Garten- und Siebenschläfer auf Quartierssuche

Der Herbst hält Einzug und viele Menschen machen ihre Gärten winterfertig. Oft werden dabei auch die Vogelnistkästen gereinigt. Nicht selten schauen einem dann runde Knopfaugen entgegen oder es liegen kugelig zusammengerollte kleine Pelzknäuel in einem Bett aus Heu und Blätter im Kasten. Garten- oder Siebenschläfer sind eingezogen, um geschützt die kalte Jahreszeit zu verschlafen. Diese Tiere sind eine der wenigen Arten in Deutschland, die richtigen Winterschlaf halten. Dieser Winterschlaf kann bis in den Mai dauern und wird nur ein oder zweimal von kurzen Aufwärm- und Aufwachphasen unterbrochen. Ansonsten senken die Tiere ihre Körpertemperatur auf bis zu fünf Grad ab und die Herzfrequenz sinkt von 300 auf fünf Schläge pro Minute.

 

Wird so eine kleine Pelzkugel im Nistkasten oder auf dem Dachboden gefunden, dann gilt: Unbedingt schlafen lassen. Einen Garten- oder Siebenschläfer während des Winterschlafs zu wecken, kann für das Tier den Tod bedeuten. Denn die Tiere legen für das 'Anfahren' ihres Körpers ein besonderes Fett an. Wird dieses aufgrund von Störungen im Winter zu früh verbraucht, dann fehlt es für das eigentliche Erwachen im Frühjahr.

 

Wer beim vorsichtigen Öffnen der Kästen einen Schläfer vorfindet, sollte unbedingt auf die Reinigung verzichten. Diese lässt sich im Frühjahr problemlos nachholen. Neben Nistkästen suchen die Tiere auch gerne frostfreie, kühle und trockene Plätze auf Dachböden, Kellern oder Schuppen auf. Wenn man dann den Weihnachtsschmuck vom Dachboden holt und so einen kleinen Kerl entdeckt, dann sollte man ihn einfach nicht stören. Im Frühjahr wird der Schlafgast ganz von alleine wieder gehen.

 

Eine fast perfekte Exkursion...

Bild: Marianne Bopp
Bild: Marianne Bopp

 Am 26. August hatte der NABU Rhein-Selz wieder zur alljährlichen Fledermaus-Exkursion eingeladen, und 
über 40 junge und ältere Fledermausfreunde hatten sich am Treffpunkt versammelt.


Es war eine fast perfekte Veranstaltung: ein lauer Sommerabend mit wolkenlose Himmel, guter Sicht und vor allem mit sehr interessierten Teilnehmern. Insbesondere beeindruckte wieder das Fachwissen der Kinder. Nur leider hatten die Fledermäuse die Veranstaltungsankündigung falsch gelesen. Zwar flogen auf dem Fußmarsch vom Treffpunkt zum Michelröder See außergewöhnlich viele Fledermäuse über den Köpfen der Exkursionsteilnehmer, doch leider kamen sie nicht zum eigentlichen Veranstaltungsort! Einzig einige Mückenfledermäuse waren anfangs zu detektieren. Später konnten noch einige wenige Wasserfledermäuse bei ihrer Jagd direkt über der Wasseroberfläche beobachtet werden - doch leider kein Vergleich zum Aufkommen der letzten Jahre. 

 

Naturexkursionen sind keine inszenierten Show-Veranstaltungen. Wildtiere lassen sich nun einmal nicht auf Kommando vorführen. Lobenswerterweise ließen sich die Teilnehmer nicht entmutigen und suchten geduldig nach den Signalen der Fledermäuse. Insbesondere aus diesem Grund waren die Exkursionsleiter durchaus zufrieden mit diesem fast perfekten  Abend. Vielleicht kommen nächstes Jahr ja wieder mehr Fledermäuse! 
 

Marianne Bopp und Jürgen Fuchs

Meldungen der Gottesanbeterin 2017

Gefunden in Frankfurt, Bornheim von Silke Köhler
Gefunden in Frankfurt, Bornheim von Silke Köhler
Bild: Christiane Kahla aus Ober-Olm
Bild: Christiane Kahla aus Ober-Olm

Bis vor einigen Jahren kam die Europäische Gottesanbeterin (Mantis religiosa) nur noch an wenigen Stellen in Deutschland regelmäßig vor, etwa am Kaiserstuhl oder in der Südpfalz. Nun breitet sich die wärmeliebende Art immer weiter nach Norden aus. In den letzten Jahren erreichten uns bereits als Antwort auf unsere Meldeaufrufe  einige Beobachtungen aus Rheinhessen und dem Nahegebiet. Auch in diesem Jahr erhielten wir Meldungen der beeindruckenden Fangschrecke. So staunte Frau Silke Köhler aus Frankfurt, Bornheim nicht schlecht, als sie ein Exemplar an ihrem Fliegengitter entdeckte. In Rheinhessen beobachtete Christiane Kahla aus Ober-Olm eine braune Gottesanbeterin auf ihrem Balkon im zweiten Stock. Sie saß gut getarnt an einer Holztür. In Alzey begleitete ein weibliches Exemplar Herrn Dirk Sans bei seinem Arbeitstag. Und auch in Worms fand Frau Reich eine Gottesanbeterin an der Carmeliter-Apotheke. Rund 3 Wochen später sichtete auch Frau Bürgis ein paar Straßen weiter eine, allerdings tote, Gottesanbeterin in Worms.

Auch aus dem Naheland erhielten wir Meldungen: Frau Vanessa Kost sah und fotografierte eine Gottesanbeterin in Waldböckelheim am Briefkasten - am Abend zuvor war die Verbreitung des Tieres noch Gesprächsthema beim Grillabend. In Bad Kreuznach fand Frau Bryla ein braunes Exemplar am Waldrand, und auch Frau Christina Hübling hatte Glück, als ihr in Rüdesheim bei Bad Kreuznach an einem warmen Sommertag das Insekt vor die Kameralinse krabbelte.

 

In einem waren sich alle einig: Eine Gottesanbeterin zu finden und zu beobachten hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Haben auch Sie eine Gottesanbeterin finden können? Dann freuen wir uns über weitere Meldungen!

Unterstützer für den Naturschutz gesucht: NABU wirbt Mitglieder im Kreis Bad Kreuznach

Das Bild zeigt die Werber mit Teamchef Marcel Beck (dritter von links), Hilde Schmitt (NABU Bad Kreuznach, rechts) und Rainer Michalski (NABU Bad Kreuznach, vorne links)
Das Bild zeigt die Werber mit Teamchef Marcel Beck (dritter von links), Hilde Schmitt (NABU Bad Kreuznach, rechts) und Rainer Michalski (NABU Bad Kreuznach, vorne links)

Ausgerüstet mit Informationsmaterial und Argumenten für den Naturschutz wird ein Team von Studenten im Auftrag des Naturschutzbundes (NABU) in den kommenden Wochen in Bad Kreuznach und den Verbandsgemeinden Bad Kreuznach, Langenlonsheim, Rüdesheim und Stromberg in den Haushalten vorsprechen. Das professionelle Werbeteam unter Leitung von Marcel Beck besteht aus Studentinnen und Studenten mit einem guten Draht zum Naturschutz und zum NABU, die sich so in den Semesterferien Geld dazuverdienen.


 "Es geht uns dabei ausschließlich um die Gewinnung neuer Mitglieder, welche die Arbeit des NABU hier bei uns, landes- und bundesweit dauerhaft unterstützen“, erklärt Rainer Michalski, Vorsitzender im NABU Bad Kreuznach und Umgebung. Die Teammitglieder sammeln also kein Geld und sind dazu auch nicht berechtigt. Sie tragen im Dienst blaue NABU-Kleidung und können sich ausweisen. "Auch wer nicht aktiv mithelfen kann, ist uns sehr willkommen. Jedes neue Mitglied ist eine Stimme für die Natur und leistet einen Beitrag zu ihrem Erhalt“, betont der Naturschützer.


Über tatkräftige Hilfe freut sich der NABU Bad Kreuznach ganz besonders. So etwa bei der Pflege von wertvollen Magerrasenflächen mit vielen seltenen Tier- und Pflanzenarten oder bei der Kontrolle und Reinigung mehrerer hundert Nistkästen für Vögel und Fledermäuse von Bad Kreuznach bis in den Soonwald. Neben all den praktischen Arbeiten kommt beim NABU Bad Kreuznach auch die "Theorie" nicht zu kurz. Naturkundliche Exkursionen, Infostände und Vorträge, Kinderaktionen und die Arbeit in verschiedenen Naturschutzgremien sind fester Bestandteil des Vereinslebens. Geplant sei auch die Neugründung einer NABU-Kindergruppe für Kinder im Grundschulalter. „Aber auch für neue Ideen und Projekte sind wir offen“, meint Michalski abschließend

Heimische Schlangen - Posterausstellung in der Stadtbibliothek Bad Kreuznach

Rainer Michalski erläutert die Schlangenausstellung.
Rainer Michalski erläutert die Schlangenausstellung.

Mit Schlangen ist das so eine Sache: Viele Menschen reagieren panisch, wenn sie in freier Natur auf ein solches Reptil treffen - zu Unrecht. Giftschlangen kommen natürlicherweise in Rheinland-Pfalz nicht vor. Drei Schlangenarten sind im Kreis Bad Kreuznach heimisch, und alle drei zählen zu den bedrohten Arten der Roten Liste. Bis zum 2. September werden sie in einer Posterausstellung der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe und der Naturstation "Lebendige Nahe" aus Bad Münster am Stein in der Stadtbibliothek Bad Kreuznach vorgestellt. Die Ausstellung informiert über die Lebensweise der scheuen Tiere. Hinzu kommen Empfehlungen zum Schlangenschutz im Garten und in freier Natur. Die Stadtbibliothek präsentiert zum Thema passende Bücher und Medien für alle Altersgruppen.

 

Schwalbenairport Nahetal – Auszeichnung für Reiterhof Krapf/Ippesheim

Harald Krapf (links) und Rainer Michalski vom NABU mit Stute „Rebecca“, die mit stolzen 27 Jahren nun ihren verdienten Ruhestand auf dem Reiterhof genießt. Zahlreiche Menschen aus Bad Kreuznach und Umgebung haben auf ihr das Reiten gelernt.
Harald Krapf (links) und Rainer Michalski vom NABU mit Stute „Rebecca“, die mit stolzen 27 Jahren nun ihren verdienten Ruhestand auf dem Reiterhof genießt. Zahlreiche Menschen aus Bad Kreuznach und Umgebung haben auf ihr das Reiten gelernt.

Reger Flugbetrieb herrscht auf dem Reiterhof von Harald Krapf in Ippesheim, denn mehr als 50 Rauchschwalbennester befinden sich in den Stallungen und in der Reithalle, davon gut zwei Drittel zurzeit besetzt. Die große Anlage, die gleichzeitig Sitz des Reit- und Fahrclubs Bad Kreuznach ist, bietet den eleganten Fliegern ideale Bedingungen. Harald Krapf berichtet: „Jedes Jahr schlüpfen bei uns Hunderte von Jungvögeln, und im Herbst sitzt hier kurz vor dem Abflug in den Süden alles voller Schwalben. Sicher trifft dabei auch der eine oder andere Kleks mal ein Pferd oder einen Reiter und sicher machen die Vögel Dreck. Doch das ist nicht schlimm, denn Dreck kann man wegputzen. Für uns gehören Schwalben einfach dazu!“

 

Die Aktion "Schwalbenfreundliches Haus" zeichnet Menschen aus, die Schwalben willkommen heißen | Bild: NABU
Die Aktion "Schwalbenfreundliches Haus" zeichnet Menschen aus, die Schwalben willkommen heißen | Bild: NABU

 „So viele Schwalben, die auf einem Anwesen geduldet und als Mitbewohner geschätzt werden, sind heute schon eine kleine Sensation. Daher ist es uns eine besondere Ehre, Herrn Krapf im Rahmen unserer Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ mit der zugehörigen Plakette und einer Urkunde auszuzeichnen“, erklärt Rainer Michalski vom NABU Bad Kreuznach und Umgebung.

 

 

Früher galten Schwalben als Boten des Glücks, und noch immer gilt die erste aus dem afrikanischen Winterexil zurückgekehrte Schwalbe bei vielen als Anzeichen für den nahen Beginn der Freibadsaison. Docht trotz aller Sympathie gehen die Bestände von Mehl- und Rauchschwalbe seit Jahren kontinuierlich zurück. Wesentliche Ursachen hierzulande sind neben dem Rückgang der Insekten vor allem fehlende Nistmöglichkeiten und der Mangel an geeignetem Material für den Nestbau. Außen am Haus angebracht soll die bunte Plakette daher für den Schutz von Mehl- und Rauchschwalben werben und weitere Hausbesitzer für die Sommerboten gewinnen.

 

 

Doch wie können sich Schwalbenfreund darum bewerben? Rainer Michalski erklärt: „Haben auch Sie mehrere besetzte Mehl- oder Rauchschwalbennester am Haus und interessieren Sie sich für die Auszeichnung? Möchten Sie wissen, was Sie für die Schwalben tun können? Dann melden Sie sich unter 6731 547566 oder info@NABU-Rheinhessen.de bei der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe.“

 

Keine Angst vor giftigen Schlangen! Meldeaufruf

Ringelnatter fotografiert von Horst Filiz
Ringelnatter fotografiert von Horst Filiz

Bei Schlangen gehen die Meinungen weit auseinander. Manch einer findet sie eklig, für andere sind sie faszinierende Lebewesen. Ob an Bahndämmen, Trockenmauern, Wald- und Wegrändern, in Steinbrüchen, an Gewässern oder sogar in Gärten – in der warmen Jahreszeit können auch in Rheinhessen und dem Naheland mit etwas Glück Schlangen beobachtet werden.

 

 

„Schlingnatter und Ringelnatter leben an vielen Orten der Region, die Würfelnatter nur an der Nahe und die Äskulapnatter auf der anderen Rheinseite bei Rüdesheim und Wiesbaden. Diese Arten sind nicht giftig, und die Kreuzotter kommt hierzulande nicht vor“, erklärt Rainer Michalski von der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe in Albig. Wer hierzulande eine Schlange findet, könne also in der Regel davon ausgehen, dass es sich um eine harmlose Art handelt.

 

Leider gebe es immer noch Menschen, die Angst vor Schlangen hätten und die faszinierenden Tiere unrechtmäßig töten wollten. Die größere Gefahr für die heimischen Schlangen gehe allerdings von der Zerstörung ihrer Lebensräume aus. „Die fortschreitende Ausräumung der Landschaft hat Schlangen vielerorts selten werden lassen. Der massive Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft verringert noch zusätzlich ihre Nahrungsgrundlage“, erläutert Michalski. Deshalb seien mittlerweile alle rheinland-pfälzischen Schlangen auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten zu finden.

 

Der NABU ruft die Bevölkerung zur Meldung von aktuellen Schlangenbeobachtungen aus der Region auf, denn die Datenlage sei vor allem in Rheinhessen lückenhaft. "Sinnvolle Schutzkonzepte kann man nur entwickeln, wenn man die Verbreitung kennt. Daher sind aktuelle Beobachtungen, so wichtig", erklärt Michalski.

 Beobachtungen mit Bildbeleg, Funddatum und möglichst genauer Beschreibung des Fundortes können gemeldet werden an die NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91, 55234 Albig, Tel. 06731 547566, info@NABU-Rheinhessen.de. Damit die Artbestimmung leichter fällt hat der NABU ein informatives Faltblatt erstellt, das die heimischen Schlangen vorstellt. Es kann bei uns bestellt werden oder per Klick auf das linke Bild gedownloaded werden. Weitere Informationen zu unseren heimischen Arten finden Sie hier.

 

Mitmachen bei der Stunde der Gartenvögel 2017!

Quelle: Fotonatur
Quelle: Fotonatur

Welcher Vogel singt, zwitschert oder fliegt denn da? Um unsere heimische Vogelwelt unter die Lupe zu nehmen, findet vom 12. bis 14. Mai die bundesweite „Stunde der Gartenvögel“ statt. Zum 13. Mal ruft der NABU alle Naturfreunde auf, eine Stunde lang die Vögel im Garten, vom Balkon aus oder im Park zu beobachten, zu zählen und für eine gemeinsame Auswertung zu melden. Mehr als 44.000 Vogelfreunde hatten im vergangenen Jahr mitgemacht und insgesamt 1,09 Millionen Vögel beobachtet und gemeldet. Damit handelt es sich – gemeinsam mit der Schwesteraktion der „Stunde der Wintervögel“ – um Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion.

 

In Rheinhessen und dem Naheland wurden im letzten Jahr über 10000 Vögel in 300 Gärten gezählt.  Während der Haussperling in Mainz einen Sprung von Platz 5 auf Platz 3 machte, schaffte es der Grünfink in Worms noch unter die Top 5. Die fünf häufigsten Gartenvögel in Rheinhessen und dem Naheland sind in der folgenden Tabelle dargestellt.

 

Ergebnisse der Stunde der Gartenvögel 2015 und 2016
Ergebnisse der Stunde der Gartenvögel 2015 und 2016

Jeder kann mitmachen – ob Vogelexperte oder Laie, ob alleine oder in der Gruppe. Und das geht so: Von jeder Vogelart wird nur die höchste Anzahl notiert, die im Laufe der Stunde gleichzeitig entdeckt werden kann. Ob Spatz, Elster oder Stieglitz – jede Beobachtung trägt zum Erfolg des Projekts bei. Denn je mehr Naturfreunde an der „Stunde der Gartenvögel“ teilnehmen, desto aussagekräftiger sind die Ergebnisse, die schließlich Rückschlüsse auf schleichende Veränderungen unserer Artenvielfalt ermöglichen. Die gezählten Vögel können bis 22. Mai per Post (an NABU, Stunde der Gartenvögel, 10469 Berlin) oder im Internet unter www.stunde-der-gartenvoegel.de gemeldet werden. Auf der Homepage findet man außerdem nützliche Tipps zur Vogelbestimmung und die Ergebnisse nach Ende der Aktion.

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Bardo Petrys Naturgarten in Dromersheim

Für mehr Natur im Garten kann jeder etwas tun, das zeigt Bardo Petry vom NABU Bingen und Umgebung: In seinem Naturgarten findet man eine lebendige Tierwelt, bunte Blüten und heimische Sträucher. Anstatt mit Chemikalien gegen sie vorzugehen, arbeitet er mit der Natur. Im Rahmen der SWR-Sendung "natürlich" gibt Bardo Petry einen Einblick in seinen persönlichen Naturgarten und zeigt einfache Tricks für mehr Vielfalt im eigenen Garten.

Steinzeit in den Vorgärten - Natur auf dem Rückzug

Bild: NABU
Bild: NABU

Auf den ersten Blick wirkt es halb so wild, doch in der Summe ist der Verlust enorm: Massenhaft verschwinden zurzeit Hecken und Grünflächen in den Vorgärten und werden durch ökologisch wertlose Kiesflächen mit einzelnen immergrünen Pflanzen ersetzt. Sie nennen sich Kies "Tirol" und "Carrara" oder Splitt "Savanne", "Ardennen" oder "Lachs". Wo gestern noch die Vögel sangen, ist es heute still geworden, so der NABU in einer Pressemitteilung.

„Da fehlt doch was“, denkt so mancher und versucht mit gut gemeinten Aktionen Abhilfe zu schaffen. Nistkästen und Futterhäuschen sollen die gefiederten Sänger wieder ins eigene Wohnumfeld locken. Doch meist vergebens: „Mit Nistkästen hilft man nur Höhlenbrütern wie Meisen und Spatzen. Vogelfutter hilft vielleicht den erwachsenen Vögeln, ist aber für die Aufzucht von Jungvögeln völlig ungeeignet. Diese benötigen Insekten. Doch wo sollen die Vogeleltern die noch finden, wenn es statt blühenden Pflanzen nur noch Steine gibt?“, fragt Rainer Michalski von der NABU Regionalstelle Rheinhessen-Nahe.

Die wegen ihres melodischen Gesangs beliebten Amseln haben im Kiesgarten ebenso schlechte Karten, denn ihre Lieblingsspeise sind Regenwürmer und Insektenlarven, die im Boden oder unter abgefallenem Laub leben. „So eine undurchdringliche Steinfläche ist wie für alle Vögel insbesondere für Amseln eine nahrungsarme Wüste und wird gemieden“, erklärt der Naturschützer. „Wer Vögel liebt, der braucht auch Grün!“

Doch nicht nur Vögel haben das Nachsehen, auch Schmetterlinge, Marienkäfer, Bienen und Hummeln -  die Sympathieträger unter den Insekten - sucht man in den modernen Gärten vergebens. Die in Kiesgärten üblichen Koniferen und Gräser sind in manchen Augen schick, doch für Blüten besuchende Insekten bieten sie keinerlei Nahrung und werden gemieden.

Nicht zuletzt ist auch der Mensch betroffen: Kiesflächen heizen sich in der Sonne wesentlich stärker auf als von Pflanzen beschatteter Erdboden. Ein wesentlicher Faktor in Zeiten des Klimawandels mit zunehmend heißen Sommern!

Für viele Menschen steht der scheinbar geringe Pflegeaufwand im Vordergrund, so der NABU, doch das räche sich nach ein paar Jahren: Durch Laub- und Nährstoffverwehungen reichern sich Stoffe zwischen den Steinen an, es bildet sich Humus und Wildpflanzen können keimen. "Entweder zupfen dann manche mit den Händen Pflanzen heraus oder es kommt Chemie zum Einsatz", erklärt Herr Michalski und berichtet von dem Beispiel eines Mannes, der bereits vor 10 Jahren solch einen Kiesgarten anlegte. "Vorher war es mit der Gartenpflege einfacher, ich hätte es besser gelassen", laute sein Resümee heute.

Letztlich sind die Nachteile von Kiesgärten für die Natur und den Menschen gravierend. Es ist Zeit zum Umdenken, denn pflegeleichte, aber steinfreie Alternativen gibt es durchaus, so Herr Michalski abschließend.

 

NABU auf der Rheinland-Pfalz-Ausstellung

Vom 18.-26. März stehen wir Ihnen an unserem Infostand in Halle 2 (Garten) wieder für Ihre Fragen rund um Natur und Naturschutz im Garten und anderswo gerne zur Verfügung. Auch wenn Sie Fragen zu "Ihrer NABU-Gruppe" vor Ort haben, sind Sie bei uns richtig, denn die sechs NABU-Gruppen der Region sind mit Ihren Aktiven am Stand vertreten. Dazu bieten wir neben verschiedenen Nistkastenmodellen für Vögel und Fledermäuse umfangreiches Infomaterial über die heimische Tierwelt an. Sehr begehrt sind die wunderschönen Naturposter und Anstecker mit unterschiedlichen Tiermotiven. An drei Tagen bieten wir einen Vortrag an:


Samstag, 18.03., 12 Uhr: Was Vögel sich im Garten wünschen

Sonntag, 19.03., 12 Uhr: Fledermäuse im Garten
Sonntag, 26.03., 12 Uhr: Was Vögel sich im Garten wünschen

 

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

 

Unterstützung gesucht - Mitgliederwerbung für den NABU Alzey und Umgebung

Von links: Lara Arz, Roswitha Pitsch (Vorsitzende NABU Alzey und Umgebung), Rouven Bozek, Tanja Guretzki, Sven Rademacher, Anja Rieger, Philipp Krenz und Martin Garmatter (Teamleiter).
Von links: Lara Arz, Roswitha Pitsch (Vorsitzende NABU Alzey und Umgebung), Rouven Bozek, Tanja Guretzki, Sven Rademacher, Anja Rieger, Philipp Krenz und Martin Garmatter (Teamleiter).

Voraussichtlich bis Ende April ist ein Studententeam im Auftrag des NABU in Alzey und Umgebung  in Alzey und den umliegenden Verbandsgemeinden unterwegs. Die jungen Leute sprechen in den Haushalten vor, um über die Arbeit des NABU vor Ort zu informieren und so viele neue Mitglieder zu gewinnen. An ihrer blauen NABU-Kleidung sind sie erkennbar und führen einen Dienstausweis mit. Bargeld wird nicht gesammelt, denn eine dauerhafte Unterstützung über Mitgliedsbeiträge ist für den Naturschutz wesentlich sinnvoller. 

Die Naturschützer vom NABU Alzey und Umgebung sind durch ihre jahrzehntelange ehrenamtliche Arbeit im ganzen Gebiet vielen Menschen bekannt. Die Kindergruppe um Leiterin Anja Stief hat einen sehr guten Ruf. „Wir hoffen, dass sich viele Bürgerinnen und Bürger überzeugen lassen. Neue Mitglieder sind uns mit ihren Ideen und Fähigkeiten sehr willkommen“, sagt die NABU-Vorsitzende Roswitha Pitsch.

Vitamine aus der Hecke: Wildsträucher wichtig für die Vogelwelt

Wachholderdrossel (Bild: Andreas Schäfer)
Wachholderdrossel (Bild: Andreas Schäfer)

Wer in den letzten Tagen mit offenen Augen ins Land geschaut hat, der hat sie sicher entdeckt: Wachholderdrosseln und Amseln ernten die letzten Früchte aus den Hecken. Kleine Finkentrupps machen sich mit Appetit über die verbliebenen Samenstände in den Baumkronen her.

 

„Hier zeigt sich deutlich der Wert heimischer Gehölze. Hagebutten oder die Früchte von Efeu, Liguster, Hartriegel und anderen mehr sind durch den strengen Frost genau nach dem Geschmack sehr vieler Vogelarten, denn sie enthalten nun viel energiereichen Zucker und Alkohol“, erklärt Rainer Michalski vom Naturschutzbund (NABU) Rheinhessen-Nahe. Trotz leuchtender Farben deutlich weniger interessant seien die Früchte von beliebten Gartensträuchern wie Feuerdorn oder Felsenmispel. Wer als Gartenbesitzer der Vogelwelt im Winter etwas Gutes tun will, ist also gut beraten, zusätzlich zu der beliebten Vogelfütterung auch heimische Wildsträucher zu pflanzen. "Ihre Früchte sind ein vitaminreicher Snack, der den Tieren einen guten Start in die Brutsaison ermöglicht - besonders wichtig nach der für viele Arten ungünstigen Saison 2016“, betont Michalski.


Gegen Einsendung von 5 Briefmarken zu 70 Cent bietet der NABU die umfangreiche Broschüre „Vögel im Garten“ an. Sie enthält neben ausführlichen Empfehlungen zu heimischen Wildsträuchern auch Portraits der häufigsten Vogelarten und Hinweise zur Winterfütterung. Adresse: NABU Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91, 55234 Albig.

 

 

Wintervogelzählung vom 6. bis 8. Januar 2017

Buntspecht | Foto: Frank Derer
Buntspecht | Foto: Frank Derer

Vom 6. bis 8. Januar 2017 findet zum siebten Mal die bundesweite „Stunde der Wintervögel“ statt: Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) ruft auch die Naturfreunde in der Verbandsgemeinde Gau-Algesheim auf, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und zu melden. Im Mittelpunkt der Aktion stehen vertraute und oft weit verbreitete Vogelarten wie Meisen, Finken, Rotkehlchen und Spatzen.


Rainer Michalski von der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe erklärt: "Die Wintervogelzählung ist einfach. Von einem ruhigen Beobachtungsplatz aus wird von jeder Art die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu beobachten ist. Die Beobachtungen können dann im Internet unter www.stundederwintervoegel.de bis zum 16. Januar gemeldet werden. Dort finden sich auch umfangreiche Hintergrundinformationen. Ab Februar kann man dort die Ergebnisse einsehen. Zudem ist am 7. und 8. Januar von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer 0800-1157-115 geschaltet. Möglich ist auch die Meldung per Mail an info@NABU-Rheinhessen.de. Bitte vergessen Sie nicht die Angabe von Zähldatum und Adresse!"

Amsel im Winter | Foto: Frank Derer
Amsel im Winter | Foto: Frank Derer

Die „Stunde der Wintervögel“ ist die größte wissenschaftliche Mitmachaktion Deutschlands, bei der möglichst viele Menschen gemeinsam große Datenmengen sammeln und so wichtige Hinweise zur Entwicklung der heimischen Vogelbestände geben. Interesse und Freude an der Vogelwelt reichen zur Teilnahme aus. Bei der letzten Vogelzählung im Januar 2016 beteiligten sich über 93.000 Menschen. Es gingen Meldungen aus 63.000 Gärten und Parks mit zwei Millionen gezählten Vögeln ein. Nun erhofft sich der NABU auch 2017 wieder eine rege Beteiligung. Denn je größer die Teilnehmerzahl ist, desto wertvoller werden die Ergebnisse!

Die Ergebnisse der "Stunde der Wintervögel" in 2015 und 2016
Die Ergebnisse der "Stunde der Wintervögel" in 2015 und 2016

10 goldene Tipps zur Vogelfütterung im Winter

Rotkehlchen | Bild: Gabor Metzger
Rotkehlchen | Bild: Gabor Metzger

Der NABU wird derzeit geradezu überrollt von Anrufen und Mails, in denen die Menschen nach gezielten Tipps für eine artgerechte Winterfütterung der Vögel fragen. Das Füttern ist weit verbreitet, bietet es doch eine schöne Gelegenheit für Jung und Alt, die tierischen Besucher hautnah zu beobachten. Die Vögel haben zudem im Winter einen höheren Energiebedarf, den sie in  unserer ausgeräumten Landschaft kaum mehr decken können. Es fehlt an naturnahen Hecken, und damit auch an Sträuchern, Beeren und Stauden - eine Folge der Ausräumung der Landschaft.

Um den Menschen die Winterfütterung zu erleichtern, hat der NABU 10 goldene Tipps zur Winterfütterung zusammengestellt:

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Keine Speisereste vom menschlichen Speiserest verfüttern – am gefährlichsten sind gesalzene Speisen!

Artgerechtes Futter für die Vögel verwenden: Energiereiche Samen und Nüsse sind am besten geeignet. Dazu zählen u.a. Hafer, Maisflocken, Sonnenblumenkerne (geschält und ungeschält), andere Saaten, Erdnüsse (ungesalzen!), Haselnüsse, andere Nüsse, auch Haferflocken als Streu- und Futtersäulenmischungen. Ganz wichtig: Die Mischung macht‘s! Damit z.B. Feinfresser wie Rotkehlchen, Heckenbraunelle und Erlenzeisig nicht ausgeschlossen werden, sollten keine ausschließlichen Fütterungen mit nur einer Futtersorte erfolgen. Das Futter sollte frei sein von Samen der gefährlichen Ambrosiapflanze.

Keine Massenfutterplätze einrichten – sie begünstigen die Verbreitung von Krankheiten! Besser sind Futtersäulen und Futtertrichter und auch Kleinfutterhäuser, in denen das Futter trocken nachrutschen kann und gegen Verschmutzung geschützt ist. Mehrere Futtersäulen und –trichter in Abstand zueinander anbringen, damit viele Vögel die Chance haben, sie zu nutzen. Amseln, Wacholderdrosseln und andere Arten nutzen das herunterfallende Futter. Diese Plätze täglich säubern. Für Fasane, Rebhühner etc. können so genannte „Bodenschütten“ aufgestellt werden, in denen das Futter ebenfalls nachrutscht, und die auch an Feldhecken und Waldrändern aufgestellt werden können. An ihnen sammeln sich oft auch Mäuse – eine willkommene Nahrung für die hungernden Greifvögel und Eulen!

Fettblöcke und -kolben sind hervorragende „Energiebomben“ für Meisen, Schwanzmeisen und andere Vögel. Es gibt sie in verschiedenen Varianten, auch mit Insekten- und Waldfruchtanteil, ebenso mit speziellen, leicht zu säubernden Halterungen. Auch Futterringe sind sehr gut geeignet – sie verfügen neben dem Fett über einen hohen Saatenanteil.

Eine gute Vitamingabe, die besonders gern von Amseln genutzt wird, sind getrocknete (ungeschwefelte!) Rosinen und Apfelhälften, die auf den Boden gelegt werden.

Niemals abgelaufenen Futtermischungen oder Fettblöcke kaufen! Auf das Haltbarkeitsdatum achten, keine ranzige Ware einsetzen!

Den Futterplatz/die Futterplätze katzensicher anlegen.

Futterhäuser/-trichter etc. abends befüllen, da die Vögel bereits in der sehr zeitigen Morgendämmerung einen großen Energiebedarf haben.

Futterstellen niemals mit Seife oder Chemikalien reinigen. Nur warmes Wasser und ggf. eine Bürste einsetzen.

Die beste „vorausschauende Winterfütterung“ ist ein naturnaher Garten –unter altem Laub finden die Vögel ebenso Insekten und Spinnen wie in Stängeln, zudem bieten Beeren und Früchte einen willkommenen, lange gedeckten Tisch. Den Garten im Frühjahr zur Pflanzzeit aufwerten!


Todesfalle Lichtschacht: Ungeahnte Gefahr für Amphibien und Igel

Unverwechselbar dank "Tarnanzug": Die Wechselkröte (Bild: R. Michalski)
Unverwechselbar dank "Tarnanzug": Die Wechselkröte (Bild: R. Michalski)

Die Natur stellt sich langsam auf die kalte Jahreszeit ein. Auch Frösche, Kröten und Molche machen sich auf die Suche nach einem Winterquartier und verirren sich zum Teil bis in die Ortschaften.

Immer wieder fallen einzelne Tiere dabei versehentlich in Lichtschächte von Kellergeschossen oder Gullys. Auch wenn der Sturz an sich für die Tiere in der Regel ungefährlich ist, sind die Folgen oft tödlich denn bis zum Frühjahr sind die auf hohe Luftfeuchtigkeit angewiesenen Tiere meist vertrocknet. Selbst wenn sie den Winter überstehen, droht ihnen in der nahrungsarmen Umgebung der Hungertod, denn die hohen Wände ihres Gefängnisses sind ein unüberwindliches Hindernis.


Lichtschächte und Gullys mit breiten Ritzen sollten daher in den nächsten Tagen inspiziert werden, vor allem wenn Teiche oder Feuchtgebiete in der Nähe des Hauses liegen. Abhilfe auf Dauer schaffen feinmaschige Gitter oder Fliegengaze, die auf der Abdeckung angebracht werden. Daneben sollten auch Kelleraußentreppen kontrolliert werden, die sogar für Igel zum Problem werden können. Hier hilft ein langes Brett, das seitlich in den Treppenaufgang gelegt wird und den Tieren als Aufstiegshilfe dient.

Doch was tun, wenn man ein Tier entdeckt hat? Fangen Sie es vorsichtig ein und setzen Sie es möglichst bald in der Nähe des Fundortes wieder aus. Günstig dafür sind Waldgebiete, Hecken und Feldgehölze in der Nähe von Gewässern. Dort finden Amphibien geeignete Winterquartiere unter Falllaub und Baumstümpfen oder sie graben sich ein.

 

Zahlreiche Informationen zu heimischen Amphibien enthält die umfangreiche Broschüre "Frösche, Kröten, Molche". Sie kann gegen 5 Briefmarken zu 0,70 € bestellt werden beim NABU Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91, 55234 Albig.

Kein Grund zur Panik beim Wespenbesuch

Gemeine Wespe (links) mit Feuergoldwespe (mittig) | Foto: Peter Brixius
Gemeine Wespe (links) mit Feuergoldwespe (mittig) | Foto: Peter Brixius

An heißen Sommertagen ist Erfrischung das Maß aller Dingen. Doch kaum hält man das lang ersehnte Eis in den Händen oder sitzt bei Kuchen und Kaffee auf der schattigen Terrasse, sind die gelb-schwarzen Flieger schon da. Meistens ist für jedermann dann mit einem Schlag und einem Wisch alles erledigt und es können getrost Greuel- und Horrorgeschichten über Wespen und Hornissen erzählt werden. Die Liste der Vorurteile ist ellenlang - leider halten die meisten Menschen immer noch Hornissen und Wespen pauschal für gefährlich. Dabei sind die Tiere in Wahrheit friedlicher und nützlicher, als die meisten vermuten. 

Wespenbesuch am Marmeladenbrötchen | Bilder: Rainer Michalski
Wespenbesuch am Marmeladenbrötchen | Bilder: Rainer Michalski

Im deutschsprachigen Raum gibt es rund 700 verschiedene Wespenarten. Doch nur die zu den Kurzkopfwespen gehörende Deutsche Wespe (Vespula germanica) und die Gemeine Wespe (Vespula vulgaris) interessieren sich für unseren gedeckten Tisch. Gerade jetzt im Spätsommer erreichen die Wespenvölker Spitzengrößen von bis zu 10 000 Tieren. Bis zum Schlüpfen der geschlechtsreifen Männchen und der Jungköniginnen wurden deren Larven mit proteinhaltiger Nahrung, zum Beispiel aus anderen Insekten, gefüttert. Dann ändert sich das Nahrungsverhalten: Die Arbeiterinnen steigen auf eine zuckerhaltige Nahrung um, damit der Stoffwechsel in Gang bleibt – was erklärt, warum sie besonders an Fallobst und unseren süßen Speisen interessiert sind. Mit dem ersten Frost im Herbst sterben die Völker ab. Mit seinen  20 Tipps zum Umgang mit Wespen und Hornissen gibt der NABU Hinweise für ein friedliches Miteinander. 

 

In der farbigen Broschüre "Bienen, Wespen und Hornissen" finden Sie in übersichtlicher Form alles Wissenswerte einschließlich Anleitung für Nisthilfen, ebenso Listen mit Bäumen, Sträuchern und Stauden, die für Hautflügler Nahrungsquellen sind. Das Heft kann bei der NABU Regionalstelle Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91 in 55234 Albig unter Einsendung von 5 Briefmarken à 70 Cent bestellt werden.

Achtung Verwechslung: Grünes Heupferd und Gottesanbeterin

Achtung Verwechslungsgefahr: Grünes Heupferd | Foto: Heinz Abbel
Achtung Verwechslungsgefahr: Grünes Heupferd | Foto: Heinz Abbel

In den letzten Tagen erreichten uns bereits zahlreiche Anrufe, die unserem Meldeaufruf zur Gottesanbeterin gefolgt waren. Doch ist zur Zeit noch ein anderes Insekt unterwegs, welches nicht zuletzt durch seine Größe beeindruckt: Die Rede ist vom Grünen Heupferd (Tettigonia viridissima), eine der häufigsten Laubheuschrecken in unseren Breitengraden. Das ca. 30 bis 40 mm große Tier unterscheidet sich jedoch in einigen Merkmalen von der gesuchten Europäischen Gottesanbeterin. Während das grüne Heupferd einen eher länglich-ovalen Kopf direkt auf dem Körper aufsitzen hat, erkennt man die Gottesanbeterin an einem dreieckigen, beweglichen Kopf mit Hals. Die markanten Fangarme, welche an betende Hände erinnern und denen das Tier seinen Namen verdankt, sind deutlich ausgeprägt, wohingegen das Grüne Heupferd kräftig erkennbare Sprungbeine aufweist. Übrigens: Gottesanbeterinnen können grün oder braun sein, das Grüne Heupferd gibt es nicht in braun, aber in gelb.

 

Zusätzlich zu den Erklärungen soll der Bildvergleich unsicheren Naturbeobachtern bei der Bestimmung helfen:

Oben: Europäische Gottesanbeterin (Fotos: Kristin Schüler). Unten: Grünes Heupferd
Oben: Europäische Gottesanbeterin (Fotos: Kristin Schüler). Unten: Grünes Heupferd

Gottesanbeterinnen wieder unterwegs - Augen auf!

Gottesanbeterin, gefunden in Wöllstein | Foto: Kristin Schüler
Gottesanbeterin, gefunden in Wöllstein | Foto: Kristin Schüler

Man bekommt sie nicht oft zu Gesicht, doch wenn man sie entdeckt, hinterlässt ihr Anblick einen bleibenden Eindruck: Die Rede ist von der Europäischen Gottesanbeterin. Als wärmeliebende Art mit Verbreitungsschwerpunkt im Mittelmeerraum ist sie eigentlich auf die wärmsten Gebiete Deutschlands beschränkt, breitet sich in warmen Jahren jedoch weiter nach Norden aus.

 

Nach einem Presseaufruf im Spätsommer 2015 erhielt die NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe Fundmeldungen aus Abtweiler, Alsheim, Eich, Gimbsheim, Gundersheim, Saulheim, Staudernheim, Wendelsheim, Westhofen, Winzenheim und Wörrstadt. Doch wie steht es 2016? Daher ruft der NABU wieder dazu auf, Ausschau nach der Europäischen Gottesanbeterin zu halten.

 

Erkennbar ist die hellgrüne bis braune Fangschrecke an ihrem dreieckigen Kopf und den bedornten Vorderbeinen, die in Ruhestellung an betende menschliche Hände erinnern. Als geschickter Insektenjäger fängt sie damit ihre Beute blitzschnell aus der Luft. Meistens sitzt sie jedoch still in der Vegetation und lauert auf eine Mahlzeit. Kommt man ihr zu nahe, stößt sie zuweilen zischende Laute aus und zeigt ihre beiden weißen, schwarz umrandeten Augenflecken auf den Innenseiten der Vorderschenkel. Ein beeindruckendes Spektakel, das für uns ungefährlich ist!

 

Bis in den Oktober sind Beobachtungen möglich. Haben Sie eine Gottesanbeterin gefunden? Dann melden Sie sich - am besten mit Belegbild - bei der NABU Regionalstelle Rheinhessen-Nahe unter 06731 547566 oder Info@NABU-Rheinhessen.de

Jäger der Nacht – Fledermäuse - Ausstellung im Mainzer Umweltinformationszentrum

Die Mainzer Umweltdezernentin Katrin Eder im Gespräch mit Christian Henkes vom NABU Mainz und Umgebung
Die Mainzer Umweltdezernentin Katrin Eder im Gespräch mit Christian Henkes vom NABU Mainz und Umgebung

Sie fliegen mit den Händen, sehen mit den Ohren und erwachen, wenn die meisten von uns schlafen gehen. Fledermäuse sind uns fremd und faszinieren uns zugleich. Rund um ihr geheimnisvolles Leben hat sich über die Jahrhunderte hinweg ein dichtes Netz aus Mythen und Sagen, Vorurteilen und Ängsten gesponnen.

  

Doch mit dem wahren Leben der einzigen fliegenden Säugetiere hat dies nur wenig zu tun. Wie die Lebensweise der nachtaktiven Insektenfresser, die so drollige Namen wie Mopsfledermaus, Mausohr oder Hufeisennase tragen, wirklich aussieht, zeigt die reichbebilderte Ausstellung der NABU Regionalstelle Rheinhessen-Nahe im ui – Umweltinformationszentrum.

 

 Am 117. haben die Mainzer Umweltdezernentin Katrin Eder und der Vorsitzende des NABU Mainz und Umgebung, Christian Henkes, die von der NABU-Regionalstelle erstellte Ausstellung eröffnet, die noch bis zum 5.August zu den Öffnungszeiten des Umweltinformationszentrums zu sehen ist.

  

Neben Informationen über Lebensweise und Arten wird auch auf die Gefahren für die gefährdeten Tiere eingegangen. Die Veränderung und Verarmung der Landschaft durch den Menschen führt zum Rückgang der Arten, wozu auch der allgemeine Nahrungsmangel aufgrund fehlender Insekten beiträgt. Besonders aber die Unkenntnis über die Quartiere und Brutplätze der Fledermäuse ist oft die größte Bedrohung. Ungewollt werden dadurch besonders die Fledermäuse, die in den menschlichen Behausungen ihre Wohnungen gefunden haben, verjagt und dezimiert.  

  

Viele weitere Informationen, darunter auch Präparate und künstliche Nisthilfen, werden gezeigt. Vor allem werden auch die Möglichkeiten beschrieben, die jedem Einzelnen zur Unterstützung der Kobolde der Nacht offenstehen.

Wenn es unterm Dach zirpt und zetert – Fledermäuse als Untermieter

Zwergfledermäuse in einer Mauerspalte (Bild: Andreas Kiefer)
Zwergfledermäuse in einer Mauerspalte (Bild: Andreas Kiefer)

Ein Zirpen, ein Kratzen ein Zetern auf dem Dachboden – ist es ein Gartenschläfer oder ein Marder? An Fledermäuse, die sich als heimliche Mitbewohner im Haus einquartiert haben könnten, denken die wenigsten. Denn Fledermäuse bleiben in den meisten Fällen unbemerkt: Sie sind leise, ruhen tagsüber und fliegen nachts zum Jagen aus. Anders als die Ultraschall-Ortungsrufe bei der Jagd sind ihre Soziallaute zur Verständigung untereinander auch für uns Menschen hörbar.  

„Nur ein Teil der 24 in Deutschland vorkommenden Fledermausarten sucht im Sommer menschliche Nähe“, berichtet Rainer Michalski von der NABU- Regionalstelle Rheinhessen-Nahe. „Das sehr seltene Große Mausohr hängt frei an Dachbalken, während die häufigere Zwergfledermaus enge Spalten, etwa hinter Wandverkleidungen, als Quartier nutzt.“ Fledermausweibchen schließen sich im Sommer zu sogenannten Wochenstuben zusammen und ziehen ohne die Männchen den Nachwuchs groß. Schäden am Gebäude werden dabei nicht verursacht. Auffällig sind jedoch die trockenen, schwarzen Kotkrümel. Doch so eine Gebäudebesetzung ist von kurzer Dauer und endet spätestens im September. 

Haben Sie ein Fledermausquartier am Haus?

Dann freut sich der NABU über Ihre Meldung unter 06731 547566 oder info@NABU-Rheinhessen.de! 

Tipps zum Fledermausschutz und Baupläne für Fledermauskästen bietet die Broschüre „Fledermäuse – Flugkünstler der Nacht“. Sie ist gegen Einsendung von 5 Briefmarken á 70 Cent beim NABU Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91, 55234 Albig erhältlich. 

 

NABU rät: Warten mit der Heckenpflege

Amselnest in einer Hecke | Foto: Rainer Michalski
Amselnest in einer Hecke | Foto: Rainer Michalski

 

Die feuchte Witterung im Wechsel mit Sonnenschein lässt auch in Rheinhessen und dem Naheland Sträucher und Hecken üppig sprießen. Da möchte mancher Gartenfreund zur Heckenschere greifen, um der Unordnung Herr zu werden. Doch der NABU rät zur Geduld: „Gerade jetzt gibt es bei vielen Singvögeln wie Amsel, Buch- und Grünfink eine zweite Brut. Wer dann seine Sträucher schneidet, riskiert den Vogelnachwuchs“, betont Christian Henkes von der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe.Bei freigelegten Nestern fehle dann der Wetterschutz und Beutegreifern würde die Suche nach Gelegen leicht gemacht, wenn schützende Zweige entfernt werden.

 

Wer erst spät im Juli schneide, spare sich auch einige Mühe, so der Naturschützer. Die Pflanzen befänden sich im Frühsommer in einem zweiten Wachstumsschub. Wer jetzt die Heckenschere auspackt, müsse sie deshalb noch mal einsetzen. „Auf jeden Fall gehört für Naturfreunde vor dem Schnitt die intensive Suche nach belegten Nestern dazu. Denn selbst im Juli findet man noch frische Gelege“, so Henkes abschließend.

Rückblick: Der NABU Rheinhessen auf dem Rheinland-Pfalz-Tag in Alzey

Vom 3. bis 5. Juni besuchten über 250.000 Menschen den Rheinland-Pfalz-Tag in Alzey und drängten sich durch die engen Gassen. Zahlreiche Besucher fanden auch den Weg zu den Ständen der NABU Regionalstelle Rheinhessen-Nahe, die gemeinsam mit dem Landesforst eine große Informations- und Aktionsfläche an der Ostdeutsche Straße errichtet hatten. Einen großen Platz mit über zehn Zelten hatten die beiden Organisationen zusammen gestaltet, in denen auf besonders für die Kleinen viel geboten wurde.

Im großen Ausstellungszelt des Projekts Lebensader Oberrhein konnten die Kinder kreative Blumenkarten basteln und an unterschiedlichen Stationen viel über das nasse Element lernen. Kinder bauten mit Eltern die angebotenen Nistkästen zusammen oder bastelten kleine Insektenhotels. Auch am Stand der NAJU wurde eifrig an Seedballs gewerkelt. Ein besonderer Magnet war sicherlich die durch Aktive der Ortsgruppe Alzey angebotene Möglichkeit, kleine Fossilien aus dem Stein zu klopfen und mitzunehmen – es blieben keine Steine übrig.

 

Flyer, Poster, Broschüren und Informationen über die örtlichen NABU-Gruppen fanden am Informationsstand der Regionalstelle den Weg zu Naturinteressierten. Unterstützt von Helfern der örtlichen NABU –Gruppen konnten die Fragen wie z.B. „Wie baut man ein Insektenhotel?“ oder „Wie kann ich meinen Garten naturnaher gestalten?“ beantwortet werden und die kleinen Möglichkeiten aufzuzeigen, im eigenen Umfeld etwas für die Natur zu tun. Auch eine Wolfsbotschafterin stand zeitweilig zur Verfügung und konnte das große Interesse an diesem Thema informativ stillen. Besonders die vielen NABU-Mitglieder freuten sich über die Möglichkeit, mal mit „ihrem“ Verband ins Gespräch zu kommen.

 

Ohne die Unterstützung der vieler Ehrenamtlichen aus den örtlichen Gruppen wäre eine solch herausragende Präsentation des größten Naturschutzverbandes in Rheinland-Pfalz beim Landesfest nicht möglich gewesen und die NABU Regionalstelle Rheinhessen-Nahe bedankt sich herzlich bei allen Unterstützern.

Der Frühling hat den Gilb – NABU empfiehlt Verzicht auf Unkrautvernichter

Das Spritzen von Herbiziden auf befestigten Flächen ist verboten | Bild: E. Schröder
Das Spritzen von Herbiziden auf befestigten Flächen ist verboten | Bild: E. Schröder

Der landwirtschaftliche Einsatz von Unkrautvernichtungsmitteln wie Glyphosat wird nicht nur von Umweltverbänden zunehmend kritisiert. Doch eine wichtige Ursache der Umweltbelastung mit diesen Stoffen wird häufig übersehen. Wer zurzeit mit offenen Augen durch Dörfer und Städte geht, sieht überall die Spuren der chemischen Unkrautvernichtung: Das Moos in den Pflasterritzen leuchtet gelb, das Gras am Wegrand ebenso – und das, obwohl diese Art der Anwendung solcher Präparate häufig illegal ist.

Der Griff zum Unkrautvernichtungs-mittel | Bild: Eric Neuling
Der Griff zum Unkrautvernichtungs-mittel | Bild: Eric Neuling

Das Pflanzenschutzgesetz erlaubt den Einsatz von Unkrautvernichtungsmitteln aus gutem Grund nur auf Flächen, die landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzt werden. Nur in Ausnahmen sind sie auf asphaltierten, betonierten oder gepflasterten Flächen aller Art erlaubt. 
„Die Wirkstoffe werden von befestigten Flächen mit dem Regenwasser direkt oder indirekt über Kläranlagen in die Gewässer geschwemmt - mit gravierenden Folgen für die Lebewesen darin. Ein verantwortungsvoller Umgang mit Herbiziden sollte daher selbstverständlich sein“, erklärt Rainer Michalski von der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe in Albig.

 

Auch ansonsten erfreuen sich Roundup und Co. einer großen Beliebtheit. So werden etwa manche Wegränder und Böschungen trotz Verbot großzügig abgespritzt - zum Schaden für die Natur. „Oft sind gerade Wegränder die letzten Rückzugsräume für Blütenpflanzen aller Art, und damit auch für die darauf angewiesenen Schmetterlinge, Wildbienen und viele weitere Insekten. Auch verschiedene Vogelarten finden an Wegrändern Nahrung in Form von Samen und Insekten - etwa der Stieglitz, Vogel des Jahres 2016. Zum Wohl der Natur sollte man hier bei aller Ordnungsliebe auf die Spritze verzichten und stattdessen ab August abschnittsweise mähen“, so Michalski abschließend.

Fledermauskästen gebaut – Grundschule Langenlonsheim vom NABU ausgezeichnet

Die Klasse 3a mit Rainer Michalski (links oben) und Mathias Jungkunz (rechts oben) freut sich über ihren Fledermauskasten
Die Klasse 3a mit Rainer Michalski (links oben) und Mathias Jungkunz (rechts oben) freut sich über ihren Fledermauskasten

Intensiv hatten sich die Schüler der Klasse 3a der Grundschule Langenlonsheim unter Lehrer Mathias Jungkunz mit dem Thema „Fledermäuse“ beschäftigt. Der Bau mehrerer kleiner Fledermauskästen und eines Großraumkastens für das Schulgelände gehörte selbstverständlich dazu. Für dieses Engagement wurden Schule und Schüler nun vom NABU mit Urkunden und der begehrten Plakette zur Aktion „Fledermäuse willkommen“ ausgezeichnet. Rainer Michalski vom NABU Bad Kreuznach übernahm diese Aufgabe und war beeindruckt vom umfassenden Wissen der Kinder über die nachtaktiven Tiere, welche in ihren Beständen oft bedroht sind.

NABU ruft zur Vogelzählung auf - Stunde der Gartenvögel vom 13. - 15. Mai

Blaumeise am Baum | Foto: Thomas Munk
Blaumeise am Baum | Foto: Thomas Munk

 Wer singt, sitzt oder fliegt denn da? Vom 13.- 15. Mai ruft der NABU zum zwölften Mal zur bundesweiten „Stunde der Gartenvögel“ auf. Auch in Rheinhessen und dem Naheland sind alle Naturfreunde dazu eingeladen, sich an der Zählaktion zu beteiligen. Dazu werden eine Stunde lang die Vögel im Garten, im Park oder vom Balkon aus gezählt und abschließend beim NABU für eine gemeinsame Auswertung gemeldet. Von jeder Vogelart wird nur die höchste Anzahl notiert, die im Laufe der Stunde gleichzeitig entdeckt werden kann.

Die Ringeltaube, eine der Gewinner im letzten Jahr | Bild: Thomas Munk
Die Ringeltaube, eine der Gewinner im letzten Jahr | Bild: Thomas Munk

Ob Spatz, Meise oder Stieglitz – jede Beobachtung trägt zum Erfolg des Projekts bei. Denn je mehr Naturfreunde an der „Stunde der Gartenvögel“ teilnehmen, desto aussagekräftiger sind die Ergebnisse, die schließlich Rückschlüsse auf schleichende Veränderungen unserer Artenvielfalt ermöglichen. Im letzten Jahr stellte man fest, dass der Bestand der Ringeltauben deutschlandweit in die Höhe schoss. Die in rund 300 Gärten durchgeführten Vogelbeobachtungen in Rheinhessen und dem Naheland zeigten deutlich, dass Haussperling, Kohlmeise und Amsel zu den Spitzenreitern in unseren Gärten gehören. In Mainz schaffte es hingegen der Mauersegler auf Platz 4. Weitere Ergebnisse des letzten Jahres finden Sie hier.

 

Jeder kann mitmachen – ob Vogelexperte oder Laie, ob alleine oder in der Gruppe. Die gezählten Vögel können bis 23. Mai per Post (an NABU, Stunde der Gartenvögel, 10469 Berlin) oder im Internet gemeldet werden. Die Ergebnisse werden im Internet veröffentlicht. Der NABU freut sich über jeden, der Teil des Projektes wird!

Leere Schneckenhäuser werden Kinderstuben - Zweifarbige Mauerbiene unterwegs!

Ein Zweifarbiges Mauerbienen Weibchen inspiziert ein Schneckenhaus | Bild: Rainer Michalski
Ein Zweifarbiges Mauerbienen Weibchen inspiziert ein Schneckenhaus | Bild: Rainer Michalski

In einer ruhigen, sonnigen Gartenecke liegt ein leeres Schneckenhaus. Doch das Haus bewegt sich! Wer steckt dahinter? Nach kurzer Zeit kommt eine schwarze Biene mit rotem Hinterteil darunter zum Vorschein. Es ist die Zweifarbige Mauerbiene. Anders als die bekannte Honigbiene ist das Weibchen ganz allein für die Versorgung ihres Nachwuchses verantwortlich.

 

 

"Sie baut ihre Nester ausschließlich in solchen leerstehenden Behausungen", berichtet Rainer Michalski von der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe. Das "Kinderzimmer" wird mit einem Vorrat an Nektar und Pollen bestückt und mit einem Ei belegt. Den Pollen sammelt die Biene in einer Art "Bürste" auf der Unterseite des Hinterleibs. Darin unterscheidet sie sich von den Honigbienen, die dafür Körbchen aus Haaren an den Hinterbeinen nutzt.

Zweifarbige Mauerbiene | Bild: Rainer Michalski
Zweifarbige Mauerbiene | Bild: Rainer Michalski

 

Als Hindernis für Nesträuber wird der Hauseingang dann mit einem dicken Pfropfen aus kleinen Steinen verschlossen. Damit die Steine an Ort und Stelle bleiben, fixiert die Biene sie mit Zwischenwänden aus zerkauten Pflanzenteilen. Dann wird das Schneckenhaus untergraben und gedreht, bis die Mündung nach unten zeigt. "Eine unglaubliche Kraftanstrengung für so ein kleines Tier, schließlich wiegt das Haus ein Mehrfaches der kleinen Biene", staunt Michalski. Doch damit nicht genug: Anschließend schleppt die Biene mühsam jede Menge dürre Grashalme und Kiefernnadeln heran und häuft sie als Tarnung über das fertige Nest. Im nächsten Frühjahr schlüpft daraus die Jungbiene.

 

Doch die Zweifarbige Mauerbiene hat es heutzutage nicht leicht: "Ihre oberirdische Nistweise in Schneckenhäusern ist sehr störungsanfällig. Gartenbesitzern, die der völlig harmlosen Biene eine Chance geben möchten, empfehlen wir daher, in einer sonnigen Gartenecke der Natur freien Raum zu lassen. Die Wahrscheinlichkeit für spannende Hausbesetzungen läßt sich durch ausgelegte Scheckenhäuser erhöhen", empfiehlt Michalski. Zwecklos sei es, die Schneckenhäuser etwa in einem Insektenhotel fest zu kleben. Die Zweifarbige Mauerbiene nehme nur frei bewegliche Exemplare an, die sie nach ihren Bedürfnissen dreht und gestaltet. Wie man als Gartenbesitzer der Zweifarbigen Mauerbiene und vielen anderen solitär lebenden Bienen ein passendes Blütenangebot und Behausungen bieten kann, zeigt die bunte NABU-Broschüre "Bienen, Wespen und Hornissen". Sie kann gegen Einsendung von 5 mal 70 Cent in Briefmarken beim NABU Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91 in 55234 Albig angefordert werden.

Was fliegt denn da? Zitronenfalter läuten den Frühling ein

Foto: Rainer Michalski
Foto: Rainer Michalski

Die Tage werden länger, wärmer und sonniger: Das merkt auch der Zitronenfalter, der jetzt aus dem Winterschlaf erwacht und durch die Gärten flattert. Der auffällige Falter verdankt seinen Namen dem leuchtenden Gelb der Schmetterlingsmännchen. Die Weibchen sind dagegen zart grünlich gefärbt. Beiden gemeinsam sind die orangen Punkte, von denen je einer jeden der vier Flügel ziert.

 

„Schon an den ersten sonnigen Frühlingstagen sind Zitronenfalter unterwegs. Wichtig für sie ist jetzt ein reiches Blütenangebot. Besonders Weidenkätzchen sind heiß begehrt“, berichtet Rainer Michalski von der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe.

Die Eiablage findet fast ausschließlich auf dem Faulbaum statt, einem unscheinbaren Wildstrauch. Die Raupen schlüpfen nach ein bis zwei Wochen. Ende Juni sind die Zitronenfalter der neuen Generation fertig entwickelt, fallen aber schon kurz darauf in einen Sommerschlaf. „Nur durch die beiden Schlafphasen und die damit verbundene Energieeinsparung erreichen Zitronenfalter ihre ungewöhnlich lange Lebenszeit von einem Jahr“, erklärt Michalski.

 

Foto: Helge May
Foto: Helge May

Leider sind auch Zitronenfalter in der sich zunehmend verändernden Landschaft immer seltener zu sehen. Doch schon mit kleinen Schritten können Gartenbesitzer einen wertvollen Beitrag zu ihrem und auch zum Schutz vieler anderer Schmetterlingsarten leisten. Allen Schmetterlingsfreunden empfiehlt der NABU die 36-seitige Broschüre „Das Schmetterlings-Gartenjahr“ mit vielen Tipps zur schmetterlingsfreundlichen Gartengestaltung. Diese kann gegen Einsendung von fünf Briefmarken à 70 Cent bestellt werden bei der NABU Regionalstelle Rheinhessen-Nahe, Langgasse 9, 55234 Albig.

Rückblick Rheinland-Pfalz-Ausstellung 2016

 

Auch in diesem Jahr erfreute sich die 45. Rheinland-Pfalz-Ausstellung auf dem Messegelände in Mainz-Hechtsheim großer Beliebtheit: Zahlreiche Besucher schlängelten sich vom 12. Bis zum 20. März durch die größte Mehrbranchen-messe des Bundeslandes Rheinland-Pfalz und fanden auch den Weg zum Informationsstand der NABU Regionalstelle Rheinhessen-Nahe.

 

 

Angezogen von Vogelgezwitscher und großen Infotafeln konnten die Besucher Fragen rund um die Natur und unsere Umwelt stellen: „Wie füttere ich Vögel richtig?“, „Wie baut man ein Insektenhotel?“ oder „Wie kann ich meinen Garten naturnaher gestalten?“ waren häufige Fragen. Um diese zu beantworten betreuten zahlreiche engagierte Helfer der örtlichen NABU-Gruppen den Stand und informierten auch über die weiteren vielfältigen Möglichkeiten, den regionalen Naturschutz zu unterstützen. Viele NABU-Mitglieder freuten sich über die Gelegenheit, einmal persönlich mit den Aktiven aus den Gruppen ins Gespräch zu kommen. Auch die Kleinen kamen dabei nicht zu kurz: Am Stand des Naturschutzzentrums Rheinauen nebenan konnten die Kinder kreative Blumenkarten basteln und ihre eigenen Wiesensalbei-Samen mit nach Hause nehmen.

 

 

Auch erfreuten sich Baupläne für Nistkästen oder gleich fertige Bausätze für Vogel- und Fledermauskästen großer Beliebtheit. Dabei waren viele erstaunt, dass 20 bis 30 Fledermäuse in nur einen Kasten passen oder dass einige Vogelarten Nistkästen mit speziellen Einflugslöchern bevorzugen. Außerdem fanden informationsreiche Flyer, Broschüren oder Bücher den Weg in interessierte Besucherhände. Die NABU Regionalstelle Rheinhessen-Nahe hofft somit auch in diesem Jahr das Bewusstsein für die Natur und Umwelt gestärkt zu haben.

 

Alle Bilder von Rainer Gödert

Achtung Krötenwanderung!

Krötenretter im Einsatz (Bilder: Reinhold Löffel)
Krötenretter im Einsatz (Bilder: Reinhold Löffel)

Frösche, Kröten und Molche sind durch den stetigen Verlust ihrer Lebensräume selten geworden. Deshalb stehen alle Arten unter Schutz. Abends bei einsetzender Dämmerung, Temperaturen über 7 Grad Celsius und leichtem Regen machen sie sich auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Gefahr droht ihnen dabei vor allem beim Überqueren von Straßen. Z

Mit Krötenwanderungen im Kreis Alzey-Worms ist zu rechnen an der L404 etwa auf halber Strecke zwischen Wendelsheim und Mörsfeld, an der Geistermühle bei Uffhofen und an der K4 ab der Wiesbachbrücke bis zur Abzweigung nach Nack. Warnschilder sowie Geschwindigkeitsbegrenzungen vor Ort weisen auf die Gefahrenstellen hin.  

Vor allem über die L 404 zwischen Wendelsheim und Mörsfeld laufen alljährlich sehr viele der geschützten Erdkröten.  Sie werden von Mitgliedern des NABU Alzey und Umgebung und weiteren engagierten Mitbürgern eingesammelt und über die Straße zu ihrem Laichgewässer getragen. Auch am Krötenzaun zwischen Wöllstein und Badenheim werden Amphibien  über die Straße gebracht. Hier ist der NABU Bad Kreuznach Abend für Abend mit zahlreichen Helfern tätig. Autofahrer werden daher dringend  um besondere Rücksichtnahme und erhöhte Aufmerksamkeit gebeten!

 

Insekten ein Zuhause geben: Insektenhotel als kleiner Beitrag zum Naturschutz

Mit dem Frühling kommen nicht nur die ersten Blüten, auch die Welt der Insekten wird wieder aktiv: So tummeln sich ab den ersten warmen Tagen auch verschiedene Wildbienenarten im Garten. Die harmlosen Tiere  leben nicht in großen Völkern und produzieren keinen Honig. Als emsige Bestäuber sorgen auch sie für reichen Fruchtbesatz an Obstgehölzen und Erdbeeren und erhalten die Vielfalt der bunten Wildblumen. Doch viele der 560 heimischen Arten sind vom Aussterben bedroht. Einigen kann schon mit kleinen Tricks geholfen werden. 

„Ein Insektenhotel kann verschiedenen Wildbienenarten ein Zuhause geben. Ob aus gebündelten Schilfhalmen oder angebohrten Holzklötzen: stehen die Nistplätze sonnig und trocken, bleiben die Bewohner meist nicht aus“, meint Elisabeth Schröder vom NABU. „Egal ob groß oder klein, selbst gebaut oder gekauft, ein Insektenhotel ist ein kleiner Beitrag zum Naturschutz.“ Wer sich für Wildbienen und ihren Schutz interessiert, erhält gegen Einsendung von 5 Briefmarken à 70 Cent umfangreiche Informationen rund um Bienen, Wespen und Insektenhotels bei der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91, 55234 Albig.

 

Brutsaison steht bevor - jetzt Nistkästen bauen!

Nistkästen sind seit Jahrhunderten Garanten für die Bruten vieler Singvögel, etwa die bekannten Modelle für Höhlenbrüter wie Kohl- und Blaumeise, Feld- und Haussperling oder Star. Sie sind ein idealer Ersatz für natürliche Baumhöhlen, die nur noch selten zu finden sind. Und doch sind die Möglichkeiten, Nistkästen in Gärten, an Bäumen, Zäunen, Carports und Gebäuden anzubringen, noch bei weitem nicht ausgeschöpft. „Ein Vielfaches der heute existierenden Nistkästen könnte noch geschaffen werden. Möglichkeiten zur Anbringung gib es in fast jedem Garten, aber auch auf dem Balkon. Alternativ zum Höhlenkasten kann man auch Kästen für Halbhöhlenbrüter wie Grauschnäpper, Bachstelze und Rotschwanz anbieten. Nahezu unekannt sind Nisttaschen an Bäumen, die von Rotkehlchen und Zaunkönigen gerne angenommen werden. Doch die Brutsaison naht, da ist Eile geboten!
Daher bieten wir wieder unsere altbewährte Bauplansammlung für Nisthilfen aller Art an, die auch Fledermäuse, Igel und Insekten berücksichtigt. Sie kann gegen Einsendung von 5 Briefmarken zu 70 Cent angefordert werden bei: NABU Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91, 55234 Albig.

Hygiene am Futterplatz - Vögel richtig füttern

So manch einer freut sich gerade bei den niedrigen Temperaturen über regen Besuch am Vogelhaus: Wer Meise und Co. aus nächster Nähe beobachtet, sollte jedoch auch auf die Sauberkeit der Futterstelle achten und ein möglichst keimfreies Umfeld bieten.

 

Wer herkömmliche Futterhäuschen verwendet, sollte diese regelmäßig mit heißem Wasser reinigen. Futter wird im Optimalfall nur in geringen Mengen nachgelegt. Schimmliges oder faules Futter sollte sofort entfernt werden. Ohne Reinigung der Futterstelle riskiert man die Ausbreitung von Krankheitserregern im feuchten Futter oder gar Verschmutzung des Futters durch Vogelkot. Säubert man sein Futterhäuschen hingegen regelmäßig, haben Krankheitserreger wie beispielsweise Salmonellen keine Chance. Am besten eignen sich Futtersilos, in denen das Futter von oben nachrutscht: das Futter bleibt frisch und es sammeln sich keine Kot- oder Nahrungsreste.

 

Wer sich über den Vogelschutz im Garten informieren möchte, kann gegen Einsendung von 4 Briefmarken à 70 Cent die NABU-Broschüre „Vögel im Garten - schützen, helfen, beobachten“ bei uns bestellen.(NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91, 55234 Albig)

Kraniche zogen noch im Januar Richtung Süden

Kraniche im Flug | Foto: G. Lessenich
Kraniche im Flug | Foto: G. Lessenich

 

Auch wenn der große Ansturm bereits vorbei war, so zogen sie immer noch Richtung Süden: Hunderte Kraniche, die den Winter bislang noch im milden Deutschland verbrachten, flogen am ersten Wochenende im Januar über Rheinhessen. So konnten  über dem Ober-Flörsheimer Ackerplateau ungefähr 160 Kraniche gesichtet werden. Durch das milde Wetter zum Jahresende waren tausende Kraniche nicht in den Süden aufgebrochen. Diese Nachzügler verblieben bislang im Norden Deutschlands, vor allem im Großraum um Berlin. Der Wintereinbruch zum Jahreswechsel mit Schnee und eisigen Temperaturen führte dazu, dass die Kraniche vor der sibirischen Kälte Richtung Frankreich flohen. Während vereiste Gewässer das Überwintern in Deutschland erschweren, führt gefrorener oder schneebedeckter Boden zu Nahrungsknappheit.

 

Die sonst typischerweise im Herbst fliegenden Kraniche sind gut an ihrer V-förmigen Flugformation zu erkennen. Auf ihrem Weg in die Winterquartiere fliegen Kraniche mehrere tausend Kilometer. Die im Zuge des Klimawandels immer milderen Winter verleiten die Kraniche jedoch zunehmend zur Überwinterung hierzulande. Wer sich weiter mit Kranichen und ihrem Zugverhalten auseinandersetzen will, findet auf www.kraniche.de weitere Informationen über die langbeinigen Zugvögel.

 

NABU ruft zur Vogelzählung am Futterhäuschen auf

Stieglitz im Winter | Foto: Andreas Hartl
Stieglitz im Winter | Foto: Andreas Hartl

Vom 8. bis 10. Januar 2016 findet zum sechsten Mal die bundesweite „Stunde der Wintervögel“ statt. Auch der NABU in Rheinhessen ruft die Naturfreunde in der Region auf, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten oder auf dem Balkon zu zählen und zu melden. Im Mittelpunkt der Aktion stehen vertraute und oft weit verbreitete Vogelarten wie Meisen, Finken, Rotkehlchen und Spatzen.

 

Besondere Aufmerksamkeit verdient in diesem Jahr der Stieglitz, der Vogel des Jahres 2016. Der Bestand dieses farbenprächtigen Vogels, auch Distelfink genannt, nimmt deutschlandweit stark ab.

 

Die Wintervogelzählung funktioniert auch dieses Mal ganz einfach: Von einem ruhigen Beobachtungsplätzchen aus wird von jeder Art die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu beobachten ist. Die Beobachtungen können dann im Internet unter www.stundederwintervoegel.de bis zum 18. Januar gemeldet werden.

Die „Stunde der Wintervögel“ ist die größte wissenschaftliche Mitmachaktion Deutschlands, bei der möglichst viele Menschen gemeinsam große Datenmengen sammeln und so wichtige Hinweise zur Entwicklung der heimischen Vogelbestände geben. Das pure Interesse und die Freude an der Vogelwelt reichen zur Teilnahme aus, eine besondere Qualifikation ist für die Wintervogelzählung nicht nötig. Wie bei der letzten großen Vogelzählung erhofft sich der NABU auch 2016 wieder eine rege Beteiligung. Denn je größer die Teilnehmerzahl ist, desto wertvoller werden die Ergebnisse.

 

 

Wer sich über den Distelfink, seine Lebensweise, Bedrohung und Schutz informieren möchte, der kann für 3 Briefmarken à 70 ct eine schön bebilderte Broschüre bestellen bei der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91, 55234 Albig.

Höchste NABU-Auszeichnung für Mainzer Stiftung

Seit zehn Jahren unterstützt der Mainzer Rainer von Boeckh mit seiner Stiftung das einzigartige NABU-Naturparadies Grünhaus in der Niederlausitz. Dafür erhielt der Stifter jetzt mit der Lina-Hähnle-Medaille die höchste NABU-Auszeichnung.

Im Vordergrund: Rainer von Boeckh. Im Hintergrund (links nach rechts): NABU-Stiftungsvorsitzender Christian Unselt, Karin von Boeckh und NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Foto: T. Schlorke
Im Vordergrund: Rainer von Boeckh. Im Hintergrund (links nach rechts): NABU-Stiftungsvorsitzender Christian Unselt, Karin von Boeckh und NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Foto: T. Schlorke

Am vergangenen Wochenende erhielt die Rainer von Boeckh-Stiftung für die Unterstützung des NABU-Schutzgebietes Grünhaus die Lina-Hähnle-Medaille. Seit 2007 wird die Lina-Hähnle-Medaille an NABU-Mitglieder und NABU-Untergliederungen verliehen, die sich in herausragender Weise um den Schutz der Natur und die Schaffung einer lebenswerten Umwelt verdient gemacht haben. Dieses Jahr ehrte der NABU Deutschland die Arbeit des Mainzer Stiftungsgründers Rainer von Boeckh und seiner Frau Karin sowie die vielen Förderer, die sich in den vergangenen zehn Jahren unermüdlich für die Erhaltung und Entwicklung des ehemaligen Tagebaugebietes Grünhaus engagierten.


Unermüdlicher Einsatz für das Naturparadies Grünhaus


Das rund 2.000 Hektar große Naturparadies in der Niederlausitz ist seit 2003 in der Obhut der NABU-Stiftung und für seine Artenvielfalt bekannt. Auch Rainer von Boeckh war begeistert und gründete schließlich unter dem Dach der NABU-Stiftung eine eigene Stiftung. Inzwischen sind mit Hilfe des Stiftungskapitals und der Gewinnung weiterer Förderer die laufenden Kosten von über 450 Hektar Wildnis in Grünhaus gesichert. Das nach der Heimat des Stiftungsgründers benannte „Mainzer Land“ macht damit etwa ein Fünftel von Grünhaus aus. Und das Ehepaar von Boeckh setzt alles daran, dass das Mainzer Land künftig weiter wächst. So sammelten sie in diesem Jahr anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Stiftung über 60.000 € Spenden.


Große Unterstützung aus Rheinhessen


Seit Gründung der Stiftung unterstützt der NABU Mainz die Stiftung und war auch deren erster Spender. Auch zum zehnjährigen Jubiläum stiftete die Ortsgruppe Mainz wieder einen erheblichen Betrag. Gewissermaßen im Gegenzug wurde die Stiftungssatzung dahingehend verändert, dass in Zukunft der NABU Mainz auch institutionell mit der Stiftung verbunden ist.

Neben dem NABU Mainz haben auch alle anderen rheinhessischen NABU-Gruppen die Stiftung über die Jahre großzügig unterstützt – in gewisser Weise ist die „Lina“ somit auch eine Anerkennung des Engagements des gesamten rheinhessischen NABU.



Mehr zur Auszeichnung, zum Mainzer Stiftungsgründer und zur Frage „Warum verschenkt Herr von Boeckh sein Geld?“ erfahren Sie in diesem Video:


Besuch aus Japan in der Naturstation

Eine Delegation von japanischen Fachleuten aus den Bereichen Naturpädagogik, Natur- und Umweltschutz besuchte am vergangenen Montag die Naturstation in Bad Münster am Stein. Zustande gekommen war der Besuch durch Vermittlung der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe, die seit Jahren für die Stiftung einer japanischen Supermarktkette Kontakte zu lokalen Naturschutzprojekten organisiert.

Mitglieder der japanischen Delegation mit Mathias Kunz (Naturstation, 3. von links in der hinteren Reihe) und Rainer Michalski (NABU, erster von links in der hinteren Reihe)
Mitglieder der japanischen Delegation mit Mathias Kunz (Naturstation, 3. von links in der hinteren Reihe) und Rainer Michalski (NABU, erster von links in der hinteren Reihe)

Interessiert lauschte die Gruppe den Ausführungen von Mathias Kunz zu den ausgestellten heimischen Reptilien und zeigte sich fasziniert von der Fütterung der Schlangen und Eidechsen. Für einige Gruppenmitglieder war dies der erste Kontakt zu der zu Unrecht oft verschrienen Tiergruppe. Rainer Michalski vom NABU Bad Kreuznach und Umgebung ergänzte die Führung durch Erläuterungen zur besonderen Situation an der mittleren Nahe, wo mit der Würfelnatter die wohl seltenste Schlange in Deutschland ihr Hauptverbreitungsgebiet hat. Den Abschluss bildete eine gemütliche Weinprobe im Weingut Rotenfels.

In Nack freuen sich Rauch- und Mehlschwalbe - NABU zeichnet aus

Schwalben in Nack können sich gleich mehrfach freuen: Mehlschwalben finden am Haus von Lili Niederauer in fünf Nestern Platz. Bei so viel Leben unter dem Dachvorsprung und zahlreichen Mehlschwalbenbruten macht ihr das bisschen Dreck der Schwalben nichts aus. So erhielt Frau Niederauer vom NABU eine Urkunde und eine Plakette zu der Aktion „Schwalben willkommen“ für ihr Engagement, welches den Flugkünstlern zu Gute kommt.


Auch Familie Butty aus Nack freut sich über den Besuch der Schwalben im Sommer. Mehrere Rauchschwalbennester finden sich nicht nur im Stall neben den Pferden und trotz zwei Hunden: Auch in der Werkstatt von Ralf Butty haben die Rauchschwalben es sich direkt neben dem Eingang gemütlich gemacht. Die geschickten Untermieter fühlen sich wohl zwischen Hammer,  Nägeln und Co. Ein weiteres Vogelnest findet sich auf dem Schrank gleich daneben. Der NABU dankte auch Familie Butty für den Erhalt des Lebensraumes der Schwalben mit einer Urkunde und Plakette.


„Leider ist es lange nicht mehr selbstverständlich, dass Schwalben auf Grundstücken geduldet werden. Eine traurige Entwicklung, wenn man bedenkt, dass der Rückgang der einstigen Glücksbringer zunimmt“, bedauert Elisabeth Schröder der NABU Regionalstelle Rheinhessen-Nahe.  Der NABU wünscht sich viele weitere Auszeichnungen in der Region. Interessenten können sich bei uns, der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe unter 06731 547566 oder info@NABU-Rheinhessen.de melden.

Birds and People – Naturfilm im Kino Ingelheim

Tierfilmer Hans-Jürgen Zimmermann © birdsandpeople.de
Tierfilmer Hans-Jürgen Zimmermann © birdsandpeople.de

Ein besonderer Genuss erwartet die Freunde von Naturfilmen am Sonntag, den 1. und am Mittwoch, den 4. November im Cadillac Casablanca-Kino Ingelheim: Auf Einladung des NABU Bingen und Umgebung läuft der neue Film „Birds and People – Ganz verrückt auf Vögel“ des bekannten Naturfilmers Hans-Jürgen Zimmermann. Der Film berichtet in humorvollen und faszinierenden Geschichten und eindrucksvollen Bildern von Menschen, die sich auf sehr unterschiedliche Weise für die gefiederten Freunde einsetzen. Ob als Vogelwartin allein auf einer Insel, als Vogelstimmen-Imitator, Vogelmaler oder Vogelstimmen-Musiker, als Horstbewacher für Wanderfalken oder als Mauerseglerschützer – das Engagement ist so bunt wie die heimische Vogelwelt.


Zur Vorführung am 01.11. um 11:00 Uhr ist Tierfilmer Hans-Jürgen Zimmermann zu Gast. Nach der Vorführung berichtet er von seinen Drehtouren und beantwortet Fragen der Zuschauer. Der NABU Bingen und Umgebung informiert über Möglichkeiten des aktiven Naturschutzes in der Region. Weitere Vorführungen sind am Mittwoch, 04.11.15 um 17:30 Uhr und 20:00 Uhr (ohne Filmgespräch).


Kartenreservierung: www.kino-ingelheim.de oder 06132 8990666.

Vogelfütterung von Kernbeißern © www.birdsandpeople.de
Vogelfütterung von Kernbeißern © www.birdsandpeople.de

Kein Abfall: Herbstlaub ist Bereicherung für den Garten

Foto: Rainer Michalski
Foto: Rainer Michalski

Es ist wieder soweit: Der Herbst taucht unsere Landschaft in malerische Farben und lässt die farbenprächtigen Blätter der Bäume und Sträucher zu Boden segeln. Doch für viele Gartenbesitzer bedeutet das Laub nur ärgerliche Arbeit - dabei sind die fallenden Blätter eine Bereicherung für Tier- und Pflanzenwelt.

 

„Herbstlaub trägt zu mehr Naturnähe im Garten bei“, meint Elisabeth Schröder, Mitarbeiterin der NABU Regionalstelle Rheinhessen-Nahe. So sei Laub zusammengerecht zu einem Haufen nicht nur ein Winterquartier für den Igel, sondern schütze auch über den Boden verteilt die dort lebenden Tiere vor Frost im Winter. „Die Kleintiere im Laub sind eine wertvolle Nahrungsquelle für Vögel, Regenwürmer zersetzen die Blätter zu wertvollem Humus. Während Laub Rasenflächen schadet und von Gehwegen entfernt werden sollte, kann man es unter Bäumen und Sträuchern einfach liegen lassen“, so Schröder. Es verbessert auch  im Gemüsebeet das Nährstoffangebot im Boden und unterdrückt Unkraut. Das Laub kann dann im Frühjahr kompostiert werden, wobei sich die Blätter von Eichen und Walnussbäumen wenig dafür eignen.

Wer sein Laub entfernen will, sollte dabei unbedingt auf Laubsauger verzichten, da mit diesen der Tod für die Kleintierwelt einhergeht.


Tipps zur Gestaltung eines Naturgartens gibt es in der 44-seitigen Broschüre „Gartenlust – Für mehr Natur im Garten“. Erhältlich beim NABU Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91 in 55234 Albig, gegen 5 Briefmarken zu 62 Cent. 

"Großes Kino" am Himmel - Kraniche fliegen über Rheinhessen

Herbstzug 2010 über Mainz-Lerchenberg | Foto: M. Mallog
Herbstzug 2010 über Mainz-Lerchenberg | Foto: M. Mallog

Hoch oben am Himmel gibt es jetzt im Oktober und November einiges in Rheinhessen zu sehen: Mit trompetenden Rufenziehen die Kraniche über den Südwesten Deutschlands in ihre Überwinterungsgebiete in Frankreich, Spanien oder Nordafrika. Schätzungen gehen von bis zu 200.000 Tieren aus, die von ihren Sammelplätzen in Ostdeutschland bei guter Witterung aufbrechen. In den frühen Morgenstunden geht es los: Sie ziehen am Harz vorbei, erreichen Thüringen und überfliegen in den Nachmittags- und Abendstunden Rheinland-Pfalz mit einem Schwerpunkt in Rheinhessen und im Naheland.

 

Zwar fliegen die Vögel meistens mehrere hundert Meter hoch, doch sind sie tagsüber gut zu entdecken. Kraniche bilden nämlich im Flug eine weithin erkennbare V-förmige Formation mit kräftigen, erfahrenen Tieren an der Spitze. Die Keilform reduziert den Luftwiderstand für die hinteren Vögel und ermöglicht eine bessere Kommunikation untereinander. Bei konstanten Flugbedingungen können die Tiere ohne Halt bis nach Südeuropa fliegen. Manchmal legen sie jedoch Pausen am Boden ein. Große, regelmäßig genutzte Rastplätze wie in Ostdeutschland gibt es hierzulande aber nicht. 

Kraniche im Flug | Foto: Klemens Karkow
Kraniche im Flug | Foto: Klemens Karkow

Wenn es dunkel wird, sind Kraniche trotz ihrer immensen Flügelspannweite von über zwei Metern kaum zu erkennen. Dann heißt es die Ohren spitzen! Denn Kraniche kommunizieren mit einem trompetenartigen Ruf, der weithin zu hören ist. Ihr Ruf ist auch ein sicheres Zeichen, um sie etwa von Wildgänsen zu unterscheiden, die ein ähnliches Zugverhalten aufweisen und ebenfalls in Keilformation fliegen. Ein weiterer Unterschied liegt darin, dass bei Kranichen die Beine im Flug über die Schwanzfedern hinausragen.



 

Neben dem typischen Flug in V-Formation zeigen ziehende Kraniche immer wieder ein weiteres auffälliges Verhalten, das bei vielen Beobachtern Verwunderung auslöst. Scheinbar grundlos lösen sich die geordneten Keile auf und die Vögel beginnen zu kreisen, als ob sie die Orientierung verloren hätten. Auslöser dafür sind jedoch in den wenigsten Fällen Störungen. Vielmehr nutzen Kraniche aufsteigende warme Luftmassen, etwa über von der Sonne erwärmten Landflächen oder größeren Ortschaften, um sich nach oben tragen zu lassen, wo Höhenwinde ihre Reise beschleunigen. Auch schließen sich kleinere Formationen gerne zu und mit größeren zusammen. In solchen Fällen wird dann an markanten Punkten auf dem Zugweg auf Nachzügler gewartet. Kranichzug ist eben ein soziales Event.

Igel in Not? NABU gibt Ratschläge

Bild: Hubertus Schwarzentaub
Bild: Hubertus Schwarzentaub

Igel sind nachtaktiv, im besten Fall bekommt man sie am Tag nicht zu Gesicht. Sieht man dennoch einen, heißt das aber nicht unbedingt, dass er Hilfe braucht. Igelmütter mit Jungen etwa müssen auch tagsüber Futter suchen. Irrt jedoch ein kleiner Igel tagsüber außerhalb des Nestes herum, kann Hilfe nötig sein. Der NABU empfiehlt dennoch, das Tier zunächst für einige Stunden zu beobachten. Kehrt die Mutter in dieser Zeit von der Futtersuche zurück, ist das Problem optimal gelöst.

Andernfalls ist der Gang zum Tierarzt nötig. Auch kranke Igel suchen am Tag Futter. Ihr Gang ist unsicher, sie sind apathisch und rollen sich nicht ein, die Augen sind eingefallen. Ebenso wie verletzte Igel und solche, die längere Zeit ohne Futter und Wasser etwa in einem Kellerschacht gefangen waren, benötigen Sie dringend tierärztliche Hilfe.
Igel sind Wildtiere. Auch wenn sie schwer genug sind und selbstständig fressen, sollten sie nicht im Haus überwintert werden, wo es zu warm für den Winterschlaf ist. Wenn sie in milden Wintern den Winterschlaf aufschieben, brauchen sie viel Bewegung und die Möglichkeit zur Futtersuche. Die beste Igelhilfe ist laut NABU jedoch ein naturnaher Garten mit vielen Möglichkeiten zum Verstecken und Futter suchen.


Geballte Informationen rund um die sympathischen Stachelträger enthält die NABU-Broschüre "Der Igel - Pflegefall oder Outdoor-Profi?". Gegen Einsendung von 4 Briefmarken zu 62 Cent kann sie bestellt werden beim NABU Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91, 55234 Albig.

Ran an die Werkbank - NABU ruft zum Bau von Nistkästen auf

Blaumeise füttert ihr Junges am Nistkasten | Foto: Rita Priemer
Blaumeise füttert ihr Junges am Nistkasten | Foto: Rita Priemer

Nistkästen sind seit Jahrhunderten Garanten für die Bruten vieler Singvögel. Nicht nur Höhlenbrüter wie Kohl-, Blau-, Sumpf- und Tannenmeise, Feld- und Haussperling, Star, Trauerschnäpper und Zaunkönig, sondern auch Halbhöhlenbrüter wie Grauschnäpper oder Hausrotschwanz schätzen die zusätzlichen Nistplätze. „Nistkästen sind ein wichtiger Beitrag zum aktiven Naturschutz“, meint Elisabeth Schröder von der NABU Regionalstelle Rheinhessen-Nahe, „doch die Möglichkeiten, Nistkästen an Bäumen, Zäunen und Gebäuden anzubringen sind bei weitem noch nicht ausgeschöpft.“


Auch im Winter haben Nistkästen eine segensreiche Funktion: In frostigen Nächten können die Gefiederten darin Schutz suchen. Zudem nutzen Gartenschläfer, Waldmäuse und Schmetterlinge sie gerne zur Überwinterung.


Der NABU ruft dazu auf, schon jetzt Nistkästen zu bauen und aufzuhängen,
damit diese über den Winter „auswittern“ können. Eine ausführliche Bauplansammlung zu Nisthilfen für Vögel, Fledermäuse, Igel und Insekten kann gegen Einsendung von 5 Briefmarken à 62 Cent bestellt werden bei der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91, 55234 Albig.

Zweite Schleiereulenbrut in Gumbsheim

Junge Schleiereulen | Foto: Ernst Wolfs
Junge Schleiereulen | Foto: Ernst Wolfs

Eine erfreuliche Nachricht bringt Ernst Wolfs vom NABU, Vogelberinger im Auftrag der Vogelwarte Radolfzell: Der Turm der Gumbsheimer Kirche beherbergt zur Zeit eine zweite Schleiereulenbrut. Am 10. September waren bereits 8 der 10 gelegten Eier geschlüpft.


"Schleiereulen legen jeweils zwei Eier in einem Abstand von zwei Tagen", erklärt Wolfs. "Daher schlüpfen die Schleiereulen auch zu unterschiedlichen Zeiten." Die zuletzt geschlüpften Jungen seien 1 - 2 Tage alt und noch winzig klein gewesen. Sie sind im Vordergrund des Bildes zu sehen, während man die ältesten Jungtiere im Hintergrund sitzen sieht. Diese seien schon mindestens 14 Tage alt. Die kleinsten Jungen im Vordergrund haben sich zu einer sogenannten Wärmepyramide zusammengekuschelt, um einen Wärmeverlust gering zu halten.


Die erste Schleiereulenbrut im Gumbsheimer Kirchturm machte bereits Hoffnung auf eine Bestandserholung. Der damalige Artikel kann hier nachgelesen werden. Wer mehr über Schleiereulen wissen möchte, kann sich unter 06731 547566 oder info@NABU-Rheinhessen.de an die NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe wenden.

Zahlreiche Gottesanbeterin-Meldungen in Rheinhessen-Nahe und Umgebung

Foto: Kristin Schüler
Foto: Kristin Schüler
Drohende Gottesanbeterin | Foto: Corinna Goodliff
Drohende Gottesanbeterin | Foto: Corinna Goodliff

Zahlreiche Antworten auf unseren Presseaufruf zur Meldung von Funden der Europäischen Gottesanbeterin (Mantis religiosa) erreichten uns in der letzten Woche aus Rheinhessen. So berichtet Herr Riede aus Gundersheim, dass sich die Gottesanbeterin von einer anpirschenden Katze bedroht fühlte und diese mit ihrem Zischen in die Flucht schlug. Auch Frau Goodliff aus Jakobsweiler machte Bekanntschaft mit den Drohungen der Gottesanbeterin, entstanden sind Bild und Video (zu sehen weiter unten) der beeindruckenden Szene. Frau Schüler aus Wöllstein konnte ebenfalls Bilder einer grünen Gottesanbeterin schießen und außerdem beobachten, wie das Tier im Hibiskusstrauch eine Wespe verspeiste. Die Orte aller weiteren Meldungen können in der Karte abgelesen werden.

Oothek der Gottesanbeterin | Foto: Mathias Kunz
Oothek der Gottesanbeterin | Foto: Mathias Kunz


Einen weiteren interessanten Fund machte Herr Kunz bereits 2014 in Alzey: An der Hauswand fand er ein Eigelege (Oothek) der Gottesanbeterin. Diese Ootheken sind recht auffällig und können so groß wie ein Tischtennisball werden. Oft werden sie an Bruchsteinmauern oder auf der Unterseite von Steinen angeheftet. Zurzeit sind die Gottesanbeterinnen-Weibchen mit der Eiablage beschäftigt - da lohnt sich ein genauer Blick! Weitere Meldungen von Eigelege oder dem Tier selbst sind uns weiterhin willkommen und werden nachträglich in die Karte eingetragen. Unser Dank gilt allen, die an der Aktion teilgenommen haben!

Das Unhörbare hörbar gemacht - Batnight 2015 beim NABU Rhein-Selz

Dr. Jürgen Fuchs führt die Teilnehmer in die Welt der Fledermäuse ein | Foto: Marianne Bopp
Dr. Jürgen Fuchs führt die Teilnehmer in die Welt der Fledermäuse ein | Foto: Marianne Bopp

Das Interesse an den nächtlichen Flugkünstlern ist auch in diesem Jahr sehr groß – so konnten Exkursionsleiter Marianne Bopp und Dr. Jürgen Fuchs vom NABU Rhein-Selz am Abend des 29.08. zahlreiche gespannte Teilnehmer zur Fledermausnacht begrüßen. Das Ziel der Exkursion, der Michelröder See, sollte sich auch in diesem Jahr als hervorragender Beobachtungsort erweisen. Vollmond und ideale Wetterbedingungen steigerten bei Groß und Klein die Erwartung, die Tiere beim nächtlichen Treiben beobachten zu können.

Zunächst führten die Exkursionsleiter die gebannten Zuhörer in das Leben der Fledermäuse ein. Besonders interessant ist das Echolot-System der Tiere: Mit Rufen im Ultraschall-Bereich und deren Echos können Fledermäuse ihre Umgebung genau scannen und Lage, Größe und Art der Beutetiere feststellen. Somit „sehen“ Fledermäuse mit ihren Ohren während die Augen, nur ein geringes Auflösungsvermögen aufweisen. Während Fledermäuse ihre Ortungslaute im normalen Flug in recht gleichmäßiger Folge ausstoßen, werden die Rufe kurz vor dem Fang eines Beuteinsektes immer schneller. Macht man die Rufe mit einem speziellen Ultraschall-Detektor hörbar, so klingt dieser sogenannte „final buzz“ wie ein Tischtennisball, der auf eine Platte fällt und in immer kürzer werdenden Abständen wieder aufspringt. Anhand der Frequenzbereiche ihrer Rufe lassen sich mit diesen Geräten einige Fledermausarten identifizieren.

Gleich zu Anfang war das Fledermausaufkommen an diesem Abend außergewöhnlich hoch. Besonders die Kinder hatten Spaß dabei, eigenständig mit den Detektoren Fledermäuse aufzuspüren. So konnten sie besonders oft den Ruf der Mückenfledermaus hören, welche erst vor wenigen Jahren als eigene Art anerkannt wurde.

Wasserfledermaus mit Nisthöhle | Foto: E. Menz
Wasserfledermaus mit Nisthöhle | Foto: E. Menz

Besonderer Fund: Gottesanbeterin in Wendelsheim – NABU bittet um weitere Meldungen

Männliche Europäische Gottesanbeterin | Foto: Dr. Jürgen Leuck
Männliche Europäische Gottesanbeterin | Foto: Dr. Jürgen Leuck

Einen außergewöhnlichen Fund machte Dr. Jürgen Leuck aus Wendelsheim: Im Swimming-Pool entdeckte er am letzten Donnerstag ein ungewöhnlich großes, hellgrünes Insekt, das sich bei näherer Betrachtung als Europäische Gottesanbeterin entpuppte. Er schickte ein Bild an Rainer Michalski von der NABU-Regionalstelle in Albig, der sich mit Experten in Verbindung setzte und die Bestimmung so bestätigten konnte. Der Naturschützer erklärt: "Da viele Arten der Gottesanbeterinnen gerne in Terrarien gehalten werden, entpuppen sich manche Meldungen als entflohene Exoten. Auch große Heuschreckenarten wie das Grüne Heupferd werden mit Gottesanbeterinnen verwechselt. Man muss schon genau hinschauen, um die seltene heimische Art sicher zu identifizieren."


Die Europäische Gottesanbeterin kam bis vor einigen Jahren nur noch an wenigen Stellen in Deutschland regelmäßig vor, etwa am Kaiserstuhl oder in der Südpfalz. Doch nun breitet sich die wärmebedürftige Art mit Verbreitungszentrum im Mittelmeerraum im Zuge des Klimawandels wieder nach Norden aus. Aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert gibt es einzelne Belege aus Rheinhessen und dem Nahegebiet, doch ist sie bei uns schon lange nicht mehr gesichtet worden.
Das zu den mit den Schaben verwandten Fangschrecken gehörende Tier ist ein geschickter Insektenjäger. Seine Vorderbeine sind zu dornenbewehrten Fangbeinen umgebildet, mit denen es Beute blitzschnell sogar aus der Luft greifen kann. In Ruhestellung erinnern diese an betende menschliche Hände, was den Namen erklärt. Durch ihre hellgrüne bis bräunliche Färbung ist die bis zu 7,5 cm lange Europäische Gottesanbeterin in der Vegetation kaum zu entdecken. Meist sitzt sie still und wartet einfach, bis sich ein passendes Insekt in die Nähe wagt. Dank ihres sehr beweglichen Kopfes mit den weit auseinander stehenden Augen hat sie dabei alles im Blick. Bei Gefahr zeigt sie die dem Gegner die beiden weißen, schwarz umrandeten Augenflecken auf den Innenseiten ihrer Vorderschenkel und stößt zischende Laute aus. So kann sie manchen Feind in die Flucht schlagen und wirkt auch auf Menschen beeindruckend, auch wenn sie für uns ungefährlich ist.

Der NABU ruft die Bevölkerung zur Mithilfe auf, um weitere Daten zur Verbreitung der Gottesanbeterin in Rheinhessen und dem Naheland zu erhalten. Rainer Michalski: "Aufgrund der guten Tarnung ist sie leicht zu übersehen. Doch manchmal hilft ja der Zufall. Bis in den Oktober sind Beobachtungen möglich. Haben Sie in diesem Sommer in unserer Region eine Gottesanbeterin gesehen oder sogar fotografiert? Dann melden Sie sich bei uns unter 06731 547566 oder info@NABU-Rheinhessen.de."

Fledermäuse live erleben – die European Batnight in Rheinhessen-Nahe

Zwerfledermaus bei der Jagd (Bild: Francois Schwab)
Zwerfledermaus bei der Jagd (Bild: Francois Schwab)

Immer wieder Ende August findet in ganz Europa die European Batnight statt. Zahlreiche Veranstaltungen rund um die Fledermaus informieren über die nachtaktiven Insektenfresser. In Deutschland werden sie durch den Naturschutzbund (NABU) organisiert. Veranstaltungen im Rahmen der Batnight sind eine gute Gelegenheit, um mehr über die spannenden Tiere zu erfahren, die häufig unerkannt mit uns zusammen leben.

 

Fledermäuse sind auf unsere Rücksichtnahme angewiesen, denn viele Arten suchen ihre Sommer- und Winterquartiere gerne in und an Gebäuden. Notwendige Sanierungen können dann ganz dramatisch für die Tiere werden. Verständnis ist nötig, denn Fledermäuse gehören zu den gefährdeten Arten und stehen nicht umsonst unter strengem Schutz. Die NABU-Exkursionen bieten eine gute Gelegenheit, Fledermäuse „live“ zu erleben.

Besonders faszinierend ist die Orientierung der Tiere im Dunkeln der Nacht. Fledermäuse stoßen Ultraschallrufe aus, die von der Umgebung und der Insektenbeute zurückgeworfen werden. Aus den Echos entsteht im Gehirn der Tiere ein akustisches Bild der Umgebung. Hören kann man diese Rufe nur mit Ultraschalldetektoren. Für Teilnehmer unserer Exkursionen ist es immer wieder verblüffend, wie unterschiedlich sich die einzelnen Fledermausarten anhören. Besonders Kinder haben viele Fragen, die von den Exkursionsleitern fachkundig beantwortet werden.

 

Gerade für Kinder, und natürlich ihre Eltern, bietet der NABU in Rheinhessen und im Nahegebiet mehrere Exkursionen und Vorträge rund um die Fledermaus an:

 

 

Samstag, 29. August 20:00 – 22:00 Uhr
European Batnight in Bingen mit Kinderprogramm
Treffpunkt: NABU-Naturschutzzentrum Rheinauen
Info: 06721 14367, kontakt@NABU-Rheinauen.de, www.NABU-Rheinauen.de

Samstag, 29. August 20:00 Uhr
European Batnight in Oppenheim
Treffpunkt: Polizeistation Oppenheim (20:00 Uhr) oder Sportplatz Ludwigshöhe (20:30 Uhr)
Teilnahmebeitrag: 2 Euro für Nicht-Mitglieder, Kinder frei.
Info & Leitung: Marianne Bopp, 06138 8679 (Mo-Fr ab 18:30 Uhr), www.NABU-Rhein-Selz.de

Montag, 31. August 20:00 Uhr

Fledermäuse im Freilichtmuseum
Treffpunkt: Eingang Freilichtmuseum Bad Sobernheim
Teilnahmegebühr: 1 Euro pro Person
Info & Leitung: Beate Thome, 0151 21777406

Samstag, 12. September 16:00 Uhr
Fledermausexkursion am Mühlberg bei Oberwiesen
Treffpunkt: Forsthaus Vorholz
Teilnahmebeitrag: Erwachsene 2 Euro, Kinder frei
Info: 06731 547566, www.NABU-Alzey.de

Samstag, 12. September 19.00 – 21:30 Uhr
Fledermausexkursion im Lennebergwald
Treffpunkt: Gasthaus „Rheingoldruhe“ zwischen Budenheim und Heidesheim
Teilnahmebeitrag: 4 Euro, Kinder 1 Euro
Info & Anmeldung: Forstrevier Lenneberg, 06139 370, www.NABU-Mainz.de

Wer mehr über die fliegenden Säugetiere erfahren möchte, für den ist die 40seitige, bebilderte Broschüre „Fledermäuse – Flugkünstler der Nacht“ genau das Richtige. Sie kann bei Zusendung von 5 Briefmarken à 62 Cent bestellt werden bei:

NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91, 55234 Albig.

Fledermäuse sind in der BBS Wirtschaft willkommen – NABU zeichnet Berufsschule aus

Das Foto zeigt von links nach rechts: Lehrerin Sandra Schubert, Hausmeister Erik Thomas, Schulsozialarbeiterin Susanne Mohn in Imkerausrüstung, Schulleiter Prof. Dr. Hans-Joachim Bechtoldt, Cosima Lindemann (NABU), Rainer Michalski (NABU) und Ernst Wolfs
Das Foto zeigt von links nach rechts: Lehrerin Sandra Schubert, Hausmeister Erik Thomas, Schulsozialarbeiterin Susanne Mohn in Imkerausrüstung, Schulleiter Prof. Dr. Hans-Joachim Bechtoldt, Cosima Lindemann (NABU), Rainer Michalski (NABU) und Ernst Wolfs

Fünf großformatige Nistkästen für Fledermausweibchen mit ihren Jungen werden in den nächsten Tagen an der Berufsbildenden Schule Wirtschaft Bad Kreuznach aufgehängt. Hinzu kommen sechs kleine Kästen, die von Fledermausmännchen genutzt werden. So entsteht das wohl größte künstliche Fledermaus-Sommerquartier im Stadtgebiet. Für dieses Engagement wurde die Schule nun durch Cosima Lindemann vom NABU Rheinland-Pfalz im Rahmen der Aktion „Fledermäuse willkommen“ mit einer Urkunde und einer werbewirksamen Plakette zur Anbringung am Gebäude ausgezeichnet. „Fledermäuse brauchen solche vorbildlichen Projekte, denn bedrohte Arten wie die Zwergfledermaus sind auf Quartiere an Gebäuden angewiesen. Sie zahlen Miete durch Vertilgung von 3000 Stechmücken pro Tier und Nacht“, betont Lindemann. Angestoßen wurde die Naturschutzmaßnahme von Schulleiter Prof. Dr. Hans-Joachim Bechtoldt, der schon vor Jahren Kästen für die nächtlichen Insektenjäger aufhängen ließ. Zusätzlich werden auf dem Schulgelände Blumenwiesen angelegt. Ein Nistkasten für Turmfalken wird auf dem Dach installiert. Ein Bienenvolk von Schulsozialarbeiterin Susanne Mohn rundet das Ganze ab. Vorangetrieben von Lehrerin Sandra Schubert und Hausmeister Erik Thomas, der die Fledermauskästen baute, kam das Projekt schnell voran. Beratend standen Ernst Wolfs und Rainer Michalski vom NABU Bad Kreuznach zur Seite.

Zahlreiche Walker-Meldungen!

Zwei männliche Walker, wie an den langen Fühlern zu erkennen ist (Bild links von Marianne Nanz aus Guntersblum, Bild rechts von Kerstin Wagner aus Gonsenheim).
Zwei männliche Walker, wie an den langen Fühlern zu erkennen ist (Bild links von Marianne Nanz aus Guntersblum, Bild rechts von Kerstin Wagner aus Gonsenheim).

Nach unserem Presseaufruf zur Meldung von Beobachtungen des Walkers (Polyphylla fullo) gingen zahlreiche Meldungen aus Rheinhessen ein. So schickte Frau Nanz aus Guntersblum das Bild eines nächtlichen Fundes unter einer Straßenlampe, das sie schon 2007 machte. Frau Wagner aus Gonsenheim fotografierte den eindrucksvollen Käfer direkt vor ihrer Haustür. Herr Schwarz aus Gau-Algesheim entdeckte einen Walker beim Blumen gießen im Balkonkasten und war wie Frau Kleefeld aus Finthen, Frau Raab aus Mombach oder Frau Diesbach aus Eppelsheim beeindruckt von den lauten Geräuschen, welche die Tiere bei Störung von sich geben. Doch nicht nur aus Rheinhessen wurden Beobachtungen gemeldet. Dank der weiten Verbreitung der Allgemeinen Zeitung erhielten wir auch Meldungen aus Hessen, etwa aus der JVA Darmstadt-Eberstadt.
Alle Beobachtungen, die sich eindeutig als Walker bestätigen ließen, wurden in unsere Datenbank unter www.Natugucker-RLP.de aufgenommen und sollen in einer wissenschaft-lichen Fachzeitschrift veröffentlicht werden. Unser Dank gilt dafür dem Käferspezialisten Dr. Manfred Niehuis von der Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz (GNOR e.V.). Durch die Meldeaktion wurden neue Erkenntnisse über die Verbreitung der seltenen Art gewonnen. Weitere Meldungen zu dieser und vielen weiteren Arten sind uns willkommen. Wir danken allen, die sich an der Aktion beteiligt haben!

Besonderer Fund in Albig – NABU sucht den zirpenden Walker

Weiblicher Walker (Polyphylla fullo), gefunden in Albig (Foto: R. Michalski, NABU)
Weiblicher Walker (Polyphylla fullo), gefunden in Albig (Foto: R. Michalski, NABU)

Da staunte Karl-Heinz Leonhard nicht schlecht, als er am Haus seiner Mutter in Albig einen außergewöhnlich großen Käfer sitzen sah. "Er war gut 3,5 cm lang und auffällig gelblich gefleckt. Bei Berührung gab er zirpende Laute von sich", berichtet der Naturfreund. Über das Internet konnte er das auffällige Tier als einen weiblichen Walker oder Türkischen Maikäfer identifizieren. Seinen Fund meldete er Rainer Michalski von der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe in Albig, der die Bestimmung bestätigte.
"Walker sieht man nur sehr selten, sie sind nicht umsonst streng geschützt. Der Fund in Albig ist ungewöhnlich, denn der übliche Lebensraum der Art sind Kiefernbestände auf Sandboden, wie etwa bei Ingelheim", erklärt Michalski. Walker seien trotz ihrer Größe nur schwer zu beobachten. Die Käfer flögen an warmen Abenden von Juni bis August von der Dämmerung bis in die Nacht. Sie hielten sich meist in den Baumkronen auf, wo sie Kiefernnadeln fressen und sich paaren. Zur Eiablage würden sich die Weibchen in den Boden eingraben. Dort finde auch die Entwicklung von der Larve bis zum fertigen Insekt statt, die drei bis vier Jahre dauere. Die bis acht Zentimeter langen Larven ernährten sich überwiegend von Graswurzeln.


Der NABU ruft die Bevölkerung zur Mithilfe auf, um Daten zur Verbreitung des Walkers in Rheinhessen zu bekomen. Rainer Michalski: "Aufgrund der Lebensweise wurden viele Vorkommen der Art bisher übersehen. Haben Sie in diesem Sommer einen Walker gesehen? Dann melden Sie sich bei uns unter 06731 547566 oder info@NABU-Rheinhessen.de."

Bitte nicht stören! Schleiereulen brüten in Gumbsheim

Vier junge Schleiereulen aus Gumbsheim (Foto: Ernst Wolfs, NABU)
Vier junge Schleiereulen aus Gumbsheim (Foto: Ernst Wolfs, NABU)

Endlich wieder eine Schleiereulenbrut in der Region! Ernst Wolfs vom NABU, Vogelberinger im Auftrag der Vogelwarte Radolfzell, berichtet: "In den Jahren 2013 und 2014 war von den vielen mir bekannten Schleiereulen- Brutplätzen nicht einer besetzt. Wahrscheinlich haben die kurzen, aber heftigen Kälteperioden im Winter die Population sehr dezimiert.
Hauptnahrung der Schleiereulen sind bekanntlich Mäuse. Wenn die sich wegen Kälte oder Schneelage in ihre Bauten verkriechen, geht es den Eulen schlecht und sie verhungern." 

 

Um so erfreulicher, dass es nun wieder Hoffnung auf eine Bestandserholung gibt. Sieben junge Schleiereulen wachsen im Turm der Gumbsheimer Kirche heran. Die jungen Eulen auf dem Bild sind etwa fünf Wochen alt. Der arttypische Gesichtsschleier ist schon gut erkennbar. Bis zum Ausflug wird es nicht mehr lange dauern, doch ist eine weitere Brut möglich. Störungen sollten daher möglichst unterbleiben. Bleibt zu hoffen, dass die jungen Eulen und ihre Eltern den kommenden Winter überstehen! 

 

Wer mehr über Schleiereulen wissen möchte, kann sich unter 06731 547566 oder info@NABU-Rheinhessen.de an die NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe wenden.

Schwalben willkommen - trotz neuem Anstrich

links: Frau Drescher mit Rainer Michalski. Rechts: Christian Henkes mit Herrn Wolff-Becker.
links: Frau Drescher mit Rainer Michalski. Rechts: Christian Henkes mit Herrn Wolff-Becker.

Bei Familie Drescher in Freimersheim sind Schwalben willkommen – und das, obwohl sie sich direkt nach dem Neuanstrich ihres Hauses in der Pfeffergasse dort angesiedelt haben. Frau Drescher sieht das gelassen: "Wir haben zwei besetzte Mehlschwalbennester und freuen uns, dass die Vögel gerade unser Haus ausgewählt haben. Das Bisschen Dreck ist schnell beseitigt." Auch zwei Hausrotschwanz-Pärchen nutzen das Anwesen für die Aufzucht ihrer Jungen und sorgen für zusätzliches Leben. Taubenschwänzchen und andere Falter umschwirren den Sommerflieder im Innenhof.

 

Auch bei der Familie Wolff-Becker in Ober-Flörsheim haben Schwalben ein Zuhause gefunden. Hier nisten Rauchschwalben in einem ehemaligen Pferdestall. Eine untergelegte Pappe fängt den Kot auf. "So einfach kann das gehen", sagt Herr Wolff-Becker dazu. Nun wurden die Dreschers und die Wolff-Beckers für ihr vorbildliches Engagement vom NABU mit Urkunde und Plakette zur Aktion “Schwalben willkommen” ausgezeichnet. Eine weitere Auszeichnung erhielt Knut Domke, ebenfalls aus Freimersheim. Sie wurde von Frau Drescher stellvertretend für den verreisten Nachbarn entgegengenommen.

 

"Es ist immer wieder schön zu sehen, dass es noch Leute gibt, die Mehl- oder Rauchschwalben an ihrem Haus Nistplätze gönnen. Denn die geschickten Insektenjäger finden immer weniger passenden Wohnraum, was mit für den Rückgang der einst häufigen Vögel verantwortlich ist", erklärt Rainer Michalski von der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe und wünscht sich noch viele weitere Auszeichnungen in der Region. Interessenten melden sich bei der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe unter 06731 547566 oder info@NABU-Rheinhessen.de.

Bei Vogeltränken auf Hygiene achten! - Gefahr für Grünfink und Co

Badende Feldsperlinge (Foto: Olaf Rambow, NABU)
Badende Feldsperlinge (Foto: Olaf Rambow, NABU)

Die heißen Temperaturen verlocken nicht nur uns Menschen zum Baden, auch für Vögel ist so eine Abkühlung ein Genuss. Doch Vorsicht ist geboten: "Besonders an den von vielen Menschen angebotenen kleinen Trink- und Badestellen besteht für Vögel im Sommer die Gefahr einer tödlichen Infektion, etwa mit Trichomonaden. Vor allem Grünfinken, aber auch andere Arten, sind betroffen. Hygiene und täglicher Wasserwechsel sind daher erste Pflicht. Sollten Sie trotzdem tote Vögel vorfinden, bauen Sie die Vogeltränke sofort ab. So können Sie die Ausbreitung der Krankheit einschränken", empfiehlt Rainer Michalski von der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe.

Eine andere Möglichkeit seien Sandbadeplätze. Einige Vogelarten zögen diese Möglichkeit der Gefiederpflege einem Wasserbad vor. "An einem sonnigen Platz gräbt man eine flache Mulde und füllt sie mit trockenem Sand - fertig ist der Badeplatz. Im Umkreis von etwa drei Metern sollte der Platz frei von Büschen sein - das gibt den Vögeln Sicherheit vor anschleichenden Katzen und anderen Räubern", erklärt Michalski. Damit auch hier keine Krankheiten übertragen werden, sollte der Sand regelmäßig ausgetauscht werden.

Schwalben willkommen in Biebelnheim

Daniela Geeb mit Urkunde und Plakette
Daniela Geeb mit Urkunde und Plakette

Gleich neun besetzte Rauchschwalbennester befinden sich auf dem Anwesen von Daniela Geeb aus Biebelnheim. Die Vögel nutzen die Nebengebäude und den Pferdestall und erfreuen vor allem am Abend die Bewohner des angrenzenden Wohnhauses mit ihrem Gezwitscher. Bis zu 50 der eleganten Flieger versammeln sich im Spätsommer im Hof. Der Naturschutzbund (NABU) zeichnete Frau Geeb daher im Rahmen der Aktion “Schwalben willkommen” mit Urkunde und Plakette Haus aus. 



"Die Duldung von Schwalbennestern ist heute leider keine Selbstverständlichkeit mehr. Immer wieder werden Schwalbenfreunde von uneinsichtigen Zeitgenossen zur Entfernung der Nester aufgefordert, obwohl es verboten ist. Die Plakette soll das Haus und seine Bewohner nicht nur als Schwalbenfreunde ausweisen. Sie ist auch ein Hinweis für andere Menschen, dass so ein Dienst an der Natur durchaus wertgeschätzt wird“, erklärt Rainer Michalski von der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe. 

„Sicher – Schwalben machen Dreck. Doch ein Schwalbennest am Haus ist ein wichtiger Beitrag zum Naturschutz. Nicht zuletzt aus Mangel an Nistmöglichkeiten gehen die Bestände von Rauch- und Mehlschwalben seit Jahren zurück. Machen Sie mit und bewerben Sie sich um die Auszeichung. Schon fast 200 Haushalte in Rheinhessen sind dabei", fordert der Naturschützer abschließend auf.

Vorbildlich: Naturschutz rund ums Haus bei Familie Nies

Die NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe hat Familie Nies aus Ober-Flörsheim im Rahmen der NABU-Aktion “Schwalben willkommen” mit einer Urkunde und einer Plakette zur Anbringung am Haus ausgezeichnet. Denn auf ihrem Anwesen befinden sich zahlreiche besetzte Mehlschwalbennester. 

"Schwalbennester am Haus sieht man heutzutage immer seltener. Viel zu oft werden sie verbotenerweise entfernt. Neue Anstriche machen den Nestbau häufig unmöglich. Die früher als Glücksbringer bekannten Vögel leiden unter Wohnungsnot und brauchen Sympathiewerbung", erklärt NABU-Mitarbeiter Rainer Michalski. Familienoberhaupt Wilhelm Nies ergänzt: "Daher machen wir gerne mit. Es wichtig, für solche Projekte zum Wohl der Natur zu werben. Die Plakette wird an der Hofeinfahrt gut sichtbar befestigt."

„Sicher – Schwalben machen Dreck. Doch die Arbeit lässt sich begrenzen - durch ein Kotbrett von 30 cm Breite, einen halben Meter unter dem Nest angebracht. Jedes besetzte Schwalbennest ist ein wichtiger Beitrag zum Naturschutz. Die Schwalbenbestände in Deutschland gehen seit Jahren zurück, Machen Sie mit, bewerben Sie sich um die Auszeichung und gehen Sie mit gutem Beispiel voran! Schon fast 200 Haushalte in Rheinhessen sind dabei", fordert Michalski  auf.

Der Landwirt Wilhelm Nies geht auch in anderen Bereichen mit gutem Beispiel voran und engagiert sich auch in anderen Bereichen für die heimische Tierwelt. So hat er etwa Blühstreifen angelegt, die Bienen und Schmetterlingen Nahrung bieten. Nistplätze für die nützlichen Wildbienen bieten ein Insektenhotel und ein toter Baum, der von Holzbienen genutzt wird. Ein Spatzen-Reihenhaus ist zur Freude der Familie voll besetzt. Turmfalken brüten auf dem Dach der Maschinenhalle.

Gefahr aus dem Gartenteich - Goldfische nicht aussetzen

Zahlreiche Goldfische in freier Natur  (H. Abbel)
Zahlreiche Goldfische in freier Natur (H. Abbel)

Goldfische sind wunderschön anzusehen und werden daher gerne in Gartenteichen und Aquarien gehalten. Doch was passiert, wenn es zu viele werden? Für manchen Menschen liegt die Lösung nahe. Doch ausgesetzt in freier Natur entwickeln sich die scheinbar harmlosen Zierfische schnell zu einer ernsten Gefahr für die heimische Tierwelt. Sie vermehren sich rasant und sind bei der Nahrung nicht wählerisch. So stehen etwa Kaulquappen, Molch- und Libellenlarven auf dem Speiseplan.

„Leider müssen wir immer wieder beobachten, dass sogar neu angelegte Stillgewässer über Nacht zum Goldfischteich werden, weil vermeintliche Tierfreunde ihre überzähligen Exemplare darin aussetzen. Das mag gut gemeint sein, ist aber für darin laichende Frösche, Kröten und Molche oft das Aus“, berichtet Rainer Michalski von der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe. Gerade besonders gefährdete Arten wie Kammmolch, Knoblauchkröte und Laubfrosch seien am stärksten bedroht. Hätten sich Goldfische, aber auch andere anpassungsfähige Exoten aus dem Zoohandel erst einmal erfolgreich vermehrt sei der Plage kaum noch Herr zu werden. Selbst natürliche Feinde wie Graureiher, Eisvogel und Kormoran können die Bestände kaum mehr reduzieren. Nicht ohne Grund sei die Aussetzung gebietsfremder Arten durch die Naturschutzgesetze verboten. "Daher appellieren wir dringend an alle Teichbesitzer, ihre überzähligen Goldfische nicht in freier Natur zu entsorgen und stattdessen im Zoohandel oder bei befreundeten Teichbesitzern nach Ersatzquartieren Ausschau zu halten", rät der Naturschützer.

 

"Mehr als Gestrüpp" - wilde Hecken sind Naturoasen 

Schlehe in der Blüte (Foto: Rainer Michalski).
Schlehe in der Blüte (Foto: Rainer Michalski).

Wer sich bei Spaziergängen zurzeit an weiß blühenden Büschen erfreut, hat es in freier Natur oft mit der Schlehe zu tun. „Mit ihrem zarten Blütenflor ist diese Verwandte der Pflaumen ein Hingucker - und ein echtes Naturschutzgehölz“, erklärt Rainer Michalski von der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe.

Überwinternde Schmetterlinge, Honig- und Wildbienen finden in ihren Blüten reichlich Nektar und Pollen, 70 Schmetterlingsarten legen an den Blättern ihre Eier ab. Wegen ihrer harten Dornen wird die Schlehe auch Schwarzdorn genannt. Diese bieten den Nestern von Heckenbraunellen, Mönchsgrasmücken, Rotkehlchen und anderen Heckenbrütern einen perfekten Schutz, und ab dem ersten Frost locken die Früchte nicht nur die Vögel zum Festschmaus.

“Man kann die Schlehe also kaum genug loben und sollte Feldhecken nicht als unnützes Gestrüpp abtun. Gerade im von intensiver Landnutzung geprägten Rheinhessen haben Hecken mit Schlehen und anderen Wildgehölzen eine große Bedeutung als Rückzugsräume, vor allem für die heimische Vogelwelt“, erläutert der Naturschützer. Doch auch im eigenen Garten könne man mit der Pflanzung von Wildgehölzen und anderen heimischen Arten Akzente für die Natur setzen. 

Jetzt noch Wohnraum für Vögel schaffen 

Ein Star vor einem Nistkasten (Foto: NABU).
Ein Star vor einem Nistkasten (Foto: NABU).

Für das Anbringen von Nistkästen im Garten oder Park ist es jetzt höchste Zeit. Darauf weist der NABU hin. "Zahlreiche Vogelarten besetzen in den nächsten Wochen ihre Reviere und beginnen dann mit dem Nestbau", wie Rainer Michalski von der NABU Regionalstelle Rheinhessen-Nahe betont.„Deshalb sollte man jetzt noch an geeignete Nistkästen denken, wenn man in diesem Frühjahr eine größere Vielfalt der Gefiederten im Garten erleben möchte", sagt der Naturschützer. Damit könne man sowohl die Meisen und Stare fördern als auch die Bewohner von Halbhöhlenkästen wie Grauschnäpper und Hausrotschwanz.

Der Trauerschnäpper komme sogar erst Ende April/Anfang Mai aus seinen afrikanischen Winterquartieren zurück - für ihn kann auch noch Ende April ein Nistkasten mit einem Fluglochdurchmesser von 32 Millimetern angebracht werden. Auch solle man an Arten denken, die von Laien nicht mit Nistkästen in Verbindung gebracht würden, etwa den Kleiber oder den Gartenbaumläufer. Nistkästen seien neben dem direkten Wert für die heimische Vogelwelt "eine ausgezeichnete Möglichkeit der Naturbeobachtung, gerade auch für Kinder, die oft keine Artenkenntnis mehr haben", betont Michalski. Ein willkommener Nebeneffekt ist die Übernachtungsmöglichkeit für Gefiederte in den Nistkästen in den vielleicht noch kommenden eisigen Nächten.

Eine sehr große Bandbreite von Nistkästen aller Art, die mit etwas Geschick selbst gebaut werden können, findet sich in der Broschüre „Wohnen nach Maß“. Diese kann gegen Einsendung von 3 Euro in Briefmarken bei uns bestellt werden.

Neustart der NaturtrainerInnen-Ausbildung 2015 - Bewerbungen jetzt möglich

NaturtrainerInnen aktiv mit Kindern (Foto: NSZ Rheinauen)
NaturtrainerInnen aktiv mit Kindern (Foto: NSZ Rheinauen)

„Nur Lesen, ins Theater gehen und es mir gut gehen lassen. Das war mir zu wenig für meinen Ruhestand“, sagt Ursula Wilbert-Borowski, die seit 8 Jahren als Naturtrainerin in einer KiTa in Gensingen aktiv ist. Gemeinsam mit den Kindern erlebt sie einmal wöchentlich, wie sich die Natur im Wandel der Jahreszeiten wandelt, welche Tierarten rund um die KiTa zu Hause sind und wie aus dem Samen allmählich eine Sonnenblume heranwächst. Das NaturtrainerInnen-Projekt ist bundesweit einmalig. Bisher hat der NABU Rheinland-Pfalz an drei Standorten im Land über 130 Seniorinnen und Senioren im Auftrag der Landeszentrale für Umweltaufklärung ausgebildet. 

Die Interessenten werden innerhalb von 8 Workshops, einer begleiteten Praxisübungen und drei Erfahrungsaustauschen an eine ehrenamtliche Tätigkeiten in Kindertagesstätten herangeführt. „Die Ausbildung ist kostenlos und besonders für Menschen in der nachberuflichen Phase geeignet“, betont Projektleiter Robert Egeling den generationsübergreifenden Ansatz des Projektes. 

 

Ab April 2015 startet wieder eine Ausbildung zum Naturtrainer. Interessenten, die sich längerfristig ehrenamtlich engagieren möchten, können ab sofort beim NABU-Naturschutzzentrum Rheinauen, An den Rheinwiesen 5, 55411 Bingen, Tel. 06721-14367 oder kontakt@NABU-Rheinauen.de melden.

 

Infos: www.NABU-Naturtrainer.de. 

 

Der Kranichzug steht bevor - NABU bittet um Fotos

Kraniche im Flug (T. Munk / NABU)
Kraniche im Flug (T. Munk / NABU)

Der Herbst hat begonnen und das bunte Laub der Reben verwandelt Rheinhessen in ein buntes Farbenmeer. Auch hoch oben am Himmel gibt es jetzt im Oktober und November einiges zu sehen. Mit trompetenden Rufen ziehen die Kraniche  über den Südwesten Deutschlands in ihre Überwinterungsgebiete in Frankreich, Spanien oder Nordafrika.

 

Schätzungen gehen von bis zu 200.000 Tieren aus, die von ihren Sammelplätzen in Ostdeutschland bei guter Witterung aufbrechen. In den frühen Morgenstunden geht es los: Sie ziehen am Harz vorbei, erreichen Thüringen und überfliegen in den Nachmittags- und Abendstunden Rheinland-Pfalz mit einem Schwerpunkt in Rheinhessen und im Naheland.

Zwar fliegen die Vögel meistens mehrere hundert Meter hoch, doch sind sie tagsüber gut zu entdecken. Kraniche bilden nämlich im Flug eine weithin erkennbare V-förmige Formation mit kräftigen, erfahrenen Tieren an der Spitze. Die Keilform reduziert den Luftwiderstand für die hinteren Vögel und ermöglicht eine bessere Kommunikation untereinander. Bei konstanten Flugbedingungen können die Tiere ohne Halt bis nach Südeuropa fliegen. Manchmal legen sie jedoch Pausen am Boden ein. Große, regelmäßig genutzte Rastplätze wie in Ostdeutschland gibt es hierzulande aber nicht. 

 

Wenn es dunkel wird, sind Kraniche trotz ihrer immensen Flügelspannweite von über zwei Metern kaum zu erkennen. Dann heißt es die Ohren spitzen!  Denn Kraniche kommunizieren mit einem trompetenartigen Ruf, der weithin zu hören ist. Ihr Ruf ist auch ein sicheres Zeichen, um sie etwa von Wildgänsen zu unterscheiden, die ein ähnliches Zugverhalten aufweisen und ebenfalls in Keilformation fliegen. Ein weiterer Unterschied liegt darin, dass bei Kranichen die Beine im Flug über die Schwanzfedern hinausragen.

 

Schon seit Jahrhunderten beobachten die Menschen interessiert das zeitweise lautstarke Schauspiel der ziehenden Kraniche. Für die Bauern war es ein Zeichen, das Vieh wegen der bald einsetzenden Kälte von der Weide in den Stall zu holen. Heute spielen die alten Bauerregeln keine Rolle mehr, aber der Kranichzug bleibt ein eindrucksvolles Erlebnis.

 

Die NABU Regionalstelle Rheinhessen-Nahe ruft aus diesem Grund alle Bürger dazu auf, in den nächsten Tagen und Wochen nach den Kranichen Ausschau zu halten. Wer ein Foto von den schönen Tieren machen kann, kann dieses an uns schicken. Die Regionalstelle verlost unter allen Einsendern mehrere Vogelbücher.

 

Im Schatten des Wormser Doms - Landesweiter Ehrenamtstag in Worms

Ministerpräsidentin Malu Dreyer zu Besuch beim NABU-Stand
Ministerpräsidentin Malu Dreyer zu Besuch beim NABU-Stand

2014 fand der Landesweite Ehrenamtstag in Worms statt. Unzählige Vereine und Initiativen informierten über ihre Arbeit. Über 5.000 Besucher schlenderten interessiert über den Markt der Möglichkeiten, auf dem sich auch der NABU Worms gemeinsam mit der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe präsentierte.

 

Besonders die großen Info-Banner zu einem naturnahen Garten luden die Besucher zum Verweilen beim NABU ein. So kam man über Igel, Schmetterlinge oder bunte Blumenwiesen ins Gespräch miteinander. „Die Wormser halten gerne mal ein Schwätzchen“, wurden die Mitarbeiter der Regionalstelle zwar schon beim Aufbau vorgewarnt. Aber dass der Ansturm so groß sein würde, hatte niemand erwartet. Besonders am Nachmittag, als die Sonne über Rheinhessen plötzlich auftauchte, wurde der unter dem Wormser Dom gelegene Stand gut besucht.

Im Mauerwerk des Doms befinden sich mehrere historische Gerüstlöcher, die man vom Stand aus betrachteten konnte. In vielen Gesprächen konnten die NABU-Aktiven auf die Bedeutung der auf den ersten Blick unscheinbaren Löcher für den Artenschutz aufmerksam machen. Der NABU Worms sorgte bei zurückliegenden Sanierungen dafür, dass diese Löcher als Niststätten der Mauersegler und weiterer Gebäudebrüter erhalten bleiben. Zudem dienen kleine Bronzestege als Schutz vor Tauben.

 

Alles in allem war der Ehrenamtstag eine gelungene Veranstaltung, um Menschen für die Natur - und den NABU - zu interessieren. Viele Besucher aus  allen Landesteilen nahmen sich bewusst Tipps und Infos für Zuhause mit. Vielleicht sieht man sich beim nächsten Mal wieder!

Der NABU auf dem Deutschen Naturschutztag

Der NABU auf dem DNT (Foto: Henkes)
Der NABU auf dem DNT (Foto: Henkes)

„Mehr Natur in meinem Garten“, „Wildpflanzen auf dem Polderdeich“, „Bäume in der Stadt“, „Aus dem geheimen Leben der Wildbienen"…vielfältig waren die Angebote des NABU beim Begleitprogramm des Deutschen Naturschutztages 2014 in Mainz.

 

Die Fachtagung wurde begleitet durch ein zusätzliches Programm der Stadt Mainz und vieler ehrenamtlicher Initiativen, um Bürgerinnen und Bürger die Natur direkt vor der Haustür nahe zu bringen. Der NABU Mainz, die NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe und das NABU-Naturschutzzentrum Rheinauen haben gemeinsam mit Ausstellungen, Infoständen, Vorträgen und Exkursionen viel dazu beigetragen.

 

Das zentrale Informationszelt auf dem Rathausplatz wurde erfüllt von den Rufen diverser Frösche und Kröten vom Band. Diese hatten es aber schwer, gegen die Stimmen der vielen kleinen Besucher aus den Kitas und Grundschulen anzukommen. Die Mitmachausstellung „Wunderwelt am Teich“ des BBV-Projekts „Lebensader Oberrhein“ führte den Kindern durch vielfältige Aktionen das Leben in und am Wasser vor Augen. Ebenfalls im Zelt zeigte der Infostand des NABU Mainz viele seiner Projekte.

 

Besonders interessiert zeigten sich die Teilnehmer bei den vom Grün- und Umweltamt organisierten Filmen "Im Reich des Schneeleoparden" und "Die Wölfe kommen". In beiden Filmen steht die Arbeit des NABU im Mittelpunkt, gerade auch die internationale Dimension.  Der Wolfsexperte des NABU, Markus Bathen, konnte in der anschließenden Diskussion unzählige Hintergrundinformationen beisteuern. Zusätzlich informierte der NABU Mainz darüber mit einem Infostand. Für uns in Rheinland-Pfalz bleibt da die Erkenntnis  - "Der Wolf wird kommen!"

 

"Hauszwerge" gegen die Schnakenplage - Fledermäuse als nützliche Mitbewohner

Zwergfledermaus im Flug (F. Schwab)
Zwergfledermaus im Flug (F. Schwab)

Ein warmer Sommerabend in Rheinhessen. Im Garten lässt man mit einem Glas Wein den Tag ausklingen und schaut versonnen in den dämmrigen Himmel. Auf einmal huscht etwas in schnellem Zickzack-Flug vorbei. Eine Fledermaus! Wenig später ist sie wieder da, dreht lautlos ihre Runde um Bäume und Sträucher und verschwindet in der einbrechenden Dunkelheit. 

„Von solchen Begegnungen wird uns oft berichtet. Häufig handelt es sich dabei um Zwergfledermäuse“, erzählt Rainer Michalski von der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe. "Wird so ein Tier am Tag per Zufall entdeckt, denken viele Leute, sie hätten es mit einem Jungen zu tun. Doch auch als Erwachsene passen sie mit gefalteten Flügeln bequem in eine Streichholzschachtel. Ihre Babys sind nicht größer als ein Gummibärchen."

 

Zwergfledermäuse haben ihre Quartiere oft an oder in Gebäuden, also in unserer direkten Nachbarschaft. Entgegen der landläufigen Meinung, dass Fledermäuse frei auf den Dachböden alter Scheunen hängen, hocken sie, von den menschlichen Hausbewohnern unbemerkt, lieber in engen Spalten, etwa hinter Fassadenverkleidungen. 

"Gebäudeschäden gibt es in der Regel nicht, denn Fledermäuse knabbern keine Kabel an und erweitern ihr Quartier nicht. Mit Mäusen und ähnlichen Plagen der häuslichen Idylle sind die fliegenden Säugetiere nicht verwandt. Sollte Kot anfallen, können die trockenen Krümel ohne weitere Behandlung als wertvoller Dünger im Garten verwendet werden", erklärt Michalski und verweist auf die Möglichkeit, den nützlichen Tieren mit Fledermauskästen ein Quartier zu bieten. 

 

"Eine einzelne Zwerg- oder Mückenfledermaus frisst pro Nacht Tausend und mehr kleine Insekten, häufig Stechmücken. Wer Fledermäusen durch Erhalt oder Neuanlage von Quartieren hilft, leistet also einen wichtigen Beitrag zur biologischen Schädlingsbekämpfung. Nicht umsonst sind Fledermäuse streng geschützt", so der Naturschützer abschließend.

 
Baupläne und Informationen können gegen Einsendung von zwei Briefmarken zu 60 Cent bei uns, der NABU Regionalstelle Rheinhessen-Nahe, angefordert werden.

Zwergfledermäuse in Gebäudespalte (A. Kiefer)
Zwergfledermäuse in Gebäudespalte (A. Kiefer)

Schwalben gehören einfach dazu! - NABU zeichnet Weingut Stauffer aus

Auszeichnung des Weinguts Stauffer
Auszeichnung des Weinguts Stauffer

Im Rahmen der Aktion "Schwalben willkommen“ zeichnete der NABU in der vergangenen Woche das Weingut Stauffer aus Flomborn mit einer Urkunde und einer Plakette aus. Denn im Hof des Weingutes ziehen in diesem Jahr sieben Mehlschwalbenpaare Junge groß.

„Wir hatten schon immer Schwalben am Haus, das gehört für uns einfach dazu. Schon vor 20 Jahren hat mein Vater daher künstliche Nester angebracht. Wir erwarten jedes Frühjahr gespannt die Ankunft der Schwalben. Als sie in einem Jahr ausblieben, war das traurig“, berichtet Winzer Karl Michael Stauffer.

Bei einem Arztbesuch im Nachbarort Gundersheim hatte er die Schwalben-Plakette an der Praxis entdeckt. Er bewarb sich bei der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe in Albig um die Auszeichnung, die nun zusammen mit einer weiteren Nisthilfe für Mehlschwalben überreicht wurde.

„Die Duldung von Schwalbennestern ist leider nicht mehr selbstverständlich. Obwohl es streng verboten ist, werden sie entfernt, und nicht zuletzt aus diesem Grund gehen die Bestände zurück. Daher wird das Engagement von Leuten wie den Stauffers immer wichtiger“, erklärt Regionalstellenleiter Rainer Michalski. „Sicher – Schwalben machen Dreck. Doch sollte man bei aller Ordnungsliebe auch bedenken, dass ein Schwalbennest am Haus ein Beitrag zum Naturschutz ist. Früher hat man gesagt, dass Schwalben Glück bringen. Wer weiß?“

 

Durch die Verleihung einer wetterfesten Plakette mit der Aufschrift "Schwalben willkommen" zur Anbringung am Haus will der NABU mehr Menschen für den Schutz der Schwalben gewinnen. Wer sich für die Aktion interessiert, kann sich gerne an uns oder die jeweilige NABU-Gruppe vor Ort wenden. Voraussetzung sind mindestens drei besetzte Schwalbennester am Haus oder auf dem eigenen Anwesen.

Ausgestorben oder gut versteckt? - NABU sucht den "Schereschliffer"

Blutaderzikade (Vincent Derreumaux, galerie-insecte.org)
Blutaderzikade (Vincent Derreumaux, galerie-insecte.org)

"Ssst....Sssst.....Sssst....
Srrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr!"

 

Rainer Michalski von der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe konnte kaum glauben, was er da Anfang Juli am Bahnhof Gensingen-Horrweiler hörte: "Das war eindeutig eine Singzikade. So laute Insektengesänge kannte ich bisher nur vom Urlaub am Mittelmeer. In Rheinhessen ist das etwas ganz besonderes."

HIER DIE TONAUFNAHME HERUNTERLADEN

 

Mit seinem Handy machte der Naturschützer eine Tonaufnahme. Im Austausch mit den Experten Hans-Georg Folz von der GNOR und Dr. Carsten Renker vom Naturhistorischen Museum Mainz wurde schnell klar: Es handelte sich um die sehr seltene Blutaderzikade Tibicina haematodes. Sie lebt auf Büschen und Bäumen in den wärmsten Lagen. Mit Schallmembranen erzeugen die Männchen schrille, laute Töne, um Weibchen anzulocken. Die stummen Weibchen legen ihre Eier in der Rinde von Bäumen und Sträuchern ab. Wenn die Larven schlüpfen, graben sie sich im Boden ein und leben für mehrere Jahre an Pflanzenwurzeln.

Noch vor 100 Jahren in Teilen Rheinhessens und an der unteren Nahe wohlbekannt, steht das früher von Winzern und Landwirten wegen seines charakteristischen Gesangs "Schereschliffer" (Scherenschleifer) genannte Insekt bei uns heute vielleicht kurz vor dem Aussterben. Gerade einmal zwei gesicherte Meldungen wurden in den letzten 20 Jahren in der wissenschaftlichen Fachliteratur veröffentlicht. In den Neunzigerjahren gab es Meldungen aus Planig und Zotzenheim, davor 50 Jahre nichts. Eigentlich erstaunlich für ein so auffälliges Tier, das mit bis zu 4 cm Länge zu den größten heimischen Insekten zählt.

 

"Anfang des 20. Jahrhunderts kam die Blutaderzikade noch im Raum Alzey, bei Gumbsheim, Nierstein, Oppenheim und an der unteren Nahe vor. Vielleicht ist sie dort auch heute noch vertreten", meint Michalski und bittet die Bevölkerung um Mithilfe. „Weitere Hinweise zu diesem Juwel der heimischen Fauna sind uns sehr willkommen. Haben Sie etwas Ähnliches gehört? Dann schreiben Sie uns, rufen Sie uns an oder schicken Sie eine E-Mail.“- 

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Tonaufnahme der Blutaderzikade in Gensingen
Blutaderzikade-Bhf-Gensingen-021714-Rain
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Der Kuschelturm - Eine Starthilfe für verwaiste Fledermäuse

Fledi-Kuschelturm (B. Wesche)
Fledi-Kuschelturm (B. Wesche)

Bei Naturschutzverbänden wie dem NABU häufen sich zurzeit die Anrufe, dass junge Fledermäuse, die noch nicht flugfähig sind, gefunden wurden. Die Anrufer fragen besorgt, was denn jetzt zu tun sei? 

 

„Immer wieder fallen gerade aus Spaltenquartieren an Gebäuden einzelne Fledermaus-Jungtiere heraus und finden nicht mehr zurück“, berichtet Rainer Michalski von der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe. Sei das Quartier bekannt und erreichbar, dann könne man das Jungtier vorsichtig hineinkrabbeln lassen. Schwarze, leicht zerfallende Kotkrümel auf dem Boden seien eindeutige Indizien. 

 

Aber was, wenn der Ort nicht bekannt ist? Helfen kann in solchen Fällen eine kleine Starthilfe: Der Kuschelturm! Bei Sonnenuntergang wird eine leere Flasche oder ein großes Glas mit warmem Wasser gefüllt und mit einem Deckel verschlossen. Darüber zieht man eine Wollsocke, stellt beides in eine große Glasschüssel und setzt das kälteempfindliche Jungtier vorsichtig darauf. Die Glasschüssel verhindert, dass es wegkrabbelt. Katzen sollten dann keinen Zugang haben. Ist das Findelkind noch kräftig genug zum Lautgeben, wird es in der Nacht von der Mutter abgeholt.

Bis dahin sollte das Kleine in einen gut schließenden Karton mit kleinen Luftlöchern und einem zusammengeknäulten Geschirrtuch gelegt und an einem warmen Ort aufbewahrt werden. Mit einer Pipette oder einem sauberen Pinsel können tröpfchenweise Wasser oder lauwarmer Fencheltee angeboten werden. Aber Vorsicht: „Fledermäuse ertrinken schnell, wenn Flüssigkeit die Nasenlöcher verstopft. Setzen Sie daher seitlich am Maul an, um solche Unfälle zu vermeiden“, erklärt Michalski.

 

„Eine solche ‚Familienzusammenführung‘ ist der menschlichen Pflege auf jeden Fall vorzuziehen. Wird das Jungtier aber nicht abgeholt, gehöre es sofort in die Hände von Experten. Deren Adressen finden sich unter: www. http://www.fledermausschutz-rlp.de“, so der Naturschützer abschließend.

 

Eine informative Broschüre über Fledermäuse gibt es gegen Einsendung von 4 Briefmarken zu 60 Cent bei der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91, 55234 Albig.

 

Besser sitzen lassen - Jungvögel sind selten allein

Zurzeit tschilpt und piept es überall. In Nistkästen, Bäumen und Gebüschen bettelt der Vogelnachwuchs mit zarten Stimmchen vehement um Futter. Viele Jungvögel haben das sichere Nest sogar schon verlassen. In der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe häufen sich nun die Anrufe gutwilliger Naturfreunde, die vermeintliche Vogelwaisen aufgelesen haben. Doch sind solche Findlinge wirklich verlassen?

 

Meist trügt der Schein: „Die Jungen vieler Vogelarten verlassen ihr Nest bereits, bevor ihr Gefieder vollständig ausgebildet ist und verteilen sich in der nahen Umgebung, um weniger Aufmerksamkeit zu erregen. Mit den Eltern stehen sie durch leise Rufe in Kontakt“, erklärt Regional-stellenleiter Rainer Michalski. Auch wenn die Eltern nicht in Sicht sind – sie hockten meist gut versteckt in Sichtweite und warteten nur, bis sich der menschliche Beobachter entfernt, um weiter füttern zu können. Hilfe sei hier unnötig.

 

„Lediglich wenn Gefahr im Verzug ist, sollte man eingreifen und Jungvögel an einem geschützten Platz nahe am Fundort wieder absetzen. Man könne sie dabei ohne weiteres in die Hand nehmen, denn der fremde Geruch wird von den Vogeleltern nicht wahrgenommen. Selbst nackte Vogelkinder kann man problemlos wieder in ihr Nest zurücklegen“, erklärt Michalski. 

 

Nur ganz selten seien Jungvögel tatsächlich verlassen. Erst wenn nach mehrstündiger, intensiver Beobachtung kein Zweifel besteht, dass das Junge nicht mehr von den Eltern versorgt wird, könne der Findling in Obhut genommen werden.

 

„Wer einen Jungvogel aufnimmt sollte sich darüber im Klaren sein, dass die Aufzucht zeitaufwändig ist. Hinzu kommt die Vorbereitung auf das Leben in freier Natur. Auch mit viel Engagement kann die Fürsorge der echten Vogeleltern niemals vollständig ersetzt werden. Die Handaufzucht ist immer nur die zweitbeste Lösung!“, appelliert  Michalski abschließend. Die beste Hilfe Vögel sei immer noch der Schutz durch naturnahe Gartengestaltung. Denn in so einem lebensfreundlichen Umfeld finden sie auch bei ihren ersten Ausflügen ausreichend Deckung.

Die bunte Vogelwelt! Ein Projekt des Albiger Kindergarten und der Albiger Grundschule

Das Abschlussfoto
Das Abschlussfoto

Sein Name ist Abraxas und viele Menschen halten ihn fälschlicherweise für einen Raben. Dabei ist der schwarze Vogel mit dem gelben Schnabel eine Alpendohle, die den Albiger Kindern des Kindergartens und der Grundschule in der letzten Zeit regelmäßige Besuche abstattete. Es handelt sich natürlich nicht um einen echten Vogel, sondern um die Handpuppe des NABU-Mitarbeiters Christian Theobaldt von der Regionalstelle Rheinhessen-Nahe. Gemeinsam führten sie die neugierigen Kinder mit Spiel und Spaß durch das Vogeljahr. Was fressen Vögel? Wofür brauchen sie eigentlich einen Schwanz und wohin fliegen sie im Winter? Das sind nur einige der Fragen, denen die Kinder im Rahmen des Projekts „Die bunte Vogelwelt“ auf den Grund gingen.

Jetzt zur Osterzeit sind fast alle Vögel wieder zurück in Rheinhessen, sodass die Kooperation zwischen NABU und den Kindern der Albiger Grundschule und des Albiger Kindergartens ihren Abschluss im Grünen finden konnte.  Mit farbenfrohen, selbst gebastelten Kostümen und bunt bemalten Eiern ging es auf Vogelexkursion zum nahen Sportplatz, wo Mönchsgrasmücke, Kohlmeise oder Grünfinken die Kinder mit lautem Gezwitscher begrüßten. Nachdem die Vögel in ihrem natürlichen Lebensraum einige Zeit beobachtet wurden und sich alle Fragen geklärt hatten, machten sich die jungen Exkursionsteilnehmer zum Abschluss an den Bau eines großen Vogelnestes. Es ist gar nicht so einfach, ein weiches und gleichzeitig geräumiges sowie stabiles Nest zu bauen, aber letztendlich fanden alle 25 Eier sicher darin Platz.

 

Damit verabschiedete sich Abraxas von den Kindern und dem rheinhessischen „Flachland“. Ein ereignisreiches Kindergartenjahr ist vorüber und alle hatten eine Menge Spaß. Die jungen Vogelexperten konnten einiges über die gefiederten Freunde lernen und sicher erkennen sie in Zukunft den einen oder anderen Vogel mehr in den heimischen Gärten.

Rheinland-Pfalz Ausstellung 2014 - Ein Rückblick

Stand der Regionalstelle auf der RAM
Stand der Regionalstelle auf der RAM

Auch 2014 war die Rheinland-Pfalz Ausstellung in Mainz-Hechtsheim wieder ein großer Erfolg. Über 75.000 Besucher informierten sich bei den insgesamt rund 700 Ausstellern – darunter auch der NABU Regionalstelle Rheinhessen-Nahe.

 

„Wie hoch muss ich einen Meisenkasten aufhängen?“, „Was braucht ein Igel im Garten?“ oder „Wie baue ich ein Insektenhotel?“ gehörten zu den häufigeren Fragen, die am NABU-Stand auftauchten. Tag für Tag standen deshalb engagierte Ehrenamtliche aus den örtlichen NABU-Gruppen den Besuchern mit ihrer Expertise und ihrer oft langjährigen Erfahrungen im Naturschutz zur Verfügung. Die beiden Regionalstellenmitarbeiter boten interessierten Zuhörern einen tieferen Einblick in das Leben der Wildbienen und die Vogelwelt des heimischen Gartens, während die Kinder sich nebenan am Stand des Naturschutzzentrums Rheinauen im Basteln von Fröschen oder dem Bestimmen von Tieren übten.

Selbstgebastelte Vögel der Kindergruppen Mainz und Bingen
Selbstgebastelte Vögel der Kindergruppen Mainz und Bingen

 

Ein besonderer Blickfang waren in diesem Jahr die selbstgebastelten Vögel der NAJU Kindergruppen Mainz und Bingen. Neben dem Grünspecht konnten Besucher auch Blaumeisen, Rotkehlchen oder Amseln rund um den NABU-Stand entdecken. Dazu ertönten zahlreiche Vogelstimmen über das gesamte Gelände der Gartensonderschau, welche den einen oder anderen Vogelfreund immer wieder zum Verweilen einluden. Der Vogel des Jahres 2014, der Grünspecht, erhielt seine Würdigung durch eine großflächige Plakatausstellung mit Informationen rund um den sympathischen Lachvogel.

Viele Besucher bedienten sich an den unzähligen Flyern, Büchern oder Broschüren am Stand und besonders die Bauanleitungen fanden erneut regen Anklang. Manche nutzten auch die Gelegenheit, sich direkt einen Bausatz für einen Fledermauskasten oder einen fertigen Vogelnistkasten mitzunehmen. Alles in allem leistete die Rheinland-Pfalz Ausstellung wieder einen wichtigen Beitrag für das Natur- und Umweltbewusstsein der Menschen in unserer Region.

Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr!

 

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Nistplatz für Dohlen an der Pfeddersheimer Talbrücke

Blick von unten
Blick von unten

Nistkästen an Bäume hängen bringt den NABU-Aktiven nicht mehr den erhofften Nervenkitzel. Deshalb steigen die Naturschützer immer höher hinauf. Sie bringen Nisthilfen an Trafohäuschen an und befestigen Wanderfalkenkästen am Wormser Dom oder der Dreifaltigkeitskirche. Nun schlug die „Rentnerbande“ an ganz besonderer Stelle zu: Sie brachten an der Pfeddersheimer Talbrücke in Schwindel erregender Höhe 40 Nistkästen für Dohlen an. Das war nötig geworden, weil die vom Vogel des Jahres 2012 selbst gewählten Nistplätze in den sogenannten „Übergangskonstruktionen“ der Autobahnbrücke entfernt werden mussten, da diese das Bauwerk schädigten. In den letzten Jahren hatte sich am Betonbauwerk eine rund 40 Paare umfassende Kolonie entwickelt.

Als der NABU Worms von der geplanten Maßnahme erfuhr, bot er dem zuständigen Autobahnamt nicht nur seine fachliche Unterstützung an. Die Naturschützer schlugen sogar vor, die Nistkästen zu beschaffen und auf den Pfeilern anzubringen. Das Autobahnamt nahm das Angebot dankend an und am 23. Januar 2014 war es dann so weit. Zwar ließ das Wetter leider kein rheinhessisches Toskana-Gefühl aufkommen, doch es war zumindest trocken, wenn auch nur anfangs.

Auf der Baustelle angekommen und von umher fliegenden Dohlen begrüßt, entschieden alle Beteiligten vor Ort, wo die Dohlenkästen angebracht und wie sie nach oben transportieren werden sollten. Zur Wahl standen eine lange Treppe und ein langer Weg durch das Innere der Autobahnbrücke, oder die ca. 10 kg schweren Kästen gleich an den richtigen Pfeilern mittels Seilen nach oben zu ziehen. Die Entscheidung fiel zugunsten des mühsamen Weges der Kästen über die Außenwand der Brückenpfeiler. Erst schien das Vorhaben sehr mühsam zu werden. Der Einsatz eines zweiten Klettergeschirrs erleichterte die Arbeit durch eine provisorische Hebevorrichtung jedoch sehr.Unter den wachsamen Augen von Herrn Herold, dem für Naturschutz zuständigen Mitarbeiter der Autobahnverwaltung, lief nach einer ersten Einarbeitungsphase dann alles schneller als gedacht.

 

Alle der sechs NABU-Aktiven hatten ein geradezu alpines Gefühl. Da das Hinaufklettern im Autobahnpfeiler nicht jedermanns Sache war, verblieben einige NABU-Leute am Boden und verrichteten dort wichtige Dienste. Derweil schraubten die NABU-Monteure die Kästen auf die Bodengitter. Eine wesentliche Erleichterung bei der Durchführung bedeutete jedoch viel Arbeit im Vorfeld: Dieter Kern hatte eine spezielle Konstruktion zur Befestigung entwickelt und zusammen mit Horst Pirschel und Klaus Rupprecht an allen 40 Nistkästen angeschraubt.

 

Am Ende staunten wir über unser Werk: Es war geschafft und alle Dohlenkästen befanden sich an der richtigen Stelle. Hoffentlich werden die Dohlen unsere Arbeit zu schätzen wissen.

 

Übrigens waren wir nicht nur Rentner. Zwei der Teilnehmer hatten das 60. Lebensjahr noch nicht erreicht.

 

Achtung: Viele Bilder zur Aktion gibt es auf der Website des NABU Worms und Umgebung!

Nützliche Nachtjäger unterm Dach - Fledermäuse sind bei Familie Steffen willkommen

Familie Steffen mit ihrer Plakette
Familie Steffen mit ihrer Plakette

Schon seit Jahren hat Familie Steffen aus Gundersheim ungewöhnliche Untermieter: Zwergfledermäuse haben sich über dem Südbalkon in einer schmalen Spalte zwischen Dachbalken und Wand des Hauses niedergelassen. Sommer für Sommer ziehen sie dort ihre Jungen groß. Daher wurden die Steffens nun durch Margarete Daumann und Maren Kämpfert, Fledermausbotschafterinnen vom NABU Worms und Umgebung, mit Urkunde und Plakette zur landesweiten Aktion „Fledermäuse willkommen“ ausgezeichnet.

„Als ich immer wieder trockene Kotkrümel auf dem Balkon fand, dachte ich zuerst an Mäuse. Doch dann hörte ich die leisen Geräusche aus der Spalte unter dem Dach.“, berichtet Herbert Steffen. Sohn Daniel, aktiver Naturschützer bei der BUND-Kreisgruppe Wonnegau und im NABU Worms und Umgebung, schloss nach der Beschreibung seines Vaters sofort auf Fledermäuse. Schnell war allen klar, dass die besonderen Hausgäste bleiben dürfen. „Auch unsere Enkelinnen Emilia und Laura-Marie Glaser sind von den Tieren fasziniert. Es ist ja ein tolles Erlebnis, wenn die Fledermäuse am Abend ausfliegen und ums Haus schwirren“, erzählt Herr Steffen begeistert. Die trockenen Hinterlassenschaften seien kein Problem, die könne man ohne weitere Verschmutzung einfach zusammenkehren.

Selbstverständlich ist so etwas nicht. Denn auch wenn Fledermäuse durch das Naturschutzrecht streng geschützt sind und in der Regel keine Probleme am Haus verursachen, sind sie nicht überall gerne gesehen. „Dabei sind Fledermäuse für uns Menschen sehr nützlich. Eine einzige Zwergfledermaus frisst pro Nacht bis zu 4000 kleine Mücken“, erklärt Fledermausbotschafterin Maren Kämpfert. Doch Fledermäuse leiden unter Wohnungsnot. Viele Quartiere fallen oft unbemerkt weg, wenn Häuser renoviert werden. „Das Engagement der Familie Steffen ist daher sehr wertvoll“, meint ihre Kollegin Margarete Daumann abschließend.

 

Haben Sie ein Fledermausquartier am Haus? Dann können auch Sie sich bei uns, der NABU Regionalstelle Rheinhessen-Nahe, um eine Auszeichnung bewerben. Gerne stehen die Fachleute vom NABU für eine Beratung zur Verfügung.

Trafohäuschen in Saulheim als neue Heimat für Vögel und Fledermäuse

NABU-Aktive und Vertreter des EWR
NABU-Aktive und Vertreter des EWR

Anfang des Jahres wurden in Saulheim an zwei Turmstationen, im Volksmund "Trafohäuschen" genannt, die oberirdischen Leitungen abmontiert. Eine Turmstation ging in Gemeindeeigentum über, die zweite verblieb im Eigentum der EWR Netz GmbH. Monika Hofmann-Kastl und Stefan Jung, NABU-Mitglieder aus Saulheim, sahen die Chance, die sich hieraus für die heimische Natur ergibt. Zusammen mit der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe in Albig und dem erfahrenen Vogelschützer Willi Kayser aus Wörrstadt schmiedeten sie den Plan, die beiden Gebäude am Ostring und an der Ritter-Hundt-Straße mit wenig Aufwand durch Anbringung von Nistkästen für Vögel und Fledermäuse bewohnbar zu machen.
Bürgermeister Martin Fölix und die EWR Netz GmbH gaben gerne ihr Einverständnis zum Projekt. Doch wie sollten die Kästen an den hohen Gebäuden befestigt werden? Ein Gespräch mit der EWR Netz GmbH brachte Klarheit, die Bereichsleiter Klaus Jäger und Rudolf Schöpfwinkel sagten tatkräftige Unterstützung mit einem Hubsteiger zu.

Im September wurden dann gemeinsam Nistkästen für Turmfalke, Hausrotschwanz und verschiedene Fledermausarten aufgehängt. "Ohne die Hilfe der EWR Netz GmbH wäre das nicht möglich gewesen. Vor allem für Turmfalken kann der Kasten nicht hoch genug hängen, und der große Wochenstubenkasten für Fledermäuse ist sehr schwer", berichtet Willi Kayser.


Von EWR und NABU gestaltete Schautafeln informieren nun über die tierischen Nachbarn, die sich hoffentlich bald einstellen werden. Doch nicht nur die Tierwelt, auch die Menschen in Saulheim haben von dem Projekt einen Nutzen. "Turmfalken ernähren sich von Mäusen. Eine einzige Fledermaus vertilgt pro Nacht mehrere Tausend Mücken", erklärt Kayser. Doch gerade die Gebäude bewohnenden Arten sind zunehmend auf Hilfe angewiesen, da heute viele Nistplätze bei Renovierungen verloren gehen. "Wir freuen uns daher sehr über diese gelungene Kooperation. Es wäre toll, wenn sich auch in anderen Ortschaften solche Möglichkeiten ergeben würden. Turmstationen gibt es fast überall", so der Naturschützer abschließend.

Großeinsatz für die Natur

Schüler der Klasse 3a aktiv für die Natur
Schüler der Klasse 3a aktiv für die Natur

Am letzten Wochenende wurde die Klasse 3a der Binger Grundschule an der Burg Klopp mit Helfern des NABU Bad Kreuznach in Laubenheim aktiv. Bereits um 8 Uhr traf man sich an der Schule und dann ging es endlich los, zum Scheerwald nach Laubenheim.

 

Am Gelände angekommen waren die Jungs und Mädels kaum noch zu halten. Es wurden sich große Rechen geschnappt und das Mähgut, welches am Hang lag, zusammengetragen. Transportiert wurde mit einer großen Plane, auf der es auch den Kinder Spaß machte mitzurutschen. Nach 1,5 Stunden fing es am Hang an kräftig zu knurren. Das war aber kein Problem, denn das Hungermonster wurde von Hilde Schmitt vom NABU mit ihrem Cateringmobil schnell vertrieben. Zum Schluss waren Alle glücklich und der Hang war geräumt, Biounterricht mal praktisch.

 

Dank der Hilfe der Kinder können dort im nächsten Jahr wieder Orchideen und andere botanische Raritäten sprießen. Vielen Dank sagt der NABU Bad Kreuznach im Namen der Natur!

Auftakt zur „bunten Vogelwelt“ im KiGa Albig

NABU zu Besuch im Kindergarten
NABU zu Besuch im Kindergarten

Sein Name ist Abraxas, er ist etwas schwerhörig und ganz offensichtlich davon genervt, dass ihn jeder für einen Raben hält. In Wirklichkeit ist Abraxas nämlich eine Alpendohle.
Gemeinsam mit Christian Theobaldt von der NABU Regionalstelle Rheinhessen-Nahe geht es an diesem Montagnachmittag in den Albiger Kindergarten, um das junge Publikum spielerisch in die Welt der Vögel einzuführen. Spätestens nach den ersten krächzenden Worten verwandelt sich die leblose Handpuppe am Arm des jungen Naturschützers dann in die etwas griesgrämige und trotzdem liebenswürdige Alpendohle Abraxas.

Heute soll der Frage nachgegangen werden, was einen Vogel eigentlich ausmacht. Die Kinder müssen nicht lange überlegen und zählen auf: Schnabel, Federn, Flügel, Schwanz und Krallen. Auch wofür ein Vogel die einzelnen Körperteile eigentlich brauchen ist schnell geklärt. Nur ein Körperteil bereitet etwas Probleme. „Wofür brauchen sie denn einen Schwanz?“, fragt der Regionalstellen-Mitarbeiter in die Runde. Allgemeine Ratlosigkeit, dann probiert doch noch ein Mädchen ihr Glück: „Damit man den Po nicht sieht!“
Das ist zwar nicht ganz richtig, der Schwanz wird nämlich zur Flugsteuerung benötigt, der Gedanke an sich klingt aber dennoch einleuchtend, denkt man an uns Menschen.

 

Anschließend steht das Mittagessen für Abraxas auf dem Plan. Viele Nüsse, Süßigkeiten und andere Schmackhaftigkeiten liegen auf dem Tisch verteilt. Bei Salzstengeln und Schokolade muss die Alpendohle ganz schön spucken, denn für Rabenvögel kann die Aufnahme solcher Nahrungsmittel schon in geringen Mengen gefährlich sein. Die Samen, Nüsse und kleinen Insekten schmecken der Alpendohle hingegen besonders gut.
Die Kinder meinten es besonders gut mit ihm und so endete der Nachmittag mit der Verabschiedung des vor lauter Essen schläfrig gewordenen Abraxas. Dabei musste er den Kindern aber versprechen, sie schon bald wieder besuchen zu kommen.

NABU Regionalstellen-Mitarbeiter Christian Theobaldt mit Alpendohle Abraxas
NABU Regionalstellen-Mitarbeiter Christian Theobaldt mit Alpendohle Abraxas

Jetzt den Igeln helfen - Igelburgen und Futterstellen einrichten

Letzte Sonnenstrahlen (H. Pollin)
Letzte Sonnenstrahlen (H. Pollin)

Für die Igel heißt es derzeit „Futtern, futtern, futtern“. Denn bis die Temperaturen dauerhaft um den Gefrierpunkt liegen und sie sich zum Winterschlaf zurückziehen, müssen sie sich ein ordentliches Fettpolster anfressen.

Auf der Suche nach Nahrung überqueren sie dabei vor allem in den Abendstunden immer wieder Straßen - oft mit fatalen Folgen. Damit sich die stacheligen Gartenbewohner erst gar nicht auf so eine gefährliche Wanderung begeben müssen, empfiehlt der Naturschutzbund (NABU) allen Gartenbesitzern, den beliebten Tieren mit ausreichend Nahrung und einem Unterschlupf  zu helfen. 

Grundsätzlich gilt: Wer einen Igel findet, sollte ihn in Ruhe lassen. „Auch die derzeit scheinbar umherirrenden Tiere sind in den allermeisten Fällen nicht in Not. Sie suchen intensiv nach Nahrung, denn der Tisch in der Natur ist noch reich gedeckt“, erklärt Wilfried Hasselbach vom NABU Alzey und Umgebung. "Daher können auch junge Igel sich noch die nötige Fettschicht anfressen. Nur offensichtlich verletzte oder kranke Tiere benötigen sofortige Hilfe von einem Tierarzt." 

Dennoch können Naturfreunde den nützlichen Gartenbewohnern helfen. Die beste Hilfe ist ein naturnah gestalteter Garten, denn dort finden sie genügend Nahrung in Form von leckeren Insekten, Regenwürmern, Schnecken und Spinnen. Schon eine verwilderte Ecke bietet einen kleinen Igel-Lebensraum. Haufen aus Laub und Reisig sind ein willkommener Unterschlupf. Auch künstliche Verstecke werden gerne angenommen, und das nicht nur für den Winterschlaf. Eine richtige Igelburg kann ohne großen Aufwand selbst gebaut werden. Auch der Fachhandel bietet eine reiche Auswahl an geeigneten Produkten. 

 

Weit verbreitet ist der Wunsch, den Tieren etwas zu Fressen anzubieten. Doch dabei können viele Fehler gemacht werden. "Ein gesundes, für Igel unwiderstehliches Angebot ist ein Gemisch aus Katzenfutter, Igeltrockenfutter und ungewürztem Rührei. Speisereste und Obst sind dagegen Tabu, Milch verursacht Durchfall“, warnt Hasselbach. Sauberkeit ist erstes Gebot: Um Krankheiten zu vermeiden, müssen Futterreste täglich entfernt werden. Frisches Wasser sollte immer bereit stehen. Das Futter muss vor Regen gut geschützt sein. 

 

Doch ab wann dürfen Igel aufgenommen werden? "Man sollte nicht vergessen, dass Igel als Wildtiere gut an den Winter angepasst sind. Sie ziehen sich erst komplett zurück, wenn die Bodentemperatur langfristig um den Gefrierpunkt liegt. Erst dann darf man noch herumirrende Tiere, die meist krank oder untergewichtig sind, in Obhut nehmen. In einem solchem Fall muss ein Tierarzt, ein Tierheim oder eine Igelstation aufgesucht werden", empfiehlt Hasselbach abschließend.

Ente = Ente? Von wegen!

Welche Ente ist das wohl? (Tom Dove)
Welche Ente ist das wohl? (Tom Dove)

"Überzeugen Sie sich selbst davon, wie viele verschiedene Entenarten es gibt. Kommen Sie am Sonntag, dem 6. Oktober mit auf unsere Birdwatch-Exkursion zu den Offsteiner Klärteichen und den Rohrwiesen bei Rhein-Dürkheim", lädt Cordula Pfeiffer-Strohm vom NABU Oppenheim und Umgebung ein.

Die Klärteiche der Offsteiner Zuckerfabrik sind bekannt als Rastplatz vieler Zugvögel auf dem Weg in ihr südliches Winterquartier. Hier tanken vor allem Wasservögel neue Energie für den Weiterflug. Die Artenvielfalt ist groß. Neben verschiedenen Entenarten sind Gänse, Reiher, Taucher und natürlich Limikolen wie Regenpfeifer, Schnepfen, Brachvögel, Strand- und Wasserläufer zu erwarten. Die Chancen, den Vogel des Jahres - die Bekassine - zu beobachten stehen nicht schlecht. Die Flachwasserstellen bei Rheindürkheim versprechen gleichfalls "gute Beute", denn hier wird man eigentlich das ganze Jahr über fündig.

 

Treffpunkt ist um 9:00 Uhr an der Polizeistation Oppenheim, wo Fahrgemeinschaften gebildet werden. Festes Schuhwerk, dem Wetter angepasste Kleidung, Fernglas oder Spektiv sind empfehlenswert. Exkursionsleiter ist Siegfried Schuch, Tel: 06133 50488.

 

Fledermaus im Wohnzimmer - was nun?

Zwergfledermäuse im Versteck
Zwergfledermäuse im Versteck

Jedes Jahr im Spätsommer erreichen die NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe Anfragen von Menschen, die in ihrer Wohnung eine oder gar mehrere Fledermäuse entdeckt haben. Erstaunlich oft ist in solchen Fällen zunächst Aufklärung gefragt: „Fledermäuse sind harmlos. Die heimischen Arten ernähren sich von Insekten und Spinnen und machen sich so sehr nützlich. Sie greifen uns Menschen nicht an und fliegen auch nicht, wie in manchen Gruselfilmen beschrieben, absichtlich ins Gesicht oder in die Haare", beruhigt Wilfried Hasselbach vom NABU Alzey und Umgebung.

Meist handelt es sich bei den ungewollten Gästen um Zwergfledermäuse, die eher versehentlich nachts durch ein geöffnetes oder gekipptes Fenster den Weg ins Haus gefunden haben. „Im Spätsommer suchen sich vor allem die unerfahrenen Jungtiere auf dem Weg in die Winterquartiere unsere Wohnungen als Zwischenstopp aus“, erklärt Hasselbach. Meist fänden sie in den Falten von Gardinen oder Vorhängen ein Versteck um den Tag zu verschlafen.

Und was macht man nun mit der Fledermaus?. „Am besten ist es, die Tiere zunächst in Ruhe zu lassen. Bei Einbruch der Dunkelheit sollte man dann die Fenster weit öffnen. In der Regel finden Fledermäuse nach einiger Zeit von selber den Weg nach draußen, denn der Magen knurrt und im Haus gibt es zu wenig Insekten“, so Hasselbach. Er empfiehlt zusätzlich, unbedingt auch in Vasen und anderen glattwandigen Gefäßen im Raum nachzuschauen, ob eine Fledermaus darin gefangen ist. In den folgenden Nächten sollte man die Fenster möglichst geschlossen halten, den Rollladen herunterlassen oder Fliegengitter anbringen, da die verirrten Fledermäuse sonst zurückkommen könnten.

 

Wer mehr über Fledermäuse erfahren möchte, kann gegen Einsendung von 6 Briefmarken zu 58 Cent ein Infopaket zum Thema bestellen.

NABU-Fledermausexkursion: Sieht man sie oder nicht?

Wasserfledermaus mit Nisthöhle (E. Menz)
Wasserfledermaus mit Nisthöhle (E. Menz)

Wer Fledermäuse bei der nächtlichen Jagd beobachten will, muss manchmal auch Geduld mitbringen. Selbst am erfahrungsgemäß von Fledermäusen gut besuchten Michelröder See war das am letzten Samstag Abend der Fall. Die diesjährige Veranstaltung der NABU-Gruppe Oppenheim und Umgebung zur internationalen Fledermausnacht fand unter ungünstigen Wetterbedingungen statt. Zum Glück hatte wenigstens der Regen kurz vor Beginn aufgehört, so dass die hauptsächlich für Kinder gedachte Exkursion unter Leitung von Marianne Bopp und Dr. Jürgen Fuchs wie geplant stattfinden konnte.

 

Zunächst erklärte Dr. Fuchs den Teilnehmern die wichtigsten Eigenschaften von Fledermäusen anhand einer Bildschirmpräsentation: "Fledermäuse orientieren sich mittels Sonar. Sie senden Laute aus und registrieren die aus der Umgebung zurückgeworfenen Echos. Selbst winzige Stechmücken können sie damit genau ausfindig machen. Sie sehen mit den Ohren.“

 

Auch wenn einzelne Tiere beobachtet werden konnten, war an diesem Abend das Fledermaus-Aufkommen geringer als bei vorausgegangenen Exkursionen. Selbst die Wasserfledermaus, die am Michelröder See normalerweise recht häufig anzutreffen ist, wurde an diesem Abend nur vereinzelt gesichtet. Als über dem Wasser Nebel aufstieg, machte es keinen Sinn mehr, auf weitere Fledermäuse zu warten. So mussten sich die Exkursionsteilnehmer  mit Fledermausrufen "aus der Konserve" zufrieden geben.

 

„Es ist halt draußen nicht wie im Zoo, und manchmal braucht es ein bisschen Glück, Fledermäuse bei ihren nächtlichen Beutezügen beobachten zu können“, tröstete Marianne Bopp vor allem die Kinder. "Das macht die Sache ja letztendlich auch so spannend. Sieht man sie oder nicht: die geheimnisvollen Jäger der Nacht?"

 

Wer sich für das Thema Fledermäuse interessiert, kann gegen Einsendung von 6 Briefmarken zu 58 Cent die informative NABU-Fledermausbroschüre bei uns bestellen.

Wie eine Wespe mit acht Beinen

Weib. Wespenspinne mit Heuschrecke
Weib. Wespenspinne mit Heuschrecke

Es sind die warmen Tage im August und September, an denen besorgte Bürger beim NABU Rheinhessen-Nahe anrufen und von einer „riesigen Spinne“ in ihrem Garten berichten. Mit über zwei Zentimetern Länge und auffälligem schwarz-gelben Streifenmuster wirken sie fast exotisch in den heimischen Gärten. Der Färbung verdankt sie ihren Namen – die Wespenspinne.'
Ob sie denn giftig sei, lautet zumeist die erste Frage an Rainer Michalski von der NABU Regionalstelle Rheinhessen-Nahe. Das farbliche Muster ist in der Natur zwar ein Warnsignal, doch der Experte beruhigt: „Auch wenn sie gefährlich aussehen, sind Wespenspinnen vollkommen harmlos. Wie die Schwebfliegen nutzen sie eine ‚Wespentarnung‘, um Feinde abzuschrecken. Sie haben natürlich wie alle Spinnen Giftklauen zum Töten von Beute, unsere Haut können sie damit allerdings nicht durchdringen.“ 

Anders sieht es bei Insekten aus, von denen Wespenspinnen auf einem Hektar bis zu 14 Millionen in einer Saison vertilgen. Als wichtigstes Beutetier zählt die Heuschrecke, welche im Gras herum springt und sich leicht in den bodennahen Radnetzen der Spinne verfängt.  Die Netze selbst weisen ein charakteristisches Zickzackgeflecht ober- und unterhalb der Netzmitte auf, was es in dieser Form bei anderen Spinnenarten nicht gibt. So kann man sie gut erkennen.

Wespenspinnen bevorzugen warme Standorte, gerne auf ungemähten Wiesen und Brachflächen. „In den letzten Jahrzehnten konnten sie sich in ganz Mitteleuropa ausbreiten, wobei unser klimatisch günstiges Rheinhessen einen der ersten Standorte in Deutschland darstellte“, sagt Rainer Michalski.

Im September ist Paarungszeit. Dann steht für die weibliche Wespenspinne noch ein etwas makabrer Leckerbissen auf der Speisekarte. Nach der Paarung kommt es manchmal vor, dass sie das viel kleinere Männchen auffrisst, um für den Bau eines Kokons und das Legen der Eier gestärkt zu sein. Der Kokon mit den Eiern darin kann mitunter Tennisballgröße erreichen. Er schützt den Nachwuchs bis zum nächsten Frühjahr vor Nässe und Kälte, woraufhin in den ersten warmen Tagen im Mai eine Vielzahl an kleinen Spinnen schlüpft. Sie krabbeln auf einen erhöhten Punkt, oft ein Grashalm in der unmittelbaren Umgebung, und spinnen einen dünnen Faden. Dieser wird vom Wind erfasst und die Reise der kleinen Wespenspinne in eine ungewisse Zukunft an einem neuen Ort beginnt.

Eine informative Broschüre über die faszinierende Welt der Spinnen kann gegen Einsendung von 5 Briefmarken zu 58ct bestellt werden bei: NABU Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91, 55234 Albig.

NABU-Mitgliederwerbung in Oppenheim und Umgebung gestartet

Das Team mit der NABU Vorsitzenden
Das Team mit der NABU Vorsitzenden

Mit Informationsmaterial und Argumenten für den Naturschutz wird ein Team von Studenten aus ganz Deutschland im Auftrag des Naturschutzbundes (NABU) in den kommenden Wochen rund um Oppenheim unterwegs sein. Sonja Penellis, Luise Westphal, Tamara Moumna, Nikita Larin, Patrick Stein, Benjamin Word und Jonathan Koenning sprechen in den Haushalten der Verbandsgemeinden Nierstein-Oppenheim und Guntersblum vor und möchten viele neue Mitglieder für den NABU Oppenheim und Umgebung gewinnen. Bargeld wird nicht gesammelt, denn dauerhafte Hilfe ist für den Naturschutz wesentlich sinnvoller. Die Teammitglieder sind an ihren NABU-T-Shirts erkennbar und führen einen Dienstausweis mit. Die Aktion ist bei Polizei und Behörden angemeldet.

„Für aktuelle und geplante Projekte brauchen wir mehr Unterstützer, sei es als passives Mitglied oder als aktiver Mitstreiter“, erklärt Cordula Pfeiffer-Strohm vom NABU Oppenheim und Umgebung. Zu den zahlreichen Aufgaben der sehr regen Naturschützer zählen zum Beispiel die jährlichen Pflegemaßnahmen auf den Stromtalwiesen im Unterfeld zum Erhalt der bunten Blütenpracht. Auch Hilfsmaßnahmen für den seltenen Steinkauz, eine Bachpatenschaft an der Selz, kritische Stellungnahme zu öffentlichen Bauvorhaben sowie naturkundliche Vorträge und Exkursionen für Jedermann stehen auf dem Programm der ehrenamtlichen Naturschützer. Durch Aktionen in Kindergärten und Schulen wird auch die Jugend für einen sorgsamen Umgang mit der Natur sensibilisiert. "Besonders stolz sind wir auf unser Schutzprojekt für Amphibien in der Rheinaue. Mit dem Ausbaggern verlandeter Teiche schaffen wir mit großem Erfolg eine neue Lebensgrundlage für Frösche, Kröten und Molche", berichtet die NABU-Vorsitzende. 


„Die Werbeaktion bietet uns die Chance, unsere Projekte in der Region bekannter zu machen. Daher haben die Werber Informationsmaterial dabei, mit dem sie unsere ehrenamtliche Naturschutzarbeit vorstellen. Wenn Sie Informationen wünschen, sprechen Sie sie an“, regt Cordula Pfeiffer-Strohm abschließend an.

Neue Heimat für Molch, Frosch und Kröte

Der Kammmolch - streng geschützt
Der Kammmolch - streng geschützt

Noch bis vor wenigen Jahrzehnten war das Unterfeld zwischen Oppenheim und Dienheim ein Eldorado für Frösche, Kröten und Molche. Doch die für ihre Vermehrung unverzichtbaren Teiche waren im Lauf der Zeit mehr und mehr verlandet und zugewachsen. Nicht zuletzt aus diesem Grund gingen die Bestände stark zurück. 

Als Burkhard Bergmann vom NABU Oppenheim und Umgebung in einem der kaum noch Wasser führenden Tümpel einige der seltenen Kammmolche entdeckte, schmiedete er den Plan, die Teiche ausbaggern zu lassen. Gemeinsam mit seiner NABU-Kollegin Barbara Sczersputowski holte er die notwendige Genehmigungen von der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd ein und stellte zahlreiche Anträge auf Förderung. Thomas Arnold von der Unteren Landschaftsbehörde des Landkreises Mainz-Bingen unterstützte sie dabei, und das gemeinsame Wirken führte zum Erfolg: Die SGD stellte Geld für das Projekt zur Verfügung.

Im März 2007 begannen die Baggerarbeiten am ersten Teich, neun weitere kamen seitdem hinzu. Zur Aufgabe des NABU gehörte auch die umfassende Bauaufsicht der Projekte. Denn so ein Amphibien-Laichgewässer ist nicht nur ein Wasserloch. "Die Teiche müssen alle zwei bis drei Jahre trocken fallen, damit bei Hochwasser einwandernde Fische auf Dauer keine Chance haben. Dies darf jedoch nicht jedes Jahr passieren, denn das hätte für die Amphibien fatale Folgen", erklärt Bergmann. Also mussten für jeden Teich der Grundwasserstand und die Lage der Wasser führenden Schichten ermittelt werden, um die optimale Tiefe zu finden. Die Wasserflächen wurden teils erheblich vergrößert. Schnell stellten sich erste Erfolge ein, Burkhard Bergmann berichtet: "Zu unserer großen Freude haben sich alle Amphibienarten im Gebiet deutlich vermehrt. Im Sommer quaken in den Teichen tausende von Grünfröschen, und auch Kammmolch und Knoblauchkröte sind wieder häufiger zu sehen. Der Grundstein für stabile Populationen ist gelegt!"


Für die Zukunft hat der NABU Oppenheim noch weitere Amphibienprojekte geplant. So sollen im Oppenheimer Steinbruch drei neue Teiche entstehen. Zielart ist hier die seltene Kreuzkröte.

Schwalben sind bei Michels willkommen - NABU ehrt Ehepaar aus Erbes-Büdesheim

Ehepaar Michel mit Plakette und Urkunde
Ehepaar Michel mit Plakette und Urkunde

Bei Maria und Heinrich Michel aus Erbes-Büdesheim sind Schwalben wahrhaftig willkommen. Elf besetzte Mehlschwalbennester finden sich unter dem Dachüberstand ihres Hauses, und das seit mehr als zehn Jahren. Für ihren außergewöhnlichen Einsatz wurde das Ehepaar nun vom NABU Alzey und Umgebung mit Urkunde und Plakette zur landesweiten NABU-Aktion "Schwalben willkommen" geehrt.


Die meisten Nester hat Heinrich Michel selbst aufgehängt, es sind künstliche Nester aus Holzbeton. Wie kam es dazu? "Es war ein sehr trockenes Jahr, und als die Schwalben im Frühling zurückkamen, fanden sie nicht genug Lehm für den Nestbau. Immer wieder flogen sie die Fassade unseres Hauses an. Da haben wir uns spontan zur Hilfe entschlossen und die Kunstnester montiert. Schon zwei Tage später waren alle besetzt", berichtet Heinrich Michel begeistert. Maria Michel wartet jedes Jahr gespannt auf die Rückkehr Vögel und freut sich über das rege Treiben an den Nestern: "Es macht einfach Spaß, den Schwalben zuzuschauen. Früher galten Schwalben am Haus als Glücksbringer, und uns haben sie tatsächlich Freude und Glück gebracht."

Neulich im Garten - Blattschneiderbienen als Naturlocher

Löcher der Blattschneiderbienen (Michalski)
Löcher der Blattschneiderbienen (Michalski)
In einer sonnigen Ecke unseres Gartens ging im vergangenen Sommer erstaunliches vor. Die Blätter eines Spitzahorn-Schösslings wiesen von einem Tag auf den anderen runde Ausschnitte von etwa einem halben Zentimeter auf. Bevor ein Foto von den Tätern geschossen werden konnte, sind sie schon wieder verschwunden. Eindeutig sind jedoch ihre Spuren: So schön rund lochen nur Blattschneiderbienen!
In unserem Garten haben sich die Blattschneiderbienen in einer zusammengerollten Bambusmatte eingenistet. So etwas kann jedem Wildbienenfreund nur empfohlen werden: Man rolle eine Bambusmatte aus dem Baumarkt eng zusammen, bündele sie mehrfach mit Schnur fest und säge sie mit einer scharfen Eisensäge in Stücke. An einem trockenen, sonnigen Platz aufgestellt, ist der Erfolg garantiert und schon nach einem Jahr sind die Bambusrollen von Wildbienen verschiedener Arten reichlich besiedelt. Es wimmelt daran von März bis September!
 
Doch was haben die Bienen mit den Blattstücken vor? In einem vorhandenen Hohlraum, z.B. einem hohlen Pflanzenstängel oder einem Käferfraßgang im Totholz werden daraus formschöne Tüten gerollt. Diese werden mit je einem Ei sowie einem Futtervorrat an Nektar und Blüttenpollen für die daraus schlüpfenden Bienenlarven ausgestattet und verschlossen. So folgt Tüte auf Tüte, bis der Hohlraum gefüllt ist. Die Blattausschnitte nehmen mit der Zeit eine bräunliche Färbung an. So ist das Nest perfekt getarnt. Als Bestäuber zahlreicher Wild- und Nutzpflanzen leisten Blattschneiderbienen einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt. Über den kleinen „Schaden“ sollte man daher großzügig hinwegsehen. Angesichts der weltweiten Bestäuberkrise ist Unterstützung dringend notwendig!

Ohne Netz auf Fliegenjagd - in der Wiese lauert die O-beinige Verhasste!

Spinnenweibchen mit Beute im Blütenstand des Jakobs-Greiskrauts
Spinnenweibchen mit Beute im Blütenstand des Jakobs-Greiskrauts

Mit weit ausgebreiteten Beinen sitzt sie zurzeit in vielen gelben oder weißen Blüten und lauert auf Insekten: Die Veränderliche Krabbenspinne (Misumena vatia). "Der wissenschaftliche Name der gut einen Zentimeter langen Spinne bedeutet übersetzt "die o-beinige Verhasste". Ihr Lebensraum sind Waldränder und Wiesen, aber auch in Gärten kann sie vorkommen. Will man sie finden, muss man genau hinschauen“, weiß Rainer Michalski von der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe zu berichten.

Wie alle Krabbenspinnen kann sie seitwärts laufen - wie eine Krabbe am Meer - daher auch der "Familienname". Veränderlich heisst sie, da sie ihre Farbe von weiß nach gelb verändern kann. Dafür verlagert die Spinne ein gelbes Farbpigment aus tieferen Hautschichten in die Oberhaut. Das funktioniert natürlich auch umgekehrt, braucht aber in jede Richtung einige Tage Zeit.

So getarnt wartet die Spinne, die keine Netze baut, unbeweglich auf Blütenbesucher. „Für die meisten Insekten scheint sie nahezu unsichtbar zu sein. Beutetiere werden blitzschnell gepackt und durch einen Giftbiss in den Nacken getötet. Auch viel größere Insekten sind nicht sicher vor ihr. „Bei lebendigem Leib wird die Beute durch das sehr schnell wirkende Gift getötet und durch Verdauungsenzyme von innen her aufgelöst. Nur die Körperhülle bleibt erhalten. So kann die Spinne den Brei wie aus einer Tube einfach aufsaugen“, erzählt der Naturschützer. Was zu viel ist, wird für schlechte Zeiten an einem Faden an der Unterseite der Blüte aufgehängt.

 

Die Krabbenspinne verschont auch ihren eigenen Partner nicht. Passt das viel kleinere Männchen nicht auf, wird es ebenfalls verzehrt. Das gruselige Spiel dient den gemeinsamen Nachkommen. Nach der Paarung überflüssig geworden, kann die Spinne das Männchen als Nahrungsreserve nutzen. Schließlich muss sie noch ohne Nahrungsaufnahme den Kokon mit ihren Eieren bis zum Schlupf der Jungspinnen verteidigen!


Mehr über die Achtbeiner gibt es in der 24-seitigen Broschüre „Spinnen“ vom NABU Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91, in 55234 Albig, für fünf Briefmarken zu 58 Cent.

NABU in der Rabenkopf-Grundschule Wackernheim

Der NABU-Experte im Einsatz
Der NABU-Experte im Einsatz

Mit Honigbienen hat wohl jedes Kind schon einmal Erfahrungen gesammelt, und sei es nur über die Biene Maja aus dem Fernsehen. Dass es in Deutschland mehr als 550 verschiedene Bienenarten gibt, die fast alle nicht in Völkern leben, war den Kindern aus der Nachmittagsbetreuung der Rabenkopf-Grundschule Wackernheim jedoch neu. Rainer Michalski von der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe aus Albig war bei ihnen mit einem spannenden Vortrag über Wildbienen zu Gast.

Anlass war das 5-jährige Jubiläum der Aufstellung des vom NABU Mainz und Umgebung gespendeten Insektenhotels gegenüber der Grundschule.

Das Thema Bienen bewegte die Schüler, an erster Stelle natürlich die schmerzhaften Stiche der Honigbienen. Doch hier konnte der Referent beruhigen, denn Wildbienen stechen nur, wenn es ihnen direkt ans Leben geht und verteidigen ihre Nester nicht. Zudem ist bei den meisten Arten der Stachel zu schwach, um menschliche Haut zu durchdringen. Also Entwarnung!

Die Kinder berichteten von ihren zahlreichen Erlebnissen mit Honigbienen, von Wildbienennestern im Fensterrahmen und sie bestaunten die winzigen Tiere in Großaufnahmen. Besonders beeindruckt waren sie vom Bild einer Sandbiene an ihrem selbst gegrabenen Nest im Boden, daneben der um ein Vielfaches größere Haufen Aushub, den die Biene in nur einem Tag herausgeholt hatte.

Nicht allen Kindern klar war die enorme Bedeutung der Bienen für den Obstertrag. Gerade den Wildbienen kommt hier eine besondere Rolle zu, da sie wesentlich effektiver bestäuben und auch bei niedrigeren Temperaturen ausfliegen als die Honigbienen. Die Kinder kamen zu dem Schluss, dass der Schutz der kleinen Helfer enorm wichtig ist – auch wenn sie keinen Honig machen.

 

Und das Insektenhotel vor der Schule? Nach dem Vortrag schauten sich Kinder und Lehrer mit dem NABU-Experten das Treiben der Tiere vor Ort an. „Das Hotel ist sehr gut belegt. An Farbe und Material der Nestverschlüsse kann man erkennen, dass mehrere Arten Nester gebaut haben“, erläuterte Michalski und ermunterte die Zuhörer, selbst aktiv zu werden: „Was hier im großen Maßstab zu bestaunen ist, kann man ohne großen Aufwand im Kleinen auch im Garten oder auf dem Balkon verwirklichen. Ein Holzklotz mit Löchern von 3 – 10 mm Durchmesser an einem sonnigen Platz genügt, das ist Naturschutz für Jedermann!“

 

Wer mehr zum Thema wissen will, kann gegen Einsendung von 5 Briefmarken zu 58 Cent Infomaterial und Baupläne bestellen. 

Schwalben sind in Framersheim willkommen!

Hans Lauth (NABU) und Patricia Richert
Hans Lauth (NABU) und Patricia Richert

Der NABU Alzey und Umgebung zeichnete heute im Rahmen der NABU-Aktion "Schwalben willkommen" Patricia Richert aus Framersheim mit einer Urkunde und einer Plakette zur Anbringung am Haus aus. Die Verleihung übernahmen Vorstandsmitglied Hans Lauth und Rainer Michalski von der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe.

Am Haus von Frau Richert ziehen in diesem Jahr vier Mehlschwalbenpaare Junge groß, eines davon in einem ungewöhlich langgezogenen Nest von rund 50 cm Breite. Weitere Nester wurden bereits angefangen.
"Die Duldung von Schwalbennestern ist heute leider keine Selbstverständlichkeit mehr. Die Zeiten, in denen sie als Glücksbringer galten, sind vorbei. Obwohl es streng verboten ist, werden Schwalbennester hier und da immer noch entfernt, manchmal sogar während der Brutzeit“, erklärt Hans Lauth. Zusätzlich sorgten moderne Anstriche dafür, dass der Lehm für den Nestbau oft gar nicht mehr am Haus haften könne. Umso wichtiger sei es daher, Schwalbenfreunde für ihr Engagement zu ehren und so zu zeigen, dass dies durchaus geschätzt wird.

„Sicher – Schwalben machen Dreck. Doch sollte man bei aller Ordnungsliebe auch bedenken, dass ein Schwalbennest am Haus ein wichtiger Beitrag zum Naturschutz ist. Denn die Schwalbenbestände in Deutschland gehen seit Jahren zurück, nicht zuletzt, weil ihnen Nistmöglichkeiten fehlen. Durch die Verleihung einer wetterfesten Plakette mit der Aufschrift "Schwalben willkommen" zur Anbringung am Haus will der NABU mehr Menschen für den Schutz der Schwalben gewinnen. Wer sich für die Aktion interessiert, kann sich gerne an den NABU wenden.

NABU-Mitgliederwerbung in Alzey und Umgebung ist gestartet

Das Werbeteam gemeinsam mit Vertretern des NABU
Das Werbeteam gemeinsam mit Vertretern des NABU

Ausgerüstet mit Informationsmaterial und Argumenten für den Naturschutz wird in den kommenden Wochen rund um Alzey ein Team von Studenten aus ganz Deutschland im Auftrag des Naturschutzbundes (NABU) unterwegs sein. Luise Westphal, Corinna Schulte, Oliver Röwer, Patrick Stein und Oliver Bodeit sprechen in den Haushalten im Stadtgebiet Alzey und in den Verbandsgemeinden Alzey-Land, Wöllstein und Wörrstadt vor und möchten viele neue Mitglieder für den NABU Alzey und Umgebung gewinnen. Bargeld wird nicht gesammelt, denn dauerhafte Hilfe ist für den Naturschutz wesentlich sinnvoller. Die Teammitglieder sind an ihren NABU-T-Shirts erkennbar und führen einen Dienstausweis mit. Die Aktion ist bei Polizei und Behörden gemeldet. 

„Für aktuelle und anstehende  Projekte brauchen wir mehr Unterstützer, sei es als passives Mitglied oder als aktiver Mitstreiter“, erklärt NABU-Vorstandsmitglied Hans Lauth. Die wichtigsten Aufgaben des NABU Alzey und Umgebung sind die Neuanlage von Streuobstwiesen, Pflege von Trockenmauern, Pflegemaßnahmen zum Erhalt seltener Pflanzen und Tiere, naturkundliche Vorträge und Exkursionen sowie kritische Stellungnahme zu öffentlichen Bauvorhaben und Mitarbeit im Landespflegebeirat Kreis Alzey-Worms.

"Besonders stolz sind wir auf unsere Kindergruppe. Bei deren regelmäßigen Treffen und Ferienfreizeiten stehen der nachhaltige Umgang mit der Natur und das spielerische Erleben mit allen Sinnen im Mittelpunkt", führt der Naturschützer aus. Mit der Aktion „Schwalben willkommen“ macht der NABU auf die Wohnungsnot von Mehl- und Rauchschwalben aufmerksam. Menschen, die Schwalben am Haus dulden und fördern werden mit einer Urkunde und einer Plakette ausgezeichnet. Ähnlich aufgebaut, jedoch mit anderen Schwerpunkten sind die NABU-Aktionen "Fledermäuse willkommen" und "Lebensraum Kirchturm".

 

„Die Werbeaktion bietet uns die Chance, unsere Projekte in der Region bekannter zu machen. Daher haben die Werber Informationsmaterial dabei, mit dem sie unsere ehrenamtliche Naturschutzarbeit vorstellen. Wenn Sie Informationen wünschen, sprechen Sie sie an“, regt Hans Lauth abschließend an.

Bunte Schnecken sind kein Schrecken

Bänderschnecken im Garten
Bänderschnecken im Garten
Eine feuchte Nacht, ein regnerischer Tag, und auf einmal hängen ganze "Schneckenclubs" an der Gartenmauer. Die Tiere sind gelb oder rosa gefärbt, manche haben ein auffälliges Spiralmuster aus einem oder mehreren Streifen: Bänderschnecken. Je nach Färbung am Rand der Gehäuseöffnung handelt es sich um Weiß- oder Schwarzmündige Bänderschnecken, also trotz der großen Zeichnungs- und Farbvielfalt nur um Tiere aus zwei Arten.
Immer wieder erhält der NABU Anfragen wegen dieser Versammlungen - manche nur neugierig, manche besorgt um die Pflanzenpracht in ihrem Garten. Wilfried Hasselbach vom NABU Alzey und Umgebung beruhigt: "Die hübschen Tiere sind harmlos und erfüllen als Abfallverwerter eine wichtige Funktion in der Natur. Sie ernähren sich überwiegend von abgestorbenen Pflanzenteilen oder Algen und lassen die Gartenpflanzen meistens in Ruhe. Ihre Verwandte, die geschützte Weinbergschnecke hilft dem Gärtner noch auf andere Weise, denn sie frisst gerne die Eigelege der Nacktschnecken."

Aber wie kommt es zu diesen Schneckenversammlungen im Garten?

"Im feuchten Laub unter dichten Büschen und Hecken lässt es sich für Bänderschnecken gut leben. Diese Bedingungen sind auch für die Vermehrung optimal und so findet man sie hier in hoher Dichte. Bei Nacht und tagsüber bei feuchtem Wetter verlassen sie die Deckung und weiden die Algen auf Mauern und Wegen ab", erklärt der NABU-Vorsitzende.   

Aus Socken Fledermäuse gebastelt - NABU in der Grundschule am Gautor

Der NABU zu Gast in der Grundschule
Der NABU zu Gast in der Grundschule

Fledermäuse faszinieren: Sie fliegen bei völliger Dunkelheit und schlafen am Tag mit dem Kopf nach unten. Kein Wunder also dass sich 100 Kinder aus den dritten Klassen der Grundschule am Gautor in Oppenheim im Sachunterricht  voller Begeisterung mit dem Thema beschäftigten. Zum krönenden Abschluss lud die Schule Margarete Daumann und Maren Kämpfert ein, die als NABU-Fledermausbotschafter wichtige Lobbyarbeit für die nützlichen Insektenjäger leisten. Denn viele Fledermausarten  sind auf den Menschen angewiesen, da sie Gebäude als Quartiere dringend benötigen. Mit spektakulären Bildern, einem lebendigen Vortrag und Anschauungsmaterial rundeten die beiden Naturschützerinnen das Programm ab.

Besonders angetan hatten es den Kindern die präparierten Fledermäuse, die ausgiebig bestaunt und diskutiert wurden. Denn wann bekommt man diese Tiere schon mal aus nächster Nähe zu sehen? Zum Abschluss wurden aus alten Socken, Tonpappe und Klopapierrollen lustige "Sockenfledermäuse" gebastelt. Als Girlande an der Decke aufgereiht schmücken sie nun die Klassenräume und sind eine bleibende Erinnerung an einen abwechslungsreichen Tag für Schüler und Lehrer.

Auf Hirschkäferpirsch gehen

Lucanus cervus (Kiuntke)
Lucanus cervus (Kiuntke)

Er ist unverwechselbar mit seinem geweihähnlichen Oberkiefer. Früher galten seine Larven als schmackhafte Delikatesse und er selbst wurde schon bei den Römern zu Schmuckstücken verarbeitet, denen magische Heilkräfte nachgesagt wurden. Die Germanen verehrten ihn gar als ein heiliges Tier des Donnergottes Thor. Heute aber ist er vor allem eines: Ein einzigartiger, vom Aussterben bedrohter Käfer.

 

Der Hirschkäfer misst bis zu 7,5 cm und gilt damit unangefochten als der größte Käfer Mitteleuropas. Jetzt im Sommer kann man ihn mit etwas Glück auch in Rheinhessen entdecken, denn Hirschkäfer leben oftmals in der Nähe des Menschen und sind durch ihr auffälliges Äußeres nur schwer zu übersehen. Momentan suchen sie ihre Partner, tragen Kämpfe aus und vermehren sich. Besonders die zum Teil heftigen Auseinandersetzungen zwischen zwei Männchen mit ihren mächtigen Mandibeln sind ein beeindruckendes Schauspiel. Obwohl es gefährlich aussieht, passiert dem unterlegenen Artgenossen nichts. Er fällt höchstens vom Baum hinunter und rappelt sich dann unverletzt wieder auf.

Trotzdem nimmt die Zahl der Hirschkäfer in Deutschland immer weiter ab. Die anspruchsvolle Käferart hat mit dem Verlust geeigneter Lebensräume zu kämpfen. Seine Larven leben bis zu sechs Jahre versteckt im Totholz, welches in den zunehmend „aufgeräumten“ forstwirtschaftlich-genutzten Wäldern jedoch immer seltener vorkommt. Gerade große, morsche Eichenstümpfe als bevorzugter Lebensraum der Larven sind inzwischen eine Seltenheit.

Der NABU Rheinland-Pfalz setzt sich in Kooperation mit der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz und weiteren rheinland-pfälzischen Verbänden für den Schutz der seltenen Käfer ein. Dazu findet seit 2011 eine regelmäßige Bestandsaufnahme der Hirschkäfer-Populationen statt.
„Nur wenn wir gemeinsam herausfinden, wie es um die Vorkommen der Hirschkäfer bestellt ist, können geeignete Maßnahmen zum Schutz getroffen werden“, sagt Christian Theobaldt von der NABU Regionalstelle Rheinhessen-Nahe und ergänzt: „Hirschkäfer sind dämmerungsaktive Tiere. Sie können im Wald, im Garten oder bei Spaziergängen in der Nähe von Bäumen oder Sträuchern meist im Flug beobachtet werden.“

Wer also einen Beitrag zum Artenschutz leisten möchte, sollte ab jetzt die Augen offen halten und seine Funde melden. Ein informativer Flyer mit Meldebogen kann gegen Einsendung einer Briefmarke zu 58 Cent bestellt werden bei: NABU Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91, 55234 Albig. Online erfolgt die Meldung unter www.hirschkaeferpirsch.de.

Vogelkinder sind nicht hilflos

Amselvater füttert Jungvogel (T. Winkler)
Amselvater füttert Jungvogel (T. Winkler)

Man muss zurzeit nur genau hinhören: Es tschirpt und piept in Nistkästen, Hecken und Gebüschen. Mit zarten Stimmchen bettelt der Vogelnachwuchs vehement um Futter. Viele Jungvögel haben das elterliche Nest auch schon verlassen.
Und wie in jedem Jahr bedeutet dies auch wieder ein starkes Telefonaufkommen beim Naturschutzbund (NABU): Tierfreunde wollen vermeintlich in Not geratenen Jungvögeln helfen.

 

Doch fast immer sind Rettungsaktionen überflüssig. „Nur selten handelt es sich bei gefundenen Jungvögeln wirklich um verlassene, verletzte oder geschwächte Tiere, die Hilfe benötigen“, erklärt Rainer Michalski, Leiter der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe.

„Die Jungen vieler Vogelarten verlassen das Nest bereits, bevor sie fliegen können. Denn die Gefahr, dass alle Jungen von einem Räuber gefressen werden sinkt gewaltig, wenn sich die Geschwister in Bäumen und unter Büschen verteilen.“, erläutert der Naturschützer. „Wer aufmerksam beobachtet, wird feststellen, dass diese unbeholfenen Federknäuel durchaus nicht verlassen sind. Sie werden auch weiter von den Eltern betreut und gefüttert, und die Eltern wissen am besten, was ihrem Nachwuchs schmeckt und gut tut. Mit leisen Rufen halten die Jungen Kontakt zu den Eltern“, so Michalski. 

 

Der NABU empfiehlt daher, aufgefundene Jungvögel generell in Ruhe zu lassen. Hilfe ist erst nötig, wenn nach mindestens zweistündiger, kontinuierlicher Beobachtung aus angemessener Entfernung fest steht, dass es sich wirklich um einen verlassenen oder kranken Vogel handelt. Nur bei Gefahr durch Katzen oder an viel befahrenen Straßen sollten Jungvögel außer Reichweite in den nächsten Busch oder Baum gesetzt werden. Die Eltern nehmen ihre Jungen nach einer Berührung problemlos wieder an, denn der Geruchssinn ist bei Vögeln im Vergleich zu Säugetieren kaum ausgeprägt. 

 

Doch die beste Vogelhilfe ist ein naturnaher Garten mit vielen einheimischen Pflanzen und reichlich Deckungsmöglichkeiten.

Die Broschüre 'Vögel im Garten' mit Portraits der wichtigsten Vogelarten, Pflanzenlisten und vielen weiteren Hinweisen rund um die gefiederten Freunde fasst alles Wichtige zusammen. Sie kann gegen Einsendung von sechs Briefmarken zu 58 Cent beim NABU Rheinhessen-Nahe bestellt werden.

 

Bunte Gärten ohne Torf

Moore sind wichtige Lebensräume
Moore sind wichtige Lebensräume

Der Frühling ist endlich da und für viele Menschen in Rheinhessen hat die Gartensaison damit begonnen. Überall wird fleißig der eigene Garten gehegt, gepflegt, bepflanzt und bewässert. Wer keinen eigenen Komposthaufen besitzt, der ist dabei auf den Einkauf von Blumenerde angewiesen, die es säckeweise in den hiesigen Garten- und Baumärkten zu kaufen gibt.
Hauptbestandteil von Blumenerde ist in den meisten Fällen Torf, von dem deutsche Hobbygärtner jährlich über drei Millionen Kubikmeter verbrauchen. Den Wenigsten ist jedoch bewusst, dass damit die Zerstörung von Mooren auf der ganzen Welt einhergeht. Denn nur dort entstehen im Laufe von Tausenden Jahren Torfablagerungen, die während diesem langwierigen Prozess große Mengen an Kohlenstoff speichern. So wird beim Abbau nicht nur einzigartiger Lebensraum für unzählige Pflanzen und Tiere zerstört, sondern es entweichen auch klimaschädliche Gase in die Atmosphäre. Zwar sind nur drei Prozent der Landflächen unserer Erde von Moor bedeckt, trotzdem binden sie allein doppelt so viel Kohlenstoff wie alle Wälder der Welt zusammen genommen.

„Das sind schier unvorstellbare Dimensionen“, sagt Rainer Michalski von der NABU Regionalstelle Rheinhessen-Nahe. „Schon über die Hälfte der in Europa einst vorhandenen Moore sind dem Torfabbau und großflächigem Trockenlegen zum Opfer gefallen. Es ist höchste Zeit dagegen zu steuern.“

Der Naturschutzbund hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, Aufklärungsarbeit bei den Hobbygärtnern zu leisten. In zahlreichen Geschäften lassen sich nämlich mittlerweile torffreie Blumenerden namhafter Hersteller finden, die als natur- und umweltverträgliche Alternative in Frage kommen. Sie enthalten neben Rindenhumus verschiedene Zusätze wie Holzfasern, Sand, Lavagranulat oder Tonminerale. Gelegentlich geäußerte Vorbehalte gegen das Gärtnern ohne Torf lässt der Naturschützer Michalski nicht gelten: „Zwar wird die Durchlüftung durch Torf erleichtert, aber die Bodenqualität an sich verschlechtert sich trotzdem. Die Humus- und Nährstoffversorgung des Bodens wird durch torffreie Erde dauerhaft verbessert und gleichzeitig unterstützt man wichtige Bodenlebewesen.“

Stunde der Gartenvögel 2013

Mehlschwalben (Schuch)
Mehlschwalben (Schuch)

Vom 9. bis 12. Mai findet in diesem Jahr die nunmehr bereits neunte Auflage der Stunde der Gartenvögel statt. Seit 2005 beteiligen sich jedes Jahr bis zu 45.000 Menschen in ganz Deutschland an der Aktion des NABU und LBV, darunter viele Naturfreunde in Rheinhessen. Sie zählen die Vögel in ihrem Garten, im Park oder vom Balkon aus und melden ihre Beobachtungen dem NABU. Aus diesen wichtigen Daten lassen sich dann Aussagen zum aktuellen Bestand und zu Trends bei vielen Vogelarten unseres Wohnumfelds machen.

 

„Bei uns in Mainz wurden letztes Jahr weit über 1000 Vögel gezählt. Am häufigsten entdeckten die Leute dabei die Amsel, knapp gefolgt vom Haussperling“, sagt Karin von Boeckh vom NABU Mainz und Umgebung.

Die Zählung im vergangenen Jahr stand unter dem Zeichen des gefährlichen Usutu-Virus, das in Rheinland-Pfalz nach Angaben des NABU zu einer Halbierung der Amselbestände führte. Auch wurden deutlich weniger Mehlschwalben gemeldet als in den Jahren davor. Für die Stadt Mainz bedeutete das einen Rückgang um über die Hälfte. Durch den kalten Winter wird auch 2013 vielleicht kein gutes Schwalbenjahr, denn gerade die Insektenfresser unter den Vögeln wurden durch den späten Kälteeinbruch auf dem Zug überrascht.  

Der NABU Rheinland-Pfalz engagiert sich bereits seit einigen Jahren mit dem Projekt „Schwalben willkommen“ für den Schutz der Tiere. Im Rahmen der Aktion werden Familien ausgezeichnet, die Schwalbennester an ihren Häusern dulden und fördern.
Die Naturschützerin von Boeckh dazu: „Auf Basis der Ergebnisse können wir uns Gedanken um entsprechende Schutzmaßnahmen machen. Je mehr Beobachtungen in unserer Region zusammenkommen, desto aussagekräftiger sind die Ergebnisse.“

Und so nimmt man an der Stunde der Gartenvögel teil: Suchen Sie sich einen Platz, von dem aus Sie gut beobachten können. Notieren Sie sich von jeder Art die höchste Zahl, die Sie im Laufe einer Stunde gleichzeitig beobachten konnten. Teilnahmebögen liegen an vielen Stellen in Mainz aus oder können gegen Einsendung einer 58 Cent Briefmarke bestellt werden bei: NABU Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91, 55234 Albig. Im Internet können Beobachtungen unter www.stunde-der-gartenvoegel.de direkt online gemeldet werden. Unter allen Teilnehmern verlost der NABU attraktive Preise. Meldeschluss ist der 21. Mai 2013.               

 

Passend zum Thema bieten die NABU Gruppen in Rheinhessen eine Vielzahl an Exkursionen an. Nachzulesen im Jahresprogramm des NABU Rheinhessen-Nahe!

Bienengewimmel auf dem Rasen - Sandbienen sind harmlos

Weiden-Sandbiene auf Löwenzahn
Weiden-Sandbiene auf Löwenzahn

Der Frühling ist endlich da, die Natur ist in voller Blüte. Viele Gartenbesitzer stehen schlagartig vor einem Rätsel: Im Garten summen von einem Tag auf den anderen zahlreiche Bienen hektisch knapp über dem Boden hin und her. Viele Menschen wenden sich Rat suchend an den NABU. Rainer Michalski von der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe beruhigt: „Auch wenn das Gewimmel vielleicht gefährlich aussieht, ist es harmlos. Es handelt sich um Männchen verschiedener Sandbienenarten, die auf eine Chance zur Paarung warten und nicht stechen können“.

 

Von der Wärme hervorgelockt, schlüpften sie häufig alle an einem Tag aus den im Vorjahr von den Müttern gebauten Erdnestern und blieben in deren Nähe. Die Weibchen folgten einige Tage später.

 

Aber Bienen sind Bienen - auch wenn es sich bei den geschützten Tieren um wichtige Bestäuber von Wild- und Kulturpflanzen handelt. Da denkt man doch direkt an schmerzhafte Bienenstiche! „Sandbienen sind nicht aggressiv und verteidigen ihre Nester nicht. Auch wenn die Weibchen über einen Stachel verfügen, mit dem sie sich in höchster Gefahr verteidigen, ist dieser zu schwach, um menschliche Haut zu durchdringen“ erklärt Michalski. Der Rasen könne also gefahrlos weiter genutzt werden.

 

Und wie lange dauert das Phänomen? „Haben sich die Bienenmännchen verpaart, sterben sie. Die Weibchen dagegen beginnen jedes für sich, aber gerne in Nachbarschaft zu Artgenossinnen, mit dem Bau eines Nestes. Sie sind viel beschäftigt und daher selten zu sehen. Von ihren Aktivitäten künden kleine Erdhaufen mit einem Loch in der Mitte. Nach etwa vier Wochen ist  alles vorbei – bis zum nächsten Frühling. Nutzen Sie also jetzt die Gelegenheit, das interessante Verhalten der Tiere zu beobachten“, so der Naturschützer abschließend.

 

Wer mehr wissen will, kann sich beim NABU die Broschüre „Wildbienen – die pfiffigen Blumenfreunde“ bestellen. Darin wird leicht verständlich über die interessante Tiergruppe berichtet. Gegen Einsendung von 5 Briefmarken zu 58 Cent kann sie beim NABU Rheinhessen-Nahe bestellt werden.

 

Nester von Sandbienen
Nester von Sandbienen

Illegaler Vogelfang bei Ippesheim

Gefangener Erlenzeisig.
Gefangener Erlenzeisig.

Bei seinem morgendlichen Rundgang machte Friedhelm Wagner vom NABU Bad Kreuznach am Sonntag an der Nahe bei Ippesheim eine traurige Entdeckung: In einer Hecke hingen mehrere Lebendfallen für Singvögel. Darin gefangen ein Distelfink und ein Erlenzeisig.
"Der Fang von Singvögeln ist eine Straftat, die nach Naturschutzgesetz mit hohen Geldbußen geahndet wird. Denn sehr viele Vogelarten haben es heute schwer genug. Ihre Bestände sollten nicht auch noch durch illegalen Fang zusätzlich geschwächt werden", berichtet Wagner erbost.

Distelfinken und andere Finkenvögel sind bei manchen Vogelhaltern begehrte Heimtiere. Die Nachfrage kann jedoch nicht komplett aus Zuchten gedeckt werden. Daher kommt es auch bei uns immer wieder zu solchen Fangaktionen, bei denen oft in langer "Dunkelhaft" gehaltene Tiere als Lockvögel dienen. Der NABU Bad Kreuznach hat die Tat bei der Polizei und der Unteren Naturschutzbehörde angezeigt. Hinweise zu dieser und ähnlichen Taten und Beobachtungen nimmt die NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe entgegen. Verdächtig ist in diesem Zusammenhang die Beobachtung eines silbergrauen Kombis der Marke Audi oder VW Passat.

Snackbar in der Hecke: Wildsträucher wichtig für Vogelwelt

Wachholderdrossel (Bild: Ludwichowski)
Wachholderdrossel (Bild: Ludwichowski)

Wer in den letzten Wochen mit offenen Augen ins Land geschaut hat, hat die Vogeltrupps in Hecken und Feldgehölzen, aber auch in so manchem Garten wohl kaum übersehen.
Wachholderdrosseln und Amseln ernten noch die letzten Früchte aus den Hecken. Kleine Schwärme von Meisen, Spatzen, Grün- und Distelfinken machen sich über die verbliebenen Samenstände in den Baumkronen her.

„Aber auch Wintergäste aus kälteren Regionen, wie Bergfinken, Erlenzeisige und Seidenschwänze sind in Deutschland unterwegs und können in Rheinhessen überraschend auftauchen.Hier zeigte sich deutlich der Wert heimischer Gehölze. Hagebutten oder die Früchte von Efeu, Hartriegel und vielen mehr sind nach dem strengen Frost genau nach dem Geschmack sehr vieler Vogelarten, denn sie enthalten nun viel Zucker und Alkohol“, erklärt Rainer Michalski vom Naturschutzbund (NABU) Rheinhessen-Nahe. Trotz leuchtender Farben deutlich weniger interessant seien die Früchte von beliebten Gartensträuchern wie Feuerdorn oder Felsenmispel. Nur wenige Vögel fressen davon.

„Wer als Gartenbesitzer der Vogelwelt im Winter etwas Gutes tun will, ist also gut beraten, neben der Vogelfütterung auch heimische Wildsträucher zu pflanzen. Für Landwirte ist die Neuanlage von Hecken an Feldrändern zu empfehlen, denn diese sind in der freien Landschaft häufig Mangelware“, betont Michalski.

Gegen Einsendung von 6 Briefmarken zu 58 Cent bietet der NABU Naturfreunden die umfangreiche Broschüre „Vögel im Garten“ an. Sie enthält neben ausführlichen Empfehlungen zu heimischen Wildsträuchern auch Portraits der häufigsten Vogelarten und Hinweise zur Winterfütterung.

Die Stunde der Wintervögel 2013

Seidenschwanz (Bild: Oscar Klose)
Seidenschwanz (Bild: Oscar Klose)

 

Vom 4. bis 6. Januar ist es wieder soweit. Bereits zum dritten Mal findet bundesweit die NABU-Aktion „Stunde der Wintervögel“ statt. Auch die NABU-Gruppen in Rheinhessen rufen Naturfreunde auf, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen. 

 

Mehrere hundert naturbegeisterte Menschen von Klein bis Groß aus dem ganzen Kreis haben sich beim letzten Mal beteiligt. Im Mittelpunkt der Aktion stehen vertraute und weit verbreitete Vogelarten wie Spatz, Blaumeise, Amsel und Rotkehlchen. „Dank der Unterstützung durch die Bevölkerung kann der NABU umfangreiche Daten zur heimischen Vogelwelt gewinnen. Je mehr wir wissen, desto besser können wir uns für den Schutz der Vögel einsetzen“, sagt Rainer Michalski, Mitarbeiter in der Regionalstelle Rheinhessen-Nahe.

Wie im vergangenen Jahr verdient die Amsel auch jetzt wieder besondere Aufmerksamkeit. Auf Basis der letzten „Stunde der Wintervögel“ konnte deutschlandweit ein Rückgang der Amseln um rund 300.000 Tiere geschätzt werden.
„Betroffen war sehr wahrscheinlich auch unsere Region, wo im Januar nicht einmal halb so viele Amseln beobachtet wurden als noch bei der Zählung 2011. In Worms und südlich davon sind die Zahlen noch gravierender. Umso wichtiger ist es, dass sich auch in diesem Jahr wieder viele Menschen bei Deutschlands größter Vogelzählung beteiligen“, betont Michalski. Immer interessant seien auch die Beobachtungen von Erlenzeisigen oder Bergfinken. „Diese Wintergäste aus Nord- oder Osteuropa sind nicht jedes Jahr gleich häufig. Das hängt mit der Nahrungssituation in den Brutgebieten zusammen. Mit etwas Glück kann man sogar den exotisch anmutenden Seidenschwanz entdecken, der Ende November bereits mehrfach im benachbarten Hessen gesichtet wurde“, erklärt der Naturschützer. Das letzte Mal tauchte der Gast aus dem hohen Norden im Winter 2008/2009 in großer Zahl in Deutschland auf.


Und so funktioniert die „Stunde der Wintervögel“: Gezählt wird ausschließlich im Siedlungsbereich, also nicht im Wald oder auf dem freien Feld. Von einem ruhigen Plätzchen aus wird von jeder Vogelart die höchste Zahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig beobachtet werden konnte. Das vermeidet Doppelzählungen. Die Beobachtungen können dann telefonisch unter der Rufnummer 0800-1157115 gemeldet (5./6. Januar 10-18 Uhr) oder einfach im Internet unter www.stundederwintervoegel.de eingetragen werden.
Flyer zur „Stunde der Wintervögel“ mit einem Meldebogen für den Versand per Post
liegen in vielen Städten und Gemeinden in ganz Rheinhessen aus oder können gegen Einsendung einer 55 Cent Briefmarke bei der Regionalstelle bestellt werden.

 

Natur macht Schule - der NABU im ELG Alzey

Schüler des ELG in Arbeitsmontur
Schüler des ELG in Arbeitsmontur

Es scheint ein Montagmorgen wie jeder andere am Elisabeth-Länggässer-Gymnasium zu werden. Die erste Stunde ist gerade vorbei und die Schüler der neunten Klasse dösen in Erwartung des täglichen Trotts friedlich auf ihren Stühlen. Doch kaum öffnet sich die Tür zum Klassenraum, scheint die Müdigkeit wie verflogen. Denn da vorne an der Tafel stehen heute zwei neue Gesichter: Die Nussjagdreferentin des NABU, Ann-Sybil Kuckuk, und Christian Theobaldt von der Regionalstelle Rheinhessen-Nahe. 

Gemeinsam haben sich die beiden NABU-Mitarbeiter ein zweistündiges Programm für die fast 40 Schüler überlegt, bei dem es um den Schutz und die Wiederherstellung von Natur gehen soll. Die Jugendlichen, welche das Thema „Schöpfung“ mit ihrer Religionslehrerin Katrin Schupp gerade im Unterricht behandelten, sollten an diesem Tag einen durchweg praktischen Aspekt des Naturschutzes kennen lernen.

 

Zum Einstieg stellte Herr Theobaldt kurz die Arbeit des NABU in unserer Region vor. Gespannt lauschten die Schüler seinen Ausführungen, in denen er die Folgen der aufgeräumten Kulturlandschaft für die Natur in Rheinhessen aufzeigte. Exemplarisch wurden auch andere Probleme – wie die Bodenversiegelung, der massive Herbizideinsatz oder die Fragmentierung von Lebensräumen – angesprochen. Zum Abschluss wurde dann noch eine bunte Auswahl der vielfältigen Arbeit des NABU gezeigt.


Erst zaghaft, dann mit zunehmender Begeisterung griffen sich die Schüler der neunten Klasse die mitgebrachten NABU-Flyer und Broschüren über Tiere, Pflanzen und Lebensräume. Jede Gruppe suchte sich nach eigenen Interessen ein Thema heraus, dann wurde ausgeschnitten, geklebt und gemalt, so dass am Ende eine Stellwand mit vielen verschiedenen Naturschutzthemen gestaltet werden konnte. Als Lieblingsthema Nr. 1, sowohl von Jungen als auch Mädchen, stellte sich übrigens die Fledermaus heraus.

 

Der eigentliche Höhepunkt aber war für viele Schüler die gemeinsame Pflanzaktion im Schulgarten. Im Zuge des Projekts „Die Große Nussjagd in Rheinland-Pfalz“ sollte eine neue Hecke für die gefährdete Haselmaus gepflanzt werden. Ann-Sybil Kuckuk brachte Hartriegel, Schneeball, Hundsrose und Haselnuss zur Bestückung der über sieben Meter langen Hecke mit. In Gummistiefeln, Handschuhen und bewaffnet mit Spaten wurden die jungen Pflanzen eingegraben, womit die Grundlagen für einen neuen Lebensraum geschaffen wurden. „Die Haselmaus wird  sich hier als Waldrandbewohner wohl seltener zeigen, aber die Hecke wird mit ihren Früchten vielen anderen Tieren nutzen“, sagte Diplom-Biologin Kuckuk nach der Aktion zufrieden.

 

Den Schülern jedenfalls machte die Arbeit im Freien sichtlich Spaß. Der eine oder andere zukünftige Naturschützer war bestimmt darunter.

 

Vielfältiger Kürbisgenuss – auch für die Vogelwelt

Vielfältige Zierkürbisse (Foto: Oliver Elm)
Vielfältige Zierkürbisse (Foto: Oliver Elm)

 

Am 31. Oktober ist es wieder soweit. Halloween steht vor der Tür und damit ist es Zeit für ein ganz besonderes Gemüse, das den Menschen schon seit vielen tausend Jahren durch seine vielfältige Verwendbarkeit begeistert. Die Rede ist vom Kürbis, dessen Beliebtheit vor allem bei Kindern durch das alljährliche Gruselfest erheblich zugenommen hat.


 

In Europa wurden schon zu Zeiten von Karl dem Großen Flaschenkürbisse in den kaiserlichen Gärten angebaut, weil man von ihrer heilsamen Wirkung überzeugt war. Zum Verzehr sind diese aber nur unreif geeignet. Wie in den meisten Zierkürbissen sind in reifen Flaschenkürbissen unverträgliche Bitterstoffe enthalten, die unangenehme Bauchschmerzen und Erbrechen verursachen können. Doch ausgehöhlt und getrocknet sind sie wasserdicht und können vielfältig verwendet werden. In vielen Ländern werden daraus Musikinstrumente und Trinkgefäße gemacht. „Mit einer seitlichen Öffnung und einem Loch zum Durchziehen einer Schnur im langen Hals können Flaschenkürbisse auch als Vogelhäuschen Karriere machen. Dafür sollten sie von außen allerdings mit einem lösungsmittelfreien Klarlack oder Leinöl behandelt werden“, erklärt Rainer Michalski von der NABU Regionalstelle Rheinhessen-Nahe. „Für dieses Jahr ist es zu spät, doch wie wäre es mit selbst gezogenen Vogelhäuschen im nächsten Jahr?“

 

Der sehr bekömmliche und weitaus nahrhaftere Gartenkürbis wurde erst durch die Seefahrer aus Amerika mitgebracht und verbreitete sich schnell in vielen Sorten in ganz Europa. Jetzt im Herbst findet man Kürbisse in allen Größen und Formen auf den Märkten der Region. Das ist eine gute Gelegenheit, sich selbst von den Vorzügen der riesigen Beerenfrüchte zu überzeugen.
„Der Kürbis ist ein gesundes saisonales Essen, aus dem man leckeren Eintopf, Marmelade, Salate oder sogar Brot zaubern kann. Und nicht zuletzt macht es einen Heidenspaß, sich aus den Resten seinen ganz persönlichen Halloween-Kürbis zu schnitzen und mit einer Kerze ausgestattet als Gartenschmuck zu nutzen. Der Kreativität sind dabei fast keine Grenzen gesetzt“, sagt Michalski.  Und was macht man mit den Kernen? „Gesäubert und getrocknet sind sie ein gutes Vogelfutter mit hohem Vitamin- und Fettgehalt. Nach einer kurzen Gewöhnungsphase werden sie von vielen Vogelarten gerne angenommen. Aber legen sie einige geknackte Kerne als Ansporn mit aus“, erklärt Rainer Michalski abschließend.