Die Gewinner*innen stehen fest!

Die Jury hat sich entschieden: Das sind die Gewinner*innen unseres Fotowettbewerbs "Natur im Garten und auf dem Balkon"! Aus über 800 Einsendungen die besten 20 auszuwählen und die ersten Plätze zu ermitteln war alles andere als einfach. Klicken Sie sich durch die Bildergalerie, um die Fotografien mitsamt der Platzierungen zu sehen.

 

Die Preisträger der Plätze 1 - 5 erhalten jeweils gestaffelt Gutscheine für den NABU-Shop mit einem Gesamtwert von 500 €. Zusammen mit den Plätzen 6 - 20 (nicht in Reihenfolge dargestellt) werden diese TOP 20 in einer Schaufensterausstellung im Haus am Dom in Mainz (November) und in den Räumen des Haus des Gastes in Bad Kreuznach (Dezember) zu sehen sein. Aufgrund der aktuellen Situation können bis zu diesem Zeitpunkt noch keine genauen Termine festgemacht werden, da die Planungen nur unter Vorbehalt laufen.

 

Viel Spaß beim Durchklicken und danke an über 300 Teilnehmer*innen für die wunderschönen Bilder!

Reiche Apfelernte auf der NABU-Wiese

Die Arbeit hat sich gelohnt, und wie man sieht, sind die frischen Äpfel köstlich! Alte Apfelsorten überraschen mit einer ungeahnten Geschmacksvielfalt. Apfel-Allergiker wird freuen, dass viele davon wesentlich verträglicher sind als die neuen Hochleistungssorten  aus dem Erwerbsobstbau. Bilder: R. Sohnemann und R. Michalski

Auf der Streuobstwiese des NABU Bad Kreuznach und Umgebung bei Pfaffen-Schwabenheim wurden am letzten Samstag die Äpfel geerntet. Von nur vier Bäumen sammelten und pflückten die acht Helferinnen und Helfer stolze 351 kg der leckeren Früchte! In der Kelterei Merg wurden sie zu Apfelsaft verarbeitet. Die Streuobstwiese wurde vor 20 Jahren auf einem ehemaligen Acker am Appelbach angelegt und hat sich prächtig entwickelt. Neben Äpfeln wachsen dort Birnen, Quitten, Süßkirschen und Zwetschgen – alle als Hochstämme mit mindestens 1,6 m Stammhöhe bis zum Astansatz. Da es noch an natürlichen Baumhöhlen fehlt wurde mit Nistkästen ein Angebot für Vögel und andere tierische Bewohner geschaffen.
Vor allem in fortgeschrittenem Alter zählen Streuobstwiesen mit ihrer großen Vielfalt an alten Obstsorten zu den artenreichsten Lebensräumen in Mitteleuropa. Bis zu 5000 verschiedene Tierarten können dort eine Heimat finden! Wollen Sie eine Streuobstwiese anlegen? Umfangreiche Informationen rund um Anlage und Pflege, Sortenempfehlungen, Verwertungsmöglichkeiten und vielen weiteren Themen finden Sie hier:

 

https://www.streuobst-rlp.de/

 

 

Bohren für die Bienen - Azubis aktiv für Majas wilde Schwestern

Bilder: Hubert Willems, NABU Worms-Wonnegau

So einfach geht das: Azubis und Mitarbeiter der EWR AG haben zusammen mit dem NABU Worms-Wonnegau aus Hartholzklötzen kunstvolle Nisthilfen für Wildbienen angefertigt. Wie man sieht, kann man beim Bohren seiner Fantasie freien Lauf lassen und dekorative Muster gestalten. Das sieht gut aus und hilft den Wildbienen! Eine tolle Aktion, die man auch ganz leicht zuhause nachmachen kann – sogar ohne professionelle Werkbank. Bis zum Frühjahr ist noch jede Menge Zeit, auch für größere Projekte! 

Doch welche Materialien sind geeignet und welche Fehler sollte man vermeiden? Eine umfangreiche Anleitung zum Bau von Nisthilfen für Wildbienen (Insektenhotels) finden Sie hier.

Unterstützung für den Naturschutz im Ballungsraum - NABU Mainz und Umgebung startet Mitgliederwerbung

Ausgerüstet mit Informationsmaterial und Argumenten für den Naturschutz wird ein Team von Studierenden im Auftrag des Naturschutzbundes (NABU) in den kommenden Wochen in der Stadt Mainz und den Verbandsgemeinden Nieder-Olm und Bodenheim in den Haushalten vorsprechen. Das professionelle Werbeteam sammelt kein Geld und ist dazu auch nicht berechtigt. Das Team trägt im Dienst blaue NABU-Kleidung und kann sich ausweisen. Ebenso werden bei den Gesprächen besondere Sicherheitsmaßnahmen aufgrund des Corona-Geschehens selbstverständlich beachtet.

 

Wir freuen sich über jede tatkräftige Unterstützung für seine Naturschutzarbeit. Besonders die Pflege und Entwicklung des großen Biotopkomplexes bei Jugenheim in Rheinhessen bestehend aus Trocken- und Feuchtwiesen, Wald und Gewässern ist ein Schwerpunkt der Arbeit. Aber auch Stadtnaturprojekte wie die Mainzer Zitadelle oder die Grüne Brücke in der Mainzer Neustadt sind Schwerpunkte unserer Arbeit. Durch unsere Mitglieder verleihen wir der Natur in der Stadt eine Stimme in der Öffentlichkeit, die hoffentlich immer stärker werden wird.

 

Naturkundliche Exkursionen, Vorträge und Kinderaktionen sind fester Bestandteil der Vereinsarbeit, auch wenn diese Aktionen zur Zeit coronabedingt vielfach ausgesetzt sind.

 

 

In den vergangenen Monaten haben viele Bürgerinnen und Bürger den Wert der heimischen Natur schätzen gelernt und wir hoffen, dass möglichst viele Menschen durch eine Mitgliedschaft diesem Erhalt ihre Stimme leihen.

Fledermausrettung mit Sockenturm

Der Sockenturm wurde auf der Spitze eines Schwenkgrills montiert. Und tatsächlich kam die Mutter nach Einbruch der Dunkelheit und holte ihr Kind ab.  Das Junge kroch seitlich unter den Bauch der Mutter. (Bilder: Daniel Beier)
Dass der Lufttransport tatsächlich funktioniert zeigt das dritte Bild, das uns freundlicherweise von Harald Becker  aus Gau-Odernheim zur Verfügung gestellt wurde. Wer genau hinschaut erkennt das dunklere Jungtier, das quer unter dem Bauch der Mutter hängt.

Die Zeit der Fledermaus-Wochenstuben hat begonnen. Aber was sind Wochenstuben? Das sind die Orte, wo weibliche Fledermäuse gemeinsam ihre Jungen aufziehen. Je nach Fledermausart befinden sich Wochenstuben in Spalten an Gebäuden, Dachstühlen oder Baumhöhlen. Immer wieder kommt es vor, dass im Umkreis solcher Wochenstube Fledermausbabys  gefunden werden - und dann ist guter Rat teurer. 
So einen Fall hatte NABU-Fledermausbotschafter Daniel Beier vom NABU Rhein-Selz vor wenigen Tagen in Dexheim. Vor Ort stellte er fest, dass es sich bei dem Findelkind um eine junge Zwergfledermaus handelte. Nach einer kleinen Bastelarbeit wurde ein sogenannter Sockenturm errichtet - eine mit einer Socke überzogene Flasche mit lauwarmem Wasser, die an einem erhöhten Ort in der Nähe des Fundplatzes in eine ausbruchssichere Kunststoffwanne gestellt wurde. Darauf wurde das Jungtier bei Sonnenuntergang gesetzt - und die Aktion war ein voller Erfolg: Sofort rief die kleine Fledermaus nach ihrer Mutter, die sie nach 30 Minuten abholte und per Luftfracht zurück ins Quartier brachte.

Fotowettbewerb: Natur rund ums Haus

Was summt und brummt, piepst und fiepst, wächst und blüht in den Gärten und auf den Balkonen in der Region? Das will die NABU Regionalstelle Rheinhessen-Nahe im Rahmen eines Fotowettbewerbes erfahren und sucht die schönsten Amateurfotografien aus Rheinhessen und dem Naheland. Unter dem Motto „Natur im Garten und auf dem Balkon“ sind alle Fotoamateure und -amateurinnen dazu aufgerufen, die Pflanzen- und Tierwelt in ihrem privaten Umfeld zu erkunden und mit der Kamera oder dem Smartphone festzuhalten. „Nehmen Sie sich etwas Zeit und schauen Sie genau hin. Entdecken Sie wunderschöne Pflanzen, faszinierende Insekten, neugierige Vögel und vieles mehr - Die Vielfalt ist oft größer als man denkt“, erklärt Regionalstellenleiter Rainer Michalski.
Neben dem Spaß an der Teilnahme winken attraktive Preise im Wert von 500 Euro und die Veröffentlichung der Bilder im Rahmen einer Ausstellung.


Zugelassen sind Fotografien, die im Jahr 2020 in Rheinhessen und dem Naheland entstanden sind. Bis einschließlich 15. September können pro Teilnehmer/-in bis zu 3 Fotos per E-Mail an Fotowettbewerb@NABU-RLP.de eingereicht werden. Die Bilder sollten im JPG-Format vorliegen und eine minimale Breite von 1000 Pixel haben. Die Dateigröße sollte 6 MB nicht überschreiten. Verpflichtende Angaben sind Name, Anschrift, Aufnahmeort und Datum der Aufnahme. Die ausführlichen Teilnahmebedingungen sind zu finden unter www.nabu-rheinhessen.de/fotowettbewerb. Dort werden auch alle eingeschickten Bilder in einer Galerie zu sehen sein.

 

 

Teilnahmebedingungen

Jungvögel bitte sitzen lassen!

Auch wenn die junge Bachstelze allein auf der Wiese hockt - Mama weiß genau, wo sie sitzt und kommt mit Futter. Bild: Andreas Trepte, NABU
Auch wenn die junge Bachstelze allein auf der Wiese hockt - Mama weiß genau, wo sie sitzt und kommt mit Futter. Bild: Andreas Trepte, NABU

Es piept wieder überall! In Nistkästen und Gebüschen bettelt der Vogelnachwuchs um Futter, viele Jungvögel haben das Nest schon verlassen. Beim NABU häufen sich nun die Anrufe von Naturfreunden, die vermeintliche Vogelwaisen aufgelesen haben.

 

Doch meist trügt der Schein: Die Jungen vieler Vogelarten verlassen ihr Nest bevor sie fliegen können und verteilen sich in der Umgebung. Mit den Eltern halten sie durch leise Rufe Kontakt. Lediglich wenn Gefahr im Verzug ist, sollte man Jungvögel an einem geschützten Platz in der Nähe absetzen.

 

Nur ganz selten sind Jungvögel tatsächlich verlassen. Erst wenn nach mehrstündiger genauer Beobachtung kein Zweifel besteht, dass das Junge nicht mehr versorgt wird, könne es in Obhut genommen werden.

 

Wer einen Jungvogel aufnimmt muss sich im Klaren sein, dass die Aufzucht aufwändig ist und die Vogeleltern nicht ersetzen kann! Die beste Hilfe ist immer noch ein naturnahes Umfeld, in dem Jungvögel Deckung und Nahrung finden.

 

Wer mehr über die Vögel im Siedlungsbereich und ihre Bedürfnisse wissen will, erhält bei Einsendung von vier Briefmarken zu 80 Cent an die NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91, 55234 Albig, die informative Broschüre „Vögel im Garten“. 

 

 

 

Achtung Jungtiere! Brut- und Setzzeit hat begonnen.

Nicht anfassen! Auch wenn sie verlassen wirken - in den allermeisten Fällen brauchen Rehkitze keine Hilfe.   Bild: NABU/CEWE Gerd Wartha
Nicht anfassen! Auch wenn sie verlassen wirken - in den allermeisten Fällen brauchen Rehkitze keine Hilfe. Bild: NABU/CEWE Gerd Wartha

Sie hat begonnen: Die Brut- und Aufzuchtzeit von Vögeln und anderen Wildtieren, welche insbesondere bis Mitte Juli sehr störempfindlich sind. Doch gerade jetzt zieht es besonders viele Menschen nach draußen. Da sind Konflikte vorprogrammiert. Was können wir dagegen tun? Rücksicht nehmen!
In dieser sensiblen Zeit sollte
man beim Spazieren gehen oder beim Radfahren auf den Wegen bleiben, Hunde sollten angeleint werden. Es kommt leider immer wieder vor, dass z.B. Rehkitze bis zur Erschöpfung gehetzt, der Nachwuchs bodenbrütender Vogelarten getötet oder Elternvögel aufgeschreckt werden, weil bei Hunden der Jagdtrieb erwacht und Rufe von Herrchen oder Frauchen keine Wirkung zeigen. Aufgeschreckte Elternvögel verlassen z.B. ihre Nester und können Eier oder Jungvögel nicht mehr vor dem Auskühlen schützen. 

Übrigens: Jungtiere, die scheinbar hilflos sind, sind es oftmals gar nicht. Sind sie nicht offensichtlich verletzt oder einer akuten Gefahr ausgesetzt, sollten sie zunächst an Ort und Stelle belassen werden, während das Geschehen ggf. aus weiter Entfernung beobachtet wird. Säugetiere sollten von uns nicht berührt werden, damit sie von den Muttertieren nicht verlassen werden. 

 

Besuchen Sie unseren Instagram Channel!

Seit gut einer Woche sind wir mit unserem Account nabu.rheinhessen.nahe auch auf Instagram vertreten. Dort posten wir regelmäßig aktuelle Naturbeobachtungen, Gartentipps und Wissenswertes rund um den regionalen Natur- und Artenschutz. Aktionen und Neuigkeiten der NABU Gruppen unserer Region werden ebenfalls in unserem Channel auftauchen. Außerdem planen wir interaktive Strories mit Umfragen oder beispielsweise einem Vogelstimmenquiz. Auch wenn aktuell unsere Verantaltungen und Aktionen ausfallen müssen, so steht der Naturschutz natürlich nicht komplett still. Wir freuen uns über Ihren Besuch! Haben Sie einen Instagram-Account? Dann folgen Sie uns gerne, um auf dem Laufenden zu bleiben.

 

Hier eine  Auwahl unserer letzten Postings:

 

Unsere ersten Postings

 

Post vom 27.03.2020

 

"Hallo! Wir sind die NABU Regionalstelle Rheinhessen-Nahe. Von Albig aus vernetzen und unterstützen wir die NABU Gruppen unserer Region. Dazu zählen die NABU Gruppen Alzey, Bad Kreuznach, Bingen, Mainz, Rhein-Selz und Worms-Wonnegau. 🌿


Was euch hier erwartet? Informationen zu Veranstaltungen, Tier- und Pflanzenbeobachtungen, Tipps für euren Garten und Angeberwissen rund um die Natur - und das alles regional. Schön, dass ihr hier gelandet seid! 🌿

 

📸 Schlehenblüte © Rainer Michalski"


 

Post vom 28.03.2020

 

"Der Frühling gestaltet sich zurzeit anders, als viele es sich vorgestellt haben. Doch immerhin die Natur bekommt erstmal nichts vom Social Distancing mit: So auch dieses Männchen der Gehörnten Mauerbiene (Osmia cornuta), das darauf wartet, sich mit den bald schlüpfenden Weibchen zu paaren. Bei vielen Wildbienenarten schlüpfen die Männchen zuerst und patrouillieren an den Nestern, um die Weibchen nicht zu verpassen.

 

📸 Männchen der Gehörnten Mauerbiene © Elisabeth Schröder"


 

Post vom 30.01.2020

 

"Schade - alle Veranstaltungen des NABU sind bis Ende April 2020 abgesagt. Das betraf auch den geplanten Aufräumtag am Gräfenbach zwischen Hargesheim und Gutenberg. Seit 27 Jahren (!) entfernt hier der NABU Bad Kreuznach haufenweise Zivilisationsmüll aus der Bachaue. Hier seht ihr ein fast schon historisches Bild aus dem Jahr 2006! 📸
Ob ihr in diesen Tagen alleine oder zu zweit spazieren geht - haltet doch mal die Augen offen und nehmt die ein oder andere Plastikverpackung mit zur nächsten Mülltonne. Die Natur wird es euch danken! 🌿

 

📸 © Martin Krohne"


Post vom 01.04.2020

 

"Nun fliegen sie wieder: Die wunderschönen Tagpfauenaugen haben als Schmetterlinge überwintert und flattern wie jeden Frühling auch bei uns als eine der ersten Schmetterlingsarten durch die Lüfte.

Wie auch Kleiner Fuchs, Landkärtchen und C-Falter benötigen sie als Futter für ihre Raupen Brennnesseln. In „aufgeräumten” Gärten und Landschaften fehlt ihnen oft die Lebensgrundlage. Ihr habt Brennnesseln im Garten? Super! Dort fühlen sich die Raupen wie im Schlaraffenland.

 

📸 Tagpfauenauge  © Alexander Fleischmann"

Frühling entdecken

Frühlingsbote: Die Weinbergs-Traubenhyazinthe (Bild: R. Michalski)
Frühlingsbote: Die Weinbergs-Traubenhyazinthe (Bild: R. Michalski)

Auch wenn aufgrund der Corona-Krise momentan alles auf den Kopf gestellt zu sein scheint:
Der Frühling ist da und es gibt viel zu entdecken - auch im Garten und sogar auf dem Balkon.  Die Vögel singen, Bäume blühen und die ersten Falter und Wildbienen sind unterwegs.
Vielleicht bietet sich nun auch die Gelegenheit, lang gehegte Pläne für mehr Natur in Ihrem Umfeld umzusetzen?
Zahlreiche Tipps für Naturfreunde hat der NABU unter diesem Link zusammengestellt:

 

https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/natur-erleben/27778.html

 

Wenn Rausgehen nicht geht:

https://www.najuversum.de/

Hier gibt es unter anderem Spiele, Filme, Podcasts oder spannende Online-Exkursionen für Kinder. So lässt sich Natur auch von Zuhause aus erleben. Reinschauen lohnt sich!

 

Viel Spaß beim Entdecken wünscht das Team der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe
Bleiben Sie gesund!

Absage Jahreshauptversammlung NABU Mainz und Umgebung

Achtung Terminabsage

 

 

 

Die Jahreshauptversammlung des NABU Mainz und Umgebung e.V. am 19.03.2020 im Naturhistorischen Museum Mainz wird hiermit vom Vorstand abgesagt und verschoben.

 

 

 

Aufgrund der Allgemeinverfügung der Stadt Mainz und den Empfehlungen der Gesundheitsbehörden wird die JHV abgesagt und auf einen späteren, noch festzulegenden Termin im Jahr 2020 verschoben. Alle Mitglieder werden sobald als möglich form- und fristgerecht mit neuer Einladung über den neuen Termin informiert werden.

 

 

 

Für den Vorstand

 

Christian Henkes

 

Vorsitzender

 

Jetzt für die Vögel aktiv werden!

Bild:  Bert Schreck/NABU
Bild: Bert Schreck/NABU

Viele Menschen sehen mit Sorge den Rückgang bei etlichen Vogelarten und fragen sich, wie sie in ihrem privaten Umfeld helfen können. Doch beinahe jeder kann etwas tun! Mit Vogelfütterung und Nistkästen sind die Möglichkeiten noch lange nicht ausgeschöpft. So kann man etwa über die richtige Bepflanzung des Gartens mit heimischen Gehölzen den Vögeln Nistplätze und Nahrung bieten und unterstützt damit auch Bienen, Schmetterlinge, Igel und viele andere Tierarten. Zahlreiche Beispiele und nützliche Tipps - nicht nur für Vogelfreunde - sind in der 60 Seiten starken NABU-Broschüre „Vögel im Garten“ kompakt gebündelt. Natürlich enthält das Heft auch die bewährten Baupläne für Vogelnistkästen und Tipps zur richtigen Aufhängung. Daneben werden die häufigsten Vogelarten im Siedlungsbereich und ihre Ansprüche an Haus und Garten vorgestellt. Die Broschüre kann gegen Einsendung von 4 Briefmarken zu 80 Cent bestellt werden bei der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91, 55234 Albig. Alle Einsender erhalten zudem ein großes Vogelposter, das die häufigsten Arten im Siedlungsraum zeigt - ideal vor allem für Kinder.

 

Wildsträucher für mehr Natur im Garten

Bild: R. Michalski/NABU
Bild: R. Michalski/NABU

Heimische Sträucher im Garten helfen der Tierwelt, vor allem Insekten und Vögel profitieren davon. Hinzu kommt, dass Wildrosen, Weißdorn, Schneeball und einige mehr nicht nur wertvoll für die Natur sind, sondern dank ihrer Blüten, Früchte und wegen der bunten Laubfärbung auch im Herbst dekorativ.

Bienen und andere Insekten finden in ihren Blüten reichlich Nektar und Pollen, zahlreiche Schmetterlingsarten legen an den Blättern ihre Eier ab. Mönchsgrasmücke, Heckenbraunelle, Rotkehlchen und andere Heckenbrüter finden darin Schutz für ihr Nest, und die Früchte locken nicht nur Vögel zum Festschmaus.

Man kann heimische Wildsträucher also kaum genug loben und sollte sie nicht als unnützes Gestrüpp abtun! Schon ein einzelner Strauch ist eine Bereicherung für den Garten, doch gilt in diesem Fall auch, dass mehr Sträucher – am besten von verschiedenen Arten - auch mehr bewirken. Im Frühjahr ist Pflanzzeit, doch planen Sie jetzt schon! Zahlreiche Tipps - nicht nur zu heimischen Sträuchern, sondern auch zu Stauden und zur Anlage einer Blumenwiese - enthält die NABU-Broschüre „Gartenlust“, die gegen Einsendung von 4 Briefmarken zu 80 Cent bestellt werden kann. Adresse: NABU Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91, 55234 Albig

Problematisches Nistmaterial - Plastikmüll als Gefahr für die Vogelwelt

Im Sommer sind sie gut zwischen den grünen Blättern von Bäumen, Büschen und Hecken verborgen, doch wenn das Laub gefallen ist, fallen die verlassenen Vogelnester auf. Was man da bei genauer Betrachtung an unterschiedlichen Konstruktionen zu sehen bekommt, ist erstaunlich, zugleich aber auch deprimierend: Alle möglichen von den Menschen achtlos weggeworfenen oder vergessenen Plastikteile und Schnüre werden von Vögeln bedenkenlos als Nistmaterial genutzt.

Wer macht sich schon Gedanken darüber, dass diese unnatürlichen Baumaterialien bereits während des Sammelns und Einbringens in das zukünftige Nest für die Vogeleltern gefährlich sind?

Im Nest picken die Küken an den Plastikteilen, und gelangen Partikel davon in ihre Mägen, kann das zu tödlicher Verstopfung führen. Zudem lassen verbaute Plastikfolien das Regenwasser schlechter abfließen. Das Nest bleibt feucht, im schlimmsten Fall bleibt Wasser darin stehen - mit fatalen Folgen für den Nachwuchs. Alt- wie Jungvögel können sich in Schnüren und Netzen verheddern und gehen elend zugrunde.

Wir wissen es längst: Folien, Netze, Schnüre und Bänder aller Art schaden nicht nur den Vögeln. Müll gehört nicht in die Natur! 

 

Delegation aus Japan zu Besuch beim NABU Worms-Wonnegau

Bild: Hiroto Ono
Bild: Hiroto Ono
Die Wanderfalken am Dom wurden von Delegationsmitglied Yuki Yoshida im Bild festgehalten.  Bild: R. Michalski
Die Wanderfalken am Dom wurden von Delegationsmitglied Yuki Yoshida im Bild festgehalten. Bild: R. Michalski

Bei typischem Novemberwetter besuchte eine Delegation japanischer Natur- und Umweltschützer am 11. November den NABU in Rheinhessen. Für ihre Verdienste in verschiedenen nicht-staatlichen Umweltorganisationen  wurden sie von der Umweltstiftung der Supermarktkette „Seven-Eleven“ mit einer einwöchigen Bildungsreise zu den Themen Natur- und Umweltschutz belohnt. Auf dem Programm stand diesmal ein Besuch der innerstädtischen Projekte des NABU Worms-Wonnegau. Am Dom stellten Matthias Bösl und Dr. Hilmar Kienzl der trotz Wind und Kälte sehr interessierten Gruppe die gelungenen Maßnahmen für Mauersegler und Wanderfalken vor während sich am Himmel Wanderfalken und Krähen eine Verfolgungsjagd lieferten. Im Anschluss ging es zum Hauptgebäude  des Energieversorgers EWR. Das Unternehmen war von den Wormser Umweltverbänden für die naturnahe Gestaltung des Geländes um das Hauptgebäude mit dem "Wormser Umweltstar" ausgezeichnet worden. Hier erläuterten Jutta Wostbrock (NABU) und Erik Müller (EWR) das gelungene Projekt. Nach einem gemeinsamen Mittagessen ging es weiter zur NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe in Albig, wo das Thema Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Fokus stand. Bei einer Kellerbesichtigung und einer Weinprobe im Albiger Weingut Jung & Knobloch ging es um das hochaktuelle Thema Nachhaltigkeit. Die zahlreichen Maßnahmen zur Energieeinsparung ließen nicht nur die japanischen Gäste staunen. Der gelungene Tag endete bei einem gemeinsamen Abendessen in Mainz. 

NABU würdigt Katholische Kirchengemeinde St. Pirmin in Eimsheim für Artenschutz

Von links nach rechts: Barbara Geiger, Pfarrer Markus Warsberg, Wolfgang Schmitt und Uwe Zentel. Bild: Katja Zentel
Von links nach rechts: Barbara Geiger, Pfarrer Markus Warsberg, Wolfgang Schmitt und Uwe Zentel. Bild: Katja Zentel

 

Während im Erdgeschoss Gottesdienst gefeiert oder ein Bund fürs Leben geschlossen wird, ziehen in den oberen Stockwerken weitere treue Kirchgänger ihren Nachwuchs groß. Und das fast unbemerkt. 

Seit fünf Jahren bietet der Kirchturm von St. Pirmin in Eimsheim Lebensraum für Schleiereule und Turmfalke. Eulenfreunde des NABU Rhein-Selz installierten im Februar 2014 jeweils einen Nistkasten für Schleiereulen und Turmfalken im Kirchturm. Seitdem konnten mindestens 24 junge Schleiereulen und 15 junge Turmfalken flügge werden.

Im Anschluss an die Sonntagsmesse Anfang November wurde das Projekt der Kirchengemeinde durch die NABU-Vorsitzende Barbara Geiger und Eulenschützer Uwe Zentel vorgestellt. Anschließend erhielten Pfarrer Markus Warsberg und Wolfgang Schmitt vom Küsterteam der Pfarrgemeinde die Ehrenurkunde und Plakette zur Aktion. 
So wurde die unkomplizierte Unterstützung von Seiten der katholischen Kirchengemeinde und im Besonderen von Familie Schmitt gewürdigt.

Mit der Aktion „Lebensraum Kirchturm“ setzt sich der NABU für die Sicherung von Nistplätzen bedrohter Arten ein. Denn Kirchtürme sind optimale Orte, um Niststätten für Schleiereulen, Turmfalken, Fledermäuse, und Dohlen sowie auch für weitere Arten wie z.B. Mauersegler, Schwalben oder Spatzen einzurichten. Schleiereulen sind auf Kirchtürme ganz besonders angewiesen, da die modernen Scheunen keine Brutplätze oder Schlafplätze mehr bieten. Auch unsere Turmfalken als Felsbrüter finden Kirchtürme deswegen richtig gut.  

Ins Leben gerufen wurde die Aktion im Jahr 2007 mit dem Beratungsausschuss für das deutsche Glockenwesen. Seitdem wurden bundesweit über 1000 Kirchen ausgezeichnet. Kirchen, die sich durch Schutz, Erhaltung oder Neuschaffung von Nistmöglichkeiten besonders für den Artenschutz einsetzen, werden mit einer Urkunde ausgezeichnet und erhalten eine Plakette, die sie an ihrer Kirche anbringen können.

Bisher wurden in der Verbandsgemeinde Rhein-Selz folgende Kirchen ausgezeichnet:

Evangelische Kirche in Dienheim, Katharinenkirche Oppenheim, Evangelische Kirche Dexheim, Evangelische Kirche Friesenheim und die Evangelische Kirche in Schwabsburg.

 

 

 

Sehenswerter Vortrag: Schmetterlinge im Kreis Mainz-Bingen

Von links nach rechts: Aurorafalter, Schachbrett, Landkärtchen, Kleiner Fuchs, Zitronenfalter, Kurzschwänziger Bläuling, Kleines Wiesenvögelchen, Admiral, Tagpfauenauge  - alle Bilder von Wolfgang Düring
Von links nach rechts: Aurorafalter, Schachbrett, Landkärtchen, Kleiner Fuchs, Zitronenfalter, Kurzschwänziger Bläuling, Kleines Wiesenvögelchen, Admiral, Tagpfauenauge - alle Bilder von Wolfgang Düring

Für Dienstag, 5. November um 19 Uhr lädt der NABU Rhein-Selz alle Naturfreunde zu einem Vortrag der ganz besonderen Art: Schmetterlinge sind die auffälligsten und für viele Menschen auch die schönsten Insekten überhaupt. Der Schmetterlingsexperte Wolfgang Düring stellt in zahlreichen faszinierenden Bildern die bunte Artenvielfalt, Entwicklungsformen und Lebensweise der Tagfalter im Kreis Mainz-Bingen vor. Sehen Sie nicht nur die Schmetterlinge, sondern auch ihre Eier und Raupen in detailreichen Makroaufnahmen! Natürlich kommt im Vortrag auch das Thema Naturschutz nicht zu kurz, denn der Schutz der Insekten ist heute wichtiger denn je. Veranstaltungsort ist das Altenzentrum der Stiftung Zivilhospital, Jakob-Steffan-Platz 1 in Oppenheim. Die Teilnahme am Vortrag ist kostenlos, für freiwillige Spenden für den Naturschutz steht eine Spendenbox bereit.

Ausgebüxt oder blinder Passagier? Exotische Heuschrecke in Rheinhessen

Ägyptische Knarrschrecke, gefunden in Wöllstein.   Bild: H.Sporrenberg
Ägyptische Knarrschrecke, gefunden in Wöllstein. Bild: H.Sporrenberg

Eine besondere Entdeckung machte eine ältere Dame aus Wöllstein Anfang Oktober auf ihrer Terrasse: Da saß eine mit gut acht Zentimetern Länge beeindruckend große Heuschrecke.  Doch ein Heupferd war das nicht! Der erfahrenen Naturfreundin fiel sofort auf, dass dieses Tier nicht zu einer heimischen Art gehört. Daher  machte sie Fotos und meldete ihren Fund an die NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe.  NABU-Mitarbeiter Rainer Michalski bestimmte das Tier als Ägyptische Knarrschrecke (Anacridium aegyptium), der Heuschreckenexperte Dr. Carsten Renker vom Naturhistorischen Museum Mainz bestätigte die Bestimmung.
Nachweise dieser Art aus Deutschland gibt es bisher nur wenige, denn eigentlich ist sie im Mittelmeergebiet zu Hause. Dort zählt sie zu den häufigen Heuschreckenarten und ist in mit lockerer Vegetation bestandenem Gras- und Buschland zu finden. Doch wie kommt sie dann nach Wöllstein? Einerseits reisen immer wieder einzelne Tiere  als blinde Passagiere  mit Warentransporten bei uns ein.  Andererseits werden Ägyptische Knarrschrecken als Futtertiere für Reptilien immer beliebter und es gibt einen regen Handel damit. Zurzeit sind die Winter in Rheinhessen noch zu kalt für diese Art, doch wer weiß, was der Klimawandel noch bewirkt?

Fehlalarm in Rheinhessens Küchen

Bernstein-Waldschabe | Foto: Ursula Gönner/naturgucker.de
Bernstein-Waldschabe | Foto: Ursula Gönner/naturgucker.de

Ab Juli waren sie auf einmal überall: An der Biotonne, auf der Terrasse, im Garten, in der Wohnung.... Bernstein-Waldschaben  (Ectobius vittiventris) dürften im letzten Sommer in vielen Haushalten für panische Aufräum- und Reinigungsaktionen gesorgt haben. Für die ursprünglich im Mittelmeerraum beheimateten Neubürger war die trocken-heiße Witterung optimal. Auf den ersten Blick sind sie leicht mit den als Schädlingen zurecht gefürchteten Deutschen Schaben (Kakerlaken) zu verwechseln, und das macht die etwa einen Zentimeter langen, hellbraunen Tierchen mit den langen Fühlern nicht unbedingt zu Sympathieträgern. Doch Panik ist in diesem Fall fehl am Platze, denn Bernstein-Waldschaben sind lästig, aber harmlos. Sie knabbern am liebsten an abgestorbenen Pflanzenteilen herum, von denen es im Garten ein reiches Angebot gibt. Sie halten sich tagsüber in der Regel gut versteckt.

Wenn sie in ihrem Versteck unter Biotonnen, Blumentöpfen oder Steinen gestört werden, flitzen sie rasant in die nächste Deckung. In der Nacht werden sie aktiv und gehen auf Nahrungssuche. Vom Lichtschein angezogen verirren sie sich dann auch in menschliche Behausungen, sei es zu Fuß oder fliegend. Doch was den Menschen gefällt ist für die Bernstein-Waldschaben nicht geeignet. In Wohnungen gehen sie in der Regel nach wenigen Tagen an Nahrungsmangel zugrunde. Aber wie erkenne ich, dass ich es nicht mit Schädlingen zu tun habe? Ein Blick auf den Halsschild (das ist der "Kragen" hinter dem Kopf) gibt Aufschluss: Gut sichtbar finden sich dort bei der Deutschen Schabe zwei schwarze Längsstreifen, die der Bernstein-Waldschabe fehlen.
 
Nymphe der Bernstein-Waldschabe | Foto: F. Schulz/naturgucker.de
Nymphe der Bernstein-Waldschabe | Foto: F. Schulz/naturgucker.de

Viel mehr als Abfall: Herbstlaub im Garten

Bild: Eric Neuling, NABU
Bild: Eric Neuling, NABU

Es ist wieder soweit: Die ersten Herbststürme lassen die farbenprächtigen Blätter der Bäume und Sträucher zu Boden segeln. Doch für viele Gartenbesitzer bedeutet das Laub nur ärgerliche Arbeit - dabei sind die fallenden Blätter eine Bereicherung für Tier- und Pflanzenwelt!

 

„Herbstlaub trägt zu mehr Naturnähe im Garten bei“, meint Elisabeth Schröder von der NABU Regionalstelle Rheinhessen-Nahe. So sei Laub, zusammengerecht zu einem Haufen und mit Ästen versetzt, nicht nur ein Winterquartier für den Igel, unter Sträuchern und im Staudenbeet verteilt schütze es auch die dort lebenden Tiere vor Frost. „Die Kleintiere im Laub sind eine wertvolle Nahrungsquelle für Vögel, Regenwürmer zersetzen die Blätter zu wertvollem Humus. Während Laub Rasenflächen schadet und von Gehwegen entfernt werden sollte, kann man es unter Sträuchern einfach liegen lassen“, so Schröder. Es verbessert auch im Gemüsebeet das Nährstoffangebot im Boden und unterdrückt Unkraut. Das restliche Laub kann dann im Frühjahr kompostiert werden. Jedoch sind Blätter von Eichen und Walnussbäumen durch ihren hohen Gerbsäuregehalt für diese Zwecke nicht geeignet. Wer sein Laub entfernen will, sollte unbedingt auf Laubsauger verzichten, da sie die Blätter zerkleinern - und damit auch alle daran sitzenden Tiere.

 

Ein Faulbaum für den Frühling

Bild: Norman Schiwora/NABU
Bild: Norman Schiwora/NABU

Der jetzt beginnende Herbst ist für alle Gartenbesitzer die beste Zeit, um neue Gehölze zu pflanzen. Bis zum Frühling haben diese dann genügend Zeit, um anzuwurzeln. Der NABU ruft dazu auf, bei den anstehenden Pflanzaktionen im eigenen Garten vorrangig heimische Gehölze und Sträucher zu verwenden.

„Heimische Gehölze wie der Faulbaum, die Kornelkirsche oder der Weißdorn sind Futterplatz und Kinderstube für viele Insekten wie z.B. Schmetterlinge und deren Raupen“, so Christian Henkes von der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe. Zudem bieten die Früchte willkommene Nahrung für die Gartenvögel. In Zeiten des Arten- und Insektensterbens kann so auch der eigene Garten einen Beitrag für das Überleben vieler Arten leisten.

Ebenso ist nun die Zeit, um Blumenzwiebeln in den Boden zu bekommen. Gerade die früh im Frühling blühenden Arten wie Winterling, Krokus oder Blaustern sind wichtige erste Nektartankstellen für Wildbienen und Hummeln nach dem Winter.

 

Wer Ideen für heimische Gehölze und eine naturnahe Gartengestaltung haben möchte, der findet reichlich Inspiration in der NABU-Broschüre "Gartenlust". Sie kann für 4 x 0,80 € in Briefmarken bei der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91, 55234 Albig bestellt werden.

Gottesanbeterin: Erneut zahlreiche Meldungen

Gottesanbeterin am Markthaus der Diakonie in Bad Kreuznach | Bild: Michael A. Ottenbreit
Gottesanbeterin am Markthaus der Diakonie in Bad Kreuznach | Bild: Michael A. Ottenbreit

Die Europäische Gottesanbeterin kam bis vor einigen Jahren nur noch an wenigen Stellen in Deutschland regelmäßig vor, etwa am Kaiserstuhl oder in der Südpfalz. Doch nun breitet sich die wärmebedürftige Art mit Verbreitungszentrum im Mittelmeerraum im Zuge des Klimawandels wieder nach Norden aus. Aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert gibt es einzelne Belege aus Rheinhessen und dem Nahegebiet. Seit einigen Jahren sammelt die NABU Regionalstelle Rheinhessen-Nahe Meldungen der Europäischen Gottesanbeterin in Rheinhessen und dem Naheland.

Braune Gottesanbeterin in Bad Kreuznach | Bild: Sissi Steuerwald
Braune Gottesanbeterin in Bad Kreuznach | Bild: Sissi Steuerwald

 

So auch in diesem Jahr:  Michael A. Ottenbreit fand ein braunes Exemplar am Fenster des Diakonie-Markthauses in Bad Kreuznach. Sein Foto zeigt die Gottesanbeterin aus einer neuen Perspektive. Frau Sissi Steuerwald beeindruckte eine ebenfalls braune Gottesanbeterin in ihrem eigenn Garten.  Ein grünes Individuum fand Tanja Diel in Flonheim vor ihrer Haustür. Andreas Hänel sichtete gleich mehrere Gottesanbeterinnen, wenn auch an unterschiedlichen Tagen: Ein grünes Exemplar in Nierstein und ein braunes in Alzey. Die unten angezeigte Karte illustriert weitere Funde in unserer Region.  Weitere Meldungen der Europäischen Gottesanbeterin sind uns weiterhin willkommen und werden nachträglich in die Karte eingetragen.

Grüne Gottesanbeterin in Flonheim | Bild: Tanja Diel
Grüne Gottesanbeterin in Flonheim | Bild: Tanja Diel

Karte

Bildergalerie

Video aus Merzig

Gefilmt von Markus Biewer in Merzig

Lust auf Garten - NABU Tipps im August

Natternkopf mit Dunkler Erdhummel | Bild: Stefan Knipf/naturgucker.de
Natternkopf mit Dunkler Erdhummel | Bild: Stefan Knipf/naturgucker.de
Beispiel für eine Insektentränke |  Bild: Lara Munsch
Beispiel für eine Insektentränke | Bild: Lara Munsch

Bunte Blüten, herrliche Düfte und schattenspendendes Grün - so mancher Gartenbesitzer wird die vergangenen Sommertage zum Entspannen oder Werkeln im eigenen Garten genutzt haben. Wem die Natur dabei am Herzen liegt, der kann auch mit wenig Aufwand seinen Garten ökologisch aufwerten.

 

In den warmen Augusttagen können sich Vögel in einer flachen Schale mit Wasser abkühlen. Bienen, Schmetterlinge und Käfer freuen sich über eine Insektentränke: Dafür Murmeln oder kleine Steine als trockene Inseln in ein Schälchen legen und täglich mit frischem Wasser auffüllen. Auch Wasser in der Vogeltränke sollte im Idealfall täglich aufgefrischt werden. Eine bunte Blumenwiese spendet Wildbienen und Hummeln Nektar als Nahrung und muss maximal zweimal im Jahr gemäht werden - schon ein kleiner Bereich im Garten, in dem so ein "Wildwuchs" zugelassen wird, bietet vielen Kleinstlebewesen ein Zuhause. Wer Schädlinge in diesen Tagen im Schach halten will, sollte nicht zur Giftspritze greifen, denn diese gefährdet Wildbienen und andere Nützlinge im Garten. Schädlinge lassen sich durch Mischkulturen und das Fördern von Nützlingen wie Marienkäfern und Ohrwürmern eindämmen, während Pflanzen mit Jauchen und Brühen gestärkt werden können. Auch Laubsauger, Mähtraktoren und Häcksler bringen vielen nützlichen Kleintieren wie Käfern, Würmern und Spinnen den Tod - von Lärm, Abgasen und Energieverbrauch ganz zu schweigen. Handmäher, Rechen und Sense sind gute Alternativen zum PS-Garten.

Diese und weitere Tipps zur Gestaltung eines Naturgartens gibt es in der 44-seitigen Broschüre „Gartenlust – Für mehr Natur im Garten“. Sie ist erhältlich beim NABU Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91 in 55234 Albig und kann gegen 4 Briefmarken zu 80 Cent bestellt werden.

Die Distelfalter kommen!

Distelfalter, Bild: R. Michalski
Distelfalter, Bild: R. Michalski

Ein besonderes Naturphänomen kann man zur Zeit in unserer Region erleben: Seit wenigen Tagen sind auf Feldern und Wiesen, in Dörfern und Städten in Rheinhessen und dem Naheland zahlreiche hübsch orange, weiß und schwarz gezeichnete Schmetterlinge unterwegs. Teils sausen sie schnell und gradlinig vorbei, teils flattern sie direkt vor den Füßen der Spaziergänger aus dem Gras am Wegrand auf.
Es handelt sich um Distelfalter, die wie jedes Frühjahr in mehreren Generationen aus Nordafrika bis nach Mittel- oder sogar Nordeuropa ziehen. Der diesjährige Einflug konzentrierte sich auf eine östlichen Route über Israel, Zypern und den Balkan nach Deutschland und darüber hinaus. Während des Zuges lassen sich in einer Stunde Dutzende oder auch mal über hundert Falter beobachten. Bald legen die Distelfalter ihre Eier ab,  wie der Name schon sagt gerne an verschiedenen Distelarten. Die nächste Generation wird in den kommenden Wochen schlüpfen. 

Während der Einflug in den vergangenen Jahren eher „tröpfchenweise“ erfolgte, handelt es sich diesmal um einen regelrechten Masseneinflug von einigen Millionen Tieren, wie er nur selten stattfindet. Die Distelfalter kommen in mehreren Wellen durch unsere Region und wurden schon seit März in Israel und dem Libanon beobachtet. Ein Teil bleibt hier, andere ziehen weiter und stoßen sogar bis nach Island vor. Die Auslöser für den Zug der Distelfalter sind bisher weitgehend ungeklärt. Wahrscheinlich spielt Nahrungsmangel in den Ursprungsgebieten eine Rolle bei diesem rein instinktiv gesteuerten Verhalten. Wenn dann auch noch günstige Winde dazu kommen, brechen sie einzeln, aber wie auf Kommando auf und können mehrere Hundert Kilometer pro Tag zurücklegen. Die Nachkommen der Einwanderer kehren im Herbst wieder nach Nordafrika zurück. 

Naturfreunde haben also noch einige Wochen Gelegenheit, Distelfalter zu beobachten. Der NABU und sein Partner naturgucker.de wollen dies nutzen, um mehr Informationen über die Falter zu gewinnen. Unter www.NABU.de/Distelfalter können Sichtungen von Distelfaltern aktuell gemeldet werden, dort gibt es auch weitere Informationen zur NABU-Zählaktion „Insektensommer“. 

 

NABU Insektensommer

Unter dem Motto „Zählen, was zählt“ startet der NABU sein neues Projekt „Insektensommer“. Naturfans sind bundesweit aufgerufen, das Summen, Brummen und Krabbeln in ihrer Umgebung vom 31. Mai bis zum 9. Juni sowie vom 2. bis zum 11. August  jeweils eine Stunde lang zu beobachten und ausschließlich online unter www.insektensommer.de zu melden.

Die Aktion soll auf die enorme Bedeutung der Insekten aufmerksam machen und für den Schutz dieser Tiergruppe sensibilisieren.

In Deutschland gibt es ca. 33.000 Insektenarten, und jeder kann mithelfen, Daten zu ihrer Vielfalt und Häufigkeit zu sammeln - auch ohne wissenschaftliche Fachausbildung. Beobachten und zählen kann man fast überall: Garten, Balkon, Park, Wiese, Wald, Feld, Teich, Bach oder Fluss. Das Beobachtungsgebiet soll nicht größer sein als etwa zehn Meter in jede Richtung vom eigenen Standpunkt aus. Gezählt wird eine Stunde lang. Sonnige, warme, trockene und windstille Tage sind besonders günstig für die Beobachtung.

Gezählt und gemeldet werden können eigentlich alle Insektenarten und ihre Entwicklungsstadien. Dabei ist auch eine "unscharfe" Meldung möglich, ein unbekannter Schmetterling kann auch einfach als "Schmetterling" gemeldet werden. Auf 16 in Deutschland häufig vorkommende Arten sollte aber besonders geachtet werden:
Im Juni sind das Admiral, Asiatischer Marienkäfer, Blutzikade, Florfliege, Hainschwebfliege, Lederwanze, Steinhummel und Tagpfauenauge.
Im August liegt das Hauptaugenmerk auf Ackerhummel, Blaugrüner Mosaikjungfer, Grünem Heupferd, Holzbiene, Kleinem Fuchs, Schwalbenschwanz, Siebenpunkt-Marienkäfer und Streifenwanze.

Artenportraits und weitere Informationen gibt es auf www.insektensommer.de.

 

Die  Daten der Zählaktion „Insektensommer“ werden in Zusammenarbeit mit der Plattform www.naturgucker.de erfasst. Die Ergebnisse werden vom NABU ausgewertet und zeitnah veröffentlicht.

Keine Angst vor giftigen Schlangen! Meldeaufruf

Die Schlingnatter wird häufig mit der giftigen Kreuzotter verwechselt. Bild: Judith Lenhard
Die Schlingnatter wird häufig mit der giftigen Kreuzotter verwechselt. Bild: Judith Lenhard

Bei Schlangen gehen die Meinungen weit auseinander. Manch einer findet sie eklig, für andere sind sie faszinierende Lebewesen. Ob an Bahndämmen, Trockenmauern, Wald- und Wegrändern, in Steinbrüchen, an Gewässern oder sogar in Gärten – in der warmen Jahreszeit können auch in Rheinhessen und dem Naheland mit etwas Glück Schlangen beobachtet werden. 

 

„Schlingnatter und Ringelnatter leben an vielen Orten der Region, die Würfelnatter nur an der Nahe und die Äskulapnatter auf der anderen Rheinseite bei Rüdesheim und Wiesbaden. Diese Arten sind nicht giftig, und die Kreuzotter kommt hierzulande nicht vor“, erklärt Rainer Michalski von der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe in Albig. Wer hierzulande eine Schlange findet, könne also in der Regel davon ausgehen, dass es sich um eine harmlose Art handelt.

 

Leider gebe es immer noch Menschen, die Angst vor Schlangen hätten und die faszinierenden Tiere unrechtmäßig töten wollten. Die größere Gefahr für die heimischen Schlangen gehe allerdings von der Zerstörung ihrer Lebensräume aus. „Die fortschreitende Ausräumung der Landschaft hat Schlangen vielerorts selten werden lassen. Der massive Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft verringert noch zusätzlich ihre Nahrungsgrundlage“, erläutert Michalski. Deshalb seien mittlerweile alle rheinland-pfälzischen Schlangen auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten zu finden.

 

Der NABU ruft die Bevölkerung zur Meldung von aktuellen Schlangenbeobachtungen aus der Region auf, denn die Datenlage sei vor allem in Rheinhessen lückenhaft. "Sinnvolle Schutzkonzepte kann man nur entwickeln, wenn man die Verbreitung kennt. Daher sind aktuelle Beobachtungen, so wichtig", erklärt Michalski.

 Beobachtungen mit Bildbeleg, Funddatum und möglichst genauer Beschreibung des Fundortes können gemeldet werden an die NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91, 55234 Albig, Tel. 06731 547566, info@NABU-Rheinhessen.de. Damit die Artbestimmung leichter fällt hat der NABU ein informatives Faltblatt erstellt, das die heimischen Schlangen vorstellt. Es kann bei uns bestellt werden oder per Klick auf das linke Bild gedownloaded werden. Weitere Informationen zu unseren heimischen Arten finden Sie hier.

 

Genau hingeschaut - Insektenvielfalt in Rheinhessen

Über eine Millionen Insektenarten gibt es auf der ganzen Welt - mindestens 1500 hat Gerd Reder, langjähriges Mitglied des NABU Worms-Wonnegau in einer Sandgrube bisher nachweisen können. Seine intensives Erforschen der Insektenfauna bescherte ihm Beobachtungen von Arten wie der Frühlings-Seidenbiene, der Grauschwarzen-Düstersandbiene und Dünen-Sandlaufkäfern. Der SWR hat ihm bei einer seiner Beobachtungsrunden begleitet.

Dünen-Sandlaufkäfer | Bild: Gerhard Pahl/naturgucker.de
Dünen-Sandlaufkäfer | Bild: Gerhard Pahl/naturgucker.de

Insektenfans können sich bald schon auf die nächste Mitmachaktion des NABU freuen: dem Insektensommer. Er findet in diesem Jahr vom 31. Mai bis 9. Juni und vom 2. bis 11. August statt. Eine Stunde lang sucht und beobachtet man die Sechsbeiner im Garten, Hof oder Park und meldet die erkannten Arten an den NABU. Es gibt pro Meldezeitraum acht „Kernarten“, nach denen Insektenfans möglichst auf jeden Fall schauen sollten. Diese Arten kommen (noch) häufig vor und sind vergleichsweise leicht zu erkennen. Im Frühsommer sind es Tagpfauenauge, Admiral, Asiatischer Marienkäfer, Hainschwebfliege, Steinhummel, Lederwanze, Blutzikade und Gemeine Florfliege, im Hochsommer sind es Schwalbenschwanz, Kleiner Fuchs, Ackerhummel, Blaue Holzbiene, Siebenpunkt-Marienkäfer, Streifenwanze, Blaugrüne Mosaiklibelle und Grünes Heupferd.

Besser sitzen lassen - Jungvögel sind selten allein!

So sieht man es selten: Junge Amseln werden vom Vater gefüttert. In der Regel verteilen sich die Jungvögel, um das Risiko einer Entdeckung zu minimieren. Bild: Annelies Klotz, NABU
So sieht man es selten: Junge Amseln werden vom Vater gefüttert. In der Regel verteilen sich die Jungvögel, um das Risiko einer Entdeckung zu minimieren. Bild: Annelies Klotz, NABU

Zurzeit piept es überall. In Nistkästen und Gebüschen bettelt der Vogelnachwuchs um Futter, viele Jungvögel haben das Nest schon verlassen. Beim NABU häufen sich nun die Anrufe von Naturfreunden, die vermeintliche Vogelwaisen aufgelesen haben.

Doch meist trügt der Schein: Die Jungen vieler Vogelarten verlassen ihr Nest bevor sie fliegen können. Mit den Eltern halten sie durch leise Rufe Kontakt.

Lediglich wenn Gefahr im Verzug ist, sollte man Jungvögel an einem geschützten Platz in der Nähe absetzen

Nur ganz selten sind Jungvögel tatsächlich verlassen. Erst wenn nach mehrstündiger Beobachtung kein Zweifel besteht, dass das Junge nicht mehr versorgt wird, könne es in Obhut genommen werden.

Wer einen Jungvogel aufnimmt muss sich im Klaren sein, dass die Aufzucht aufwändig ist und die Vogeleltern nicht ersetzen kann! Die beste Hilfe ist immer noch ein naturnahes Umfeld, in dem Jungvögel Deckung und Nahrung finden.

Wer mehr über die Vögel im Siedlungsbereich und ihre Bedürfnisse wissen will, erhält bei Einsendung von fünf Briefmarken zu 70 Cent an die NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91, 55234 Albig, die informative Broschüre „Vögel im Garten“. 

 

Rückblick Rheinland-Pfalz Ausstellung 2019

Unter dem Motto  "Du und dein Garten!"  öffnete die Rheinland-Pfalz-Ausstellung mit einer Spezialmesse vom 6. bis zum 14. April ihre Türen. Passend dazu informierten sich am NABU-Stand hunderte Besucher über das Thema naturnahes Gärtnern. Als Ergänzung zur großen NABU-Ausstellung "Gönn dir Garten" berieten dutzende Helfer der NABU-Gruppen aus Alzey, Bad Kreuznach, Bingen, Mainz, Rhein-Selz und Worms-Wonnegau bei Fragen wie "Was kann ich für Wildbienen tun?", "Wo bekomme ich Saatgut für heimische Wildblumen", "Warum ist mein Nistkasten leer?" oder "Wie kann ich Fledermäusen ein Zuhause geben?". 

Bild: Instagram-Seite von Ulf Sultau: "Gärten des Grauens"
Bild: Instagram-Seite von Ulf Sultau: "Gärten des Grauens"

 

Nicht selten wurden im Gespräch auch die immer beliebteren Steinwüsten in den Vorgärten verurteilt. Massenhaft verschwinden Bäume, Hecken und Grünflächen in den Vorgärten und werden durch ökologisch wertlose Kiesflächen mit einzelnen immergrünen Pflanzen ersetzt. Dieser Lebensraumverlust ist in der Summe enorm - denn für Vögel wie Amsel und Co. ist die Steinfläche eine nahrungsarme Wüste. In den sozialen Medien betreibt Ulf Sultau die Satire-Seite "Gärten des Grauens" und sammelt dort Bilder der leblosen Steinwüsten. Dass es anders geht, zeigten unsere umfangreichen Infomaterialien und das Gespräch mit den Messebesuchern.

Doch nicht nur der eigene Garten interessierte die Besucher: Auch konnten über 170 Menschen vor Ort davon überzeugt werden, direkt bei der NABU-Unterschriftenaktion für eine umweltfreundlichere Agrarpolitik mitzumachen. Denn der Verlust unserer heimischen Artenvielfalt durch die intensive Landwirtschaft war Bestandteil vieler Gespräche. Jedes Jahr vergibt die EU 58 Milliarden Euro Agrar-Subventionen - 114 Euro von jedem Bürger - doch nut ein Bruchteil davon geht an Landwirte, die sich für eine naturverträgliche Landwirtschaft einsetzen. Haben Sie schon unterschrieben? Machen Sie mit!

Viele NABU-Mitglieder freuten sich über die Gelegenheit, mit dem NABU ins Gespräch zu kommen. Basteleien für Kinder und das Angebot von regionalen Samen heimischer Wildblumen, betreut durch den NABU Bingen und Umgebung, sowie tägliche Vorträge rundeten das Informationsangebot ab.

Gehörnte Mauerbienen auf Brautschau: Werden auch Sie zum Wildbienenhalter!

Video: Annemarie Grindel

Frisch geschlüpftes Männchen der Gehörnten Mauerbiene | Bild: Kerstin Kleinke/naturgucker.de
Frisch geschlüpftes Männchen der Gehörnten Mauerbiene | Bild: Kerstin Kleinke/naturgucker.de

Dank der Sonnenstrahlen der letzten Tage beginnt nun vielerorts das Gewimmel am Wildbienenhaus: Meist sind es die Männchen der Gehörnten Mauerbiene, die frisch geschlüpft am Nest auf eine Chance zur Paarung warten. Man erkennt sie leicht am rostroten Hinterleib, der schwarzen Brustpartie und der weißen Gesichtsbehaarung. Die Gehörnte Mauerbiene wird zwar in Deutschland als nicht gefährdet eingestuft, sie ist aber einer der wichtigsten Bestäuber an Steinobst. Nicht zuletzt deswegen sollte man etwas für diese und andere Wildbienenarten tun, um dem Rückgang der Insekten entgegenzuwirken. Ein Insektenhotel ist ein guter Anfang.

Nicht nur am Insektenhotel, sondern auch auf dem Rasen wimmelt es mancherorts nur so von Wildbienen. Das folgende Video zeigt hunderte fliegende Sandbienen in Bad Kreuznach.

Video: Rainer Michalski

Vogel des Jahres 2019 - Wie erkenne ich die Feldlerche?

Bild: Manfred Delpho
Bild: Manfred Delpho
Neue NABU-App "Vogelwelt"
Neue NABU-App "Vogelwelt"

Der Gesang der Feldlerche bildete einst die typische Klangkulisse über unseren Feldern. Das Besondere daran: Die Männchen singen meist während des Fluges und tragen ununterbrochen trillernde und zirpende Laute in schneller Folge vor. Oft sieht man Feldlerchen erst, wenn sie unvermittelt vor einem auffliegen. Denn mit 16 bis 18 Zentimetern Körperlänge und der beige bis rötlich-braunen Gefiederfärbung ist der Vogel des Jahres 2019 gut getarnt. Sie haben außerdem auf dem Kopf eine kleine Federhaube, die sie aufstellen können. Wer ein Smartphone besitzt, kann die Feldlerche auch in der neuen, kostenlosen NABU-App „Vogelwelt“ begutachten. Die App beinhaltet Portraits von 308 Arten in ihren typischen Federkleidern und hilft mit einer praktischen Suchfunktion beim Bestimmten von Vogelarten.

Schon 1998 wurde die Feldlerche zum Vogel des Jahres gekürt, um auf ihren Bestandsrückgang aufmerksam zu machen. Intensivkulturen, fehlende Brachflächen, zu viel Gülle und Pestizide haben nicht nur der Feldlerche, sondern auch vielen anderen Feldvögeln den Lebensraum genommen. Auch die Insektennahrung ist stark zurückgegangen. So ist in den letzten 20 Jahren mehr als jede vierte Feldlerche aus dem Brutbestand in Deutschland verschwunden! Um Bestandsrückgängen entgegenzuwirken, sollte die Verbesserung des Lebensraumes während der Brutzeit im Fokus stehen. Ideal wäre ein kleinräumiges Mosaik aus Feldfrüchten, Sommer- und Wintergetreide, Wiesen und Brachen.

 

Weitere Informationen zur Feldlerche und ihrem Schutz erhalten Sie gegen Einsendung von 3 Briefmarken à 70 Cent bei der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91, 55234 Albig.

 

Wildbienen mit wenig Aufwand helfen

Rotpelzige Sandbiene (Andrena fulva) | Foto: Helge May
Rotpelzige Sandbiene (Andrena fulva) | Foto: Helge May
Rostrote Mauerbiene (Osmia bicornis) | Foto: Helge May
Rostrote Mauerbiene (Osmia bicornis) | Foto: Helge May

Noch ist vom Frühling keine Spur, doch schon bald wird die Welt der Insekten wieder aktiv: Ab den ersten warmen Tagen tummeln sich auch verschiedene Wildbienenarten im Garten. Jedes Weibchen versorgt sein eigenes Nest, Honig wird nicht produziert. Als Bestäuber sorgen Wildbienen für reichen Fruchtertrag und erhalten die Vielfalt der Wildblumen. Die Rostrote Mauerbiene beispielsweise ist eine echte Frühlingsbotin und wurde zum "Insekt des Jahres 2019" gekührt. Doch viele der 560 heimischen Arten sind vom Aussterben bedroht. Deswegen soll die Wahl der Rostroten Mauerbiene auch auf das Artensterben der Wildbienen aufmerksam machen.

Einigen kann man schon mit wenig Aufwand helfen:

Ein Insektenhotel kann bis zu 40 verschiedenen Wildbienenarten ein Zuhause geben. Ob aus gebündelten Schilfhalmen oder angebohrten Hartholzklötzen: stehen die Nistplätze sonnig und trocken, bleiben die Bewohner meist nicht aus - sofern das Blütenangebot stimmt.  Egal ob groß oder klein, selbst gebaut oder gekauft, ein Insektenhotel ist ein Beitrag zum Naturschutz.

 

Wer sich für Wildbienen und ihren Schutz interessiert, erhält gegen Einsendung von 5 Briefmarken à 70 Cent umfangreiche Informationen rund um Bienen, Wespen und Insektenhotels inklusive einer umfangreichen Pflanzenliste bei der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91, 55234 Albig.

NABU ruft zur Vogelzählung auf

Wer flattert denn da ans Futterhaus? Der NABU ruft vom 4. bis zum 6. Januar 2019 zur „Stunde der Wintervögel“ auf. Das pure Interesse und die Freude an der Vogelwelt reichen zur Teilnahme aus. Im Januar 2018 beteiligten sich über 136.000 Menschen an der jährlich stattfindenden Aktion. Nach der Dürre 2018 dürfte die Zählung besonders spannend werden. Zudem tragen Bäume und Sträucher in diesem Jahr besonders viele Früchte.

 

Die „Stunde der Wintervögel“ ist Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion. Jeder kann eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten oder im Park zählen und dem NABU melden. Von einem ruhigen Beobachtungsplatz aus wird im Lauf einer Stunde von jeder Art die höchste Anzahl notiert, die gleichzeitig zu beobachten ist. Beobachtungen können unter www.stundederwintervoegel.de bis zum 15. Januar gemeldet werden. Zudem ist am 5. und 6. Januar von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer 0800-1157-115 geschaltet.

 

Für die optimale Vorbereitung bietet der NABU unter www.vogeltrainer.de ein eigenes Lernprogramm zur Stunde der Wintervögel an. Mit dem kostenlosen NABU-Vogeltrainer erfährt man spielerisch alles über 15 häufige Vögel, die im Winter in unseren Gärten zu finden sind.
Infos zur Aktion unter www.stundederwintervoegel.de.

 

Formationskunst der Starenschwärme

Stare sind uns vertraut und in Deutschland weit verbreitet. Und dennoch faszinieren sie uns immer wieder mit ihren atemberaubenden Schwarmformationen. Hunderttausende Stare gleiteten am Mittwoch in Langenlonsheim durch die Lüfte, auf Video festgehalten von Famile Burdt.

 

Im Herbst treten Stare häufig in großen Schwärmen auf, fressen sich auf unseren Feldern an Beeren und Früchten satt, oder suchen auch auf Rasen und Wiese nach Nahrung. Da kommt ihnen besonders in diesem Jahr das reichhaltige Nahrungsangebot durch den warmen Sommer besonders gut gelegen. Doch nicht nur Stare profitieren zurzeit vom guten Früchtejahr 2018: Die wichtigsten Nahrungsquellen von Meisen, Finken und den Haussperling sind nun Samen von Bäumen. Manch einer wird sich in den letzten Wochen vielleicht schon gefragt haben, wieso im eigenen Garten nur wenige Vögel zu beobachten sind: Das reichhaltige Samenangebot in Wäldern und auf Feldern lockt die Vögel aus den Siedlungen und versorgt sie mit ausreichend Nahrung. Finden sie nicht mehr genug Nahrung in der freien Natur, weichen sie auf unsere Futterstellen aus.

 

Übrigens: Stare aus dem Norden Europas überwintern in großer Zahl im milderen Südwesten wie an der französischen Atlantikküste, in den Niederlanden und zunehmend auch in Deutschland. Im Flug wirken Stare kompakt und spitzflüglig. Ihre Flugsilhouette ist dreieckig. Typisch ist auch die Flugweise, bei der zwischen Ruderflug und kurzen Gleitflugphasen abgewechselt wird.

Herbstlaub: Kein Abfall, sondern Bereicherung für den Garten

Bild: NABU/Eric Neuling
Bild: NABU/Eric Neuling

 Seit Wochen färben sich die Blätter der Bäume wieder in bunten Farben und segeln gemütlich zu Boden. Viele sehen im farbenfrohen Laub nur eine lästige Begleiterscheinung des Herbstes, die viel Arbeit bereitet - doch sind die fallenden Blätter eine wahre Bereicherung für Tier- und Pflanzenwelt im Garten. Auf Beeten oder dem Boden verteilt schützt Herbstlaub die dort lebenden Kleintiere wie Regenwürmer, Käfer und Asseln vor Frost im Winter. Diese Arten spielen eine wichtige Rolle bei der Zersetzung von Laub und haben zudem eine bedeutsame Funktion für die Gesunderhaltung des Bodens. Aber auch kleine Säugetiere wie Mäuse, junge Igel und Amphibien wie die Erdkröte suchen sich im Herbst gerne einen Laubhaufen als Winterquartier. Das Laub isoliert und bietet somit einen gemütlichen Unterschlupf.

 

Den Laubhaufen trägt man am besten mit dem Rechen unter Bäumen und Sträuchern zusammen oder lässt ihm einen eigenen Platz im Garten. Gehwege sollten mit einem Besen freigeräumt werden. Verzichten sollte man aber unbedingt auf motorisierte Laubsauger: Mit ihnen werden millionenfach Kleinstlebewesen mit dem Laub aufgesaugt und zerstückelt. Laubsauger mit Verbrennungsmotor stoßen darüber hinaus gesundheitsschädliche Abgase wie Kohlenwasserstoffe, Stickoxide und Kohlenmonoxid aus. Laubbläser saugen zwar die Tierwelt nicht ein, können jedoch zur Luftverschmutzung beitragen, da sie ebenfalls Motorenabgase, aber auch (Fein-)Staub, Bakterien und Pilzsporen aufwirbeln - ganz zu schweigen von dem ohrenbetäubenden Lärm, den sie verursachen. Dieser stört allerdings nur den Menschen.

 

 

Spektakel am Himmel

Am 22. Oktober flogen hunderte Kraniche über Rheinhessen. Mit ihren trompetenden Rufen und der typischen Keilformation ziehen sie seit Wochen Richtung Süden. Haben auch Sie ein Spektakel wie dieses beobachtet? Wir freuen uns weiterhin über jede Kranichmeldung!

Die Kraniche sind unterwegs

Bild: Klemens Karkow
Bild: Klemens Karkow

Seit etwas mehr als einer Woche sieht man sie wieder am Himmel: Laut tompetende Kraniche, die sich auf den Weg in den Süden machen. Inzwischen sind schon zehntausende Vögel in Frankreich angekommen. Doch noch ist es nicht zu spät für eine Beobachtung der lauten Zugvögel am Himmel. Erst gestern flogen ca. 500 Kraniche gegen Nachmittag über Mainz. Aktuelle Entwicklungen des Vogelzugs finden Sie hier.

 

Sie haben das Spektakel am Himmel beobachten können? Dann melden Sie Ihre Beobachtung gerne dem Beobachtungsportal Kranichgucker. Dort können Sie auch Sichtungen in unserer Region nachverfolgen. Das folgende Video hilft bei der Bestimmtung der Kraniche und der Unterscheidung zu andern Zugvögeln.

Naturschutz vor der Haustür - jetzt Nistkästen anbringen

Kohlmeise am Nistkasten | Bild: NABU/Jens Kube
Kohlmeise am Nistkasten | Bild: NABU/Jens Kube

Auch wenn die Temperaturen momentan noch etwas anderes vermuten lassen, steht der Herbst unmittelbar vor der Tür: Jetzt ist die ideale Zeit, um Nistkästen im Garten oder auf dem Balkon anzubringen. Denn damit sorgt man nicht nur für die kommende Brutsaison im nächsten Jahr vor, sondern bietet Vögeln, Kleinsäugern und Insekten auch einen Platz zum Schlafen und Überwintern. „Natürliche Nist- und Überwinterungsplätze werden zunehmend rar“, erklärt Rainer Michalski. „Ein sinnvoll angebrachter Nistkasten kann durchaus zum Artenschutz beitragen und lässt sich außerdem einfach selbst bauen. Dabei bestimmt die Größe des Kastens und der Durchmesser des Einfluglochs für welche Vogelart die Nisthilfe attraktiv sein wird.“

 

 

Nicht nur Höhlenbrüter wie Kohl-, Blau-, Sumpf- und Tannenmeise, Feld- und Haussperling, Star und Zaunkönig, sondern auch Halbhöhlenbrüter wie Grauschnäpper oder Hausrotschwanz schätzen die Nistplätze. Eine naturnahe Gestaltung von Haus und Garten erhöht zudem die Chance, dass die Kästen auch einen Mieter finden. Wer bereits einen Nistkasten angebracht hat, sollte nun alte Nester entfernen und den Kasten reinigen. Es reicht vollkommen, wenn gründlich ausgefegt wird. Doch Vorsicht: Kleintiere richten sich oft für den Winter in Nistkästen ein. Vor einer Reinigung sollte der Kasten immer vorsichtig auf Bewohner geprüft werden. Die Reinigung bewohnter Kästen sollte im Frühjahr nachgeholt werden.

 

 

Ran an die Werkbank! Eine ausführliche Bauplansammlung zu Nisthilfen für Vögel, aber auch Fledermäuse, Igel und Insekten kann gegen Einsendung von 5 Briefmarken à 62 Cent bestellt werden bei der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91, 55234 Albig.

 

Herbstlicher Lebensspender - blühenden Efeu nicht beschneiden!

Zwei Admiral-Falter und eine Honigbiene saugen Nektar an einem Efeu-Blütenstand. (Bild: Rüdiger Weis, NABU)
Zwei Admiral-Falter und eine Honigbiene saugen Nektar an einem Efeu-Blütenstand. (Bild: Rüdiger Weis, NABU)

Eine Umfrage unter den Insekten würde dem Efeu sicher allerbeste Beliebtheitswerte bringen: Die Kletterpflanze blüht erst ab September, wenn viele andere Nahrungsquellen schon versiegen - und das oft sogar bis in den Dezember hinein. Die in einer Halbkugel angeordneten, unscheinbar gelbgrünen Blüten bieten Nektar und Blütenpollen offen dar, so dass auch Besucher ohne oder nur mit einem kurzen Rüssel einen reich gedeckten Tisch vorfinden. Praktisch alles, was sechs Beine hat, kommt im Herbst hier vorbei, von Wild- und Honigbienen und Wespen über Schmetterlinge bis hin zu zahlreichen Fliegenarten. Selbst Marienkäfer weichen nun mangels Blattläusen gerne auf den energiereichen Blütennektar aus. Doch längst nicht jeder Efeu kommt auch zur Blüte. Dafür muss die Pflanze erst ein Alter von mindestens 20 Jahren erreichen und spezielle Triebe ohne die ansonsten typischen Haftwurzeln ausbilden. Zum Wohl der Natur sollte man blühenden Efeu daher nicht in der Blüte beschneiden und solche Triebe, die sich auch durch die Blattform unterscheiden, möglichst nicht vollständig entfernen.

 

 

Herbst-Tipps für insektenfreundliche Gärten

Blühende Winterlinge setzen einen leuchtend gelben Akzent gegen tristes Wintergrau. (Bild: Roswitha Pitsch, NABU)
Blühende Winterlinge setzen einen leuchtend gelben Akzent gegen tristes Wintergrau. (Bild: Roswitha Pitsch, NABU)

Auch wenn der Sommer noch nicht gehen will - der Herbst kommt, und damit die beste Zeit, um Blumenzwiebeln zu stecken. Denn Frühblüher dienen im zeitigen Frühjahr Wild- und Honigbienen, Hummeln und Schmetterlingen als erste wichtige Nahrungsquelle. Neben den als Bienenmagnet bekannten Kätzchen tragenden Weidenarten bietet sich eine Vielzahl insektenfreundlicher Zwiebelgewächse an, besonders geeignet sind verwildernde Arten. Botanische Krokusse sind zwar kleiner als hochgezüchtete Sorten, blühen aber reichlich, samen aus und können über die Jahre herrlich bunte Teppiche bilden. 

Zwischen Steinkraut, Gänsekresse, Blaukissen oder Schleifenblume passen in sonnenbeschienene Gartenbereiche wunderbar weitere Vorfrühlingsboten wie Winterling, Märzenbecher, Schneeglöckchen und Blaustern. So können Honigbienen bereits an sonnigen Tagen im Februar Nektar und Pollen finden. Überwinternde Hummelköniginnen fliegen im Frühjahr bereits bei Temperaturen ab 2 Grad aus, um auf Nahrungssuche zu gehen. Ab Anfang März sind dann auch die ersten Sandbienen unterwegs.

Und noch ein Tipp: Schneiden Sie im Herbst nicht generell alle Pflanzen im Garten zurück. Lassen Sie alte Blütenstände und Pflanzenstängel über den Winter hinweg stehen. Viele Insekten nutzen trockene Stängel als Überwinterungsmöglichkeit. So legen etwa einige Wildbienearten ihre Eier in hohlen Stängeln ab. Die Larven überwintern dort und schlüpfen im kommenden Jahr. 

Zahlreiche Informationen rund um den insektenfreundlichen Garten bietet die NABU-Broschüre „Gartenlust“. Gegen Einsendung von 4 Briefmarken zu 70 Cent kann sie bestellt werden bei der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91, 55234 Albig.

 

NABU Rhein-Selz: Batnight mal anders

Hochspannung beim Echolot-Spiel: Ob die "Fledermaus" ihr Bonbon findet? (Bild: M.Bopp)
Hochspannung beim Echolot-Spiel: Ob die "Fledermaus" ihr Bonbon findet? (Bild: M.Bopp)

Wie in den Jahren zuvor veranstaltete die NABU-Gruppe Rhein-Selz auch 2018 wieder eine Exkursion im Rahmen der „European Batnight“, der europäischen Nacht der Fledermäuse. Schon um 18 Uhr traf man sich am Sportplatz in Ludwigshöhe, von wo es weiterging zum eigentlichen Ziel, dem Michelröder See. Trotz unklarer Wetterverhältnisse war die Beteiligung sehr gut. Im Programm fehlte weder die traditionelle Ortung mit den Fledermausdetektoren noch die Vermittlung zahlreicher Fakten rund um die faszinierenden Nachtjäger.  Als Neuheit wurden zusätzlich verschiedene Spiele mit Bezug auf die Lebensweise der Tiere angeboten.

 

Zunächst erklärten die Exkursionsleiter Marianne Bopp und Dr. Jürgen Fuchs  die Spielregeln. Da auch der Naturschutz nicht an modernen Medien vorbeikommt, sollte für ein Spiel, die „Schnitzeljagd 2.0“, auch ein Handy zum Einsatz kommen. Anhand eines Bildes sollte eine Fledermausart bestimmt werden. Hinweise zur Auflösung des Rätsels waren an vorher ausgesuchten Bäumen und Sträuchern angebracht, die erst einmal identifiziert werden mussten. Neben bekannteren Bäumen wie Stieleiche  und Silberweide mussten auch weniger geläufige Pflanzen wie Pfaffenhütchen oder Faulbaum gefunden werden. Die Hinweiszettel beinhalteten neben einem Hinweis auf die gesuchte Fledermausart die Adresse einer eigens für dieses Spiel erstellten Webseite, die den nächsten Fundort beschrieb. Jede Gruppe musste fünf Sträucher oder Bäume im Umfeld des Michelröder Sees finden. Da zu wenige Jugendliche in einem passenden Alter anwesend waren, nahmen stattdessen einige der Eltern begeistert an dem Spiel teil. 

 

Ein Spiel für kleinere Kinder war eine „Echolot-Simulation“. Dabei spielte ein Kind eine Fledermaus, die ihr „Futter“ suchen musste, das aus kleinen, auf Pfählen angebrachten Süßigkeiten bestand. Weil die Sicht der Fledermäuse bei der Jagd in der Dunkelheit eingeschränkt ist, orientieren sie sich rein akustisch über die Echos ihrer Rufe. Aus diesem Grund war die Sicht des jeweiligen „Fledermauskindes“ durch eine Gesichtsmaske stark eingeschränkt. Die „Fledermaus“ konnte daher ihre Nahrung nur durch die Zurufe ihrer Mitspieler finden.  Auch das Fledermaus-Schminken und das Basteln von Fledermaus-Masken machte den Kindern sehr viel Spaß. Ein Origami-Spiel, bei dem Fledermäuse für ein Mobile gefaltet wurden, stand auch auf dem Programm. Daniel Beier stellte neben Informationen über die Besonderheiten und Lebensweise der Fledermäuse den Teilnehmern eine Vielzahl von verschiedenen Fledermaus-Kästen vor.

 

Und dann war es soweit: Nach einer Einführung in den Gebrauch der Fledermausdetektoren durch Jürgen Fuchs brauchten die Kinder dann nur noch auf die „richtigen“ Fledermäuse zu warten, und tatsächlich dauerte es nicht lange, bis man Mücken- und Zwergfledermäuse detektieren konnte. 

 

Marianne Bopp

Dr. Jürgen Fuchs

 

Fledermäuse live erleben mit dem NABU!

Eine Zwergfledermaus beim abendlichen Ausflug aus ihrem Quartier. Bild: Dietmar Nill/NABU
Eine Zwergfledermaus beim abendlichen Ausflug aus ihrem Quartier. Bild: Dietmar Nill/NABU

Es ist wieder so weit:  Anlässlich der Europäischen Fledermausnacht (European Batnight) bieten auch die hiesigen NABU-Gruppen einige Veranstaltungen an. Lassen Sie sich dieses Erlebnis nicht entgehen!

 

Samstag, 11. August 16:00 Uhr

NABU-Fledermausexkursion bei Kirchheimbolanden

Treffpunkt: Worms, Von-Steuben-Straße, Parkplatz  Bildungszentrum

Um Fledermäuse zu sehen, lohnt sich die Anreise. Vor Ort empfängt uns der Fledermausexperte Hans König und zeigt uns die nächtlichen Flugkünstler. Abfahrt in Fahrgemeinschaften. Besonders für Kinder geeignet!

Info: Hans König, 06352 789972 oder NABU Worms-Wonnegau, 06242 5458

 

Samstag, 25. August 18:00 Uhr

European Batnight 2018 in der VG Rhein-Selz

Zu dieser abendlichen Fledermaus-Exkursion, die insbesondere für Kinder und Jugendliche geeignet ist, treffen sich die Teilnehmer auf dem Sportplatz in Ludwigshöhe.

Neben dem Aufspüren der Fledermäuse in freier Natur bieten wir verschiedene Spiele an, die an das Leben der Fledermäuse angelehnt sind. Es wird empfohlen, festes Schuhwerk zu tragen und eine Taschenlampe sowie auch Zecken- und Mückenschutz mitzuführen. Für die älteren Jugendlichen ist ihr Smartphone hilfreich.

Von erwachsenen Nichtmitgliedern wird eine Teilnehmergebühr von 2 Euro pro Person erhoben.

 

Info Mo-Fr ab 18:30 Uhr bei Marianne Bopp, 06138 8679 oder www.NABU-Rhein-Selz.de

 

Samstag, 25. August 20-22:00 Uhr

Vortrag und Exkursion zur Nacht der Fledermäuse

Treffpunkt: NABU-Naturschutzzentrum Rheinauen, An den Rheinwiesen 5, Gaulsheim

Teilnahme frei, Spenden willkommen!

Bevor wir mit den BAT-Detektoren die Rheinauen nach Fledermäusen erforschen, klären unsere Fledermausexperten Sie mit einem Vortrag über die kleinen Säuger auf. Parallel ist ein Kinderprogramm zum Thema geplant.

 

Samstag, 25. August

Fledermausexkursion im Lennebergwald

Teilnahmebeitrag: Erwachsene 4 €, Kinder 2 €

Vortrag und Wanderung zum Weiher am Schloss Waldhausen im Rahmen der European Batnight unter Leitung von Malte Fuhrmann und Stefan Dorschel. Veranstalter ist der Zweckverband Lennebergwald.

Info & Anmeldung: 06139 370, Forstrevier@Lennebergwald.de

 

Samstag, 25. August ab 19:00 Uhr

Fledermausnacht am Besucherbergwerk Schmittenstollen

Schon traditionell ist die Fledermausnacht von NABU, Besucherbergwerk Schmittenstollen und Bergwerksverein Lemberg e.V., gestaltet von Fledermausbotschafter Michael Korz mit Vorträgen und Detektorbeobachtung. Im Wald ein ganz besonderes Erlebnis!

Anfahrt PKW über Feilbingert - Wanderung ab Stausee Niederhausen über Lemberggeisterweg

Info: 06758 8404, matthiasharke@gmx.de

 

Samstag, 1. September 16:00 Uhr

Fledermausexkursion am Mühlberg bei Oberwiesen

Treffpunkt: Parkplatz Forsthaus Vorholz

Teilnahmebeitrag: 2 €, Kinder frei

Auf uns Menschen üben Fledermäuse einen besonderen Reiz aus - zu Recht! Das zeigen Ihnen Fledermausexperte Hans König und Förster Gunnar Wolf.

Info: Roswitha Pitsch, 06731 42786

 

Seltener Acker-Schwarzkümmel erfolgreich vermehrt

Bild: Norber Kussel
Bild: Norber Kussel

Eine botanische Rarität blüht zurzeit auf einer kleinen Ackerfläche am Wiesbach bei Nieder-Wiesen: Der vom Aussterben bedrohte Acker- Schwarzkümmel – früher weit verbreitet, heute akut vom Aussterben bedroht. NABU-Mitglied Elke Endlich aus Nieder-Wiesen betreut seit zwei Jahren die Fläche in ihrem Heimatort. Sie ist begeistert vom ungewöhnlichen Charme der Pflanzen: „Die Blüte hat mehrere Etagen, und sieht wirklich bizarr aus.“
Die Fläche ist Teil des Projektes „Wildkräuter-Asyl“, das von Norbert Kussel aus Rommersheim ins Leben gerufen wurde und auf mehreren, über Rheinhessen verteilten Flächen die Vermehrung vom Aussterben bedrohter Acker-Wildkräuter zum Ziel hat. Neben dem Acker-Schwarzkümmel sind das früher häufige Arten wie Acker-Rittersporn, Flammen-Adonisröschen, Kornrade, Kornblume und viele andere mehr. Weitere Flächen liegen am Eichenhof bei Rommersheim, bei Sulzheim, am Pilgerweg Spiesheim-Wörrstadt (Besitzer Bio-Hof Armin Meitzler), in Udenheim am Sportgelände (unterstützt von Jean E. Larro), in Partenheim (betreut von Reinhard Oehler), in Wallertheim (auf einer Fläche von Gabi Sander) und in Jugenheim (von Heinfried Gress zur Verfügung gestellt und beaufsichtigt).

 

Über einen besonderen Reiz des von BUND, NABU, und der Agendagruppe der VG Wörrstadt mitgetragenen Projektes berichtet Elke Endlich: „Da es sich um Acker-Wildkräuter handelt, müssen die Flächen jedes Jahr im Herbst neu angelegt werden, damit sie nicht von weniger spezialisierten Arten überwachsen werden. Im Frühjahr weiß man dann nie, welche Arten sich entwickeln. Der Tisch ist jedes Jahr neu gedeckt.“ Für die Pflege der rheinhessischen Wildkräuter-Asyle werden noch weitere fachkundige Helfer gesucht. Wer Interesse hat, wendet sich an Norbert Kussel, Tel. 06732 9 62 16 21.

Badespaß an der Vogeltränke: Achten Sie auf Sauberkeit!

Das tut gut! Eine Kohlmeise erfrischt sich an einer Vogeltränke. (Bild: Rita Priemer, NABU)
Das tut gut! Eine Kohlmeise erfrischt sich an einer Vogeltränke. (Bild: Rita Priemer, NABU)

Die heißen Temperaturen verlocken nicht nur uns Menschen zum Baden, auch für Vögel ist so eine Abkühlung ein Genuss. Eine flache Schale voll Wasser wird zum heiß begehrten Planschbecken für Piepmätze aller Art. Doch Vorsicht ist geboten:  Besonders an kleinen Trink- und Badestellen besteht für Vögel im Sommer die Gefahr einer tödlichen Infektion, etwa mit Trichomonaden. Vor allem Grünfinken  sind davon betroffen. Hygiene und täglicher Wasserwechsel sind daher erste Pflicht.

Viele Vögel baden gerne im Wasser, aber Spatzen lieben auch Sandbäder. Wer diese Leidenschaft unterstützen möchte, legt ein künstliches Sandbad an. Der Riesenspaß im Dreck hat eine wichtige Funktion: Die feinen Sandkörner dringen in das dichte Gefieder und entfernen so unliebsame Parasiten. Zum Errichten einer Sandbadestelle hebt man eine Mulde aus, die mit Sand verfüllt wird. Als Alternative eignet sich auch ein großer, mit Sand gefüllter Blumenuntersetzer. Damit auch hier keine Krankheiten übertragen werden, sollte der Sand regelmäßig ausgetauscht werden.

Im Umkreis von etwa drei Metern sollte - wie auch bei Wasserstellen - der Platz frei von Büschen sein. Das gibt den Vögeln Sicherheit vor anschleichenden Katzen und anderen Räubern.. Für alle, die mehr für die Vogelwelt im Garten tun wollen, bietet der NABU die Broschüre "Vögel im Garten" an. Sie kann gegen Einsendung von 4 Briefmarken zu 70 Cent bestellt werden bei der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91, 55234 Albig.

Die Feldwespe - zu Unrecht verfolgt

Gut erkennbar beim Nest der Feldwespe: Die sichtbaren Waben (Bild Rainer Michalski/NABU)
Gut erkennbar beim Nest der Feldwespe: Die sichtbaren Waben (Bild Rainer Michalski/NABU)

Auch in Rheinhessen erwarten die Naturschutzbehörden eine „Wespenplage“. Der NABU ruft dazu auf, bei vorhandenen Wespennestern genau hinzuschauen.

Denn es sind die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe, die sich über unsere Kaffeetafel hermachen und deren Nester mitunter als störend empfunden werden.

Zu Unrecht wird aber auch die Feldwespe als Unruhestifter abgestempelt. Obwohl sie menschliche Nahrung nicht anrührt, sondern Insekten jagt, wird sie aufgrund ihres Aussehens mit den lästigen Verwandten in einen Topf geworfen. Feldwespen sind aber gut am schlanken Körperbau und vor allem den im Flug herunterhängenden langen Hinterbeinen zu erkennen.

Der Feldwespe wird zum Verhängnis, dass das Nest nicht so gut verborgen ist wie das ihrer Verwandten. Dabei unterscheidet es sich deutlich: Es hängt oft frei und nicht im Dunkeln. Es besteht aus einer offenen Wabe, deren Zellen klar erkennbar sind. Dort sitzen häufig mehrere Feldwespen, die das Nest mit intensivem Flügelschwirren kühlen.

Der Feldwespenstaat, der meist nur 30 Arbeiterinnen umfasst, ist selbst im unmittelbaren Nestbereich nicht aggressiv. Zwar empfiehlt sich auch hier ein Sicherheitsabstand, der NABU ruft aber dazu auf, Feldwespennester nicht zu entfernen, da dies fast immer überflüssig ist.

Wer mehr über Wespen, Bienen und Hornissen erfahren möchte, kann die Broschüre „Kein Grund zur Panik“ gegen Einsendung von 4 Briefmarken à 70 Cent bei der NABU Regionalstelle Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91, 55234 Albig bestellen.

 

Scheinbar einsam, aber nicht verlassen -  Jungvögel bitte sitzen lassen!

Noch passen die jungen Amseln so eben ins Nest.  Doch in Kürze reicht der Platz nicht mehr und sie werden Sie sich in der Umgebung verteilen, wo sie von den Eltern weiter gefüttert werden. Bild: Sabine Teufl, NABU
Noch passen die jungen Amseln so eben ins Nest. Doch in Kürze reicht der Platz nicht mehr und sie werden Sie sich in der Umgebung verteilen, wo sie von den Eltern weiter gefüttert werden. Bild: Sabine Teufl, NABU

 

Wie in jedem Frühjahr erhalten wir zurzeit täglich Anrufe wegen vermeintlich verlassener Jungvögel. Oft handelt es sich um junge Amseln mit arttypisch braun getupftem Gefieder. Doch besteht in den allermeisten Fällen kein Grund zur Sorge: Nur ein kleiner Teil der scheinbar einsamen Vögelchen ist in Gefahr, denn die Jungen vieler Vogelarten verlassen das Nest bereits bevor sie fliegen können und verteilen sich in der Umgebung. Dieser Schritt gehört zum natürlichen Programm und senkt das Risiko, dass alle Jungen von einem Räuber gefressen werden. 


Wer diese "Waisen" über längere Zeit aufmerksam  und aus sicherer Entfernung beobachtet, wird feststellen, dass die unbeholfen herumflatternden Federknäuel mit ihrem noch viel zu kurzen Schwänzchen durchaus nicht allein sind. Sie werden in der Regel weiterhin von ihren Eltern gefüttert. Mit piepsenden Standortlauten halten die Kleinen den Kontakt, rufen aber manchmal auch gutwillige Vogelretter auf den Plan. Doch die Handaufzucht von Jungvögeln sollte immer die allerletzte Option bleiben, denn die Fürsorge und die abwechslungsreiche Fütterung der Vogeleltern sind in menschlicher Obhut kaum zu ersetzen. Die Devise heißt "Sitzen lassen!". Eingreifen sollte man nur, wenn Gefahr im Verzug ist, etwa durch Katzen oder an verkehrsreichen Straßen. Dabei kann man die Tiere problemlos mit der Hand in ein nahes Gebüsch oder auf einen Baum setzen, denn Vögel orientieren sich im Gegensatz zu Säugetieren kaum über den Geruchssinn. 


Für die wenigen wirklichen Notfälle finden Vogelfreunde wertvolle Tipps im Internet auf www.wildvogelhilfe.org. Die hoch professionelle Seite bietet Hinweise sowohl zum Umgang  mit Jungvögeln aller Art als auch zur Versorgung von kranken oder verletzten Tieren. Für alle, die lieber etwas in der Hand haben, sind viele Informationen in der 60 Seiten starken NABU-Broschüre „Vögel im Garten“ kompakt gebündelt. Diese kann gegen Einsendung von 4 Briefmarken zu 70 Cent bestellt werden bei der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91, 55234 Albig.

 

 

Stunde der Gartenvögel 2018 - aufgepasst und mitgezählt!

Vogel des Jahres 2018: Obwohl der prächtige Star noch häufig beobachtet wird, ist sein Bestand in Deutschland in den letzten 20 Jahren um mehr als 1 Million Brutpaare geschrumpft. In der "Roten Liste" wird er daher als "gefährdet" geführt.
Vogel des Jahres 2018: Obwohl der prächtige Star noch häufig beobachtet wird, ist sein Bestand in Deutschland in den letzten 20 Jahren um mehr als 1 Million Brutpaare geschrumpft. In der "Roten Liste" wird er daher als "gefährdet" geführt.

Welcher Vogel singt, zwitschert oder fliegt denn da?  Zum 14. Mal ruft der NABU alle Naturfreunde auf, im Rahmen der "Stunde der Gartenvögel" am Wochenende 10. bis 13. Mai eine Stunde lang die Vögel im Garten, vom Balkon aus oder im Park zu zählen und  dem NABU zu melden. Mehr als 60000 Vogelfreunde hatten im vergangenen Jahr mitgemacht und insgesamt 1,4  Millionen Vögel beobachtet und gemeldet. Damit handelt es sich – gemeinsam mit der Schwesteraktion „Stunde der Wintervögel“ – um Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion.

Jeder kann teilnehmen und so einen wertvollen Beitrag leisten – ob Vogelexperte oder Laie, ob alleine oder in der Gruppe. Und das geht so: Von jeder Vogelart wird die höchste Anzahl notiert, die im Laufe der Stunde gleichzeitig entdeckt werden kann. Ob Spatz, Elster oder Stieglitz – jede Beobachtung trägt zum Erfolg des Projektes bei. Denn je mehr Naturfreunde an der „Stunde der Gartenvögel“ teilnehmen, desto aussagekräftiger sind die Ergebnisse, die Rückschlüsse auf schleichende Veränderungen unserer Artenvielfalt ermöglichen.

Die gezählten Vögel können bis 22. Mai per Post (an NABU, Stunde der Gartenvögel, 10469 Berlin) oder im Internet unter www.stunde-der-gartenvoegel.de gemeldet werden. Dort findet man außerdem nützliche Tipps zur Vogelbestimmung, zahlreiche interessante Informationen über die typischen Gartenvögel und nach Ende der Aktion die Ergebnisse. Jeder Teilnehmer leistet einen wertvollen Beitrag zum Naturschutz!

 

Ausstellung mit lebenden Amphibien

Laubfrosch (Bild: Hans-Werner Schneider)
Laubfrosch (Bild: Hans-Werner Schneider)

Vom 20. April bis  zum 03. Juni 2018 zeigen das Umweltbildungszentrum „Schatzinsel Kühkopf“ (UBZ) und der NABU Rheinland-Pfalz im „Kälberstall“ des UBZ die  Ausstellung "Amphibien – Botschafter der Artenvielfalt am Oberrhein“. Am Beispiel der heimischen Amphibien zeigt die Ausstellung, wie bedroht die Natur ist und was jeder einzelne für ihren Schutz tun kann. Gezeigt werden lebendige einheimische Amphibien wie Laubfrosch, Moorfrosch und Knoblauchkröte in naturnah gestalteten Aquarien und Terrarien. Darüber hinaus können die Besucher an verschiedenen Stationen die Natur interaktiv erleben und sich über den Naturschutz informieren.

Am 26. April findet eine Begleitexkursion zur Ausstellung in der Knoblochsaue statt. Die Exkursion beginnt um 19:00 Uhr am Parkplatz am Ende der Schusterwörthstraße in Leeheim. Unter Leitung des hessischen Amphibienexperten Thomas Bobbe werden verschiedene Gewässertypen als Lebensräume für Amphibien mit den entsprechenden Arten vorgestellt.

Das UBZ und der NABU bieten unter der Woche kostenfreie Führungen durch die Ausstellung und das Außengelände für Schulen und Kindergärten, wobei der Schwerpunkt bei den Schulklassen 1 – 6 liegt. Anmeldung über Christian.Kehrenberg@forst.hessen.de, Tel.: 06158 1886472.
Weitere Informationen: www.lebensader-oberrhein.de

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 14:00-18:00 Uhr, Samstag, Sonntag und Feiertag von 10:00-18:00 Uhr

 Kontakt: Umweltbildungszentrum "Schatzinsel Kühkopf", Hofgut Guntershausen, Außerhalb 27, 64589 Stockstadt am Rhein. Tel.: 06158 1886451 (zu den Öffnungszeiten)

Harmloses Gewimmel - Sandbienen auf Partnersuche

In Deutschland leben mehr als 100 Arten von Sandbienen. Sie alle nisten in selbst gegrabenen Nestern im Erdboden und leben solitär. Von links nach rechts: Weiden-Sandbiene, Rotpelzige Sandbiene, Zaunrüben-Sandbiene, Gemeine Sandbiene.
In Deutschland leben mehr als 100 Arten von Sandbienen. Sie alle nisten in selbst gegrabenen Nestern im Erdboden und leben solitär. Von links nach rechts: Weiden-Sandbiene, Rotpelzige Sandbiene, Zaunrüben-Sandbiene, Gemeine Sandbiene.

Der Frühling ist endlich da und in vielen Gärten summen von einem Tag auf den anderen zahlreiche Bienen knapp über dem Boden herum. Es sieht aus, als sei ein Bienenschwarm entwichen! Viele Menschen wenden sich daher Rat suchend an den NABU. Doch auch wenn es vielleicht gefährlich aussieht - das Schauspiel ist harmlos.

 

Es handelt sich um Männchen von Sandbienen aus verschiedenen Arten, die auf eine Chance zur Paarung warten und nicht stechen können. Von der Wärme hervorgelockt schlüpfen sie oft alle an einem Tag aus den im Vorjahr von den Müttern gebauten Erdnestern und bleiben in deren Nähe. Die Weibchen folgen wenig später. Haben sich die Bienenmännchen verpaart, sterben sie und das Gewimmel nimmt schlagartig ab. Die Weibchen dagegen beginnen jedes für sich mit dem Bau eines Nestes. Von ihren Aktivitäten künden kleine Erdhaufen mit einem Loch in der Mitte. Nach spätestens vier Wochen ist alles vorbei – bis zum nächsten Frühling. 

 

Doch Bienen sind Bienen - auch wenn es sich bei den geschützten Tieren um wichtige Bestäuber von Wild- und Kulturpflanzen handelt. Da denkt man doch direkt an schmerzhafte Stiche! Aber Sandbienen sind nicht aggressiv und verteidigen ihre Nester nicht. Auch wenn die Weibchen über einen Stachel verfügen, mit dem sie sich in höchster Not verteidigen, kann dieser menschliche Haut in der Regel nicht durchdringen. Der Garten kann also weiter genutzt werden. 

 

Wer mehr wissen will, kann sich in der Broschüre „Bienen, Wespen und Hornissen“ informieren. Gegen Einsendung von 4 Briefmarken zu 70 Cent kann sie bestellt werden beim NABU Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91, 55234 Albig.

 

Jetzt aktiv werden für die Vogelwelt!

Prächtig sieht er aus, der Hausrotschwanz! Seit einigen Tagen ist die Art zurück aus dem Winterquartier. I Bild: Tom Dove
Prächtig sieht er aus, der Hausrotschwanz! Seit einigen Tagen ist die Art zurück aus dem Winterquartier. I Bild: Tom Dove

Nach einem langen, trüben Winter ist der Frühling nun endlich in Sicht und die Vögel singen von den Dächern. Hausrotschwanz und Bachstelze sind endlich aus ihren Winterquartieren zurückgekehrt und weitere Arten werden in den nächsten Wochen folgen. Doch viele Menschen sehen mit Sorge den Rückgang bei etlichen Vogelarten und fragen sich, wie sie in ihrem privaten Umfeld helfen können. „Beinahe jeder kann etwas tun! Mit Vogelfütterung und Nistkästen sind die Möglichkeiten noch lange nicht ausgeschöpft“, berichtet Rainer Michalski von der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe. So könne man etwa über die richtige Bepflanzung des Gartens mit heimischen Gehölzen oder die Anlage einer Blumenwiese viel Gutes für die Natur tun und unterstütze damit auch Bienen, Schmetterlinge, Igel und zahlreiche andere Tierarten. Die genannten sowie etliche weitere Beispiele, Baupläne und nützliche Tipps - nicht nur für Vogelfreunde - finden sich auf www.NABU.de.
Für alle, die lieber etwas in der Hand haben, sind diese Informationen in der 60 Seiten starken NABU-Broschüre „Vögel im Garten“ kompakt gebündelt. Auch werden darin die häufigsten Vogelarten und ihre Ansprüche an Haus und Garten vorgestellt. Die Broschüre kann gegen Einsendung von 4 Briefmarken zu 70 Cent bestellt werden bei der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91, 55234 Albig.

NABU auf der Rheinland-Pfalz-Ausstellung

Wir bieten Informationen und Bastelangebote für Groß und Klein.
Wir bieten Informationen und Bastelangebote für Groß und Klein.

Vom 10.-18. März stehen wir Ihnen an unserem Infostand in Halle 1 B (Garten) wieder für Ihre Fragen rund um Natur und Naturschutz im Garten und anderswo gerne zur Verfügung.  Auch wenn Sie Fragen zu Ihrer NABU-Gruppe vor Ort haben, sind Sie bei uns richtig, denn die NABU-Gruppen der Region sind mit Ihren Aktiven am Stand vertreten. 

 

Zusätzlich bieten wir neben verschiedenen Nistkasten-Modellen für Vögel und Fledermäuse umfangreiches Informationsmaterial über die heimische Tierwelt an. Sehr begehrt sind auch unsere Bauplansammlungen sowie die wunderschönen Naturposter und Anstecker mit unterschiedlichen Tiermotiven. Gegen eine Spende können Sie sich bei den Kolleginnen und Kollegen vom  Naturschutz-Großprojekt "Lebensader Oberrhein" eine Saatgut-mischung aus attraktiven heimischen Wildpflanzen zusammenstellen.  Neu ist unser Naturquiz, bei dem die Teilnehmer kleine Preise gewinnen können. Kinder können an unserem Stand Nistkästen bauen (solange der Vorrat reicht!) oder Korkenfledermäuse und Quakfrösche basteln. 

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Schmetterlingsei trotzt eisiger Kälte

Nierenfleck-Zipfelfalter, Ei im Winter und Falter im Sommer  I  Bilder: Wolfgang Düring
Nierenfleck-Zipfelfalter, Ei im Winter und Falter im Sommer I Bilder: Wolfgang Düring

Viele Menschen fragen sich, wie Insekten den kalten Winter überstehen. Einige Schmetterlingsarten überdauern die unwirtliche Jahreszeit als Ei.  Für NABU-Schmetterlingsexperte Wolfgang Düring ist somit der Fund eines Eies vom Nierenfleck-Zipfelfalter in diesen frostigen Tagen nichts Besonderes. 

Der attraktive Schmetterling überwintert unauffällig als winziges Ei an der Rinde des Schlehenstrauches. Über diese und weitere spannende Anpassungen der Schmetterlinge an die Umwelt berichtet Naturschützer Wolfgang Düring  bei einem Vortrag "Schmetterlinge - Tagfalter in Bingen und Umgebung" am 22. März 2018 von 19.00 bis 21.00 Uhr im NABU-Zentrum Rheinauen (An den Rheinwiesen 5, 55411 Bingen-Gaulsheim).  Bei dem Vortrag gibt es Informationen und Bilder zu bedrohten Arten wie Bläulinge, Schillerfalter, Eisvögel, Weißlinge und den Kleinen Perlmutterfalter. Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei. Spenden für den Biotopschutz werden erbeten. An dem Abend wird Wolfgang Düring auch das Buch "Schmetterlinge - Botschafter der Artenvielfalt vorstellen".

Weitere Informationen unter www.NABU-Rheinauen.de .

 

Fastnachtswanderung mit dem NABU Alzey und Umgebung

Buntspecht | Bild: Thomas Höfler
Buntspecht | Bild: Thomas Höfler

Am Sonntag, den 11. Februar um 14 Uhr lädt der Nabu Alzey und Umgebung zur diesjährigen Fastnachtswanderung ein. Treffpunkt für die ca. 2,5 stündige Wanderung auf dem Walderlebnisweg in Wonsheim ist der Parkplatz an der L 400 von Wonsheim Richtung Hof Iben (ca. 1,5 km nach Ortsausgang Wonsheim, auf der rechten Seite). Infos und Anmeldung bei Christine Börner, Tel.: 0175 9149824.

Wildsträucher pflanzen für mehr Natur im Garten!

Pinselkäfer auf Wildrosenblüte | Bild: Rainer Michalski
Pinselkäfer auf Wildrosenblüte | Bild: Rainer Michalski
Weißdorn mit Früchten | Bild: Mathis Koose/naturgucker.de
Weißdorn mit Früchten | Bild: Mathis Koose/naturgucker.de

Heimische Sträucher im Garten helfen der Tierwelt, vor allem Insekten und Vögel profitieren davon. Hinzu kommt, dass Wildrosen, Weißdorn, Schneeball und einige mehr nicht nur wertvoll für die Natur sind, sondern dank ihrer Blüten, Früchte und wegen der bunten Laubfärbung im Herbst auch dekorativ.

 

Bienen und andere Insekten finden in ihren Blüten reichlich Nektar und Pollen, zahlreiche Schmetterlingsarten legen an den Blättern ihre Eier ab. Mönchsgrasmücke, Heckenbraunelle, Rotkehlchen und andere Heckenbrütern finden darin Schutz für ihr Nest, und die Früchte lockten nicht nur Vögel zum Festschmaus.

Man kann heimische Wildsträucher also kaum genug loben und sollte sie nicht als unnützes Gestrüpp abtun! Schon ein einzelner Strauch ist eine Bereicherung für den Garten, doch gilt in diesem Fall auch, dass mehr Sträucher – am besten von verschiedenen Arten - auch mehr bewirken. Im Frühjahr ist Pflanzzeit, doch planen Sie jetzt schon!. Zahlreiche Tipps - nicht nur zu heimischen Sträuchern, sondern auch zu Stauden und zur Anlage einer Blumenwiese - enthält die NABU-Broschüre „Gartenlust“, die gegen Einsendung von 4 Briefmarken zu 70 Cent bestellt werden kann. Adresse: NABU Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91, 55234 Albig

Stunde der Wintervögel: Machen Sie mit!

Spitzenreiter der NABU-Zählaktion: Der Haussperling | Bild: Günther Pitschi/naturgucker.de
Spitzenreiter der NABU-Zählaktion: Der Haussperling | Bild: Günther Pitschi/naturgucker.de

Machen Sie mit bei Deutschlands größter Vogelzählung vom 5. bis 7. Januar 2018.

 

Worum geht es? Im Mittelpunkt der Aktion stehen die uns vertrauten und oft weit verbreiteten Vogelarten. Wo kommen Sie vor, wo sind sie häufig und wo selten geworden? Wird sich der Haussperling auch in Rheinhessen und dem Naheland trotz erschwerter Brutbedingungen in den Städten wie in den Vorjahren an der Spitze halten?

Bild: NABU/Sebastian Hennigs
Bild: NABU/Sebastian Hennigs

Jeder kann mitmachen – ob Vogelexperte oder Laie, ob alleine oder in der Gruppe. Und das geht so: Von jeder Vogelart wird nur die höchste Anzahl notiert, die im Laufe der Stunde gleichzeitig entdeckt werden kann. Ob Spatz, Elster oder Stieglitz – jede Beobachtung trägt zum Erfolg des Projekts bei. Denn je mehr Naturfreunde an der „Stunde der Wintervögel“ teilnehmen, desto aussagekräftiger sind die Ergebnisse, die schließlich Rückschlüsse auf schleichende Veränderungen unserer Artenvielfalt ermöglichen. 2017 haben insgesamt mehr als 120.000 Vogelfreundinnen und Vogelfreunde aus 82.000 Gärten rund 2,8 Millionen Vögel gemeldet.

Ergebnisse der Vorjahre in Rheinhessen und dem Naheland
Ergebnisse der Vorjahre in Rheinhessen und dem Naheland

Die Meldung erfolgt online unter www.stundederwintervoegel.de. Die Beobachtungen können aber auch per Post mit dem unten abgedruckten Coupon gemeldet werden. Am 6. und 7. Januar – also nur am Samstag und am Sonntag – ist außerdem von 10 bis 18 Uhr unter 0800-1157-115 eine kostenlose Telefonnummer geschaltet. Meldeschluss ist der 15. Januar.

Tipps zur Vogelfütterung im Winter

Blaumeise | Bild: Claus König
Blaumeise | Bild: Claus König

 Mit der Zeit wird es auch in Rheinhessen immer kälter. In der kalten Jahreszeit gehört für viele das Füttern der Vögel im eigenen Garten oder auf dem Balkon zum aktiven Natur- und Vogelschutz dazu. Zwar kann sie den Vögeln die Futtersuche im Winter erleichtern und lädt ein zu hautnahen Naturerlebnissen, tatsächlich trägt das Füttern jedoch keinen entscheidenden Beitrag zur Arterhaltung bei und erreicht nur wenige Vogelarten mit stabilen Populationen. Jedoch vermittelt sie Artenkenntnis und begeistert zudem Kinder- und Jugendliche für unsere Natur.

Futtersilo mit Spatzen | Bild: Christian Henkes
Futtersilo mit Spatzen | Bild: Christian Henkes

 Am besten geeignet sind Futtersilos, da die Vögel hier das Futter nicht verschmutzen können. Werden Futterhäuschen verwendet, so müssen diese regelmäßig gereinigt und sparsam mit Futter befüllt werden. Es eignen sich vor allem Sonnenblumenkerne, da diese von den meisten Arten gefressen werden. Rotkehlchen oder Zaunkönig freuen sich als Weichfutterfresser über Rosinen, Haferflocken und Kleie. Gänzlich ungeeignet sind Brot und gesalzene Speisen. Die Winterfütterung, gewöhnlich von November bis März, ist jedoch keine dauerhafte Lösung für die Ursachen der Nahrungsknappheit im Winter. Wer sich nachhaltig für den Vogelschutz einsetzen will, sollte seinen Garten vogelfreundlich gestalten: Dazu gehört heimische Sträucher zu pflanzen, Nistkasten aufzuhängen und auf Pestizide zu verzichten.

 

Weitere Informationen über Vogelfütterung finden sich in der kleinen Broschüre „Naturerlebnis Vogelfütterung“, die gegen Einsendung von 5 Briefmarken à 70 Cent bei der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91, 55234 Albig bestellt werden kann.

 

Vogelfreunde können sich außerdem jetzt schon auf die "Stunde der Wintervögel" freuen.  Bei Deutschlands größter Vogelzählung beobachten sie ihre gefiederten Freunde ganz bequem in ihrem Garten oder vom Balkon aus und melden dem NABU, was sie im Laufe einer Stunde entdecken konnten.

Mehr Infos unter www.stunde-der-wintervoegel.de

Kraniche gesehen? Hier können Sie Ihre Beobachtung melden!

Konnten auch Sie in den letzten Tagen Kraniche beobachten? Unter www.kranichgucker.de können Sie melden, wann, wo und wie viele der Tiere Sie gesehen haben. Die Meldung ist ohne Registrierung möglich.

Kraniche, Herbstzug 2010 | Bild: M. Mallog
Kraniche, Herbstzug 2010 | Bild: M. Mallog

Hoch oben am Himmel gibt es jetzt im Oktober und November einiges in Rheinhessen zu sehen: Mit trompetenden Rufen ziehen die Kraniche über den Südwesten Deutschlands in ihre Überwinterungsgebiete in Frankreich, Spanien oder Nordafrika.

 

Zu erkennen sind die Vögel an ihrer weithin erkennbaren v-förmigen Flugformation mit kräftigen, erfahrenen Tieren an der Spitze. Wenn es dunkel wird, sind Kraniche trotz ihrer immensen Flügelspannweite von über zwei Metern kaum zu erkennen. Dann heißt es die Ohren spitzen! Denn Kraniche kommunizieren mit einem trompetenartigen Ruf, der weithin zu hören ist. Ihr Ruf ist auch ein sicheres Zeichen, um sie etwa von Wildgänsen zu unterscheiden, die ein ähnliches Zugverhalten aufweisen und ebenfalls in Keilformation fliegen. Ein weiterer Unterschied liegt darin, dass bei Kranichen die Beine im Flug über die Schwanzfedern hinausragen.

Garten- und Siebenschläfer auf Quartierssuche

Der Herbst hält Einzug und viele Menschen machen ihre Gärten winterfertig. Oft werden dabei auch die Vogelnistkästen gereinigt. Nicht selten schauen einem dann runde Knopfaugen entgegen oder es liegen kugelig zusammengerollte kleine Pelzknäuel in einem Bett aus Heu und Blätter im Kasten. Garten- oder Siebenschläfer sind eingezogen, um geschützt die kalte Jahreszeit zu verschlafen. Diese Tiere sind eine der wenigen Arten in Deutschland, die richtigen Winterschlaf halten. Dieser Winterschlaf kann bis in den Mai dauern und wird nur ein oder zweimal von kurzen Aufwärm- und Aufwachphasen unterbrochen. Ansonsten senken die Tiere ihre Körpertemperatur auf bis zu fünf Grad ab und die Herzfrequenz sinkt von 300 auf fünf Schläge pro Minute.

 

Wird so eine kleine Pelzkugel im Nistkasten oder auf dem Dachboden gefunden, dann gilt: Unbedingt schlafen lassen. Einen Garten- oder Siebenschläfer während des Winterschlafs zu wecken, kann für das Tier den Tod bedeuten. Denn die Tiere legen für das 'Anfahren' ihres Körpers ein besonderes Fett an. Wird dieses aufgrund von Störungen im Winter zu früh verbraucht, dann fehlt es für das eigentliche Erwachen im Frühjahr.

 

Wer beim vorsichtigen Öffnen der Kästen einen Schläfer vorfindet, sollte unbedingt auf die Reinigung verzichten. Diese lässt sich im Frühjahr problemlos nachholen. Neben Nistkästen suchen die Tiere auch gerne frostfreie, kühle und trockene Plätze auf Dachböden, Kellern oder Schuppen auf. Wenn man dann den Weihnachtsschmuck vom Dachboden holt und so einen kleinen Kerl entdeckt, dann sollte man ihn einfach nicht stören. Im Frühjahr wird der Schlafgast ganz von alleine wieder gehen.

 

Eine fast perfekte Exkursion...

Bild: Marianne Bopp
Bild: Marianne Bopp

 Am 26. August hatte der NABU Rhein-Selz wieder zur alljährlichen Fledermaus-Exkursion eingeladen, und 
über 40 junge und ältere Fledermausfreunde hatten sich am Treffpunkt versammelt.


Es war eine fast perfekte Veranstaltung: ein lauer Sommerabend mit wolkenlose Himmel, guter Sicht und vor allem mit sehr interessierten Teilnehmern. Insbesondere beeindruckte wieder das Fachwissen der Kinder. Nur leider hatten die Fledermäuse die Veranstaltungsankündigung falsch gelesen. Zwar flogen auf dem Fußmarsch vom Treffpunkt zum Michelröder See außergewöhnlich viele Fledermäuse über den Köpfen der Exkursionsteilnehmer, doch leider kamen sie nicht zum eigentlichen Veranstaltungsort! Einzig einige Mückenfledermäuse waren anfangs zu detektieren. Später konnten noch einige wenige Wasserfledermäuse bei ihrer Jagd direkt über der Wasseroberfläche beobachtet werden - doch leider kein Vergleich zum Aufkommen der letzten Jahre. 

 

Naturexkursionen sind keine inszenierten Show-Veranstaltungen. Wildtiere lassen sich nun einmal nicht auf Kommando vorführen. Lobenswerterweise ließen sich die Teilnehmer nicht entmutigen und suchten geduldig nach den Signalen der Fledermäuse. Insbesondere aus diesem Grund waren die Exkursionsleiter durchaus zufrieden mit diesem fast perfekten  Abend. Vielleicht kommen nächstes Jahr ja wieder mehr Fledermäuse! 
 

Marianne Bopp und Jürgen Fuchs

Meldungen der Gottesanbeterin 2017

Gefunden in Frankfurt, Bornheim von Silke Köhler
Gefunden in Frankfurt, Bornheim von Silke Köhler
Bild: Christiane Kahla aus Ober-Olm
Bild: Christiane Kahla aus Ober-Olm

Bis vor einigen Jahren kam die Europäische Gottesanbeterin (Mantis religiosa) nur noch an wenigen Stellen in Deutschland regelmäßig vor, etwa am Kaiserstuhl oder in der Südpfalz. Nun breitet sich die wärmeliebende Art immer weiter nach Norden aus. In den letzten Jahren erreichten uns bereits als Antwort auf unsere Meldeaufrufe  einige Beobachtungen aus Rheinhessen und dem Nahegebiet. Auch in diesem Jahr erhielten wir Meldungen der beeindruckenden Fangschrecke. So staunte Frau Silke Köhler aus Frankfurt, Bornheim nicht schlecht, als sie ein Exemplar an ihrem Fliegengitter entdeckte. In Rheinhessen beobachtete Christiane Kahla aus Ober-Olm eine braune Gottesanbeterin auf ihrem Balkon im zweiten Stock. Sie saß gut getarnt an einer Holztür. In Alzey begleitete ein weibliches Exemplar Herrn Dirk Sans bei seinem Arbeitstag. Und auch in Worms fand Frau Reich eine Gottesanbeterin an der Carmeliter-Apotheke. Rund 3 Wochen später sichtete auch Frau Bürgis ein paar Straßen weiter eine, allerdings tote, Gottesanbeterin in Worms.

Auch aus dem Naheland erhielten wir Meldungen: Frau Vanessa Kost sah und fotografierte eine Gottesanbeterin in Waldböckelheim am Briefkasten - am Abend zuvor war die Verbreitung des Tieres noch Gesprächsthema beim Grillabend. In Bad Kreuznach fand Frau Bryla ein braunes Exemplar am Waldrand, und auch Frau Christina Hübling hatte Glück, als ihr in Rüdesheim bei Bad Kreuznach an einem warmen Sommertag das Insekt vor die Kameralinse krabbelte.

 

In einem waren sich alle einig: Eine Gottesanbeterin zu finden und zu beobachten hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Haben auch Sie eine Gottesanbeterin finden können? Dann freuen wir uns über weitere Meldungen!

Unterstützer für den Naturschutz gesucht: NABU wirbt Mitglieder im Kreis Bad Kreuznach

Das Bild zeigt die Werber mit Teamchef Marcel Beck (dritter von links), Hilde Schmitt (NABU Bad Kreuznach, rechts) und Rainer Michalski (NABU Bad Kreuznach, vorne links)
Das Bild zeigt die Werber mit Teamchef Marcel Beck (dritter von links), Hilde Schmitt (NABU Bad Kreuznach, rechts) und Rainer Michalski (NABU Bad Kreuznach, vorne links)

Ausgerüstet mit Informationsmaterial und Argumenten für den Naturschutz wird ein Team von Studenten im Auftrag des Naturschutzbundes (NABU) in den kommenden Wochen in Bad Kreuznach und den Verbandsgemeinden Bad Kreuznach, Langenlonsheim, Rüdesheim und Stromberg in den Haushalten vorsprechen. Das professionelle Werbeteam unter Leitung von Marcel Beck besteht aus Studentinnen und Studenten mit einem guten Draht zum Naturschutz und zum NABU, die sich so in den Semesterferien Geld dazuverdienen.


 "Es geht uns dabei ausschließlich um die Gewinnung neuer Mitglieder, welche die Arbeit des NABU hier bei uns, landes- und bundesweit dauerhaft unterstützen“, erklärt Rainer Michalski, Vorsitzender im NABU Bad Kreuznach und Umgebung. Die Teammitglieder sammeln also kein Geld und sind dazu auch nicht berechtigt. Sie tragen im Dienst blaue NABU-Kleidung und können sich ausweisen. "Auch wer nicht aktiv mithelfen kann, ist uns sehr willkommen. Jedes neue Mitglied ist eine Stimme für die Natur und leistet einen Beitrag zu ihrem Erhalt“, betont der Naturschützer.


Über tatkräftige Hilfe freut sich der NABU Bad Kreuznach ganz besonders. So etwa bei der Pflege von wertvollen Magerrasenflächen mit vielen seltenen Tier- und Pflanzenarten oder bei der Kontrolle und Reinigung mehrerer hundert Nistkästen für Vögel und Fledermäuse von Bad Kreuznach bis in den Soonwald. Neben all den praktischen Arbeiten kommt beim NABU Bad Kreuznach auch die "Theorie" nicht zu kurz. Naturkundliche Exkursionen, Infostände und Vorträge, Kinderaktionen und die Arbeit in verschiedenen Naturschutzgremien sind fester Bestandteil des Vereinslebens. Geplant sei auch die Neugründung einer NABU-Kindergruppe für Kinder im Grundschulalter. „Aber auch für neue Ideen und Projekte sind wir offen“, meint Michalski abschließend

Heimische Schlangen - Posterausstellung in der Stadtbibliothek Bad Kreuznach

Rainer Michalski erläutert die Schlangenausstellung.
Rainer Michalski erläutert die Schlangenausstellung.

Mit Schlangen ist das so eine Sache: Viele Menschen reagieren panisch, wenn sie in freier Natur auf ein solches Reptil treffen - zu Unrecht. Giftschlangen kommen natürlicherweise in Rheinland-Pfalz nicht vor. Drei Schlangenarten sind im Kreis Bad Kreuznach heimisch, und alle drei zählen zu den bedrohten Arten der Roten Liste. Bis zum 2. September werden sie in einer Posterausstellung der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe und der Naturstation "Lebendige Nahe" aus Bad Münster am Stein in der Stadtbibliothek Bad Kreuznach vorgestellt. Die Ausstellung informiert über die Lebensweise der scheuen Tiere. Hinzu kommen Empfehlungen zum Schlangenschutz im Garten und in freier Natur. Die Stadtbibliothek präsentiert zum Thema passende Bücher und Medien für alle Altersgruppen.

 

Schwalbenairport Nahetal – Auszeichnung für Reiterhof Krapf/Ippesheim

Harald Krapf (links) und Rainer Michalski vom NABU mit Stute „Rebecca“, die mit stolzen 27 Jahren nun ihren verdienten Ruhestand auf dem Reiterhof genießt. Zahlreiche Menschen aus Bad Kreuznach und Umgebung haben auf ihr das Reiten gelernt.
Harald Krapf (links) und Rainer Michalski vom NABU mit Stute „Rebecca“, die mit stolzen 27 Jahren nun ihren verdienten Ruhestand auf dem Reiterhof genießt. Zahlreiche Menschen aus Bad Kreuznach und Umgebung haben auf ihr das Reiten gelernt.

Reger Flugbetrieb herrscht auf dem Reiterhof von Harald Krapf in Ippesheim, denn mehr als 50 Rauchschwalbennester befinden sich in den Stallungen und in der Reithalle, davon gut zwei Drittel zurzeit besetzt. Die große Anlage, die gleichzeitig Sitz des Reit- und Fahrclubs Bad Kreuznach ist, bietet den eleganten Fliegern ideale Bedingungen. Harald Krapf berichtet: „Jedes Jahr schlüpfen bei uns Hunderte von Jungvögeln, und im Herbst sitzt hier kurz vor dem Abflug in den Süden alles voller Schwalben. Sicher trifft dabei auch der eine oder andere Kleks mal ein Pferd oder einen Reiter und sicher machen die Vögel Dreck. Doch das ist nicht schlimm, denn Dreck kann man wegputzen. Für uns gehören Schwalben einfach dazu!“

 

Die Aktion "Schwalbenfreundliches Haus" zeichnet Menschen aus, die Schwalben willkommen heißen | Bild: NABU
Die Aktion "Schwalbenfreundliches Haus" zeichnet Menschen aus, die Schwalben willkommen heißen | Bild: NABU

 „So viele Schwalben, die auf einem Anwesen geduldet und als Mitbewohner geschätzt werden, sind heute schon eine kleine Sensation. Daher ist es uns eine besondere Ehre, Herrn Krapf im Rahmen unserer Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ mit der zugehörigen Plakette und einer Urkunde auszuzeichnen“, erklärt Rainer Michalski vom NABU Bad Kreuznach und Umgebung.

 

 

Früher galten Schwalben als Boten des Glücks, und noch immer gilt die erste aus dem afrikanischen Winterexil zurückgekehrte Schwalbe bei vielen als Anzeichen für den nahen Beginn der Freibadsaison. Docht trotz aller Sympathie gehen die Bestände von Mehl- und Rauchschwalbe seit Jahren kontinuierlich zurück. Wesentliche Ursachen hierzulande sind neben dem Rückgang der Insekten vor allem fehlende Nistmöglichkeiten und der Mangel an geeignetem Material für den Nestbau. Außen am Haus angebracht soll die bunte Plakette daher für den Schutz von Mehl- und Rauchschwalben werben und weitere Hausbesitzer für die Sommerboten gewinnen.

 

 

Doch wie können sich Schwalbenfreund darum bewerben? Rainer Michalski erklärt: „Haben auch Sie mehrere besetzte Mehl- oder Rauchschwalbennester am Haus und interessieren Sie sich für die Auszeichnung? Möchten Sie wissen, was Sie für die Schwalben tun können? Dann melden Sie sich unter 6731 547566 oder info@NABU-Rheinhessen.de bei der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe.“

 

Mitmachen bei der Stunde der Gartenvögel 2017!

Quelle: Fotonatur
Quelle: Fotonatur

Welcher Vogel singt, zwitschert oder fliegt denn da? Um unsere heimische Vogelwelt unter die Lupe zu nehmen, findet vom 12. bis 14. Mai die bundesweite „Stunde der Gartenvögel“ statt. Zum 13. Mal ruft der NABU alle Naturfreunde auf, eine Stunde lang die Vögel im Garten, vom Balkon aus oder im Park zu beobachten, zu zählen und für eine gemeinsame Auswertung zu melden. Mehr als 44.000 Vogelfreunde hatten im vergangenen Jahr mitgemacht und insgesamt 1,09 Millionen Vögel beobachtet und gemeldet. Damit handelt es sich – gemeinsam mit der Schwesteraktion der „Stunde der Wintervögel“ – um Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion.

 

In Rheinhessen und dem Naheland wurden im letzten Jahr über 10000 Vögel in 300 Gärten gezählt.  Während der Haussperling in Mainz einen Sprung von Platz 5 auf Platz 3 machte, schaffte es der Grünfink in Worms noch unter die Top 5. Die fünf häufigsten Gartenvögel in Rheinhessen und dem Naheland sind in der folgenden Tabelle dargestellt.

 

Ergebnisse der Stunde der Gartenvögel 2015 und 2016
Ergebnisse der Stunde der Gartenvögel 2015 und 2016

Jeder kann mitmachen – ob Vogelexperte oder Laie, ob alleine oder in der Gruppe. Und das geht so: Von jeder Vogelart wird nur die höchste Anzahl notiert, die im Laufe der Stunde gleichzeitig entdeckt werden kann. Ob Spatz, Elster oder Stieglitz – jede Beobachtung trägt zum Erfolg des Projekts bei. Denn je mehr Naturfreunde an der „Stunde der Gartenvögel“ teilnehmen, desto aussagekräftiger sind die Ergebnisse, die schließlich Rückschlüsse auf schleichende Veränderungen unserer Artenvielfalt ermöglichen. Die gezählten Vögel können bis 22. Mai per Post (an NABU, Stunde der Gartenvögel, 10469 Berlin) oder im Internet unter www.stunde-der-gartenvoegel.de gemeldet werden. Auf der Homepage findet man außerdem nützliche Tipps zur Vogelbestimmung und die Ergebnisse nach Ende der Aktion.

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Bardo Petrys Naturgarten in Dromersheim

Für mehr Natur im Garten kann jeder etwas tun, das zeigt Bardo Petry vom NABU Bingen und Umgebung: In seinem Naturgarten findet man eine lebendige Tierwelt, bunte Blüten und heimische Sträucher. Anstatt mit Chemikalien gegen sie vorzugehen, arbeitet er mit der Natur. Im Rahmen der SWR-Sendung "natürlich" gibt Bardo Petry einen Einblick in seinen persönlichen Naturgarten und zeigt einfache Tricks für mehr Vielfalt im eigenen Garten.

Steinzeit in den Vorgärten - Natur auf dem Rückzug

Bild: NABU
Bild: NABU

Auf den ersten Blick wirkt es halb so wild, doch in der Summe ist der Verlust enorm: Massenhaft verschwinden zurzeit Hecken und Grünflächen in den Vorgärten und werden durch ökologisch wertlose Kiesflächen mit einzelnen immergrünen Pflanzen ersetzt. Sie nennen sich Kies "Tirol" und "Carrara" oder Splitt "Savanne", "Ardennen" oder "Lachs". Wo gestern noch die Vögel sangen, ist es heute still geworden, so der NABU in einer Pressemitteilung.

„Da fehlt doch was“, denkt so mancher und versucht mit gut gemeinten Aktionen Abhilfe zu schaffen. Nistkästen und Futterhäuschen sollen die gefiederten Sänger wieder ins eigene Wohnumfeld locken. Doch meist vergebens: „Mit Nistkästen hilft man nur Höhlenbrütern wie Meisen und Spatzen. Vogelfutter hilft vielleicht den erwachsenen Vögeln, ist aber für die Aufzucht von Jungvögeln völlig ungeeignet. Diese benötigen Insekten. Doch wo sollen die Vogeleltern die noch finden, wenn es statt blühenden Pflanzen nur noch Steine gibt?“, fragt Rainer Michalski von der NABU Regionalstelle Rheinhessen-Nahe.

Die wegen ihres melodischen Gesangs beliebten Amseln haben im Kiesgarten ebenso schlechte Karten, denn ihre Lieblingsspeise sind Regenwürmer und Insektenlarven, die im Boden oder unter abgefallenem Laub leben. „So eine undurchdringliche Steinfläche ist wie für alle Vögel insbesondere für Amseln eine nahrungsarme Wüste und wird gemieden“, erklärt der Naturschützer. „Wer Vögel liebt, der braucht auch Grün!“

Doch nicht nur Vögel haben das Nachsehen, auch Schmetterlinge, Marienkäfer, Bienen und Hummeln -  die Sympathieträger unter den Insekten - sucht man in den modernen Gärten vergebens. Die in Kiesgärten üblichen Koniferen und Gräser sind in manchen Augen schick, doch für Blüten besuchende Insekten bieten sie keinerlei Nahrung und werden gemieden.

Nicht zuletzt ist auch der Mensch betroffen: Kiesflächen heizen sich in der Sonne wesentlich stärker auf als von Pflanzen beschatteter Erdboden. Ein wesentlicher Faktor in Zeiten des Klimawandels mit zunehmend heißen Sommern!

Für viele Menschen steht der scheinbar geringe Pflegeaufwand im Vordergrund, so der NABU, doch das räche sich nach ein paar Jahren: Durch Laub- und Nährstoffverwehungen reichern sich Stoffe zwischen den Steinen an, es bildet sich Humus und Wildpflanzen können keimen. "Entweder zupfen dann manche mit den Händen Pflanzen heraus oder es kommt Chemie zum Einsatz", erklärt Herr Michalski und berichtet von dem Beispiel eines Mannes, der bereits vor 10 Jahren solch einen Kiesgarten anlegte. "Vorher war es mit der Gartenpflege einfacher, ich hätte es besser gelassen", laute sein Resümee heute.

Letztlich sind die Nachteile von Kiesgärten für die Natur und den Menschen gravierend. Es ist Zeit zum Umdenken, denn pflegeleichte, aber steinfreie Alternativen gibt es durchaus, so Herr Michalski abschließend.

 

NABU auf der Rheinland-Pfalz-Ausstellung

Vom 18.-26. März stehen wir Ihnen an unserem Infostand in Halle 2 (Garten) wieder für Ihre Fragen rund um Natur und Naturschutz im Garten und anderswo gerne zur Verfügung. Auch wenn Sie Fragen zu "Ihrer NABU-Gruppe" vor Ort haben, sind Sie bei uns richtig, denn die sechs NABU-Gruppen der Region sind mit Ihren Aktiven am Stand vertreten. Dazu bieten wir neben verschiedenen Nistkastenmodellen für Vögel und Fledermäuse umfangreiches Infomaterial über die heimische Tierwelt an. Sehr begehrt sind die wunderschönen Naturposter und Anstecker mit unterschiedlichen Tiermotiven. An drei Tagen bieten wir einen Vortrag an:


Samstag, 18.03., 12 Uhr: Was Vögel sich im Garten wünschen

Sonntag, 19.03., 12 Uhr: Fledermäuse im Garten
Sonntag, 26.03., 12 Uhr: Was Vögel sich im Garten wünschen

 

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

 

Unterstützung gesucht - Mitgliederwerbung für den NABU Alzey und Umgebung

Von links: Lara Arz, Roswitha Pitsch (Vorsitzende NABU Alzey und Umgebung), Rouven Bozek, Tanja Guretzki, Sven Rademacher, Anja Rieger, Philipp Krenz und Martin Garmatter (Teamleiter).
Von links: Lara Arz, Roswitha Pitsch (Vorsitzende NABU Alzey und Umgebung), Rouven Bozek, Tanja Guretzki, Sven Rademacher, Anja Rieger, Philipp Krenz und Martin Garmatter (Teamleiter).

Voraussichtlich bis Ende April ist ein Studententeam im Auftrag des NABU in Alzey und Umgebung  in Alzey und den umliegenden Verbandsgemeinden unterwegs. Die jungen Leute sprechen in den Haushalten vor, um über die Arbeit des NABU vor Ort zu informieren und so viele neue Mitglieder zu gewinnen. An ihrer blauen NABU-Kleidung sind sie erkennbar und führen einen Dienstausweis mit. Bargeld wird nicht gesammelt, denn eine dauerhafte Unterstützung über Mitgliedsbeiträge ist für den Naturschutz wesentlich sinnvoller. 

Die Naturschützer vom NABU Alzey und Umgebung sind durch ihre jahrzehntelange ehrenamtliche Arbeit im ganzen Gebiet vielen Menschen bekannt. Die Kindergruppe um Leiterin Anja Stief hat einen sehr guten Ruf. „Wir hoffen, dass sich viele Bürgerinnen und Bürger überzeugen lassen. Neue Mitglieder sind uns mit ihren Ideen und Fähigkeiten sehr willkommen“, sagt die NABU-Vorsitzende Roswitha Pitsch.

Vitamine aus der Hecke: Wildsträucher wichtig für die Vogelwelt

Wachholderdrossel (Bild: Andreas Schäfer)
Wachholderdrossel (Bild: Andreas Schäfer)

Wer in den letzten Tagen mit offenen Augen ins Land geschaut hat, der hat sie sicher entdeckt: Wachholderdrosseln und Amseln ernten die letzten Früchte aus den Hecken. Kleine Finkentrupps machen sich mit Appetit über die verbliebenen Samenstände in den Baumkronen her.

 

„Hier zeigt sich deutlich der Wert heimischer Gehölze. Hagebutten oder die Früchte von Efeu, Liguster, Hartriegel und anderen mehr sind durch den strengen Frost genau nach dem Geschmack sehr vieler Vogelarten, denn sie enthalten nun viel energiereichen Zucker und Alkohol“, erklärt Rainer Michalski vom Naturschutzbund (NABU) Rheinhessen-Nahe. Trotz leuchtender Farben deutlich weniger interessant seien die Früchte von beliebten Gartensträuchern wie Feuerdorn oder Felsenmispel. Wer als Gartenbesitzer der Vogelwelt im Winter etwas Gutes tun will, ist also gut beraten, zusätzlich zu der beliebten Vogelfütterung auch heimische Wildsträucher zu pflanzen. "Ihre Früchte sind ein vitaminreicher Snack, der den Tieren einen guten Start in die Brutsaison ermöglicht - besonders wichtig nach der für viele Arten ungünstigen Saison 2016“, betont Michalski.


Gegen Einsendung von 5 Briefmarken zu 70 Cent bietet der NABU die umfangreiche Broschüre „Vögel im Garten“ an. Sie enthält neben ausführlichen Empfehlungen zu heimischen Wildsträuchern auch Portraits der häufigsten Vogelarten und Hinweise zur Winterfütterung. Adresse: NABU Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91, 55234 Albig.

 

 

Wintervogelzählung vom 6. bis 8. Januar 2017

Buntspecht | Foto: Frank Derer
Buntspecht | Foto: Frank Derer

Vom 6. bis 8. Januar 2017 findet zum siebten Mal die bundesweite „Stunde der Wintervögel“ statt: Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) ruft auch die Naturfreunde in der Verbandsgemeinde Gau-Algesheim auf, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und zu melden. Im Mittelpunkt der Aktion stehen vertraute und oft weit verbreitete Vogelarten wie Meisen, Finken, Rotkehlchen und Spatzen.


Rainer Michalski von der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe erklärt: "Die Wintervogelzählung ist einfach. Von einem ruhigen Beobachtungsplatz aus wird von jeder Art die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu beobachten ist. Die Beobachtungen können dann im Internet unter www.stundederwintervoegel.de bis zum 16. Januar gemeldet werden. Dort finden sich auch umfangreiche Hintergrundinformationen. Ab Februar kann man dort die Ergebnisse einsehen. Zudem ist am 7. und 8. Januar von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer 0800-1157-115 geschaltet. Möglich ist auch die Meldung per Mail an info@NABU-Rheinhessen.de. Bitte vergessen Sie nicht die Angabe von Zähldatum und Adresse!"

Amsel im Winter | Foto: Frank Derer
Amsel im Winter | Foto: Frank Derer

Die „Stunde der Wintervögel“ ist die größte wissenschaftliche Mitmachaktion Deutschlands, bei der möglichst viele Menschen gemeinsam große Datenmengen sammeln und so wichtige Hinweise zur Entwicklung der heimischen Vogelbestände geben. Interesse und Freude an der Vogelwelt reichen zur Teilnahme aus. Bei der letzten Vogelzählung im Januar 2016 beteiligten sich über 93.000 Menschen. Es gingen Meldungen aus 63.000 Gärten und Parks mit zwei Millionen gezählten Vögeln ein. Nun erhofft sich der NABU auch 2017 wieder eine rege Beteiligung. Denn je größer die Teilnehmerzahl ist, desto wertvoller werden die Ergebnisse!

Die Ergebnisse der "Stunde der Wintervögel" in 2015 und 2016
Die Ergebnisse der "Stunde der Wintervögel" in 2015 und 2016

10 goldene Tipps zur Vogelfütterung im Winter

Rotkehlchen | Bild: Gabor Metzger
Rotkehlchen | Bild: Gabor Metzger

Der NABU wird derzeit geradezu überrollt von Anrufen und Mails, in denen die Menschen nach gezielten Tipps für eine artgerechte Winterfütterung der Vögel fragen. Das Füttern ist weit verbreitet, bietet es doch eine schöne Gelegenheit für Jung und Alt, die tierischen Besucher hautnah zu beobachten. Die Vögel haben zudem im Winter einen höheren Energiebedarf, den sie in  unserer ausgeräumten Landschaft kaum mehr decken können. Es fehlt an naturnahen Hecken, und damit auch an Sträuchern, Beeren und Stauden - eine Folge der Ausräumung der Landschaft.

Um den Menschen die Winterfütterung zu erleichtern, hat der NABU 10 goldene Tipps zur Winterfütterung zusammengestellt:

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Keine Speisereste vom menschlichen Speiserest verfüttern – am gefährlichsten sind gesalzene Speisen!

Artgerechtes Futter für die Vögel verwenden: Energiereiche Samen und Nüsse sind am besten geeignet. Dazu zählen u.a. Hafer, Maisflocken, Sonnenblumenkerne (geschält und ungeschält), andere Saaten, Erdnüsse (ungesalzen!), Haselnüsse, andere Nüsse, auch Haferflocken als Streu- und Futtersäulenmischungen. Ganz wichtig: Die Mischung macht‘s! Damit z.B. Feinfresser wie Rotkehlchen, Heckenbraunelle und Erlenzeisig nicht ausgeschlossen werden, sollten keine ausschließlichen Fütterungen mit nur einer Futtersorte erfolgen. Das Futter sollte frei sein von Samen der gefährlichen Ambrosiapflanze.

Keine Massenfutterplätze einrichten – sie begünstigen die Verbreitung von Krankheiten! Besser sind Futtersäulen und Futtertrichter und auch Kleinfutterhäuser, in denen das Futter trocken nachrutschen kann und gegen Verschmutzung geschützt ist. Mehrere Futtersäulen und –trichter in Abstand zueinander anbringen, damit viele Vögel die Chance haben, sie zu nutzen. Amseln, Wacholderdrosseln und andere Arten nutzen das herunterfallende Futter. Diese Plätze täglich säubern. Für Fasane, Rebhühner etc. können so genannte „Bodenschütten“ aufgestellt werden, in denen das Futter ebenfalls nachrutscht, und die auch an Feldhecken und Waldrändern aufgestellt werden können. An ihnen sammeln sich oft auch Mäuse – eine willkommene Nahrung für die hungernden Greifvögel und Eulen!

Fettblöcke und -kolben sind hervorragende „Energiebomben“ für Meisen, Schwanzmeisen und andere Vögel. Es gibt sie in verschiedenen Varianten, auch mit Insekten- und Waldfruchtanteil, ebenso mit speziellen, leicht zu säubernden Halterungen. Auch Futterringe sind sehr gut geeignet – sie verfügen neben dem Fett über einen hohen Saatenanteil.

Eine gute Vitamingabe, die besonders gern von Amseln genutzt wird, sind getrocknete (ungeschwefelte!) Rosinen und Apfelhälften, die auf den Boden gelegt werden.

Niemals abgelaufenen Futtermischungen oder Fettblöcke kaufen! Auf das Haltbarkeitsdatum achten, keine ranzige Ware einsetzen!

Den Futterplatz/die Futterplätze katzensicher anlegen.

Futterhäuser/-trichter etc. abends befüllen, da die Vögel bereits in der sehr zeitigen Morgendämmerung einen großen Energiebedarf haben.

Futterstellen niemals mit Seife oder Chemikalien reinigen. Nur warmes Wasser und ggf. eine Bürste einsetzen.

Die beste „vorausschauende Winterfütterung“ ist ein naturnaher Garten –unter altem Laub finden die Vögel ebenso Insekten und Spinnen wie in Stängeln, zudem bieten Beeren und Früchte einen willkommenen, lange gedeckten Tisch. Den Garten im Frühjahr zur Pflanzzeit aufwerten!


Todesfalle Lichtschacht: Ungeahnte Gefahr für Amphibien und Igel

Unverwechselbar dank "Tarnanzug": Die Wechselkröte (Bild: R. Michalski)
Unverwechselbar dank "Tarnanzug": Die Wechselkröte (Bild: R. Michalski)

Die Natur stellt sich langsam auf die kalte Jahreszeit ein. Auch Frösche, Kröten und Molche machen sich auf die Suche nach einem Winterquartier und verirren sich zum Teil bis in die Ortschaften.

Immer wieder fallen einzelne Tiere dabei versehentlich in Lichtschächte von Kellergeschossen oder Gullys. Auch wenn der Sturz an sich für die Tiere in der Regel ungefährlich ist, sind die Folgen oft tödlich denn bis zum Frühjahr sind die auf hohe Luftfeuchtigkeit angewiesenen Tiere meist vertrocknet. Selbst wenn sie den Winter überstehen, droht ihnen in der nahrungsarmen Umgebung der Hungertod, denn die hohen Wände ihres Gefängnisses sind ein unüberwindliches Hindernis.


Lichtschächte und Gullys mit breiten Ritzen sollten daher in den nächsten Tagen inspiziert werden, vor allem wenn Teiche oder Feuchtgebiete in der Nähe des Hauses liegen. Abhilfe auf Dauer schaffen feinmaschige Gitter oder Fliegengaze, die auf der Abdeckung angebracht werden. Daneben sollten auch Kelleraußentreppen kontrolliert werden, die sogar für Igel zum Problem werden können. Hier hilft ein langes Brett, das seitlich in den Treppenaufgang gelegt wird und den Tieren als Aufstiegshilfe dient.

Doch was tun, wenn man ein Tier entdeckt hat? Fangen Sie es vorsichtig ein und setzen Sie es möglichst bald in der Nähe des Fundortes wieder aus. Günstig dafür sind Waldgebiete, Hecken und Feldgehölze in der Nähe von Gewässern. Dort finden Amphibien geeignete Winterquartiere unter Falllaub und Baumstümpfen oder sie graben sich ein.

 

Zahlreiche Informationen zu heimischen Amphibien enthält die umfangreiche Broschüre "Frösche, Kröten, Molche". Sie kann gegen 5 Briefmarken zu 0,70 € bestellt werden beim NABU Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91, 55234 Albig.

Kein Grund zur Panik beim Wespenbesuch

Gemeine Wespe (links) mit Feuergoldwespe (mittig) | Foto: Peter Brixius
Gemeine Wespe (links) mit Feuergoldwespe (mittig) | Foto: Peter Brixius

An heißen Sommertagen ist Erfrischung das Maß aller Dingen. Doch kaum hält man das lang ersehnte Eis in den Händen oder sitzt bei Kuchen und Kaffee auf der schattigen Terrasse, sind die gelb-schwarzen Flieger schon da. Meistens ist für jedermann dann mit einem Schlag und einem Wisch alles erledigt und es können getrost Greuel- und Horrorgeschichten über Wespen und Hornissen erzählt werden. Die Liste der Vorurteile ist ellenlang - leider halten die meisten Menschen immer noch Hornissen und Wespen pauschal für gefährlich. Dabei sind die Tiere in Wahrheit friedlicher und nützlicher, als die meisten vermuten. 

Wespenbesuch am Marmeladenbrötchen | Bilder: Rainer Michalski
Wespenbesuch am Marmeladenbrötchen | Bilder: Rainer Michalski

Im deutschsprachigen Raum gibt es rund 700 verschiedene Wespenarten. Doch nur die zu den Kurzkopfwespen gehörende Deutsche Wespe (Vespula germanica) und die Gemeine Wespe (Vespula vulgaris) interessieren sich für unseren gedeckten Tisch. Gerade jetzt im Spätsommer erreichen die Wespenvölker Spitzengrößen von bis zu 10 000 Tieren. Bis zum Schlüpfen der geschlechtsreifen Männchen und der Jungköniginnen wurden deren Larven mit proteinhaltiger Nahrung, zum Beispiel aus anderen Insekten, gefüttert. Dann ändert sich das Nahrungsverhalten: Die Arbeiterinnen steigen auf eine zuckerhaltige Nahrung um, damit der Stoffwechsel in Gang bleibt – was erklärt, warum sie besonders an Fallobst und unseren süßen Speisen interessiert sind. Mit dem ersten Frost im Herbst sterben die Völker ab. Mit seinen  20 Tipps zum Umgang mit Wespen und Hornissen gibt der NABU Hinweise für ein friedliches Miteinander. 

 

In der farbigen Broschüre "Bienen, Wespen und Hornissen" finden Sie in übersichtlicher Form alles Wissenswerte einschließlich Anleitung für Nisthilfen, ebenso Listen mit Bäumen, Sträuchern und Stauden, die für Hautflügler Nahrungsquellen sind. Das Heft kann bei der NABU Regionalstelle Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91 in 55234 Albig unter Einsendung von 5 Briefmarken à 70 Cent bestellt werden.

Achtung Verwechslung: Grünes Heupferd und Gottesanbeterin

Achtung Verwechslungsgefahr: Grünes Heupferd | Foto: Heinz Abbel
Achtung Verwechslungsgefahr: Grünes Heupferd | Foto: Heinz Abbel

In den letzten Tagen erreichten uns bereits zahlreiche Anrufe, die unserem Meldeaufruf zur Gottesanbeterin gefolgt waren. Doch ist zur Zeit noch ein anderes Insekt unterwegs, welches nicht zuletzt durch seine Größe beeindruckt: Die Rede ist vom Grünen Heupferd (Tettigonia viridissima), eine der häufigsten Laubheuschrecken in unseren Breitengraden. Das ca. 30 bis 40 mm große Tier unterscheidet sich jedoch in einigen Merkmalen von der gesuchten Europäischen Gottesanbeterin. Während das grüne Heupferd einen eher länglich-ovalen Kopf direkt auf dem Körper aufsitzen hat, erkennt man die Gottesanbeterin an einem dreieckigen, beweglichen Kopf mit Hals. Die markanten Fangarme, welche an betende Hände erinnern und denen das Tier seinen Namen verdankt, sind deutlich ausgeprägt, wohingegen das Grüne Heupferd kräftig erkennbare Sprungbeine aufweist. Übrigens: Gottesanbeterinnen können grün oder braun sein, das Grüne Heupferd gibt es nicht in braun, aber in gelb.

 

Zusätzlich zu den Erklärungen soll der Bildvergleich unsicheren Naturbeobachtern bei der Bestimmung helfen:

Oben: Europäische Gottesanbeterin (Fotos: Kristin Schüler). Unten: Grünes Heupferd
Oben: Europäische Gottesanbeterin (Fotos: Kristin Schüler). Unten: Grünes Heupferd

Gottesanbeterinnen wieder unterwegs - Augen auf!

Gottesanbeterin, gefunden in Wöllstein | Foto: Kristin Schüler
Gottesanbeterin, gefunden in Wöllstein | Foto: Kristin Schüler

Man bekommt sie nicht oft zu Gesicht, doch wenn man sie entdeckt, hinterlässt ihr Anblick einen bleibenden Eindruck: Die Rede ist von der Europäischen Gottesanbeterin. Als wärmeliebende Art mit Verbreitungsschwerpunkt im Mittelmeerraum ist sie eigentlich auf die wärmsten Gebiete Deutschlands beschränkt, breitet sich in warmen Jahren jedoch weiter nach Norden aus.

 

Nach einem Presseaufruf im Spätsommer 2015 erhielt die NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe Fundmeldungen aus Abtweiler, Alsheim, Eich, Gimbsheim, Gundersheim, Saulheim, Staudernheim, Wendelsheim, Westhofen, Winzenheim und Wörrstadt. Doch wie steht es 2016? Daher ruft der NABU wieder dazu auf, Ausschau nach der Europäischen Gottesanbeterin zu halten.

 

Erkennbar ist die hellgrüne bis braune Fangschrecke an ihrem dreieckigen Kopf und den bedornten Vorderbeinen, die in Ruhestellung an betende menschliche Hände erinnern. Als geschickter Insektenjäger fängt sie damit ihre Beute blitzschnell aus der Luft. Meistens sitzt sie jedoch still in der Vegetation und lauert auf eine Mahlzeit. Kommt man ihr zu nahe, stößt sie zuweilen zischende Laute aus und zeigt ihre beiden weißen, schwarz umrandeten Augenflecken auf den Innenseiten der Vorderschenkel. Ein beeindruckendes Spektakel, das für uns ungefährlich ist!

 

Bis in den Oktober sind Beobachtungen möglich. Haben Sie eine Gottesanbeterin gefunden? Dann melden Sie sich - am besten mit Belegbild - bei der NABU Regionalstelle Rheinhessen-Nahe unter 06731 547566 oder Info@NABU-Rheinhessen.de

Jäger der Nacht – Fledermäuse - Ausstellung im Mainzer Umweltinformationszentrum

Die Mainzer Umweltdezernentin Katrin Eder im Gespräch mit Christian Henkes vom NABU Mainz und Umgebung
Die Mainzer Umweltdezernentin Katrin Eder im Gespräch mit Christian Henkes vom NABU Mainz und Umgebung

Sie fliegen mit den Händen, sehen mit den Ohren und erwachen, wenn die meisten von uns schlafen gehen. Fledermäuse sind uns fremd und faszinieren uns zugleich. Rund um ihr geheimnisvolles Leben hat sich über die Jahrhunderte hinweg ein dichtes Netz aus Mythen und Sagen, Vorurteilen und Ängsten gesponnen.

  

Doch mit dem wahren Leben der einzigen fliegenden Säugetiere hat dies nur wenig zu tun. Wie die Lebensweise der nachtaktiven Insektenfresser, die so drollige Namen wie Mopsfledermaus, Mausohr oder Hufeisennase tragen, wirklich aussieht, zeigt die reichbebilderte Ausstellung der NABU Regionalstelle Rheinhessen-Nahe im ui – Umweltinformationszentrum.

 

 Am 117. haben die Mainzer Umweltdezernentin Katrin Eder und der Vorsitzende des NABU Mainz und Umgebung, Christian Henkes, die von der NABU-Regionalstelle erstellte Ausstellung eröffnet, die noch bis zum 5.August zu den Öffnungszeiten des Umweltinformationszentrums zu sehen ist.

  

Neben Informationen über Lebensweise und Arten wird auch auf die Gefahren für die gefährdeten Tiere eingegangen. Die Veränderung und Verarmung der Landschaft durch den Menschen führt zum Rückgang der Arten, wozu auch der allgemeine Nahrungsmangel aufgrund fehlender Insekten beiträgt. Besonders aber die Unkenntnis über die Quartiere und Brutplätze der Fledermäuse ist oft die größte Bedrohung. Ungewollt werden dadurch besonders die Fledermäuse, die in den menschlichen Behausungen ihre Wohnungen gefunden haben, verjagt und dezimiert.  

  

Viele weitere Informationen, darunter auch Präparate und künstliche Nisthilfen, werden gezeigt. Vor allem werden auch die Möglichkeiten beschrieben, die jedem Einzelnen zur Unterstützung der Kobolde der Nacht offenstehen.

Wenn es unterm Dach zirpt und zetert – Fledermäuse als Untermieter

Zwergfledermäuse in einer Mauerspalte (Bild: Andreas Kiefer)
Zwergfledermäuse in einer Mauerspalte (Bild: Andreas Kiefer)

Ein Zirpen, ein Kratzen ein Zetern auf dem Dachboden – ist es ein Gartenschläfer oder ein Marder? An Fledermäuse, die sich als heimliche Mitbewohner im Haus einquartiert haben könnten, denken die wenigsten. Denn Fledermäuse bleiben in den meisten Fällen unbemerkt: Sie sind leise, ruhen tagsüber und fliegen nachts zum Jagen aus. Anders als die Ultraschall-Ortungsrufe bei der Jagd sind ihre Soziallaute zur Verständigung untereinander auch für uns Menschen hörbar.  

„Nur ein Teil der 24 in Deutschland vorkommenden Fledermausarten sucht im Sommer menschliche Nähe“, berichtet Rainer Michalski von der NABU- Regionalstelle Rheinhessen-Nahe. „Das sehr seltene Große Mausohr hängt frei an Dachbalken, während die häufigere Zwergfledermaus enge Spalten, etwa hinter Wandverkleidungen, als Quartier nutzt.“ Fledermausweibchen schließen sich im Sommer zu sogenannten Wochenstuben zusammen und ziehen ohne die Männchen den Nachwuchs groß. Schäden am Gebäude werden dabei nicht verursacht. Auffällig sind jedoch die trockenen, schwarzen Kotkrümel. Doch so eine Gebäudebesetzung ist von kurzer Dauer und endet spätestens im September. 

Haben Sie ein Fledermausquartier am Haus?

Dann freut sich der NABU über Ihre Meldung unter 06731 547566 oder info@NABU-Rheinhessen.de! 

Tipps zum Fledermausschutz und Baupläne für Fledermauskästen bietet die Broschüre „Fledermäuse – Flugkünstler der Nacht“. Sie ist gegen Einsendung von 5 Briefmarken á 70 Cent beim NABU Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91, 55234 Albig erhältlich. 

 

NABU rät: Warten mit der Heckenpflege

Amselnest in einer Hecke | Foto: Rainer Michalski
Amselnest in einer Hecke | Foto: Rainer Michalski

 

Die feuchte Witterung im Wechsel mit Sonnenschein lässt auch in Rheinhessen und dem Naheland Sträucher und Hecken üppig sprießen. Da möchte mancher Gartenfreund zur Heckenschere greifen, um der Unordnung Herr zu werden. Doch der NABU rät zur Geduld: „Gerade jetzt gibt es bei vielen Singvögeln wie Amsel, Buch- und Grünfink eine zweite Brut. Wer dann seine Sträucher schneidet, riskiert den Vogelnachwuchs“, betont Christian Henkes von der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe.Bei freigelegten Nestern fehle dann der Wetterschutz und Beutegreifern würde die Suche nach Gelegen leicht gemacht, wenn schützende Zweige entfernt werden.

 

Wer erst spät im Juli schneide, spare sich auch einige Mühe, so der Naturschützer. Die Pflanzen befänden sich im Frühsommer in einem zweiten Wachstumsschub. Wer jetzt die Heckenschere auspackt, müsse sie deshalb noch mal einsetzen. „Auf jeden Fall gehört für Naturfreunde vor dem Schnitt die intensive Suche nach belegten Nestern dazu. Denn selbst im Juli findet man noch frische Gelege“, so Henkes abschließend.

Rückblick: Der NABU Rheinhessen auf dem Rheinland-Pfalz-Tag in Alzey

Vom 3. bis 5. Juni besuchten über 250.000 Menschen den Rheinland-Pfalz-Tag in Alzey und drängten sich durch die engen Gassen. Zahlreiche Besucher fanden auch den Weg zu den Ständen der NABU Regionalstelle Rheinhessen-Nahe, die gemeinsam mit dem Landesforst eine große Informations- und Aktionsfläche an der Ostdeutsche Straße errichtet hatten. Einen großen Platz mit über zehn Zelten hatten die beiden Organisationen zusammen gestaltet, in denen auf besonders für die Kleinen viel geboten wurde.

Im großen Ausstellungszelt des Projekts Lebensader Oberrhein konnten die Kinder kreative Blumenkarten basteln und an unterschiedlichen Stationen viel über das nasse Element lernen. Kinder bauten mit Eltern die angebotenen Nistkästen zusammen oder bastelten kleine Insektenhotels. Auch am Stand der NAJU wurde eifrig an Seedballs gewerkelt. Ein besonderer Magnet war sicherlich die durch Aktive der Ortsgruppe Alzey angebotene Möglichkeit, kleine Fossilien aus dem Stein zu klopfen und mitzunehmen – es blieben keine Steine übrig.

 

Flyer, Poster, Broschüren und Informationen über die örtlichen NABU-Gruppen fanden am Informationsstand der Regionalstelle den Weg zu Naturinteressierten. Unterstützt von Helfern der örtlichen NABU –Gruppen konnten die Fragen wie z.B. „Wie baut man ein Insektenhotel?“ oder „Wie kann ich meinen Garten naturnaher gestalten?“ beantwortet werden und die kleinen Möglichkeiten aufzuzeigen, im eigenen Umfeld etwas für die Natur zu tun. Auch eine Wolfsbotschafterin stand zeitweilig zur Verfügung und konnte das große Interesse an diesem Thema informativ stillen. Besonders die vielen NABU-Mitglieder freuten sich über die Möglichkeit, mal mit „ihrem“ Verband ins Gespräch zu kommen.

 

Ohne die Unterstützung der vieler Ehrenamtlichen aus den örtlichen Gruppen wäre eine solch herausragende Präsentation des größten Naturschutzverbandes in Rheinland-Pfalz beim Landesfest nicht möglich gewesen und die NABU Regionalstelle Rheinhessen-Nahe bedankt sich herzlich bei allen Unterstützern.

Der Frühling hat den Gilb – NABU empfiehlt Verzicht auf Unkrautvernichter

Das Spritzen von Herbiziden auf befestigten Flächen ist verboten | Bild: E. Schröder
Das Spritzen von Herbiziden auf befestigten Flächen ist verboten | Bild: E. Schröder

Der landwirtschaftliche Einsatz von Unkrautvernichtungsmitteln wie Glyphosat wird nicht nur von Umweltverbänden zunehmend kritisiert. Doch eine wichtige Ursache der Umweltbelastung mit diesen Stoffen wird häufig übersehen. Wer zurzeit mit offenen Augen durch Dörfer und Städte geht, sieht überall die Spuren der chemischen Unkrautvernichtung: Das Moos in den Pflasterritzen leuchtet gelb, das Gras am Wegrand ebenso – und das, obwohl diese Art der Anwendung solcher Präparate häufig illegal ist.

Der Griff zum Unkrautvernichtungs-mittel | Bild: Eric Neuling
Der Griff zum Unkrautvernichtungs-mittel | Bild: Eric Neuling

Das Pflanzenschutzgesetz erlaubt den Einsatz von Unkrautvernichtungsmitteln aus gutem Grund nur auf Flächen, die landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzt werden. Nur in Ausnahmen sind sie auf asphaltierten, betonierten oder gepflasterten Flächen aller Art erlaubt. 
„Die Wirkstoffe werden von befestigten Flächen mit dem Regenwasser direkt oder indirekt über Kläranlagen in die Gewässer geschwemmt - mit gravierenden Folgen für die Lebewesen darin. Ein verantwortungsvoller Umgang mit Herbiziden sollte daher selbstverständlich sein“, erklärt Rainer Michalski von der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe in Albig.

 

Auch ansonsten erfreuen sich Roundup und Co. einer großen Beliebtheit. So werden etwa manche Wegränder und Böschungen trotz Verbot großzügig abgespritzt - zum Schaden für die Natur. „Oft sind gerade Wegränder die letzten Rückzugsräume für Blütenpflanzen aller Art, und damit auch für die darauf angewiesenen Schmetterlinge, Wildbienen und viele weitere Insekten. Auch verschiedene Vogelarten finden an Wegrändern Nahrung in Form von Samen und Insekten - etwa der Stieglitz, Vogel des Jahres 2016. Zum Wohl der Natur sollte man hier bei aller Ordnungsliebe auf die Spritze verzichten und stattdessen ab August abschnittsweise mähen“, so Michalski abschließend.

Fledermauskästen gebaut – Grundschule Langenlonsheim vom NABU ausgezeichnet

Die Klasse 3a mit Rainer Michalski (links oben) und Mathias Jungkunz (rechts oben) freut sich über ihren Fledermauskasten
Die Klasse 3a mit Rainer Michalski (links oben) und Mathias Jungkunz (rechts oben) freut sich über ihren Fledermauskasten

Intensiv hatten sich die Schüler der Klasse 3a der Grundschule Langenlonsheim unter Lehrer Mathias Jungkunz mit dem Thema „Fledermäuse“ beschäftigt. Der Bau mehrerer kleiner Fledermauskästen und eines Großraumkastens für das Schulgelände gehörte selbstverständlich dazu. Für dieses Engagement wurden Schule und Schüler nun vom NABU mit Urkunden und der begehrten Plakette zur Aktion „Fledermäuse willkommen“ ausgezeichnet. Rainer Michalski vom NABU Bad Kreuznach übernahm diese Aufgabe und war beeindruckt vom umfassenden Wissen der Kinder über die nachtaktiven Tiere, welche in ihren Beständen oft bedroht sind.

NABU ruft zur Vogelzählung auf - Stunde der Gartenvögel vom 13. - 15. Mai

Blaumeise am Baum | Foto: Thomas Munk
Blaumeise am Baum | Foto: Thomas Munk

 Wer singt, sitzt oder fliegt denn da? Vom 13.- 15. Mai ruft der NABU zum zwölften Mal zur bundesweiten „Stunde der Gartenvögel“ auf. Auch in Rheinhessen und dem Naheland sind alle Naturfreunde dazu eingeladen, sich an der Zählaktion zu beteiligen. Dazu werden eine Stunde lang die Vögel im Garten, im Park oder vom Balkon aus gezählt und abschließend beim NABU für eine gemeinsame Auswertung gemeldet. Von jeder Vogelart wird nur die höchste Anzahl notiert, die im Laufe der Stunde gleichzeitig entdeckt werden kann.

Die Ringeltaube, eine der Gewinner im letzten Jahr | Bild: Thomas Munk
Die Ringeltaube, eine der Gewinner im letzten Jahr | Bild: Thomas Munk

Ob Spatz, Meise oder Stieglitz – jede Beobachtung trägt zum Erfolg des Projekts bei. Denn je mehr Naturfreunde an der „Stunde der Gartenvögel“ teilnehmen, desto aussagekräftiger sind die Ergebnisse, die schließlich Rückschlüsse auf schleichende Veränderungen unserer Artenvielfalt ermöglichen. Im letzten Jahr stellte man fest, dass der Bestand der Ringeltauben deutschlandweit in die Höhe schoss. Die in rund 300 Gärten durchgeführten Vogelbeobachtungen in Rheinhessen und dem Naheland zeigten deutlich, dass Haussperling, Kohlmeise und Amsel zu den Spitzenreitern in unseren Gärten gehören. In Mainz schaffte es hingegen der Mauersegler auf Platz 4. Weitere Ergebnisse des letzten Jahres finden Sie hier.

 

Jeder kann mitmachen – ob Vogelexperte oder Laie, ob alleine oder in der Gruppe. Die gezählten Vögel können bis 23. Mai per Post (an NABU, Stunde der Gartenvögel, 10469 Berlin) oder im Internet gemeldet werden. Die Ergebnisse werden im Internet veröffentlicht. Der NABU freut sich über jeden, der Teil des Projektes wird!

Leere Schneckenhäuser werden Kinderstuben - Zweifarbige Mauerbiene unterwegs!

Ein Zweifarbiges Mauerbienen Weibchen inspiziert ein Schneckenhaus | Bild: Rainer Michalski
Ein Zweifarbiges Mauerbienen Weibchen inspiziert ein Schneckenhaus | Bild: Rainer Michalski

In einer ruhigen, sonnigen Gartenecke liegt ein leeres Schneckenhaus. Doch das Haus bewegt sich! Wer steckt dahinter? Nach kurzer Zeit kommt eine schwarze Biene mit rotem Hinterteil darunter zum Vorschein. Es ist die Zweifarbige Mauerbiene. Anders als die bekannte Honigbiene ist das Weibchen ganz allein für die Versorgung ihres Nachwuchses verantwortlich.

 

 

"Sie baut ihre Nester ausschließlich in solchen leerstehenden Behausungen", berichtet Rainer Michalski von der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe. Das "Kinderzimmer" wird mit einem Vorrat an Nektar und Pollen bestückt und mit einem Ei belegt. Den Pollen sammelt die Biene in einer Art "Bürste" auf der Unterseite des Hinterleibs. Darin unterscheidet sie sich von den Honigbienen, die dafür Körbchen aus Haaren an den Hinterbeinen nutzt.

Zweifarbige Mauerbiene | Bild: Rainer Michalski
Zweifarbige Mauerbiene | Bild: Rainer Michalski

 

Als Hindernis für Nesträuber wird der Hauseingang dann mit einem dicken Pfropfen aus kleinen Steinen verschlossen. Damit die Steine an Ort und Stelle bleiben, fixiert die Biene sie mit Zwischenwänden aus zerkauten Pflanzenteilen. Dann wird das Schneckenhaus untergraben und gedreht, bis die Mündung nach unten zeigt. "Eine unglaubliche Kraftanstrengung für so ein kleines Tier, schließlich wiegt das Haus ein Mehrfaches der kleinen Biene", staunt Michalski. Doch damit nicht genug: Anschließend schleppt die Biene mühsam jede Menge dürre Grashalme und Kiefernnadeln heran und häuft sie als Tarnung über das fertige Nest. Im nächsten Frühjahr schlüpft daraus die Jungbiene.

 

Doch die Zweifarbige Mauerbiene hat es heutzutage nicht leicht: "Ihre oberirdische Nistweise in Schneckenhäusern ist sehr störungsanfällig. Gartenbesitzern, die der völlig harmlosen Biene eine Chance geben möchten, empfehlen wir daher, in einer sonnigen Gartenecke der Natur freien Raum zu lassen. Die Wahrscheinlichkeit für spannende Hausbesetzungen läßt sich durch ausgelegte Scheckenhäuser erhöhen", empfiehlt Michalski. Zwecklos sei es, die Schneckenhäuser etwa in einem Insektenhotel fest zu kleben. Die Zweifarbige Mauerbiene nehme nur frei bewegliche Exemplare an, die sie nach ihren Bedürfnissen dreht und gestaltet. Wie man als Gartenbesitzer der Zweifarbigen Mauerbiene und vielen anderen solitär lebenden Bienen ein passendes Blütenangebot und Behausungen bieten kann, zeigt die bunte NABU-Broschüre "Bienen, Wespen und Hornissen". Sie kann gegen Einsendung von 5 mal 70 Cent in Briefmarken beim NABU Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91 in 55234 Albig angefordert werden.

Was fliegt denn da? Zitronenfalter läuten den Frühling ein

Foto: Rainer Michalski
Foto: Rainer Michalski

Die Tage werden länger, wärmer und sonniger: Das merkt auch der Zitronenfalter, der jetzt aus dem Winterschlaf erwacht und durch die Gärten flattert. Der auffällige Falter verdankt seinen Namen dem leuchtenden Gelb der Schmetterlingsmännchen. Die Weibchen sind dagegen zart grünlich gefärbt. Beiden gemeinsam sind die orangen Punkte, von denen je einer jeden der vier Flügel ziert.

 

„Schon an den ersten sonnigen Frühlingstagen sind Zitronenfalter unterwegs. Wichtig für sie ist jetzt ein reiches Blütenangebot. Besonders Weidenkätzchen sind heiß begehrt“, berichtet Rainer Michalski von der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe.

Die Eiablage findet fast ausschließlich auf dem Faulbaum statt, einem unscheinbaren Wildstrauch. Die Raupen schlüpfen nach ein bis zwei Wochen. Ende Juni sind die Zitronenfalter der neuen Generation fertig entwickelt, fallen aber schon kurz darauf in einen Sommerschlaf. „Nur durch die beiden Schlafphasen und die damit verbundene Energieeinsparung erreichen Zitronenfalter ihre ungewöhnlich lange Lebenszeit von einem Jahr“, erklärt Michalski.

 

Foto: Helge May
Foto: Helge May

Leider sind auch Zitronenfalter in der sich zunehmend verändernden Landschaft immer seltener zu sehen. Doch schon mit kleinen Schritten können Gartenbesitzer einen wertvollen Beitrag zu ihrem und auch zum Schutz vieler anderer Schmetterlingsarten leisten. Allen Schmetterlingsfreunden empfiehlt der NABU die 36-seitige Broschüre „Das Schmetterlings-Gartenjahr“ mit vielen Tipps zur schmetterlingsfreundlichen Gartengestaltung. Diese kann gegen Einsendung von fünf Briefmarken à 70 Cent bestellt werden bei der NABU Regionalstelle Rheinhessen-Nahe, Langgasse 9, 55234 Albig.

Rückblick Rheinland-Pfalz-Ausstellung 2016

 

Auch in diesem Jahr erfreute sich die 45. Rheinland-Pfalz-Ausstellung auf dem Messegelände in Mainz-Hechtsheim großer Beliebtheit: Zahlreiche Besucher schlängelten sich vom 12. Bis zum 20. März durch die größte Mehrbranchen-messe des Bundeslandes Rheinland-Pfalz und fanden auch den Weg zum Informationsstand der NABU Regionalstelle Rheinhessen-Nahe.

 

 

Angezogen von Vogelgezwitscher und großen Infotafeln konnten die Besucher Fragen rund um die Natur und unsere Umwelt stellen: „Wie füttere ich Vögel richtig?“, „Wie baut man ein Insektenhotel?“ oder „Wie kann ich meinen Garten naturnaher gestalten?“ waren häufige Fragen. Um diese zu beantworten betreuten zahlreiche engagierte Helfer der örtlichen NABU-Gruppen den Stand und informierten auch über die weiteren vielfältigen Möglichkeiten, den regionalen Naturschutz zu unterstützen. Viele NABU-Mitglieder freuten sich über die Gelegenheit, einmal persönlich mit den Aktiven aus den Gruppen ins Gespräch zu kommen. Auch die Kleinen kamen dabei nicht zu kurz: Am Stand des Naturschutzzentrums Rheinauen nebenan konnten die Kinder kreative Blumenkarten basteln und ihre eigenen Wiesensalbei-Samen mit nach Hause nehmen.

 

 

Auch erfreuten sich Baupläne für Nistkästen oder gleich fertige Bausätze für Vogel- und Fledermauskästen großer Beliebtheit. Dabei waren viele erstaunt, dass 20 bis 30 Fledermäuse in nur einen Kasten passen oder dass einige Vogelarten Nistkästen mit speziellen Einflugslöchern bevorzugen. Außerdem fanden informationsreiche Flyer, Broschüren oder Bücher den Weg in interessierte Besucherhände. Die NABU Regionalstelle Rheinhessen-Nahe hofft somit auch in diesem Jahr das Bewusstsein für die Natur und Umwelt gestärkt zu haben.

 

Alle Bilder von Rainer Gödert

Achtung Krötenwanderung!

Krötenretter im Einsatz (Bilder: Reinhold Löffel)
Krötenretter im Einsatz (Bilder: Reinhold Löffel)

Frösche, Kröten und Molche sind durch den stetigen Verlust ihrer Lebensräume selten geworden. Deshalb stehen alle Arten unter Schutz. Abends bei einsetzender Dämmerung, Temperaturen über 7 Grad Celsius und leichtem Regen machen sie sich auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Gefahr droht ihnen dabei vor allem beim Überqueren von Straßen. Z

Mit Krötenwanderungen im Kreis Alzey-Worms ist zu rechnen an der L404 etwa auf halber Strecke zwischen Wendelsheim und Mörsfeld, an der Geistermühle bei Uffhofen und an der K4 ab der Wiesbachbrücke bis zur Abzweigung nach Nack. Warnschilder sowie Geschwindigkeitsbegrenzungen vor Ort weisen auf die Gefahrenstellen hin.  

Vor allem über die L 404 zwischen Wendelsheim und Mörsfeld laufen alljährlich sehr viele der geschützten Erdkröten.  Sie werden von Mitgliedern des NABU Alzey und Umgebung und weiteren engagierten Mitbürgern eingesammelt und über die Straße zu ihrem Laichgewässer getragen. Auch am Krötenzaun zwischen Wöllstein und Badenheim werden Amphibien  über die Straße gebracht. Hier ist der NABU Bad Kreuznach Abend für Abend mit zahlreichen Helfern tätig. Autofahrer werden daher dringend  um besondere Rücksichtnahme und erhöhte Aufmerksamkeit gebeten!

 

Insekten ein Zuhause geben: Insektenhotel als kleiner Beitrag zum Naturschutz

Mit dem Frühling kommen nicht nur die ersten Blüten, auch die Welt der Insekten wird wieder aktiv: So tummeln sich ab den ersten warmen Tagen auch verschiedene Wildbienenarten im Garten. Die harmlosen Tiere  leben nicht in großen Völkern und produzieren keinen Honig. Als emsige Bestäuber sorgen auch sie für reichen Fruchtbesatz an Obstgehölzen und Erdbeeren und erhalten die Vielfalt der bunten Wildblumen. Doch viele der 560 heimischen Arten sind vom Aussterben bedroht. Einigen kann schon mit kleinen Tricks geholfen werden. 

„Ein Insektenhotel kann verschiedenen Wildbienenarten ein Zuhause geben. Ob aus gebündelten Schilfhalmen oder angebohrten Holzklötzen: stehen die Nistplätze sonnig und trocken, bleiben die Bewohner meist nicht aus“, meint Elisabeth Schröder vom NABU. „Egal ob groß oder klein, selbst gebaut oder gekauft, ein Insektenhotel ist ein kleiner Beitrag zum Naturschutz.“ Wer sich für Wildbienen und ihren Schutz interessiert, erhält gegen Einsendung von 5 Briefmarken à 70 Cent umfangreiche Informationen rund um Bienen, Wespen und Insektenhotels bei der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91, 55234 Albig.

 

Brutsaison steht bevor - jetzt Nistkästen bauen!

Nistkästen sind seit Jahrhunderten Garanten für die Bruten vieler Singvögel, etwa die bekannten Modelle für Höhlenbrüter wie Kohl- und Blaumeise, Feld- und Haussperling oder Star. Sie sind ein idealer Ersatz für natürliche Baumhöhlen, die nur noch selten zu finden sind. Und doch sind die Möglichkeiten, Nistkästen in Gärten, an Bäumen, Zäunen, Carports und Gebäuden anzubringen, noch bei weitem nicht ausgeschöpft. „Ein Vielfaches der heute existierenden Nistkästen könnte noch geschaffen werden. Möglichkeiten zur Anbringung gib es in fast jedem Garten, aber auch auf dem Balkon. Alternativ zum Höhlenkasten kann man auch Kästen für Halbhöhlenbrüter wie Grauschnäpper, Bachstelze und Rotschwanz anbieten. Nahezu unekannt sind Nisttaschen an Bäumen, die von Rotkehlchen und Zaunkönigen gerne angenommen werden. Doch die Brutsaison naht, da ist Eile geboten!
Daher bieten wir wieder unsere altbewährte Bauplansammlung für Nisthilfen aller Art an, die auch Fledermäuse, Igel und Insekten berücksichtigt. Sie kann gegen Einsendung von 5 Briefmarken zu 70 Cent angefordert werden bei: NABU Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91, 55234 Albig.

Hygiene am Futterplatz - Vögel richtig füttern

So manch einer freut sich gerade bei den niedrigen Temperaturen über regen Besuch am Vogelhaus: Wer Meise und Co. aus nächster Nähe beobachtet, sollte jedoch auch auf die Sauberkeit der Futterstelle achten und ein möglichst keimfreies Umfeld bieten.

 

Wer herkömmliche Futterhäuschen verwendet, sollte diese regelmäßig mit heißem Wasser reinigen. Futter wird im Optimalfall nur in geringen Mengen nachgelegt. Schimmliges oder faules Futter sollte sofort entfernt werden. Ohne Reinigung der Futterstelle riskiert man die Ausbreitung von Krankheitserregern im feuchten Futter oder gar Verschmutzung des Futters durch Vogelkot. Säubert man sein Futterhäuschen hingegen regelmäßig, haben Krankheitserreger wie beispielsweise Salmonellen keine Chance. Am besten eignen sich Futtersilos, in denen das Futter von oben nachrutscht: das Futter bleibt frisch und es sammeln sich keine Kot- oder Nahrungsreste.

 

Wer sich über den Vogelschutz im Garten informieren möchte, kann gegen Einsendung von 4 Briefmarken à 70 Cent die NABU-Broschüre „Vögel im Garten - schützen, helfen, beobachten“ bei uns bestellen.(NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91, 55234 Albig)

Kraniche zogen noch im Januar Richtung Süden

Kraniche im Flug | Foto: G. Lessenich
Kraniche im Flug | Foto: G. Lessenich

 

Auch wenn der große Ansturm bereits vorbei war, so zogen sie immer noch Richtung Süden: Hunderte Kraniche, die den Winter bislang noch im milden Deutschland verbrachten, flogen am ersten Wochenende im Januar über Rheinhessen. So konnten  über dem Ober-Flörsheimer Ackerplateau ungefähr 160 Kraniche gesichtet werden. Durch das milde Wetter zum Jahresende waren tausende Kraniche nicht in den Süden aufgebrochen. Diese Nachzügler verblieben bislang im Norden Deutschlands, vor allem im Großraum um Berlin. Der Wintereinbruch zum Jahreswechsel mit Schnee und eisigen Temperaturen führte dazu, dass die Kraniche vor der sibirischen Kälte Richtung Frankreich flohen. Während vereiste Gewässer das Überwintern in Deutschland erschweren, führt gefrorener oder schneebedeckter Boden zu Nahrungsknappheit.

 

Die sonst typischerweise im Herbst fliegenden Kraniche sind gut an ihrer V-förmigen Flugformation zu erkennen. Auf ihrem Weg in die Winterquartiere fliegen Kraniche mehrere tausend Kilometer. Die im Zuge des Klimawandels immer milderen Winter verleiten die Kraniche jedoch zunehmend zur Überwinterung hierzulande. Wer sich weiter mit Kranichen und ihrem Zugverhalten auseinandersetzen will, findet auf www.kraniche.de weitere Informationen über die langbeinigen Zugvögel.

 

NABU ruft zur Vogelzählung am Futterhäuschen auf

Stieglitz im Winter | Foto: Andreas Hartl
Stieglitz im Winter | Foto: Andreas Hartl

Vom 8. bis 10. Januar 2016 findet zum sechsten Mal die bundesweite „Stunde der Wintervögel“ statt. Auch der NABU in Rheinhessen ruft die Naturfreunde in der Region auf, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten oder auf dem Balkon zu zählen und zu melden. Im Mittelpunkt der Aktion stehen vertraute und oft weit verbreitete Vogelarten wie Meisen, Finken, Rotkehlchen und Spatzen.

 

Besondere Aufmerksamkeit verdient in diesem Jahr der Stieglitz, der Vogel des Jahres 2016. Der Bestand dieses farbenprächtigen Vogels, auch Distelfink genannt, nimmt deutschlandweit stark ab.

 

Die Wintervogelzählung funktioniert auch dieses Mal ganz einfach: Von einem ruhigen Beobachtungsplätzchen aus wird von jeder Art die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu beobachten ist. Die Beobachtungen können dann im Internet unter www.stundederwintervoegel.de bis zum 18. Januar gemeldet werden.

Die „Stunde der Wintervögel“ ist die größte wissenschaftliche Mitmachaktion Deutschlands, bei der möglichst viele Menschen gemeinsam große Datenmengen sammeln und so wichtige Hinweise zur Entwicklung der heimischen Vogelbestände geben. Das pure Interesse und die Freude an der Vogelwelt reichen zur Teilnahme aus, eine besondere Qualifikation ist für die Wintervogelzählung nicht nötig. Wie bei der letzten großen Vogelzählung erhofft sich der NABU auch 2016 wieder eine rege Beteiligung. Denn je größer die Teilnehmerzahl ist, desto wertvoller werden die Ergebnisse.

 

 

Wer sich über den Distelfink, seine Lebensweise, Bedrohung und Schutz informieren möchte, der kann für 3 Briefmarken à 70 ct eine schön bebilderte Broschüre bestellen bei der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91, 55234 Albig.

Höchste NABU-Auszeichnung für Mainzer Stiftung

Seit zehn Jahren unterstützt der Mainzer Rainer von Boeckh mit seiner Stiftung das einzigartige NABU-Naturparadies Grünhaus in der Niederlausitz. Dafür erhielt der Stifter jetzt mit der Lina-Hähnle-Medaille die höchste NABU-Auszeichnung.

Im Vordergrund: Rainer von Boeckh. Im Hintergrund (links nach rechts): NABU-Stiftungsvorsitzender Christian Unselt, Karin von Boeckh und NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Foto: T. Schlorke
Im Vordergrund: Rainer von Boeckh. Im Hintergrund (links nach rechts): NABU-Stiftungsvorsitzender Christian Unselt, Karin von Boeckh und NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Foto: T. Schlorke

Am vergangenen Wochenende erhielt die Rainer von Boeckh-Stiftung für die Unterstützung des NABU-Schutzgebietes Grünhaus die Lina-Hähnle-Medaille. Seit 2007 wird die Lina-Hähnle-Medaille an NABU-Mitglieder und NABU-Untergliederungen verliehen, die sich in herausragender Weise um den Schutz der Natur und die Schaffung einer lebenswerten Umwelt verdient gemacht haben. Dieses Jahr ehrte der NABU Deutschland die Arbeit des Mainzer Stiftungsgründers Rainer von Boeckh und seiner Frau Karin sowie die vielen Förderer, die sich in den vergangenen zehn Jahren unermüdlich für die Erhaltung und Entwicklung des ehemaligen Tagebaugebietes Grünhaus engagierten.


Unermüdlicher Einsatz für das Naturparadies Grünhaus


Das rund 2.000 Hektar große Naturparadies in der Niederlausitz ist seit 2003 in der Obhut der NABU-Stiftung und für seine Artenvielfalt bekannt. Auch Rainer von Boeckh war begeistert und gründete schließlich unter dem Dach der NABU-Stiftung eine eigene Stiftung. Inzwischen sind mit Hilfe des Stiftungskapitals und der Gewinnung weiterer Förderer die laufenden Kosten von über 450 Hektar Wildnis in Grünhaus gesichert. Das nach der Heimat des Stiftungsgründers benannte „Mainzer Land“ macht damit etwa ein Fünftel von Grünhaus aus. Und das Ehepaar von Boeckh setzt alles daran, dass das Mainzer Land künftig weiter wächst. So sammelten sie in diesem Jahr anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Stiftung über 60.000 € Spenden.


Große Unterstützung aus Rheinhessen


Seit Gründung der Stiftung unterstützt der NABU Mainz die Stiftung und war auch deren erster Spender. Auch zum zehnjährigen Jubiläum stiftete die Ortsgruppe Mainz wieder einen erheblichen Betrag. Gewissermaßen im Gegenzug wurde die Stiftungssatzung dahingehend verändert, dass in Zukunft der NABU Mainz auch institutionell mit der Stiftung verbunden ist.

Neben dem NABU Mainz haben auch alle anderen rheinhessischen NABU-Gruppen die Stiftung über die Jahre großzügig unterstützt – in gewisser Weise ist die „Lina“ somit auch eine Anerkennung des Engagements des gesamten rheinhessischen NABU.



Mehr zur Auszeichnung, zum Mainzer Stiftungsgründer und zur Frage „Warum verschenkt Herr von Boeckh sein Geld?“ erfahren Sie in diesem Video:


Besuch aus Japan in der Naturstation

Eine Delegation von japanischen Fachleuten aus den Bereichen Naturpädagogik, Natur- und Umweltschutz besuchte am vergangenen Montag die Naturstation in Bad Münster am Stein. Zustande gekommen war der Besuch durch Vermittlung der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe, die seit Jahren für die Stiftung einer japanischen Supermarktkette Kontakte zu lokalen Naturschutzprojekten organisiert.

Mitglieder der japanischen Delegation mit Mathias Kunz (Naturstation, 3. von links in der hinteren Reihe) und Rainer Michalski (NABU, erster von links in der hinteren Reihe)
Mitglieder der japanischen Delegation mit Mathias Kunz (Naturstation, 3. von links in der hinteren Reihe) und Rainer Michalski (NABU, erster von links in der hinteren Reihe)

Interessiert lauschte die Gruppe den Ausführungen von Mathias Kunz zu den ausgestellten heimischen Reptilien und zeigte sich fasziniert von der Fütterung der Schlangen und Eidechsen. Für einige Gruppenmitglieder war dies der erste Kontakt zu der zu Unrecht oft verschrienen Tiergruppe. Rainer Michalski vom NABU Bad Kreuznach und Umgebung ergänzte die Führung durch Erläuterungen zur besonderen Situation an der mittleren Nahe, wo mit der Würfelnatter die wohl seltenste Schlange in Deutschland ihr Hauptverbreitungsgebiet hat. Den Abschluss bildete eine gemütliche Weinprobe im Weingut Rotenfels.

In Nack freuen sich Rauch- und Mehlschwalbe - NABU zeichnet aus

Schwalben in Nack können sich gleich mehrfach freuen: Mehlschwalben finden am Haus von Lili Niederauer in fünf Nestern Platz. Bei so viel Leben unter dem Dachvorsprung und zahlreichen Mehlschwalbenbruten macht ihr das bisschen Dreck der Schwalben nichts aus. So erhielt Frau Niederauer vom NABU eine Urkunde und eine Plakette zu der Aktion „Schwalben willkommen“ für ihr Engagement, welches den Flugkünstlern zu Gute kommt.


Auch Familie Butty aus Nack freut sich über den Besuch der Schwalben im Sommer. Mehrere Rauchschwalbennester finden sich nicht nur im Stall neben den Pferden und trotz zwei Hunden: Auch in der Werkstatt von Ralf Butty haben die Rauchschwalben es sich direkt neben dem Eingang gemütlich gemacht. Die geschickten Untermieter fühlen sich wohl zwischen Hammer,  Nägeln und Co. Ein weiteres Vogelnest findet sich auf dem Schrank gleich daneben. Der NABU dankte auch Familie Butty für den Erhalt des Lebensraumes der Schwalben mit einer Urkunde und Plakette.


„Leider ist es lange nicht mehr selbstverständlich, dass Schwalben auf Grundstücken geduldet werden. Eine traurige Entwicklung, wenn man bedenkt, dass der Rückgang der einstigen Glücksbringer zunimmt“, bedauert Elisabeth Schröder der NABU Regionalstelle Rheinhessen-Nahe.  Der NABU wünscht sich viele weitere Auszeichnungen in der Region. Interessenten können sich bei uns, der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe unter 06731 547566 oder info@NABU-Rheinhessen.de melden.

Birds and People – Naturfilm im Kino Ingelheim

Tierfilmer Hans-Jürgen Zimmermann © birdsandpeople.de
Tierfilmer Hans-Jürgen Zimmermann © birdsandpeople.de

Ein besonderer Genuss erwartet die Freunde von Naturfilmen am Sonntag, den 1. und am Mittwoch, den 4. November im Cadillac Casablanca-Kino Ingelheim: Auf Einladung des NABU Bingen und Umgebung läuft der neue Film „Birds and People – Ganz verrückt auf Vögel“ des bekannten Naturfilmers Hans-Jürgen Zimmermann. Der Film berichtet in humorvollen und faszinierenden Geschichten und eindrucksvollen Bildern von Menschen, die sich auf sehr unterschiedliche Weise für die gefiederten Freunde einsetzen. Ob als Vogelwartin allein auf einer Insel, als Vogelstimmen-Imitator, Vogelmaler oder Vogelstimmen-Musiker, als Horstbewacher für Wanderfalken oder als Mauerseglerschützer – das Engagement ist so bunt wie die heimische Vogelwelt.


Zur Vorführung am 01.11. um 11:00 Uhr ist Tierfilmer Hans-Jürgen Zimmermann zu Gast. Nach der Vorführung berichtet er von seinen Drehtouren und beantwortet Fragen der Zuschauer. Der NABU Bingen und Umgebung informiert über Möglichkeiten des aktiven Naturschutzes in der Region. Weitere Vorführungen sind am Mittwoch, 04.11.15 um 17:30 Uhr und 20:00 Uhr (ohne Filmgespräch).


Kartenreservierung: www.kino-ingelheim.de oder 06132 8990666.

Vogelfütterung von Kernbeißern © www.birdsandpeople.de
Vogelfütterung von Kernbeißern © www.birdsandpeople.de

Kein Abfall: Herbstlaub ist Bereicherung für den Garten

Foto: Rainer Michalski
Foto: Rainer Michalski

Es ist wieder soweit: Der Herbst taucht unsere Landschaft in malerische Farben und lässt die farbenprächtigen Blätter der Bäume und Sträucher zu Boden segeln. Doch für viele Gartenbesitzer bedeutet das Laub nur ärgerliche Arbeit - dabei sind die fallenden Blätter eine Bereicherung für Tier- und Pflanzenwelt.

 

„Herbstlaub trägt zu mehr Naturnähe im Garten bei“, meint Elisabeth Schröder, Mitarbeiterin der NABU Regionalstelle Rheinhessen-Nahe. So sei Laub zusammengerecht zu einem Haufen nicht nur ein Winterquartier für den Igel, sondern schütze auch über den Boden verteilt die dort lebenden Tiere vor Frost im Winter. „Die Kleintiere im Laub sind eine wertvolle Nahrungsquelle für Vögel, Regenwürmer zersetzen die Blätter zu wertvollem Humus. Während Laub Rasenflächen schadet und von Gehwegen entfernt werden sollte, kann man es unter Bäumen und Sträuchern einfach liegen lassen“, so Schröder. Es verbessert auch  im Gemüsebeet das Nährstoffangebot im Boden und unterdrückt Unkraut. Das Laub kann dann im Frühjahr kompostiert werden, wobei sich die Blätter von Eichen und Walnussbäumen wenig dafür eignen.

Wer sein Laub entfernen will, sollte dabei unbedingt auf Laubsauger verzichten, da mit diesen der Tod für die Kleintierwelt einhergeht.


Tipps zur Gestaltung eines Naturgartens gibt es in der 44-seitigen Broschüre „Gartenlust – Für mehr Natur im Garten“. Erhältlich beim NABU Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91 in 55234 Albig, gegen 5 Briefmarken zu 62 Cent. 

"Großes Kino" am Himmel - Kraniche fliegen über Rheinhessen

Herbstzug 2010 über Mainz-Lerchenberg | Foto: M. Mallog
Herbstzug 2010 über Mainz-Lerchenberg | Foto: M. Mallog

Hoch oben am Himmel gibt es jetzt im Oktober und November einiges in Rheinhessen zu sehen: Mit trompetenden Rufenziehen die Kraniche über den Südwesten Deutschlands in ihre Überwinterungsgebiete in Frankreich, Spanien oder Nordafrika. Schätzungen gehen von bis zu 200.000 Tieren aus, die von ihren Sammelplätzen in Ostdeutschland bei guter Witterung aufbrechen. In den frühen Morgenstunden geht es los: Sie ziehen am Harz vorbei, erreichen Thüringen und überfliegen in den Nachmittags- und Abendstunden Rheinland-Pfalz mit einem Schwerpunkt in Rheinhessen und im Naheland.

 

Zwar fliegen die Vögel meistens mehrere hundert Meter hoch, doch sind sie tagsüber gut zu entdecken. Kraniche bilden nämlich im Flug eine weithin erkennbare V-förmige Formation mit kräftigen, erfahrenen Tieren an der Spitze. Die Keilform reduziert den Luftwiderstand für die hinteren Vögel und ermöglicht eine bessere Kommunikation untereinander. Bei konstanten Flugbedingungen können die Tiere ohne Halt bis nach Südeuropa fliegen. Manchmal legen sie jedoch Pausen am Boden ein. Große, regelmäßig genutzte Rastplätze wie in Ostdeutschland gibt es hierzulande aber nicht. 

Kraniche im Flug | Foto: Klemens Karkow
Kraniche im Flug | Foto: Klemens Karkow

Wenn es dunkel wird, sind Kraniche trotz ihrer immensen Flügelspannweite von über zwei Metern kaum zu erkennen. Dann heißt es die Ohren spitzen! Denn Kraniche kommunizieren mit einem trompetenartigen Ruf, der weithin zu hören ist. Ihr Ruf ist auch ein sicheres Zeichen, um sie etwa von Wildgänsen zu unterscheiden, die ein ähnliches Zugverhalten aufweisen und ebenfalls in Keilformation fliegen. Ein weiterer Unterschied liegt darin, dass bei Kranichen die Beine im Flug über die Schwanzfedern hinausragen.



 

Neben dem typischen Flug in V-Formation zeigen ziehende Kraniche immer wieder ein weiteres auffälliges Verhalten, das bei vielen Beobachtern Verwunderung auslöst. Scheinbar grundlos lösen sich die geordneten Keile auf und die Vögel beginnen zu kreisen, als ob sie die Orientierung verloren hätten. Auslöser dafür sind jedoch in den wenigsten Fällen Störungen. Vielmehr nutzen Kraniche aufsteigende warme Luftmassen, etwa über von der Sonne erwärmten Landflächen oder größeren Ortschaften, um sich nach oben tragen zu lassen, wo Höhenwinde ihre Reise beschleunigen. Auch schließen sich kleinere Formationen gerne zu und mit größeren zusammen. In solchen Fällen wird dann an markanten Punkten auf dem Zugweg auf Nachzügler gewartet. Kranichzug ist eben ein soziales Event.

Igel in Not? NABU gibt Ratschläge

Bild: Hubertus Schwarzentaub
Bild: Hubertus Schwarzentaub

Igel sind nachtaktiv, im besten Fall bekommt man sie am Tag nicht zu Gesicht. Sieht man dennoch einen, heißt das aber nicht unbedingt, dass er Hilfe braucht. Igelmütter mit Jungen etwa müssen auch tagsüber Futter suchen. Irrt jedoch ein kleiner Igel tagsüber außerhalb des Nestes herum, kann Hilfe nötig sein. Der NABU empfiehlt dennoch, das Tier zunächst für einige Stunden zu beobachten. Kehrt die Mutter in dieser Zeit von der Futtersuche zurück, ist das Problem optimal gelöst.

Andernfalls ist der Gang zum Tierarzt nötig. Auch kranke Igel suchen am Tag Futter. Ihr Gang ist unsicher, sie sind apathisch und rollen sich nicht ein, die Augen sind eingefallen. Ebenso wie verletzte Igel und solche, die längere Zeit ohne Futter und Wasser etwa in einem Kellerschacht gefangen waren, benötigen Sie dringend tierärztliche Hilfe.
Igel sind Wildtiere. Auch wenn sie schwer genug sind und selbstständig fressen, sollten sie nicht im Haus überwintert werden, wo es zu warm für den Winterschlaf ist. Wenn sie in milden Wintern den Winterschlaf aufschieben, brauchen sie viel Bewegung und die Möglichkeit zur Futtersuche. Die beste Igelhilfe ist laut NABU jedoch ein naturnaher Garten mit vielen Möglichkeiten zum Verstecken und Futter suchen.


Geballte Informationen rund um die sympathischen Stachelträger enthält die NABU-Broschüre "Der Igel - Pflegefall oder Outdoor-Profi?". Gegen Einsendung von 4 Briefmarken zu 62 Cent kann sie bestellt werden beim NABU Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91, 55234 Albig.

Ran an die Werkbank - NABU ruft zum Bau von Nistkästen auf

Blaumeise füttert ihr Junges am Nistkasten | Foto: Rita Priemer
Blaumeise füttert ihr Junges am Nistkasten | Foto: Rita Priemer

Nistkästen sind seit Jahrhunderten Garanten für die Bruten vieler Singvögel. Nicht nur Höhlenbrüter wie Kohl-, Blau-, Sumpf- und Tannenmeise, Feld- und Haussperling, Star, Trauerschnäpper und Zaunkönig, sondern auch Halbhöhlenbrüter wie Grauschnäpper oder Hausrotschwanz schätzen die zusätzlichen Nistplätze. „Nistkästen sind ein wichtiger Beitrag zum aktiven Naturschutz“, meint Elisabeth Schröder von der NABU Regionalstelle Rheinhessen-Nahe, „doch die Möglichkeiten, Nistkästen an Bäumen, Zäunen und Gebäuden anzubringen sind bei weitem noch nicht ausgeschöpft.“


Auch im Winter haben Nistkästen eine segensreiche Funktion: In frostigen Nächten können die Gefiederten darin Schutz suchen. Zudem nutzen Gartenschläfer, Waldmäuse und Schmetterlinge sie gerne zur Überwinterung.


Der NABU ruft dazu auf, schon jetzt Nistkästen zu bauen und aufzuhängen,