die Eltern. (Bild: Anneliese Klotz / NABU)
Nicht immer sitzen junge Amseln so brav in einer Reihe. Meistens verstecken sie sich einzeln im Gebüsch und warten auf die Fütterung durch die Eltern. (Bild: Anneliese Klotz / NABU)

Es piept wieder überall! In Nistkästen und Gebüschen bettelt der Vogelnachwuchs um Futter. Viele Jungvögel haben das Nest schon verlassen. Beim NABU häufen sich nun die Anrufe von Naturfreunden, die vermeintliche Vogelwaisen aufgelesen haben. 

Doch meist trügt der Schein: Befiederte Jungvögel sind nur ganz selten tatsächlich allein. Die Jungen vieler Vogelarten verlassen ihr Nest, bevor sie richtig fliegen können. Mit den Eltern halten sie durch leise Rufe Kontakt. Nur bei Gefahr im Verzug sollte man daher Jungvögel an einem geschützten Platz in der Nähe absetzen. Erst wenn nach längerer genauer Beobachtung kein Zweifel besteht, dass das Junge nicht mehr versorgt wird, sollte es in Obhut genommen werden.

Wer einen Jungvogel aufnimmt, muss sich aber im Klaren sein, dass die Aufzucht anspruchsvoll ist und die Vogeleltern nicht komplett ersetzen kann! Die beste Hilfe ist immer noch ein naturnahes Umfeld, in dem Jungvögel Deckung und Nahrung finden.

Wer mehr über die Vögel im Siedlungsbereich und ihre Bedürfnisse wissen will, erhält bei Einsendung von vier Briefmarken zu 95 Cent an die NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91, 55234 Albig, die informative Broschüre „Vögel im Garten“.