Zum Thema "Ökologische Stadtbeleuchtung" finden Sie hier den Presseartikel des NABU und folgende Fotos:
Dr. Andreas Hänel - Lichtverschmutzung über unseren Städten
Dr. Andreas Hänel - Haus beleuchtet - Geweg nicht
Dr. Andreas Hänel - Posttower
Torsten Güths - Turm Friedberg vorher/nachher
Pressetext Stadt Worms Ökologische Stadtbeleuchtung.pdf
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Die Fotos sind nur für NABU-Zwecke freigegeben worden.
Pressedienst - Pressetext 1
Herausgeber: NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91, 55234 Albig
Redaktion: Heike Töngi
Tel.: 06731/ 547 566, E-Mail: Info@NABU-Rheinhessen.de
01. Februar 2012
Umwelt/Energie/Naturschutz
Ausstellung "Ökologische Stadtbeleuchtung" in Worms vom 01.02.2012 - 16.03.2012:
Diese Ausstellung wird in Kooperation mit der NABU Regionalstelle Rheinhessen-Nahe, dem NABU Worms und dem Umweltamt Worms durchgeführt.
Lichtverschmutzung, Energiesparen, insektenfreundliche Beleuchtung sowie ökologische Beleuchtungskonzepte sind Themen, derer sich die Stadt Worms seit 2008 annimmt. In Kooperation mit dem NABU (Naturschutzbund Deutschland e.V.) wird dazu vom 01.02.2012 bis 16.03.2012 in Worms eine informative Ausstellung gezeigt. Im Rahmen des von Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt geförderten Projektes "Effiziente Beleuchtung im öffentlichen Raum" hat der NABU diese attraktive Ausstellung erstellt. Insgesamt neun Aufsteller informieren über unterschiedliche Aspekte einer energieeffizienten und naturverträglichen Stadtbeleuchtung.
Was versteht man unter einer naturverträglichen Stadtbeleuchtung?
Beleuchtung im öffentlichen Raum erfüllt viele Funktionen: Sie hilft bei der Orientierung, erhöht das Sicherheitsgefühl und verschönert das Stadtbild. Doch sie verschwendet auch Energie und belastet das Klima. Zudem wachsen den Kommunen die Kosten für Strom und Wartung über den Kopf. Und zu viele Lampen und Leuchten beeinträchtigen nachtaktive Insekten, Fledermäuse und Vögel. Vielerorts fällt das Licht nicht nur auf Straßen und Gehwege, sondern strahlt ungenutzt in Nachthimmel, Schlafzimmerfenster und benachbarte Naturräume. Doch durch ökologische Lichtplanung, effiziente Beleuchtungstechnik und intelligente Lichtsteuerung könnten Energieverbrauch, CO2-Ausstoß, Betriebskosten und Beeinträchtigungen der natürlichen Umgebung massiv reduziert werden.
Der NABU fordert: Verringerung von Lichverschmutzung!
Wie sieht die Realität meist aus?
Zu der veralteten allgemeinen Straßenbeleuchtung kommen Architekturbeleuchtungen und Lichtinszenierungen hinzu, die weder mit anderen Beleuchtungen im Umfeld abgestimmt sind noch geeignete Lichttechnik einsetzen. Statt lediglich Akzente zu setzen, werden Fassaden flächenhaft überbeleuchtet. Störlicht strahlt am Objekt vorbei in den Nachthimmel. Weitere Quellen solcher Lichtverschwendung finden sich vor allem im Bereich von Handel, Gewerbe- und Industriearealen oder zunehmend auch bei der privaten Außenbeleuchtung an Wohngebäuden. Um aufzufallen und sich von der bereits vorhandenen Umgebungsbeleuchtung überhaupt noch abheben zu können, wird sogar immer mehr und helleres Licht eingesetzt. Astronomen, Ökologen und Mediziner warnen vor dem Verlust der Nacht und untersuchen verstärkt die negativen Auswirkungen durch "Lichtverschmutzung".
Was sind die negativen Auswirkungen durch "Lichtverschmutzung"?
Beeinträchtigung der Gesundheit der Bevölkerung
Menschen nutzen den Tag für vielerlei Aktivitäten und die Nacht dient als Ruhephase. Wird dieser Biorhythmus durch taghelle Nächte durcheinander gebracht, kommt es zur Störung des Zeitempfindens und damit zu Schlafstörungen. Die Nacht kann nicht mehr zur Regenration genutzt werden.
Behinderung der natürlichen Abläufe
Zugvögel navigieren mit Hilfe des Sternenhimmels. Hohe erleuchtete Gebäude ziehen die Vögel an und können sie vom Kurs abbringen. Farbiges Licht stört vor allem die Wahrnehmung des Rotkehlchens. Seine Orientierung geht verloren und viele Tiere kollidieren mit dem Bauwerk. Frösche, Kröten, Fledermäuse und ein Teil der Insektenarten sind ausnahmslos nachtaktiv. Viele Insekten werden durch künstliche Beleuchtung geradezu aus der Landschaft herausgesaugt, was zwar Fledermäusen Vorteile bei der Jagd im Lichtkegel der Straßenlampen verschafft. Doch durch die Verschiebung des Artenspektrums geraten ganze Ökosysteme aus dem Gleichgewicht. Auch Pflanzen brauchen den Tag-/Nachtrhythmus für die wichtige Photosynthese.
Der NABU Worms fordert die Stadt auf, weiterhin den verschwenderischen und zum Teil völlig nutzlosen Einsatz von Licht zu begrenzen. Weniger sei mehr, müsse die gestalterische Devise für die nächtliche Beleuchtung lauten. Daher sollte die aus ökologischen Gründen unverzichtbare Dunkelheit in Naturräumen in der Stadt und im Umland erhalten bleiben.
Von einer energieeffizienten und naturverträglichen Stadtbeleuchtung profitieren alle - der kommunale Haushalt genauso wie Mensch, Klima und Natur.
Die Ausstellung "Ökologische Stadtbeleuchtung" wird nun in Worms einer interessierten Öffentlichkeit vorgestellt:
Die Eröffnung ist am Mittwoch, den 01.02.2012 um 18:00 Uhr in der Stadtverwaltung Worms, Marktplatz 2, 2. Obergeschoß entlang des Flurs. Die Ausstellung verbleibt dort bis zum 17.02.2012, danach erfolgt ein Umzug ins Ämterhaus in den Adenauerring 1. Dort ist die Ausstellung im Erdgeschoß des Ämterhauses zu sehen vom 20.02.2012 bis 16.03.2012.
Zur Eröffnung wird Hans König, Arbeitskreis Fledermausschutz, einen Vortrag zum Thema "Einfluss künstlicher Beleuchtung auf Fledermäuse" halten.
Weitere Informationen finden Sie unter www.NABU.de/Stadtbeleuchtung.
Für Rückfragen:
Heike Töngi
NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe,
Tel.: 06731/ 547 566,
Ihre Ansprechpartner beim NABU-Bundesverband
Carsten Wachholz / Elmar Große Ruse
Charitéstraße 3, 10117 Berlin
Tel. 030.28 49 84-16 17 / -1611
Carsten.Wachholz@NABU.de
Elmar.Grosse-Ruse@NABU.de
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